
Gestern also die Präsentation von der zweiten Koan-Aufgabe: Unseen.
Erarbeite ein Design (Plakat Din A1, vierfarbig) mit allen gestalterischen Mitteln deiner Wahl (Photo, Typographie, Graphik, Illustration, Malerei, Collage, handmade, digital, was auch immer du magst in jeder beliebigen Mixtur….) mit etwas, was ich noch NIEMALS zuvor gesehen habe und NIEMALS mehr vergessen werde. Abgabe reicht analog, also nur auf Papier. Nach Möglichkeit keine zusammengeklebten Zettel mehr (4 x A4 und ein Meter Tesa), sondern handwerklich überzeugend auf einem Stück A1 präsentiert, entweder als Ausdruck oder in Handarbeit.
Noch einmal zur Erinnerung. bei den Koans geht es weniger um die konkrete gestalterische Lösung, obwohl ich es super finde, wenn die Sachen wirklich gut aussehen, als vielmehr darum, etwas in sich selbst zu entdecken. Bei dieser Aufgabe geht es um den Kern des Design-Jobs: Ist man in der Lage, etwas einzigartiges in sich zu finden, etwas wirklich Neues zu schaffen oder zu aus bestehenden Kulturspuren zu synthetisieren und es dann auch so klar und zugespitzt zu kommunizieren, dass es sich anderen ins Gedächtnis brennt? Nichts anderes ist ja die Aufgabe von Design im Allgemeinen – Überraschen, Gefühle auslösen, in Erinnerung bleiben, Denken verändern. Selbst die klassische Werbung setzt auf den Effekt. Also im Grunde die Basisaufgabe schlechthin: Hast du eine (möglichst eigene, einzigartige) Idee und kannst du sie prägnant, auf den Punkt kommunizieren? Wer hier in sich entdeckt, dass er das eine oder das andere nicht kann, weiß ab diesem Punkt, was er zu tun hat. Es mag eine negative Lektion seien, aber ich glaube, Designer wird man nicht wie man Friseur wird, sondern eher wie man Musiker oder Autor wird. Man muss sich entfalten, entdecken, einen möglichst umfassenden kulturellen Horizont erweitern, Ideen haben, selbst denken. Und dann auch noch die Tools haben, es umzusetzen. Man muß, vereinfacht, Songs schreiben können, Lieder in sich haben und optimalerweise auch noch Gitarre oder Klavier spielen oder singen können. Ansonsten wird das irgendwie ja doch schwierig mit der Karriere als Musiker. Eins von beiden sollte man sich selbst erarbeiten, idealerweise beides.


Annas Entwurf. Das Bild im Hintergrund aus Google und 72 dpi, was auf A1 nicht wirklich funktioniert. Ich denke, man hätte das Thema «Gekaufte Liebe» und den Bogen von normalen Werbesprüchen zu Prostitution sicher unvergesslicher angehen können. Gerade die Abstraktion macht es eher austauschbar, unpersönlich. Gestalterisch passiert viel zu viel auf dem Ding, die Blickführung ist nicht klar. Und: Einfach mal selbst verschiedene Schrifthersteller wie Fontshop International, Emigre, Fountain, Village und so weiter besuchen, damit ihr bei der Wahl von Schrift mehr Bandbreite kennenlernt. Der Font möchte modern wirken, tut aber seinen Job nicht.





Christine zeigt den Schimmel auf Makkaroni in ihrem Kühlschrank. Unser Urteil: Nur bedingt WG-fähig :-D. Ganz klar ist hier erfüllt, dass ich sowas noch nie gesehen habe und so schnell nicht mehr vergessen werde (ugh…). Vielversprechend finde ich den Ansatz, Bild und Schrift durch horizontale Teilung zu trennen, eine gestalterische Gewichtung zu schaffen. Wobei der weißraum unten vielleicht nicht ideal genutzt wird. Leider ist ihr bei der Erstellung der PDF für den Druck wohl etwas schiefgelaufen, der Font ist nicht richtig eingebettet und eine Ersatzschrift wurde verwendet.






Fabian und Chris haben etwas zusammen gebastelt. Was ohnehin schon ihre Punktzahl halbiert. Nun kann man fragen, ob ich mich selbst noch nie im Spiegel gesehen habe? Aber Bonuspunkte für den liebevollen HD-Nachbau, Leute. Die Sache hier zeigt, dass Design witzig sein kann. Wie fast immer bei Christoph und Fabian ist die Sache phantasievoll, weird gedacht und clever.



Apropos witzig: Johannes kommt mit Wurst am Stiel. Schöne Idee, die mir noch besser gefallen hätte, wenn man den vernacular style von Frittenbudenschildern einen Tick realer hingekriegt hätte. Der arme Jo musste dann eine kleine Lektion in Sachen «wie setzt man digitale Handschriften» über sich ergehen lassen. Ich finde ohnehin, wenn man irgendwie einen Stift bedienen kann (also im Gegensatz zu mir), sollte man immer auf die Simulation des Natürlichen durch solche Pseudo-Handfonts verzichten. Selfmade ist einfach schöner.


Karol frönt der schon von seiner Site bekannten Squirrelmania. Hatte ich durch den Link schon vorher gesehen, natürlich und im Grunde sind uns solche Charaktere auch via Comic und Anime doch recht vertraut, oder? Und so ganz leise beschleicht mich der Verdacht, ob es das Bild nicht OHNEHIN gab, ich also nur etwas sehe, was Karol auch ohne die Aufgabenstellung erarbeitet hätte? Wunderbar malen und zeichnen kann Karol auf jeden Fall, bin gespannt, was er uns zaubert, wenn er es tatsächlich in Design einfließen lässt, nicht nur in reine Illustration.

