
Keine Frage, die Iren von Two Door Cinema Club sind auf «Tourist History» so eng auf den Spuren von The Foals, dass es schon knirscht. Wie auch die Wombats und viele andere Bands, haben sich TDCC von dem schnellen, nervösen Mathletic-Schichten der Engländer anstecken lassen. Der Unterschied ist hauptsächlich, dass das Trio um Alex Trimble ein wenig synthetischer klingt, einen Hauch androgyner, als hätten Phoenix ein Foals-Tributealbum eingespielt. Was vielleicht nicht verwundert, immerhin saß bei der Produktion des Debuts Phillipe Zdar an den Reglern, der auch für Phoenix’ aktuelles Album verantwortlich zeichnete. Das Ergebnis ist ein recht mainstreamiges, durchweg gut gelauntes, gut tanzbares Album, das das Gehirn weiträumig umfährt und sofort auf die Beine zielt. Schnelle, zackige Beats, schwirrende Gitarrenlayer und der sehr an eine eben britische Variante von Thomas Mars erinnernde Gesang ergeben ein sommerliches Album, das Hit an Hit liefert. Das Ganze hat keine Sekunde den Tiefgang, die Resonanz der Kompositionen der Foals, die Dichte, die vibrierende Energie, die Gefährlichkeit und kluge weltmusikalische Subnote… aber es ist perfekte, fröhliche Popmusik mit perfektem Lauftempo und manchmal ist das einfach auch genug, wie das fast beängstigend erfolgreiche Airplay von «I can Talk» bestätigt. «Tourist History» ist wie ein gutgelaunter Film mit einfachem Plot und klugen Nerd-Insiderwitzen, schnellen Schnitten und perfektem Timing – und dann ist auch egal, ob man diese Sorte Film schon mehrfach ähnlich und vielleicht sogar einen Hauch besser gesehen hat, denn von manchen Sachen kann es einfach nicht genug geben.
6. November 2010 16:18 Uhr. Kategorie Musik. Tag Alternative. Keine Antwort.