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TIME CAPSULE

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Die TimeCapsule von Apple ist ohne Frage eine Marketing-Idee der Sonderklasse, die Idee, einem WLAN-Router sozusagen eine Festplatte auf den Rücken zu schnallen, ist naheliegend und sexy. Auch wenn man mehr als kritisch sehen muss, dass Apple erst das TimeMachine-Backup via AirportExtreme an angeschlossene externe Laufwerke deaktiviert, um dann die eigene Lösung anzubieten zu können, also qua monopolistischer Herrschaft über das Betriebssystem den eigenen Absatzmarkt sichert, überzeugt die TimeCapsule als Verbindung von Router und Festplatte durchaus. Sie bietet einen WLAN-Router mit dem deutlich schnellerem neuen 802.11n-Standard, der bis zu 240 m Reichweite und 248 Mbit/s bringen soll. Tatächlich liefert die Capsule bei WiFi-Geräten im ganzen Bereich des Hauses auch bei 802.11g-Empfängern bereits eine deutlich stabilere und bessere Verbindung als der RangeMax WP802-Netgear-Router, der zuvor im Einsatz war. Man kann unmittelbar auch drei Gigabit-Ethernet-Anschlüssen an die TimeCapsule anschließen (statt wie bei den meisten Routern vier), was im privaten Bereich eigentlich für die meisten Zwecke absolut ausreicht, für Büro-Zwecke aber sicher nicht, aber wir hatten bereits vorher einen größeren Switch-Verteiler im Einsatz, der sofort völlig problemlos mit der Capsule zusammenarbeitete. Einstecken, fertig.

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Die Konfiguration über Airport ist zunächst ungewohnt, weil es nicht über einen Internet-Zugang zum Router funktioniert, wie etwa bei Netgear oder DLink, sondern die Steuerung nahtlos ins Betriebssystem eingebettet ist und über Assistentenprogramme so derart einfach gestaltet ist, dass man als Nicht-Laie eigentlich eher verwirrt ist. Ob man mit dem Assistenten arbeiten will oder einfach auf manuelle Einrichtung umschaltet (wozu ich raten würde), die Bedienung ist schnell durchschaut und Netzwerk und Internet funktionieren binnen weniger Minuten. Man muss einmal alle Rechner neu booten, weil Apple nicht mit den bei Netgear und Konsorten normalen DHCPs von 192.168.1.1 arbeitet, sondern mit 10.0.1.1 (was sich aber optional ändern lässt). Ist man einmal in der manuellen Konfiguration, lassen sich  WPA-Keys, Port-Forwarding und andere routerspezifische Einstellungen schnell und einfach vornehmen. Anders gesagt: Nichts besonderes hier.

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Der Clou der TimaCapsule ist natürlich die 1TB-Festplatte, die als «Zeitkapsel» direkt im Router verbaut ist. Beileibe nicht die von Steve Jobs versprochene«servertaugliche» Lösung, ist es trotzdem nett zum überschaubaren Preis ein Terabye Extraplatz im Netzwerk zu haben, auf den zudem die TimeMachine etwa von Laptops aus unmittelbar wireless zugreifen kann und die auch verfügbar bleiben wenn die Rechner ansonsten aus sind – ideal etwa für iTunes im Netzwerk. Die Platte wird problemlos von allen Geräten im Netz, ob Windows oder Mac, erkannt, der Zugriff ist passwortgeschützt einzurichten. Die Geschwindigkeit der Platte ist nicht besonders berauschend. Wer hiermit wirklich die TimeMachine betreibt, muss vor allem beim ersten Backup  Geduld mitbringen, ich selbst empfehle für TimeMachine eigentlich immer direkt an die Maschine angeschlossene FireWire800-Platten. Ein NAS-Mini-System wie die TimeCapsule ist einfach zu langsam. Die 1 TB lassen sich besser als kleiner Zwischenspeicher oder als MediaServer nutzen, weil die Zugriffsgeschwindigkeit hier nicht im Vordergrund steht. Empfindliche Daten sollte man auch nicht (oder nicht nur) auf die TimeCapsule sichern, weil es natürlich kein redundantes RAID-System ist – bei einer defekten Platte im Gehäuseinneren wären die Daten im Nirwana verschwunden. Bemerkenswert ist die deutliche Temperaturentwicklung der Festplatte – der Router ist von außen spürbar warm bis heiß im Betrieb, wahrscheinlich weil die Platte nicht aktiv gekühlt wird (wodurch wiederum der Router aber sehr leise ist). Für Untertischmontage ist die TimeCapsule deutlich zu schwer und zu groß im Verhältnis zu herkömmlichen Routern, und es ist auch keinerlei Verschraubungsmöglichkeit vorgesehen – aber dank der grauen Gummimatte steht sie auch rutschfest und  ganz ansehnlich auf dem Tisch. Als Anschluss steht via USB die Möglichkeit zur Verfügung, einen Netzwerkdrucker anzuschließen oder eine weitere externe Festplatte, wobei die Capsule (weil USB) nur bis zu 2 TB verwalten kann.

Die Capsule richtet sich ganz offensichtlich eher an private als an professionelle User und ist in diesem Bereich eine der kompaktesten, user-freundlichsten Backuplösungen schlechthin. Wer mit einem iMac und Laptop arbeitet, ist hier nahezu ideal versorgt, mit TimeMachine und SuperDuper oder CarbonCopyCloner im Tandem mit der Capsule dürften keine Datenkrisen mehr anstehen. Im Studio- oder Bürokontext kommt die Capsule aber schnell an ihre Grenzen und ist eher ergänzend zu verstehen – bei dem relativ fairen Preis, der im Grunde auch anfällt, wenn man sich 1 TB extern und einen guten Router getrennt anschafft, aber trotzdem als kompakte und schnelle WLAN-Routerlösung, die zufällig noch 1 TB Erweiterung ins System bringt, durchaus empfehlenswert.

13. Juli 2008 12:00 Uhr. Kategorie Technik. Keine Antwort.

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