Katherine mit Unterwasserfeuerwehr. Spongebob olé. Sicherlich nichts, was man noch nie gesehen hätte. Und auch sehr wenig aus dem eigenen Inneren kommend, vielleicht ein bisschen unpersönlich. Bei Katharina, wie bei vielen anderen, fällt auf, wie unmotiviert die Typographie oft in die Bilder kommt, dass es ein noch unbedingt zu entwickelndes Gespür für Copyspace, Bildkomposition, Gestaltung gibt. Es ist einfach nur eine Photomontage mit Text druff, im Grunde nur zwei Ebenen, die hier zum Zuge kommen… dabei kann Gestaltung ja sehr viel mehr sein.





Marcel kommt mit einem Entwurf, bei dem sich die Klasse sehr einig ist, dass es nicht nur NICHT «Unseen», sondern eher schon zu oft gesehen ist. Das Umweltthema, gerade diese Woche auf dem Spiegelcover, ist eher über- als unterpräsent, nicht einzigartig, sondern längst ein kommunikativer Klassiker geworden. Nicht so schlimm, wenn man es dann einzigartig, überraschend und smart umgesetzt hätte. Leider sieht das Plakat aus wie ein von Laien gestaltetes Protestplakat oder eine Art Powerpoint-Grafik. Nicht professionell schlicht und auf den Punkt, aber auch nicht von einem Designer geleistete Kommunikation von Komplexität auf mehreren Bild-/Textebenen. Es bleibt insofern einfach ungestaltet.








Mascha gewährt uns einen Blick in ihre Seele. Den aber leider im Kurs keiner kapiert. Insofern großen Respekt vor dem Versuch, wirklich etwas persönliches zu kommunizieren, um nichts anderes geht es ja bei Design, aber im nächsten Schritt solltest du danach suchen, deine Botschaft so zu codieren, dass das Rätsel für Außenstehende lösbar bleibt, oder? Nicht flacher machen, nicht «dumbing down», aber hin zur Chance von Reaktion und Kommunikation. Unverständlich darf Kunst sein, Design nicht. Design lädt ein, regt an, schafft Diskurs. Maschas Entwurf, versucht als einer der ganz wenigen in dieser Aufgabe, bewusst mit Schrift zu arbeiten, durch ungewohnte Umbrüche und eine klare Orientierung am linken unteren Anschnitt. Einziger Einwand: Wenn schon Grunge-Typo, dann unbedingt selbst machen. Ausdrucken, kaputtmachen, wieder einscannen. DYI macht mehr Spaß als einfach nur eine Schrift aus der Kiste zu nehmen. Der Rechner ist dein Werkzeug, du nicht seins. Ich finde, Maschinen machen uns den Weg des geringsten Widerstandes zu leicht. Schrift Nummer 342 nehmen, fertig. Das ist sicher okay bei Jobs mit ultraengen Deadlines im echten Leben, aber als Student, wo man sich selbst, einen Ansatz von eigenem Stil und eigenem Ausdruck sucht, ist das natürlich tödlich. Du solltest die Maschine beherrschen wie eine natürliche Verlängerung deines Körpers, aber auch immer wissen, wann es bessere Alternativen gibt. Sie ist eine Kamera, nicht das Photo.


Kirsten hat kaputte Glasaugen angebracht. Noch nie gesehen, und der Anblick zerschlagener Augäpfel ist wirklich merkenswert. Großartige Idee. Aber leider ist da komplett sinnfrei und nur ornamental einiges an Blumengedöhns auf der Seite. Einfachste Regel: Was dem Design nicht dient, kann weg (es sei denn, man ballert so extrem, daß es ohnehin nur noch um den reinen visuellen Impact geht). Ich finde, es gibt zwei einfache Regeln im Design was Masse angeht. Entweder man nimmt solange Dinge VON der Seite, bis nichts mehr wegzunehmen ist, ohne die Botschaft zu zerstören. Keine Angst vor einfachsten Lösungen, die sind meist die schwierigsten. Oder: Soviel Inhalt auf eine Seite bringen, soviel Resonanz und AMbience und Bedeutungsanklänge, dass es für den Betrachter zum Genuß wird, die Seite zu betrachten und man stundenlang Spaß mit den verborgenen Botschaften und Signalen haben kann. Auch das ist sehr schwer, weil es nie in Chaos oder Beliebigkeit münden darf und du als Designer sehr zielsicher die einzelnen Elemente und Ebenen verwalten und positionieren mußt, was ein hohes Maß an Intuition erfordert. Aber beide Richtungen, Less is More und More is More, sind legitim. Alles dazwischen ist oft unentschieden und wirkt unfertig. Nicht genug weggenommen oder nicht genug reingetan :-D.
Und Blumenornamente sind, wie Frakturschrift, einfach echt overused. Nichts gegen die Neoromantik, aber wenn die Bücher aus dem Gestaltenverlag in Blumenornamenten seit Jahren ertrinken, sollte man dem Trend nicht auch noch hinterherrennen, sondern seinen eigenen Stil zu finden versuchen. Als Student geht es ja darum, sich selbst zu finden, oder? Nachahmung gehört immer dazu, durch Imitation findet man seinen eigenen Stil, aber es sollte nicht die Nachahmung eines Elementes sein, dass man bei istockphotos.com massenweise herunterladen können. Die Zeit und Energie, die du in die Kreation dieser Floralelemente steckst, kannst du viel gewinnbringender in deine eigene, unverwechselbare Art von Design investieren. Mit der Aachen mal eine etwas ungewohntere Schrift, die man vielleicht noch einen Hauch liebevoller in das Bild hätte setzen können. Wobei auch hier das Photo schon so geschossen ist, dass man Schwierigkeiten mit der Textebene bekommen muss. Schon bei der Bildkomposition sollte man das finale Design im Kopf haben. Dafür gibt es ja Scribbles :-D. Aber: Wirklich schöne Idee und ganz greifbar Talent zu mehr! Man sieht bei Kirsten, finde ich, dass sie schon mal real via Praktikum eine ganze Zeit mit Gestaltung durchgehend gearbeitet hat. Was ich jedem Studenten echt nur empfehlen kann.





