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TYPO 2008 Tag Eins

Da ich ja alles dabei habe, nur keinen CardReader für die CF-Karte meiner Kamera, gibt es erst später Bilder. Nur vorweg ganz kurz, dass es schön ist, die Typo wieder am alten Ort zu haben, am idyllischen Wasser, bei wunderbarem Sonnenschein, selbst besser ausgeschlafen als 07 und mit bisher wirklich guten Vorträgen, auch wenn ich es schade finde, dass so viele Leute sich offenbar nicht ganz trauen, frei zu reden, obwohl man ja an sich unter Freunden ist. Steve Heller war inhaltlich einfach – wie erwartet  – grandios.  Alison Jackson war eine tolle Überraschung. Der FontFight am Abend war – unerwartet – ein Highlight, aber der etwas surrealen Sorte. Fidel Peugeot, Alexander Branczyk, Erik Spiekermann und Kurt Weidemann auf einer Bühne, das hätte eigentlich hochspannend werden sollen und sah anfangs auch wirklich so aus, zumal Weidemann mit großem Sympathiebonus auf die Bühne kam und sich seinem Graf-Typo-Gedicht in der ersten Runde auch klar die Lacher auf seiner Seite hatte. Ab der zweiten Runde fand ich – persönlich, ich mag mich irren – aber, dass Weidemann etwas  unter die Gürtellinie von Erik und der Typo an sich schlug und etwas unfreundlich und auch persönlich wurde. Ich konnte gut verstehen, dass Erik – der sich sehr zurückhielt und nur seiner Verwunderung Ausdruck gab, er dächte, man sei für einen Fontfight auf der Bühne, nicht für Gedichte und persönliche Attacken – in der letzten Runde von der Bühne bleiben wollte, um sich dem Theater zu entziehen. Man kennt Erik als jemanden, der schon klar seine Meinung sagen kann und auch mal aufbraust – hier war er sichtbar indigniert, aber dabei großzügig und ruhig. Bei der dritten Runde war da eigentlich der Punkt, wo ich als Zuschauer aus dem Raum gehen würde, wäre da nicht Alexander Branczyk gewesen, der sich furios und humorvoll selbst inszenierte und vor allem seine eigene manische Schaffensarbeit an Flyerfonts, Magazinfonts und ja durchaus hochseriösen Arbeiten. Czyks gesamte Präsentation war ein einziger Parforce-Ritt wider Weidemanns Pauschalkritiken, mit dem Höhepunkt, die Corporate ASE als Partyfont zu bezeichnen. Alex hat – gegen das Heimspiel von Erik, gegen den Old-Warhorse-Bonus von Weidemann und gegen Fidels wirklich grandiose, selbstironische Performance – völlig und absolut zu Recht den Titel gewonnen und ist entsprechend gefeiert worden. Boshaft, stichelnd, aber immer humorvoll, mit Selbstironie und ordentlich Drive in der Präsentation – verdienter Sieg für den  Mann, der Weimar das Typogravieh und MehrLicht gebracht hat. Irgendeine A-Liga-Uni sollte sich Alex  unbedingt als Professor sichern, ich wäre gern Student bei so einem Energiebündel. Love!!!
Photos, wenn ich einen Cardreader geholt habe.
Später mehr.

30. Mai 2008 09:12 Uhr. Kategorie Leben. 2 Antworten.

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