
Links das UK-Random-House-Cover des neuen Buches von Audrey Niffenegger, hier auch mit dem Originaltitel Her Fearful Symmetry, der eine im Hinblick auf den Buchinhalt wunderbare Anspielung auf William Blakes The Tyger ist, und mit einem Photomotiv das fast perfekt die beiden Protagonistinnen und Highgate Cemetery einfängt.
Links das deutsche Cover mit verschwundener literarischer Anspielung und … einigen Blümchen. Ein Cover, das wahrscheinlich preiswerter war als die ganzseitige Anzeige in der Zeit, in der ich die deutsche Fassung entdeckte.
Es gibt Tage, da verstehe ich deutsche Verlage nicht so wirklich.
(Und ja, über die Typographie kann man in beiden Fällen streiten ;-))
1. Dezember 2009 23:17 Uhr. Kategorie Design. Tag Belletristik, Print. 6 Antworten.
Völlig berechtigte Kritik, nur über links und rechts müssen wir uns nochmal unterhalten! :)
dachte ich auch HD. Das üben wir noch:-)
Danke für den Hinweis!
ich könnte ja mutmaßen, dass autorinnen eher blümchen bekommen als (kann ich die hasen mal in groß haben?), die zwei ladys. was die typo angeht, absolute übereinstimmung.
kurz gesagt aus dem inhalt wird bei s.fischer »rosamunde pilcher«. nur weil im buch einmal das wort »liebe« auftaucht? das kanns doch echt nicht sein …
nun muss ich sagen, dass man nun wirklich nicht dazu kommt, jedes buch, für das man cover macht auch liest, ich persönlich möchte es auch gar nicht müssen, aber eine kleine zusammenfassung wird man doch bekommen dürfen. das hier ist die kurzfassung: » … romantisch verwilderten Friedhof Londons«. ja, sowas kommt von sowas!
und noch zu erwähnen, dass das cover des »vorgängers« von frau niffenegger mit einem ähnlich romantisch verklärtem motiv arbeitet. das erklärt auch so einiges. da musste wohl ein optischer nachfolger her, getreu dem motto »fuck for inhalt«.
also mein vorschlag lieber s. fischer verlag: marketingabteilung ausdünnen, und coverdesigner mit dem notwendigen mut zur rebellion einstellen! ich wüsste da jemanden :)
so ganz privat finde ich, als grafiker kann man sich nicht oft genug mit dem marketing anlegen. die brauchen das …
>noch zu erwähnen, dass das cover des »vorgängers« von frau niffenegger mit einem >ähnlich romantisch verklärtem motiv arbeitet
Wobei etwa Time-Travellers Wife (also ihr erstes von mehreren Büchern, die seitdem erschienen sind) ja genau diese Photo-wie-aus-dem-Buch-Ästhetik mit dem grandiosen Motiv des Mädchens mit dem Kleiderstapel ebenfalls auch nahtlos zu Her Fearful Symmetry passt – nur eben mit mehr Bezug zum Buch.
>nun muss ich sagen, dass man nun wirklich nicht dazu kommt,
> jedes buch, für das man cover macht auch liest
Ist das nicht der Spaß an der Sache? Ich beneide Chip Kidd ja weniger um seine tatsächliche Arbeit als mehr darum, dass es sein JOB ist, Bücher von Autoren, die ich liebe, zu lesen, BEVOR sie erscheinen… und dann selbst im künstlerischen Reflex auf das Werk reagieren kann. Wunderbar.
>als grafiker kann man sich nicht oft genug mit dem
>marketing anlegen. die brauchen das …
Das finde ich so pauschal gar nicht. Es gibt Marketing-Leute, die sind entsetzlich… so wie auch Mechaniker oder Zahnärzte oder eben Designer mal nix von ihrem eigentlichen Job verstehen. Aber gute Marketing-Leute sind eine ideale Bereicherung, weil sie deine Arbeit strategisch ergänzen, planerisch absichern und das Zusammenspiel (wenn also jeder macht, was er wirklich kann), ganz großartig laufen kann.
Ich habe da schlimmste Erfahrungen gemacht (wenn dir das Marketing eines großen Orchesters erklärt, von André Rieu könne man lernen, wie Klassik funktioniert, hat man so eine Ahnung, dass man da nicht lange glücklich sein wird… war dann auch leider so) und wirklich tolle Erlebnisse gehabt, die mich selbst ganz entscheidend bereichert und geprägt haben. Wie immer zählt der Mensch, seine Liebe zu dem was er tut und seine Energie.
Ganz abgesehen davon finde ich als Designer, der ja extrem im angewandten Bereich arbeitet (und auch nix anderes will), dass es ohne Marketing nicht geht. Design ist Teil von Marketing und wenn ich meine Arbeit evaluieren will, wirksam haben will, braucht es Marketing. Weswegen ich immer sehr zu schätzen weiß, dass wir mit Stefanie jemand im Team haben, der das prima gelernt hat.
[...] vielschichtig wie der der in der deutschen Übersetzung leider völlig beiseite gelassene Original-Titel ist die Handlung, die auf den ersten Blick deutlich linearer und einfacher wirkt als die von [...]