Manuela bringt via Photoshop Schildkröte und Bär zusammen. Lustig, aber auch nichts, was man nicht bei worth1000 oder anderen Gagsites nicht schon gesehen hätte. Mit dem zotigen Spruch darunter ist es mehr so eine Art Fun-Bild, aber eher wenig Design. Auch hier wieder das Problem, Bild und Text zu vermählen, oder? Der Text steht etwas lieblos in einem Weißen Balken unter dem Photo. Gestaltet ist das nicht, sondern Photo und Untertext. Aber ein schöner Anlass für mich, kurz ein bisschen über das Thema fi-Ligatur loszugehen. Der Entwurf zeigt Manuelas quirlige und witzige Denke, aber auch, dass sie sich über Bücher, Ausstellungen, Online-Portfolios ein Auge für Gestaltung aneignen muss. Das geht, denke ich, immer nur über das Ansehen und Erforschen anderer guter Arbeiten.






Viviane präsentiert vegetarische Details. Noch nicht gesehen, und auch interessant anzusehen, aber so richtig unvergesslich ist es wohl eigentlich nicht. Auch hier ist die Typo etwas unmotiviert ins Bild gehauen, ohne ein wirkliches Feeling für Größe, Proportion. Auch hier der Tipp. Anschauen wie es andere machen und im Zweifelsfall zuhause dreist nachbauen, bis man die Prinzipien verstanden hat. Design ist nicht einfach Schrift auf ein Bild setzen.





Peter arbeitet nicht verdaute Horrorfilme auf. Auch hier nicht wirklich durchgestaltete Typographie, das ganze sieht eher wie ein Titelblattausriss der BILD aus. In der Gruppe erkennt niemand das Bildmotiv, was dem drastischen Ansatz zuwiderläuft. Hardcore muss man auch erkennen dürfen. Mein Hauptkritikpunkt: So etwas habe ich schon tausendmal gesehen. Injury to the eye ist ein ganz altes Horrorfilmmotiv, aus Literatur und Film, eine der Urängste des visuellen Menschen, und so zeigt Peter nicht, was er aus SEINEM Kopf ziehen kann an Einzigartigkeit, sondern präsentiert nur vorgefertigte Kulturangebote, Horrorfilm, Computerspiele. Ich bin 100% sicher, da ist mehr in dir.



Daniela zeigt ein selbstphotographiertes Rattenembryo mit winzigem Text. Der Kritik des Kurses, der Text sei zu klein, kann ich mich nicht anschließen, ich finde gerade die verlorene winzige Typo eindeutig richtig so. Das Bild könnte klarer, besser gemacht sein, der Freisteller ist auf jeden Fall schlimm (never ever Zauberstab verwenden), Idee und Komposition an sich finde ich aber sehr vielversprechend. Hier ist eben konsequent Minimalismus gemacht und das mit Wirkung, die den Betrachter zum Denken, zum Lösen anregt. Sehr effizient und trotz Detailmängel im Kern für mich eben gerade Design. Bin gespannt, ob das nur ein Glückstreffer ist (bei minimalen Sachen kann das ja mal vorkommen) oder ob Daniela uns weiter überrascht.



Wanda kommt uns märchenhaft mit goldenen Eiern. Rätselhaft und deshalb irgendwie nur schwer angreifbar. Kritik des Kurses ist, dass man es nicht versteht und sicher ist die Menge an hermeneutischen Möglichkeiten in so einem Motiv, plus der Mangel an klassischer Gestaltung, eher etwas, was in die Kunst-Richtung verweist. Ich persönlich fand es aber verständlich, wenn man auch einen Quantenraum hat, in dem man zu verschiedenen Ergebnissen der Interpretation gelangen kann, und gestalterisch vom Ansatz her durchaus ein «Design». Kritikpunkte: Die Schrift ist nachträglich in Photoshop o.ä. eingekritzelt und das sieht man von nahem auch absolut. Hier wäre mehr Zeit und mehr Liebe und ein bündigeres, homogeneres, einzigartigeres Bild wichtig gewesen. So kommt schnell der Verdacht, Wanda habe nur ein beliebiges Bild genommen und schnell Text eingebaut. Was ja schade wäre.


Sebastian macht es simpel, aber mit gutem Auge. Ein einfaches, grobkörniges Photo im Handy-Look. Warum die Leute bei «Deutsches Reich» anscheinend sofort an das Nazi-Regime denken, ist mir zwar schleierhaft, aber die Gegenüberstellung von Straßenschild und Döner-Laden finde ich schon nice und als Aussage kraftvoll. Mich macht vor allem, seltsamerweise, die Frau vorne rechts im Bild, ganz happy. Schönes Motiv. Bin gespannt, ob Sebastian sein Gespür für Motive auch beweist, wenn er gestalten muss.



Jana zeigt, wie wichtig es ist, auf den Dozenten zu hören und in A1 zu produzieren,. Ganz abgesehen von fünf verlorenen Punkten wegen des Formates, kann einfach kein Mensch etwas auf ihrem Motiv erkennen und sie holt sich starke Kritik ab. Ich finde, die Arbeit zeigt einen künstlerischen Anspruch, ist aber auf der Designebene schwächelnd. Auch hier ist der Text in einer eher an griechische Restaurants erinnernden Typo einfach an den unteren Rand geklatscht, Nachgedanke statt zentraler Gestaltungsfaktor. Ob es etwas ist, was ich noch nie gesehen habe? Keine Ahnung. Aber die Illustration an sich, wenn auch zu rechnerbasiert, ist ansehnlich, Form und Gegenform, Textur, trotz einer gewissen Beliebigkeit von Elementen. Wenn man nicht erklären kann, wieso etwa eine Ikea-Vase im Bild auftaucht, warum ist sie dann da?


Sebastians Motiv wurde für einen Flyer für eine Gay-Disco gehalten. Und in dem Wirbel von Pink, sinnfreien Deko-Elementen und Goth-Look ist das vielleicht auch nachvollziehbar. Hier ist natürlich nichts «ungesehen», weil wir nichts sehen. Sebastian trappt in die Falle vieler Gestalter, einfach nur wild herumzustylen, bis es irgendwie vage nach Gestaltung aussieht und bemerkt nicht, dass im Kern des Photoshop-Wirbels die eigentliche Idee verloren gegangen ist, sofern sie je da war. Hier ist ganz klar ein technisches, handwerkliches Geschick da, jetzt gilt es, das ganze mit einer eigenen Aussage, einer Idee, einer klaren Kommunikation zu vermählen. Sonst bleibt es heißes Luft, postmoderne Beliebigkeit.




