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Tricky: Mixed Race

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Jedes neue Album von Tricky wird von der Presse als «jetzt ist er aber wirklich wieder gut» gefeiert, da geht es dem Londoner in etwa wie Prince. Wobei wir doch alle wissen, dass er nie wieder so gut sein wird wie auf den ersten beiden Alben. Trotzdem ist «Mixed Race» eine sehr gelungene Platte, die positiver und vielseitiger klingt, weniger introspektiv und moody als die letzten paar Signale aus Trickys Höhle. In der Wundertüte sind tatsächlich einfach nervige und seltsame Tracks, wie etwa «Come to me» oder der schluffige Dancehall «Murder Weapon», Anklänge früherer Grandezza («Ghetto Stars») und durchaus ganz neue Klänge wie «Time to Dance» oder «Bristol to London». Ein Teil des Albums klingt richtungslos, als würde Tricky jeden nur denkbaren Groove aus seiner Plattensammlung durchgehen – etwas Hiphop, etwas Dancefloor, einen Hauch Triphop und seltsame Jazz-Blues-Classics… was ja vielleicht zu einem Album passt, das «Mixed» im Titel trägt. Der Sound ist insgesamt klarer, heller, sehr unmittelbar, wenig verhallt, die Guestvocals holen Tricky aus dem Solipsismus, der sonst oft mal durch seine Alben weht. Trotzdem ist es seltsam, wenn ein Track plötzlich wie eine armselige Kanye-West-Variante klingt oder wenn wirklich miese Raps auf einer Tricky-Plate erscheinen. Also: «wirklich wieder gut» ist das auf keinen Fall, andererseits ist es auch spannend, wenn ein Act, der so lange dabei ist, sich nicht einfach nur immer wieder selbst wiederholt, sondern so beherzt neue Dinge probiert, dass unweigerlich auch mal Müll dabei sein muss. Ich muss leider zugeben, dass ich den düsteren, verhangenen Poeten Tricky mehr mochte als den «Hey, ich hab da noch einen total coolen Track auf meinem iPod, den MUSST du dir anhören» Typen, der hier durchblitzt. Mixed Race will zu viel und erreicht dabei irgendwie zu wenig.

14. Februar 2011 08:05 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

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