Mann mann. Geh auf ein Livekonzert, wo du gar nicht weißt, was dich erwartet und laß dich überraschen. Tuxedomoon hab ich das letzte Mal vor so rund 20 Jahren gehört. In the name of Talent und Songs aus der Zeit. Das Konzert heute im fzw, in der alten Originalbesetzung, bot einen unerwarteten, auf den zweiten Blick aber vertraut klingenden, ungewöhnlichen Fusion-Mix aus Stilelementen zwischen Jazz, Kirmesmusik, Alternative, Klezmer, Improvisation und New-Wave-Artiness, der immer dann am besten wirkte, wenn die Band sich auf das reine «Unplugged» verließ, ohne auf den eher schwach programmierten Drumcomputer zu setzen, der in dem kleinen Saal ohnehin einfach viel zu leise war und insofern keinen Druck erzeugen konnte. Ideal waren die Nummern, die mit den komplexen Wall-of-Sound-Strukturen der Bläser und Blaine Reiningers Saitenarbeit brillierten. Steven Brown singt nach wie vor schlechter als Reininger ;-), nebenbei. Auf Classics wie No Tears, In Heaven oder What Use verzichteten Tuxedomoon im völlig – mit meist etwas älteren Fans – überfüllten fzw komplett, spielten aber bei der ersten von zwei eher kurzen Zugaben ihren allerersten Song von 1977. Die Band wirkte insgesamt etwas unmotiviert, vielleicht, weil es ja auch möglicherweise frustriert, nach mehr als 30 Jahren internationaler Karriere immer (und wieder) noch in kleinsten Hallen aufzutreten, da aufzuhören, wo man angefangen hat, aber die Musik war über weite Strecken dennoch mehr als hörenswert, unerwartet und in der Improvisation jazzig, pulsierend und ein ziemlich schönes Gegenprogramm zum sterilen perfektionistisch durchprogrammierten Stadionrock von Depeche Mode. Keine schlechte Sache also, mal fast blind in einen Gig zu gehen. Tolles Publikum, gute Stimmung, größtenteils gute Musik. Nice. Und morgen noch einmal Kontrastprogramm mit Tomte
31. Januar 2006 00:06 Uhr. Kategorie Live. Keine Antwort.