Yvonne vertraut auf ihr Können als Photographin, was ganz richtig ist. Wenn man eine Fähigkeit hat, sollte man sie ausbauen. Ich persönlich finde, das Bild wäre ohne Slip drastischer und ehrlicher geworden und klarer, die Aussage ist trotzdem gut, der Kurs war auch recht einhellig angetan. Schwachpunkt ist das typographische Element am unteren rechten Rand, wo sich usselige Sharewareschrift und Systemfont die Hand reichen. Das Ganze wäre viel stärker, in Aussage und auch formal, ohne «Kunst gegen Missbrauch» gewesen. Ambivalenter, auch eben weniger gutmenschelnd. Und eben auch gestalterisch entschiedener. Das Bildmotiv an sich ist prima, aber schau dir an, wie Designer Typographie einsetzen.
Generelle Anregungen
– Hab eine Idee. Um Ideen zu haben, muss man seinen eigenen Kopf haben, muss anderes denken als der Mainstream. Dazu gehört, dass man sich in Literatur, Musik und allen möglichen Medien einen Horizont erarbeitet. Designer ist nicht, wer mit Indesign arbeitet, sondern wer aus den verschiedensten kulturellen Eindrücken und Erfahrungen und Hintergründen neue Ideen spinnen kann. Wer aus dem Stehgreif, binnen Minuten, aus der Luft, aus seinem Kopf, eine Kreation machen kann. Also: Lesen, Musik hören, die ihr nicht kennt, Ausstellungen besuchen, auch mal nen Film gucken, der eben nicht im Cinemaxx läuft, Horizonte erweitern. Werdet kluge, interessierte, neugierige, mutige Menschen. Das hat nicht nur mit Design zu tun, sondern mit dem Genuss von Leben an sich. Wer blind und taub durch sein eigenes Leben taumelt, wird niemals ein guter Designer.
- Lebe Design. Um das zu können, müsst ihr euch mit den Arbeiten der Designer vor euch vertraut machen. Hey, du wirst auch kein guter Rockgitarrist, ohne dich intensiv mit Jimi Hendrix zu befassen. Design ist ein reicher kultureller historischer Prozess seit dem Art Deco, und wer ein guter Designer ist, navigiert souverän durch die Entwicklung und die Stilbandbreite von Design. Es geht nicht, daß du als Student nicht weißt, welcher Stil Emil Ruder und welcher Tomato zuzuordnen ist. Nicht, weil man muss, sondern, weil es dein Leben ist. Deine Passion. Also: lesen, lesen, lesen. Online-Portfolios durchsuchen, Monographien durchsehen, Annuals, Bücher… das ist ein lebenslanger Prozess. Weil es keine Arbeit ist, sondern ein Spiel.
- Meistere dein Werkzeug. Das bringt dir niemand bei, nur ansatzweise, das erarbeitet man sich selbst in schlaflosen Nächten. Mit der Kamera, mit dem Stift, vor allem heute mit dem Rechner. Es gibt nichts schlimmeres, als eine Idee zu haben, die man nicht realisieren kann. Einen Song im Kopf, aber du kannst nicht Gitarre spielen, eine gute Geschichte, aber du kannst nicht schreiben. Designer sein ist schwierig, so schwierig wie Architekt zu sein, auch wenn das viele Leute vergessen. Du musst eine ganze Bandbreite von Skills beherrschen, technisch, gestalterisch, sozial, psychologisch. Das ist vielleicht unfair, aber anders geht es nicht. Die Wahl, ob du ein Mediengestalter wirst, der schlecht und recht die Ideen anderer umsetzt (ergo ein Tanzkapellenmusiker) oder ob du deine eigenen Ideen erfolgreich realisieren willst, liegt bei dir.
- Work harder. Ihr fangt zu spät mit den Aufgaben an. 14 Tage für ein Plakat ist mehr als Luxus. Mein persönlicher Rekord liegt bei fast sechzig Entwürfen an einem Tag zu einem Thema. Die Norm ist, dass du ein oder zwei Tage für einen kommerziellen Entwurf. Als Student solltest du die dir gegebene Zeit aber aktiv nutzen. Arbeite nicht nur an einer Idee, sondern an fünf oder zehn und nimm dann die beste. Entwickele, verwerfe, entdecke. Studiere. Das sind keine Mathe-Hausaufgaben, keine Schule, sondern ein Angebot an dich, auf einen Trip zu gehen. Nimm dir die Zeit und entdecke etwas in dir. Wer Montag anfängt, für Dienstag eine Hausaufgabe zu machen, tut sich und mir keinen Gefallen und wird immer und immer und immer wieder frustriert werden. Einer der Gründe für diese Koans ist, Potentiale und Defizite in sich selbst zu entdecken und entschieden dagegen vorzugehen, selbst zu lernen, wie man lernt, sich zu verbessern. Das ist der Kern eines Studiums gegenüber der Schule. Du wirst nicht gefüttert, sondern mußt lernen, selbst zu kochen. Es geht also nicht darum, euch zu frustrieren oder niederzumachen, sondern um Potentiale zu entdecken und euch Feuer unterm Hintern zu machen. :-D Aber wer permanent Lob erwartet, sollte sowieso nie Designer werden wollen. Es ist im Idealfall ein Beruf fast ständiger Suche, ständigen Hungers, der Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung und der Fahnden nach dem besserem Ausdruck. Alle Photographen, Architekten, Designder, die ich kenne und mag, schauen nach vorne zur nächsten Herausforderung und sind die härtesten Kritiker ihrer eigenen Arbeit. Die richtige Mischung aus Selbstbewusstsein und Unzufriedenheit zeichnet diese Menschen oft aus.
- Fang an. Warte nicht darauf, das dir jemand etwas beibringt. Fang einfach an. Spring über den Zaun. Design ist kein Lernberuf wie Friseur, es geht nicht um Noten, oder Scheine oder Abschlüsse. Es geht nur, einzig, um deine Arbeiten, um dein Können. Niemand fragt Benjamin von Stuckrad-Barre nach seiner Deutschnote in der siebten Klasse. Niemand fragt den Gitarristen der YeahYeahYeahs nach seiner Note im Musikunterricht. Was zählt ist, was du KANNST.
