
Etwas deprimierend ist das schon, wenn ausgerechnet in einer großen Buchhandelskette wie der Mayerschen in riesiger Schrift an einer Wand das Zollzeichen als Anführungszeichen dient. “ steht für Inches oder eventuell noch für Sekunden, nicht für das deutsche Gänsefüßchen. Eine Buchhandlung, deren Design von Meiré und Meiré stammt(e), sollte es besser wissen… bibliophil wirkt so etwas jedenfalls nicht. Das die Anführungsstriche nicht ausgerückt sind, wie es sich für einen ästhetischen Randausgeleich gehört und das das Kerning mehr als seltsam wirkt… ist da ja fast schon Ehrensache, wenn solche komplett laienhafte Typographie daherkommt. Zum Heulen. In einer Fischbude, gott, damit haste dich ja abgefunden… aber in einer BUCHHANDLUNG???
Erik Spiekermann hat vielleicht recht, irgendwann werden die Duden-Macher nicht mehr anders können und die Deppen-Anführungszeichen als legitimes Zeichen für wörtliche Rede aufnehmen müssen. Aus Notwehr.
21. Oktober 2006 19:30 Uhr. Kategorie Design. 5 Antworten.
ich kann mich darüber nicht mehr aufregen. bei fernsehsendungen, in büchern, sogar im ADC-annual von 2003 (oder war es dort absicht???) siehst du lauter lustige zollzeichen anstelle der gänsefüsschen. sogar in blogs von leuten, die es eigentlich besser wissen. ich käme ja aus dem brüllen gar nicht mehr raus …
Ich kann damit nur leben, wenn eine Schreibmaschine emuliert wird.
Ansonsten ist es die einfachste Sache der Welt. Es gibt Leute, die haben keine Ahnung, denen verzeiht man das, sicher auch als Flüchtigkeitsfehler… aber im professionellen Kontext ist es einer der derbsten Schreibfehler.
Auch im TDC-Jahrbuch ist bei einer Veröffentlichung der Divis anstatt des Strecken-oder Gedankenstrichs und beim REDDOT ebenfalls (bei dieser Briefmarkengeschichte für ein Sportereignis oder so)
ja, ich wünschte ich könnte mich darüber nicht mehr aufregen. aber es schmerzt immer noch und immer wieder und immer öfter. auch beim fernsehen wird es immer extremer, diese fehlerquoten bei divis, zollzeichen und versalen ß. letztes jahr hatte der adc mal eine aussendung bezüglich junior award, da waren obengenannte auch alle schön vereint. auf meine humorvolle rückfrage wurde mir erläutert, sie wüssten sehr wohl um die regeln hätten diese aber bewusst gebrochen und wer wirklich kreativ sei, der lebe ja schließlich vom regelbruch. ach. ach so. hab ich mir gedacht.
Ich finde solche Fehler schade. So schwer ist es nicht, dass zu vermeiden, die Software hilft ja auch dabei, und irgendwie gehört es halt zum Job. Der ja deutlich einfacher ist als Hirnchirurg zu sein. Aber so ein bisschen guten Willen zum Lernen sollte man schon mitbringen, oder?
Und bewußt gebrochene rRegeln gelten nur, wenn dem Betrachter eindeutig klar ist, daß der Regelbruch ein höheres Ziel verfolgt und wenn dieses Ziel den Regelbruch auch tatsächlich wert ist. Ansonsten ist es einfach nur der gute alte Fehler.
Ein paar Beispiele aus einer digitalgedruckten Einladung zur Entry 2006, die mir auf den Schreibtisch kam. SO sehr ich mich darüber freue und so sehr ich die Entry mag, finde ich den Flyer schon für eine Design mit leider angesichts der Zielgruppe doch etwas derben Schnitzern gesetzt, nämlich nicht nur falsche, sondern auch sehr abwechslungsreiche Anführungszeichen…: