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WEEKEND AT THE SEASIDE

Der Workshop bei JP:PR ist gelaufen. Die Vertauschung der Tage durch den Stromausfall, durch den wir am Freitag Praxis und am Samstag Theorie machen mußten, war wie erwartet etwas unglücklich, weil wir alle Samstag etwas durch den Wind waren. Ich war so bis halb zwei noch mit in DD unterwegs, einige andere haben bis um 5:00 Uhr durchgehalten, da sind 7 Stunden Frontaltypographie nicht so der Knaller, trotz eher leichterer Kost in Sachen Inhalt und trotz des schnell improvisierten Sektfrühstücks :-D. Sehr zufrieden war ich mit dem Workshop, der auch mit der verkleinerten Mannschaft gut lief und aus dem man sicher einiges über den Designprozeß und die Abstimmung mit Klienten mit nach Hause nehmen kann. Das hat auf dem ersten Blick wenig mit Design und Typogaphie zu tun, aber – unter Ausklammerung des Ästhetisch-Geschmacklichen – steckt in Wirklichkeit alles Essentielle drin. Schön war auch zu sehen, daß meine von Chip Kidd entlehnte Anhalter-Idee funktioniert, tatsächlich ein Verständnis der Aufgabe von Design bringt – it has to work–, zugleich aber auch ganz praktisch funktioniert und zwei Leute mit der richtigen Idee und mit Mut Erfolg hatten. Außerdem bin ich immer gern bei JP:PR, einfach eine sehr sehr nette Mannschaft und der Art Director, Lars Dombrowski, ist einfach jemand, mit dem ich immer gern quassele.

Trotz des ziemlich durchgemachten Freitags und nach 16 Stunden Workshop entsprechenden Müdigkeit sind wir dann Samstag abend noch mit Nina und Benne zur Schwarzen Lene, die ich eher sauenttäuschend fand, sehr sehr durchschnittliches Chinafood zu hohen Preisen, aber immerhin super Aussicht und dann zum Seaside Beach am Baldeneysee, der spektakulär spaßig ist. Im Grunde finde ich die Idee, künstliches Südeuropa-Flair in Deutschland zu schaffen, etwas absurd, in der Praxis ist es aber wunderbar, die Füße im Quartzsand zu haben, ein gutes Bier zu trinken, im Liegestuhl hängend den klaren Sternenhimmel zu bewundern – und das alles bei grandioser Aussicht auf den Baldeneysee. Die Umnutzung des Licht- und Luftbades, das nach der Schließung der Becken des Baldeneysee-Schwimmbades überblieb, mit 250 Meter Strand in ein etwas trendigeres Beach-Konzept, komplett mit Cocktailbar, Grillplätzen, Volleyball, Surfschule, Massage, Kanupaddeln und allem piffbangpow, ist gelungen. Vor allem deshalb, weil es nur fünf Minuten von mir entfernt ist und man nicht nach Düsseldorf oder Dortmund oder Duisburg fahren muß, um die Strand-Simulation zu haben. Die Fake-Strände poppen derzeit ja in allen großen Städten hoch und mal ehrlich: Wenn man einmal da ist, denkt man über das Simulacra ja nicht mehr nach, sondern genießt Sonne, Strand und versucht, die Mücken einigermaßen zu vertreiben. Absoluter Weggeh-Tipp für tagsüber und abends, solange es noch warm ist. Zumal die Crew um Beachvolleyball-Fan und Promoter Marc Stöckel, Tom Ahlemeyer und Holger Walterscheid auch spät abends noch ohne Müdigkeitserscheinungen mit reichlich Charme Fackeln und Bier ausgibt. Kein Wunder also, daß wir Sonntag direkt wieder am Strand lagen, oder?

PS: Wenn ich schon – anders als üblich – mal ein paar Läden nenne und aus dem Abends-weggehen-Alltag berichte, noch ein paar Tips: Mit JP:PR waren wir vor einem Trip zu Les Halles am Güterbahnhof Derendorf (großartige Atmosphäre, leider recht schreckliche Musik) im Lieblings in Düsseldorf, das ich absolut ohne jeden Abstrich empfehle, exzellentes Essen, supernette Bedienung, grandios gefrickelte Innenarchitektur und einfach gemütlich.
Sehr nett fand ich auch letzte Woche einen Abstecher ins Wallberg, wo das Essen von einem Haute-Cuisine-verliebten Russen ohne viel etepetete wunderbar gezaubert wird und wo man sich mal gut in ein Gespräch über die (ausgezeichneten) Intendanten-Qualitäten von Michael Kaufmann verlieren kann. Draußen sehr nette Atmosphäre (innen ist es mir einen Tick zu sehr Mensa-Flair), schöner Blick vom Biergarten in den Park, der Location entsprechend fast noch moderate Preise und anscheinend trotz A-Lage nicht allzu überrannt. Außerdem ist es schön, zuzusehen, wie nach einem Konzert die Essener Kulturfreunde aller Altersklassen in den Biergarten stürmen, ein Meer aus Abendgarderobe, beautiful people.

17. Juli 2006 09:58 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

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