9. November 2006 12:04 Uhr. Kategorie Stuff. 42 Antworten.
ich will DOPPELTE punktzahl dafür dass wir für 200 euro klamotten zerschnibbelt haben ;)
den flauschigen schimmel find ich toll :)
der hat bei mir auf den allerersten blick wirklich assoziationen zu irgend nem kuscheligen viech, das man gerne als haustier hätte, geweckt. um so besser danach die fiese auflösung.
die fotos sind ja echt was geworden :) fand das schimmelplakat von christine am besten. soll ich das plakat dann für nächsten dienstag ausdrucken und präsentieren?
Hey Daniel, ja, die Photos sind echt nett geworden.
Nachpräsentiert wird nicht vor der Klasse. Einfach abgeben und ich vergebe Punkte.
ai ai captain :D
Und hast natürlich direkt die 5 Deadline Piunkte verballert, wie alle anderen auch. Und alle, die oben in der Liste fehlen, haben ohnehin schon 6 Punkte verloren, plus 5 Punkte Deadline. Plus, bei Nichtabgabe noch einmal 10 Punkte. Maximalminus also 21 Punkte. Das ist nicht ohne.
Also zu deinen generellen Anregungen…
Kannst du die nicht vielleicht mal wie Martin Luther an die Türen der RA nageln. Würde bestimmt nicht schaden ;)
Design ist Hinfallen und wieder Aufstehen!!!
Eine Anmerkung noch:
Alle, die die Aufgabe nicht eingereicht haben, können diese nachreichen und sich zumindest die Punkte für die Aufgabe AN SICH sichern. Punkte für Anwesenheit, Mitarbeit und Deadline sind 0, aber für die Aufgabe an sich sind ja noch bis zu 10 Punkte erzielbar.
Ideal wären am 7.11. 21 Punkte möglich gewesen (3 + 3 + 10 + 5). Am nächsten dran sind zwei Leute mit 20 Punkten, eine dritte hat sich nur durch das Format ihrer Präsentation um 5 Punkte gebracht.
Ich weiß nicht, wie ich das höflich sagen soll, aber schaut euch das Punktesystem einmal an: 20 Punkte bedeuten bereits etwas mehr als eine DRITTEL Note. An EINEM TAG.
Be there or be square.
also die idee mit dem schimmel hat mich am meisten überzeugt. obwohl man es noch etwas krasser in szene setzten könnte. schimmel auf einem wurstbrot welches gerade richtung mund wandert. schimmel an sich kennt man ja.
die idee mit der wurst am stil ist auch ganz nett, allerdings schlecht umgesetzt.
ich persönlich hätte aber auch sowas in der richtung von yvonnes hintern gemacht. getreu dem motto: “meinen arsch hast du noch nicht gesehen”. oder ich hätte heimlich den nacken von hd fotografiert, den sieht er ja normalerweise auch nicht. irgendwie sowas.
über die umsetzung (vorallem die typografische) bin ich zu 90 % schockiert.
einen spezialapplaus gibts für chris und fabian. gute idee und respekt einfach mal nicht den pc zu nutzen sondern konsequent handarbeit abzuliefern. allerdings hätten man noch irgendwas auf den spiegel malen können, nen hitlerbart/scheitel, eine narbe oder so, irgendwas was hd NICHT sieht wenn er ins spiegelbild schaut.
>über die umsetzung (vorallem die typografische) bin ich zu 90 % schockiert.
Ja. Da ist wirklich Bedarf für alle Studenten, sich an die eigene Nase zu packen, Bücher zu kaufen und zu lernen. Nach zwei absolvierten Semestern ist das ziemlich erschütternd.
was ich teilweise verstehen kann ist, wenn man noch keinen wert auf gute typografie legt, einfach weil man die wertigkeiten da noch nicht setzt, typo ist für die meisten anfänger noch das müßige drumherum, typo ist etwas was halt mit drauf muss. zu verstehen was die typo auf dem plakat bewirken soll (informieren, aussage unterstreichen etc.) das ist ein lernprozess. auch wenn man im 2. semester vielleicht schon weiter sein könnte.
die kommentare auf danielas plakat zeigen das gut.
aber was mich erschüttert ist die ideenlosigkeit in der auswahl der schrift. »ach, nehm ich halt die impact, die ist plakativ« leute, es gibt massig gute fonts for free im web und die kann man notfalls auch verändern, zerstückeln, ausdrucken -> zerknüllen -> einscannen etc.
bei vielen sieht der einsatz und die typo aus, wie die schweinbauchwerbung vom metzger.
laut und einfach draufgesetzt.
Nach zwei Semestern Typographie bei einem guten Dozenten ist mir das auch etwas schleierhaft…
Die Frage, die sich mir bei Arbeiten aus der Akademie manchmal aufdrängt: Haben die Leute denn da wirklich Spass an Design? Freude an dem, was sie tun? WOLLEN die besser werden? WARUM wollen sie überhaupt Designer werden?
Sagt doch mal was dazu, ihr mitlesenden Studenten ;) Warum studiert ihr Design?
(wobei ich mal zwischendurch einschieben muß, dass ich diese klasse – wie die davor – super finde, sehr sehr viel Spaß habe und denke, die entwickeln sich an der RA vom ersten bis zum achten Semester explosiv. Die Leute,. die wirklich wollen, werden von den verschiedenen Dozenten wirklich ideal gefördert und die Ergebnisse am Schluss werden von Diplom zu Diplom besser.
hallo, ich melde mich mal wieder zu wort.
die arbeiten erinnern mich ein wenig an, die aus meiner ausbildung.
wir hatten heute auch eine plakat präsentaion:
schrift war für jeden vorgegeben, bei mir die helvetica.
70x100cm s/w
