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Yeah Yeah Yeahs Live Music Hall Köln

Auch wenn es wahrscheinlich schon x-mal gesagt wurde: Die Yeah Yeah Yeahs erinnern mich verdammt an eine moderne Version von Siouxie & The Banshees. Sehr. So sehr, daß ich nicht überrascht gewesen wäre, wenn Karen Orzobal eine Track aus den Juju-Zeiten von Frau Sioux angestimmt hätte. Ah, aber dazu sind die YeahYeahYeahs dann doch zu cool. Aber von den Posen bis zu den Vocals, von den expressiven Drums von Brian Chase bis zu Nick Zinners Noisegitarre… das ist schon nah dran, einfach eine konsequente Weiterentwicklung dessen, was die Banshees vor allem am Beginn ihrer Laufbahn versuchten.

Die YYYs sind mit dem aktuellen Album Show Your Bones etwas relaxter als auf Fever to Tell geworden, und dementsprechend wirbelt das Konzert sehr konsequent zwischen dem Noise der alten Songs und dem spürbar tarantinoesqueren neuen Material. Was aber nie wirklich störend wirkt, sondernhervorragende Momente abgibt, wenn etwa der«Hit» Gold Lions von einer Soundexplosion gefolgt wird. Wahrscheinlich gibt es für den Sound der Combo ein griffiges Tagword, aber in Wirklichkeit läßt sich die seltsame Mischugn aus Punk, Folk, Jazz, New Wave, Garage, Low-Fi nur schwer greifbar vereinfachen. Die Band ist vielseitig und komplex, irrlichtert zwischen schrammeligem Proberaumfeeling und perfekter emotionaler Atmosphäre.

Die Show selbst – okay, nach Deichkind wirkt wahrscheinlich ALLES statisch – ist nicht allzu bemerkenswert. Solides Licht, etwas dünner Sound (keine Frage… der Bass fehlt halt doch), Brian macht ein paar typische Drummer-Mätzchen, Nick wirkt wie ein TV-Abziehbild vom Junkie-Rockstar, Karen O tanzt und mimt wie eine Zwischenfall-Tänzerin auf LSD, und läßt sich sogar an zwei Stellen dazu herab, ansatzweise mit dem Publikum zu sprechen. Aber insgesamt wirkt der Gig, obwohl unglaublich kraftvoll und energetisch gespielt und durch und durch begeisternd, einfach etwas kurz, etwas herzlos herabgezockt, zu introvertiert, zu weit weg vom Publikum. Zwei kurze Zugaben, beide grandios, aber Gott, da will man doch mehr hören. Zumal gerade ein solches Trio wunderbar improvisieren und flexibel erfinden könnte. Etwas schade, ich hätte es mir noch länger geben können.

Aber: Keine Frage, die YYYs sind eine Kultband, die den Status bei ihren Fans absolut verdient hat und einen Sound abliefert, der nahtlos bei New-Wave-Klassikern anschließt und die etablierten Ausdrucksformen der 80er wütend und brennend in ein neues Zeitalter zerrt. Großartige Musik, und die Studioaufnahmen der per se ja schon grandiosen CD kommen nicht einmal näherungsweise an die furiose Energie der Liveversionen heran.

Nach dem Break ein paar von Stevies patentierten Handy-Pix…









30. Mai 2006 21:52 Uhr. Kategorie Live. Eine Antwort.

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