

In der Musikindustrie hat man stets Angst, zu teilen, bim Fontshop ist das anders. Bereits ein halbes Jahr nach der ja nicht völlig billigen (aber preiswerten) Designkonferenz TYPO in Berlin sind einige der Highlight-Vorträge gratis online verfügbar. Nun war die letzte Typo auch so derart gerammelt voll, dass man vielleicht auch einfach entspannt das Richtige tun kann und die Informationen reisen läßt, ohne sich um drei oder vier Tickets Sorgen zu machen. Die Strategie des Draufsitzens hat sich ja für die Musikbranche auch nicht bewährt, die des Teilens (in der Indie-Szene) aber sehr wohl. Wer gratis gibt, erntet oft Erfolg. Anyway, ich hoffe, es ist genialer Hype für die 2007er Typo und auf jeden Fall ist es schön, dass Leute, die finanziell oder durch die rein räumliche Entfernung nicht nach Berlin kommen konnten, jetzt die Höhepunkte genießen können, auch wenn die Videos nur einen Bruchteil des echten Erlebnisses wiedergeben. Feine Idee vom Fontshop, as usual.
Neben dem etwas älteren Neville-Brody-Beitrag von der 2005er Change-Typo finden sich hier von 2006 zunächst Kalle Lasn und Chip Kidd und damit meine zwei besonderen Highlights der letzten Typo. Lasn steht derzeit für mich wie kein zweiter für die Zukunft des Designs, für das, was passieren muss. Kidd stellt als Retrofuturist ersten Ranges den gegenwärtigen Stand intelligenten Designs dar. Beide verkörpern zugleich auch, was entsteht, wenn Designer frei arbeiten. Lasn ist eigentlich ja kein klassischer Designer, aber er und sein adbusters-Team haben sich ohne Druck frei und evolutionär an einen bestimmten Punkt heranarbeiten können, dito Kidd, der zwar unter hochkommerziellen Bedingungen arbeitet, aber offensichtlich ein gerüttelt Maß an kreativem Freiraum genießt, weil seine Arbeit dem Niveau der literarischen Inhalte gerecht werden muss (und weil Kidds Design sich einfach auch gut VERKAUFT – Erfolg macht frei).
Einfach hier ansehen…
20. Dezember 2006 10:26 Uhr. Kategorie Design. 14 Antworten.
Kleines PS:
Lasns Buch ist wirklich das, was ich im letzten Semester nahezu ständig irgendwelchen Studenten gezeigt habe, als Beispiel, wie man mit Design Botschaften vermittelt und ein gesamtes Buch als eine Narration verstehen kann. Wie verschiedene Stilmittel so zusammenkommen, das sich ein Ganzes ergibt und eine Metastruktur emergiert. Lasns Buch ist ein Plädoyer für das Echte, gegen den Grid, gegen das Unnatürliche, gegen die Oberfläche, für die Tiefe… und jedes Element des Designs unterstreicht diese Message in toto.
Wenn die Sache mit Grenzen nicht so schrecklich geendet hätte und meine Lust auf aufwendigere Projekte derzeit bei Subzero ist, hätte ich nächstes Semester auch wahrscheinlich ein oder zwei Sachen basierend auf Design Anarchy gemacht, weil die Idee hinter dem Buch einfach so schön zur Ruhrakademie an sich paßt. Es wäre wahrscheinlich entweder wiederum ein Buchprojekt geworden, bei dem jeder Student auf etwa 16 Seiten Freiraum gehabt hätte (kommt Ex-WAMlern bekannt vor, wollte ich schon machen, alter Traum von mir) oder eine wirklich große Anti-Kampagne in Dortmund. beides hätte Geld gekostet, beides wäre enorm viel Arbeit geworden, beides ist entsprechend hinfällig geworden. Eines Tages finde ich mal eine Schule, an der alles stimmt und man sich einfach nur austoben kann :-D. An der WAM hatte ich Probleme mit einem Geschäftsführer, in dessen Denkschemata ich verständlicherweise nicht passen konnte und der mich loswerden mußte, an der RA scheint es wieder und wieder an der Behäbigkeit und dem fehlenden Stolz auf das eigene Tun der Studenten zu scheitern (klar, hier gibt es grandiose Leute, die ich total liebe, aber es gibt eben immer und immer wieder die Nasen, an denen eine Idee dann scheitert., Demokratie olé). Eine Schule wie die RA plus Budget plus die besten Leute von RA und WAM als Studenten… ah, man muss ja träumen dürfen.
die HGB sucht!