hier mein entwurf:
http://www.blume-design.de/helvetica/poster_1.jpg
kannst gerne was dazu sagen, wenn du lust hast.
mir ging es um einen spielerischen umgang mit der schrift,
ich habe das poster am rechner gebaut, dann mit beamer an die wand
geworfen und mit der nikon d200 (10mio pixel) abfotografiert.
dann wieder neue typo drauf und gedruckt,
analog-digital.
sonst eine würdigung an herrn miedinger.
schöne grüße, simon
ich finde maschas arbeit, auch wenn sie wahrscheinlich online nur im ansatz rüberkommt, ziemlich gut. da würde ich auch den grunge-font verzeihen. mit abstand die überzeugenste arbeit.
ich hätte bei der aufgabenstellung irgendwie eher so etwas erwartet, wie eine bildliche umsetzung des videos im film “the ring”. oder die polaroid-kampange vor einigen jahren.
http://media.luerzersarchive.net/media/print/photon/v4.9743_s.jpeg
ps: allerdings ist es wahrscheinlich schwierig, dich wirklich zu überraschen =)
man verzeihe mir meinen unkonstruktivismus par excellence, aber ich bin dazu geneigt überrascht zu sein über die tatsache wieviel pfeffer man im arsch haben kann, wenn man zehntausend euro aufgegessen hat.
@robertmichael:
hilterbart war sogar unsere erste idee, aber irgendwie doch zu platt oder? HD der sich selbst im spiegel persifliert sieht fanden wir origineller… außerdem bestend die hoffnung dass sich HD den ins bad hängt und dann nackt in die akademie kommt ;D
und esther, design studieren kommt einfach gut an bei frauen :P
@ Florian: ???
@ Chris: Hitlerbart hätte 0 Punkte gegeben, einfach öde. Und Design studieren kommt bei Frauen gut an? I never noticed that.
@ Simon: Das ist so ein Fall, wo man ja sogar mit Detailkritik kommen darf, also mit Sachen wie dem ästhetischen Randausgleich oder einer Diskussion über M-vs. M/2-Strich. Ich verstehe nicht ganz,was die Zettel im Background bedeuten, aber hoffe, die bedeuten etwas. Durch den Beamer leider unvermeidbar ist der etwas angeblitzt wirkende Look, oder? Eigentlich schade, weil der Lichtfleck stört etwas. Ansonsten finde ich die Typo wunderbar 60s-Emil-Ruder-Style gesetzt. Nice. Hier kann man ja schon über Design streiten, bestens :-D
Generell fällt mir auf, das die Studies selbst nix sagen. Leute, das Blog soll euch die Chance zum Feedbacken geben. Fragen stellen, Zweitentwürfe einreichen, diskutieren, streiten, nachhaken und so :-D.
ich denke florian spricht die spärliche anmutende motivation an.
wenn man 300euro im monat zahlt, nehme ich entweder an, dass man die gute möglichkeiten für seine eigene entwicklung möchte oder dass die berufliche zukunft eines gestalters sehr rosig klingt (abgesehen davon, ob sie das überhaupt ist)
Ich denke, wie rosig die Zukunft ist, hängt von der eigenen Motivation ab. Gute Leute haben immer eine Zukunft, schlechte nicht.
Und die 300 Euro, auch wenn ich da Außenseiter bin, finde ich einfach nach wie vor zu wenig. :-D. An der WAM haben sie im Monat 560 bezahlt, da war es auch nicht leerer und der Unterricht keinen Deut besser, die Studenten im gros aber vielleicht einen Tick motivierter.
hitlerbart war doch nur beispiel, man hätte ihm auch ‘ne augenklappe oder einen zwirbelbart ala dali anmalen können ;) oder den spiegel einschlagen wärend er reinschaut …
generell sieht man aber bei den arbeiten schon wie sich der spreu vom weizen trennt. manche haben einfach sofort input und ideen die raus müssen. geborene designer.
andere haben gute ideen scheitern aber an der umsetzung und dann gibts noch den rest, der entweder gar nicht erscheint oder sachen abliefert wo du dich fragst was das jetzt sein soll.
zu den generellen anregungen (sehr schön aufgeführt, genau so ist es) muss ich noch hinzufügen das vorstellunngsvermögen und die kraft irgendwelche dinge mit anderen dingen oder eigenen ideen assoziieren zu können auch das a und o sind.
genau wie hd, schrieb: lebe design, sauge ideen auf, lese und schau viel dann klappt das auch mit dem assoziieren gut. (denke ich). mir gehts oft genau so, kunde kommt und will was und bei mir geht sofort die leucht im kopf an *zack* das könnte man so und so machen. darum fand ich auch yvonnes hintern super, weil ich auch überlegt habe wie man sowas umsetzten könnte und ich bei einer ähnlichen lösung angekommen wäre.
@ florian: ???
… und ich sag noch, wir brauchen ein ‘deutschland sucht den superdesigner’. 8-)
zum thema fonts:
Studenten- und Hochschulrabatte bei FontShop:
http://www.fontblog.de/studenten-und-hochschulrabatte
lieber hd, von der lehrenden seite hast du sicherlich recht. 300 sind definitiv zu wenig.
Herr Schnellnack, ich finde es traurig und anmassend, dass sie mich mit Sätzen wie “Gute Leute haben immer eine Zukunft, schlechte nicht” demotivieren.
Und ich denke sie haben recht, ab 600€ im Monat sind die Leute motivierter und vor allem KREATIVER!
Liebe Grüsse
Was ich übrigens sehr geil finde… wie wir über die gezeigten Sachen ins Gespräch über den Job an sich kommen.
@ Robert: Ich finde auch, Design ist die Chance, Job und Menschsein schön zu vereinen. Wer neugierig ist, gern hinter Vorhänge schaut, interessiert am Leben… hungrig eben…, der wird immer auch kreativ sein und schnell Assoziationen und Ideen entwickeln. Ob Designer oder Autor, Architekt oder Musiker… es sind immer die gleiche Art Menschen, die man trifft.
