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We Have Band: WHB

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Der ruhige Anfang des Debutalbums des Londoner Pop-Trios mit dem seltsamen Namen ist sicher als Irreführung zu verstehen, idenn schon mit dem zweiten Track «Buffet» geht die Sonne auf, schält sich aus hypnotischen Bassnoten ein langsamer, aber ekstatischer Sound heraus, der klingt, als habe Mogwai die Elektronik für sich entdeckt. Song 3, «Divisive», schließlich führt uns zu dem vertrauten We Hsve Band-Sound, erinnert an ihre fulminante Fassung von West End Girls und bringt uns den irgendwie monotonen, irgendwie lebendigen Discopopindie, für den WHB bekannt sind, eine seltsame Mischung aus Talking Heads, Hot Chip, frühen Depeche Mode und TV on the Radio. Die NuWave-Songs von dem Ehepaar Thomas und Dede WP und Darren Bancroft sind strukturell meist einfach gestrickt, meist ist nach dreißig Sekunden überraschungsfrei klar, in welche Richtung die Reise geht, und die Reise geht meist stramm geradeaus. Unter dem androgynen Gesang perlen wunderbare Sequencer und nervöse Drumbeats, dezente Samples und ein bisschen Gitarre und Bass, um den Sound zu erden. Man merkt der Produktion schnell an, dass sie mit Gareth Jones einen der ganz großen Reglerdreher an Bord hat, der den Londonern einen knochentrockenen, unverspielten, kristallklaren Sound verordnet, der unter der Oberfläche exzellent mit perkussiven Grooves arbeitet. Natürlich produzieren WHB diese Sorte smarte selbstreflektierte 80s-Elektro-NuShoegaze-Hipster-Disco, natürlich wird eben gerade bei den ernster gemeinten Tracks klar, dass die Bands nicht ganz den Tiefgang fürs «Ernste» hat – aber ein Track wie «Honeytrap» macht deswegen keine Sekunde weniger Spaß und ist nicht weniger zum Tanzen oder Joggen geeignet und gehört mit seinen einpeitschenden fast mechanischen Vocals am Ende definitiv zu den Highlights des Albums, smooth und dennoch die richtige Dosis Kratzigkeit. In den besten Momenten kommen We Have Band ihren Vorbildern nahe, kriegen diese Prise androgynen Sex-Appeal mit Indieflair zusammen, erinnern an die Anfänge der Pet Shop Boys, an mittelfrühe New Order, dieser Mix aus roher «Fuck-let’s-do-it»-Haltung und ungeschliffenem Talent, das aus schiefen Tönen und monotonen Beats etwas eigenes zimmern kann. In ihren schlechtesten Momenten treiben die Songs allerdings etwas ziellos vor sich hin, sobald die Band vom Gaspedal geht. WHB bringen die richtige Musik für die Party, keine Frage, aber ob unter der All-Nighter-Fassade noch mehr Substanz lauert, ob die Band mehr kann als einer festen Formel folgen, wird wohl eher das nächste Album zeigen.

22. Oktober 2010 10:52 Uhr. Kategorie Musik. Tag , .
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