Ich hab kein Kom-Des-Diplom, das machts schwierig, oder?
was? keine ahnung aber hier gibt es professoren die haben garnüscht studiert. cyan daniela haufe z.b.
is ne wirklich gute schule und ich glaube das man hier auch viel durchsetzten kann.
es wurden aufjdedenfall immer wieder tolle projekte umgesetzt.
anfang februar am 8.2.07 [drei tage] ist wie jedes jahr rundgang, da werden alle arbeiten gezeigt die so in letzter zeit enstanden sind. wenn du zeit hast komm doch mal ins schöne leipzig und schau dich um.
grüße, simon
chip kidd is ein komischer typ. bin jetzt nicht so von seinen arbeiten überzeugt aber unterhaltsamer vortrag.
Die meisten Arbeiten sind klasse, manche nicht so. Aber der Weg zum Design bei ihm ist immer sehr schön und sehr vielseitig.
Hat die HGB eine Homepage? Was suchen die? An wen wendet man sich da? Und.. .ich denke, die werden mich a) nicht wollen b) ist der Weg doch arg lang zur Arbeit ;-D. Aber falls die mich an der RA nicht mehr wollen, kann ich mich ja mal bewerben. Ich würde nur ungern aufhören, zu dozieren.
http://www.hgb-leipzig.de/index.php?a=aktuell&js=2&WWW_HGB=450a57b5a83e8e85daaf90abd3ea7443
uff, keine ahnung wer dafür zu ständig ist.
hier gibt es leute die kommen aus paris oder österreich aber ich finde es auch besser wenn der prof. öfter mal hier is. naja, mit dem geld was man da verdient, kann man sich schon hier auch noch ne zweit wohnung nehmen.
man ich hatte gestern den supergau, bei einem projekt das ich gerade für die pinakothek der moderne in münchen gemacht habe, hat sich der buchbinder verschnitten, das heißt das alle seiten andere zeilen positionen haben. mensch sowas darf doch nich passieren, oder?
ist dir schonmal was ähnliches geschehen und wie kann man das gefühl loswerden, das ich schuldig bin und nie wieder einen auftrag von dennen bekomme?
Komm schon, Sohna, du gehst doch nicht für ein paar Stunden Unterricht und einen einzigen Idioten an der RA ans andere Ende der Welt!!!!!!!!!!!!!!! Ich glaub das einfach nicht. Wie kann man sich so irritieren lassen, nur weil jemand (wahrscheinlich sturztrunken) die Frechheit hat, die mitten in der Nahct anzurufen, zu belästigen und anzupissen (‘scuse my French, folks) Bleib mal fein hier in der Nähe :=D
@Simon. Einem Buchbinder darf das nicht passieren! Feuer ihn Simon! Ich empfehle dir den genialen Buchbinder an der FH Mainz – Herrn Kochinke. Klasse und genau.
Ich find auch, der Buchbinde rmuß nachliefern oder kriegt weniger Geld. Eindeutig sein Fehler. Unglaublich. Ich kann ja fast noch verstehen, wenn bei 1500 Seiten Kaupp, die an einem Tag durchproduziert werden müssen, die Kebung versagt (verstehen, nicht tolerieren)… aber sowas? Geht…. gar… nicht. Abschießen, die Firma.
Und Mum, es ist immer einer, der dich nervt. Und ich glaube da an pars pro toto. Wenn meine Strategie als Dozent darin mündet, daß irgendjemand meint, sich solche Dinge reissen zu können, ändere ich sie konsequent. Wenn das, was du tust, nicht funktioniert – und das tut es hier nicht – mußt du weggehen oder die Strategie ändern.
leider kann ich den nich feuern. der soll alles neu machen und diesmal besser.
aber jetzt will ich erstmal weihnachten machen und nicht daran denken.
was dieser kalle lasn sagt finde ich wirklich gut. mache mir schon länger gedanken über dieses thema.
ich finde da muß sich wirklich was bewegen.
der vortrag von kalle lasn ist grossartig. ein bischen rührselig zwar, aber dennoch motivierend. die anekdote mit dem stromzähler ist einfach grandios.
das ist also chip kidd quasi ‘live’ … zuerst dachte ich: ähm .. clark kent??
die arbeiten von ihm finde ich klasse, obwohl oder gerade weil sie immer diesen
comic cover look haben. jedenfalls ein wirklich netter vortrag..
die anderen beiden waren dagegen eher uninteressant… und brody ziemlich .. langweilig