@Madin: Eine höhere Studiengebührt macht nicht kreativer, aber ich glaube, sie sorgt für mehr Disziplin sich selbst gegenüber. Es gibt eine Menge Studenten, und das ist per se auch okay, die einerseits nicht selbst aus dem Quark kommen, sich andererseits aber auch blocken, wenn man ihnen ordentlich Druck macht. An der normalen Uni ist das gar keine Frage, du performst da oder wirst entweder Dauerstudent oder brichst ab/fliegst raus. Ich denke, eine hohe Studiengebühr versetzt nicht nur die Schule an sich in die Lage, mehr zu leisten und zu tun für die Studenten, sondern sie trennt auch ein wenig vorab in Leute, die wirklich wollen. Du zahlst auch nicht 25 Euro in Phantasialand und nimmst dann keinen der Rides mit. Bei Gratiseintritt wäre das aber anders. Ich bin auf der anderen Seite, und da sitzen wir ja dran, SEHR für Stipendiaten. Grundgebühr hoch und dann so etwa fünf Leute pro Semester komplett gratis, die müssen dann aber richtig derbe gut sein und extra Sachen leisten (Tutoren, Assistenz usw.) Und werden, denke ich, dann auch exzellente Designer, unabhängig vom Geld der Eltern usw.
Was an meinem Spruch demotivierend ist, verstehe ich nicht. Wobei aber, etwa in der Versicherungsbranche oder im Beamtentum, sicher auch Karrieren ohne jede Rücksicht auf Qualifikation offen sind. Im Design ists nicht ganz so einfach.
>Eine höhere Studiengebührt macht nicht kreativer, aber ich glaube, sie sorgt für mehr Disziplin sich selbst gegenüber.
Wirklich? Ich kenne ja nur die eine Seite aus eigener Erfahrung: die öffentliche FH, mit strengem Aufnahmeverfahren und den hier an allen Unis üblichen Semestergebühren (ca 460,- Euro/incl Materialgeld) – also kann ich nicht wirklich beurteilen, ob die Motivation am einen oder andern Ort höher ist. Aber durch das relativ harte Auswahlverfahren an dern öffentlichen FH’s kommen glaube ich schon eher jene durch, die sich bereits für die Aufnahmeprüfung kräftig selbst in den Hintern treten. Und den ganzen Aufwand nimmt man ja nicht mal einfach so auf sich, wenn man nicht wirklich Lust drauf hat. Was natürlich nicht ausschliesst, dass es auch jene gibt, die sich danach ein paar gemütliche Jahre an der FH machen, oder dass es nicht auch an Privatschulen supermotivierte und talentierte Leute gibt ;-)
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HD, mich würde mal interessieren: laufen denn die Projekte immer so ab: Aufgabenstellung nach dem Motto: Macht mal was dazu! und dann Präsentation und Kritik? Oder werden die Studenten bei grösseren Projekten auch zwischendrin begleitet/betreut? Also sowas wie eine Vorbesprechung mit dem Dozenten zb. wo der student/die studentin erstmal 10 verschiedene Plakatideen präsentiert?
@ Christoph; das halte ich für ein Gerücht :) nicht das Studienfach macht’s aus, sondern ob jemand das was er tut, mag. Lieber ein begeisterter Biologe, Lehrer, Ingenieur oder Bankkaufmann als ein gelangweilter Designer, der sein Studienfach nach Coolnessfaktor ausgesucht hat ;-)
>öffentliche FH, mit strengem Aufnahmeverfahren
Da motiviert auch etwas, einer aus zehn oder vierzig zu sein. So etwas hätte ich an einer privaten Akademie auch gerne und auch daran wird gedacht, aber ganz so streng wird es nie werden wie an einer FH. Und auch da sind nach 40-aus-400 immer noch Krampen dabei :-D.
Aber ich denke, klar, wenn du von 400 Leuten 360 wegkickst, hast du die ganz harten Durchhänger einfach weg. An einer Akademie hat man den gleichen Effekt, denke ich, über andere Parameter. Und mir geht es nur in der B-Schiene um die Motivation, in der A-Schiene einfach darum, dass wir im Marktvergleich zu preiswert sind.
Bei größeren Projekten mache ich Gruppen/Einzelberatung. DIe Koans sind One-Shots. Aufgabe, machen, zeigen, was man kann. Was ihr hier seht ist ohne jede Beratung. Die intensivste Beratung und insofern das beste Ergebnis, sofern die Leute sich beraten LASSEN, hat man sicher bei Diplomen. Generell bin ich ja immer ganz gut via Web erreichbar und berate immer gern, wenn die Leute auf mich zukommen.
halbe punktzahl? das wir keine gruppenarbeit machen durften stand nicht in der aufgabenstellung :P ich schliesse mich christoph an, wegen hoher materialkosten doppelte punktzahl. oder dreifache. oder achtfache. ach, gib uns direkt den schein! :)
hitlerbärtchen wär’ auch zu plump gewesen, aber chris und ich hatten ernsthaft (
na toll. hälfte vom eintrag weg. ich habe momentan datenverlust an den fingern.
was da noch fehlt, ist:
-chris und ich hatten überlegt einen kussmund auf backenhöhe anzuknutschen, aber mangels lippenstift davon abgesehen (junggesellenhaushalt).
-mein beitrag zur motivationsdiskussion: gebt mir vitamine!
Fabian, no go. Es wäre unfair den anderen gegenüber und die Aufgabe war eindeutig an jeden einzelnen gerichtet. Und um den Schein gehts euch doch gar nicht :-D
http://en.wikipedia.org/wiki/A_winner_is_you
damit haben wir um 2 ecken auch wieder sumoringer mit drin! dafür muss es extra-sumopunkte geben! :D
Mannmannmann, bist du ein schlechter Verlierer :-D.
