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VIENNA TENG: DREAMING THROUGH THE NOISE

Der Lebenslauf von Vienna Teng liest sich wie der eines Wunderkindes: Spielte Klavier mit fünf, komponierte eigene Lieder mit sechs – und mit dem dritten Album, Dreaming Through The Noise, vor dem großen Durchbruch in den Pop-Kosmos. Wie viele junge Singer/Songwriterinnen erinnert sie kompositorisch aber auch stimmlich sehr deutlich an Vorbilder wie vor allem Tori Amos und Sarah MacLachlan, zumal Tengs Mischung aus warmer, intensiver Stimme und hellen überschlagenden Tönen und ihr Klavierspiel deutlich in Richtung Tori Amos in ihrer besten Zeit gehen. Vienna Teng ist aber weniger scharfkantig als Amos, weniger intensiv, weniger auf der Suche nach Extremen… ihre Musik gratwanderd zwischen Kammermusik, Country (City Hall), Folk Jazz (Till Brönner steuert die Trompete auf Transcontinental 1:30 bei), und natürlich Pop. Die sich ergebende Melange klingt aufs erste Hören fast enttäuschend vertraut. Man ist sofort zuhause in den Harmonien und Arrangements, der warmen und angenehm zeitlosen Produktion, dem einscheichelnden emotionalen Sopran von Teng. Songs wie Love Turns 40 (ein ausgesprochen an Tori Amos erinnernder Song) beweisen, dass Vienna Teng auch in ihren Texten die richtigen Saiten zupfen kann, smarte kleine Geschichten erzählt.

Dreaming Through the Noise ist kein ausgesprochen ambitioniertes Album, sondenr ein ein ruhiges, bescheidenes, aber souveränes Stück Kammerpop, den man sich hervorragend bei Sonntag-morgen-Frühstück-im-Bett anhören kann. Das Album wird niemals platt, niemals dumm und schwingt sich immer wieder zu wunderbaren Melodien und Ideen auf, ohne jemals aufdringlich zu werden. Wie ein braves Hündchen spaziert es an deiner Seite, von Song zu Song, und nach einer Weile erwischt du dich dabei, wie du die Musik kaum mehr wahrnimmst, weil sie wie selbstverständlich in deine Poren einsickert. Insofern ist Dreaming Through The Noise ein wenig ohne Ecken und Kanten, vielleicht einen Hauch zu gefällig – aber unter der Flut ähnlicher Milchkaffee-Acts sticht Vienna Teng hervor durch eine hochintensive Instrumentierung, kompaktes, gekonntes Songwriting und eine Stimme, die mehr will als nur schmusig sein.

19. März 2007 09:14 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

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