wart’ nur ab bis ich wieder einen funktionstüchtigen rechner habe, ich kaufe mir eine usb-raketenbatterie! schlechter verlierer? –zack, rakete! punktabzug? –zack, rakete! :D
http://www.arktis.de/produkte/USB-Rocket-Launcher_23085_detail_21507.html
http://www.youtube.com/watch?v=izyFg0xCg7Y
Ich muss gestehen, ich hatte die unbetreuten Arbeiten im Geiste mit irgendwelchen betreuten Projekten verglichen. Das ist natürlich wie Äpfel mit Birnen… Entschuldigung für die dadurch nicht gerade besonders faire Kritik :(
Wenn ich mir die die Anwesenheitsliste ansehe, frage ich mich auch, was die Leute eigentlich wollen. Kommen die nur, wenn sie gerade nichts besseres zu tun haben? Ich käme mir da als Dozent voll verarscht vor.
@ Esther: Der Kollege Thomas Hilbig lässt seine Studenten auf einem A4-Blatt 20 Kreise kreativ ausfüllen, als Übung fürs kreative Denken. Die Studenten können so für sich selbst entdecken, ob ihr visuelles Denken frei und schnell ist. Diese KoanÜbungen sind ein Gegenstück in konzeptioneller Richtung. Scheinbar entweder allzuleicht lösbare oder scheinbar unlösbare Aufgaben, die unter die Motorhaube deiner konzeptionellen Kreativität schauen. Die Gestaltung ist dabei zunächst zweitrangig, aber man stellt natürlich trotzdem Defizite fest. Zeitraum sind immer 14 Tage, also eigentlich eine Menge Zeit. Ich werde das Gefühl nicht los, die Leute nehmen sich vielleicht zu wenig Zeit dafür. Was dann ein Teufelskreis wird: man macht eine Arbeit nicht mit Herzblut, wird dafür abgewatscht, ist dann frustriert und der Dozent ist der Bad Guy. Aber die Rolle muß man dann halt spielen können.
Alle Arbeiten sind insofern unmoderiert und haben eher den Sinn von Fingerübungen. Lockerungen. Und vor allem: Sehen, was die Studenten können und für die Studenten selbst: Entdecken, was sie nicht können. Ich denke, das dritte Semester ist ein idealer Zeitraum, um klar für sich selbst zu erforschen, solange man noch fünf Semester Zeit hat, wo Defizite sind.
@Celly: Bei Anwesenheit bin ich hin- und hergerissen. Einerseits finde ich, Kreativität lässt sich nicht in Stunden und Minuten rechnen, andererseits habe ich in den letzten beiden Jahren festgestellt, dass es eine Relation zwischen Fehlzeit und Leistung gibt. Je anwesender, desto engagierter, desto besser. Der Student, der nur zweimal kommt und dann aus dem Stand super Arbeiten zeigt, ist ein Mythos. Besonders ärgerlich sind Leute mit starken Defiziten, die nie erscheinen und sich selbst die Chance zum Wachstum nehmen, denen kann man ja dann irgendwie nicht aktiv helfen und das ist eben schade. «Ärgerlich» weniger für mich selbst, ich spiele vor 5 Leuten wie vor 50, aber ärgerlich für die Studenten selbst, die ihr Geld und ihre Lebenszeit, die ja immer begrenzt ist und ausgefüllt sein sollte, irgendwie verdudeln.
An der RA ist ab diesem Semester Anwesenheitspflicht, was ich bei einer privaten, kostenpflichtigen Akademie nur selbstverständlich finde. Und ich denke, mit dem Punktesystem habe ich für mich selbst eine solide Balance aus Anwesenheit/Mitarbeit/Abgabepünktlichkeit und der Qualität der Arbeiten an sich gefunden, mit dem ich bisher recht zufrieden bin. Und ich merke auch jetzt schon, nach dem vierten Tag, wie deutlich sich das niederschlägt. Zwei Tage Fehlzeit, zumal bei einer nicht abgegebenen Hausaufgabe, können dich eine ganze Note drücken. Wer nicht kommt, braucht sich somit – ganz fair – über nicht bestandene Scheine oder 3,0er-Noten nicht wundern und darf dann ein Jahr später durch eine umfangreiche Hausarbeit sein Können beweisen.
Ansonsten kann ich ja verstehen, dass ich ein sehr anstrengender Mensch bin und die Leute meinen Unterricht lieber weiträumig umfahren wollen.
> Zeitraum sind immer 14 Tage, also eigentlich eine Menge Zeit. Ich werde das Gefühl nicht los, die Leute nehmen sich vielleicht zu wenig Zeit dafür.
wobei es total interessant wäre zu sehen was passiert wenn die gruppe weniger zeit hat. “abgabetermin. morgen” wie im realen leben. zeitdruck, kunde steht vor der tür und will was ganz neues sehen. und zum schluss, das ding auch noch hübsch präsentieren usw. und dann will ich sehen wer dort noch ‘kreativ’ ist. das ding mit den 14 tagen ist das man am anfang ja denkt man hat tierisch zeit. erst nach 12 tagen versucht man eine idee zu finden und greift dann zu notlösungen. jdenfalls kommen mir manche plakate so vor. “was du heute kannst besorgen …”
habe ich letztes Semester gemacht.
60 Minuten Zeit, nur das Zeug, was auf dem Gelände der Ra zur Verfügung steht (also auch mitgebrachte Sachen, Laptop, Kameras usw), Thema: Buchcover zum Bereich «Flora».
Ein Viertel der Leute hat die Coolibri, eine lokale Gratiszeitung, zersvchnippet und fast identisch collagiert, ein paar haben Blümchen gepflückt und collagiert, ein paar haben etwas hilflos gezeichnet, ein einziger hatte Kamera und Laptop dabei und insofern etwas für die Kürze der Zeit gestalterisch aussehendes geliefert. Einer hat die 60-Minuten-Deadline um 30 Minuten gerissen.
[...] Geld? Wie? Vielleicht sollte man das Gehalt der Politiker wieder abschaffen, so wie es bereits im alten Rom war. Nein Spaß [...]