
Ich habe diesen Film vor langer, langer, langer Zeit gesehen und über die Jahre vergessen, dass George Lucas tatsächlich mal so gut war, mein Bild von ihm ist durch «Star Wars» wohl nachträglich etwas demoliert. Was für ein wunderbarer Film, bar jeder ernsthaften Handlung ein surreales Meisterwerk, eine moderne Symphonie aus Bildern, Tönen, Eindrücken und Gefühlen, eine großartige Oper (mit atemberaubender Musik von einem hier ganz untypischen Lall Schiffrin), ein auch nach all der Zeit unerwartet stimmiges Stück Dystopia, das sich hinter Kubricks «2001» wirklich nicht zu verstecken braucht. Lucas zitiert fleißig Vorbilder – eben Kubrick, aber auch Tati und natürlich Lang -, kommt aber zu einer Bildsprache, die für die damalige Zeit herausragend ist und wie ein filmisches Pendant zu John Brunners Schreibstil aus etwa der gleichen Periode (1972, The Sheep Look Up). Perfektionistisch-starre Kameraeinstellungen, die man sich jederzeit so als Photo an die Wand hängen kann, perfekte Wechsel von Leere und Überfüllung, liebevolle Architektur, phantastischer Info-Overload in der liebevoll restauriertem Bilderflut, Soundscape und Schnitt und ein absolut herausragender junger Robert Duvall machen diesen Film zu einem kühlen, kristallinen Meisterwerk – kaum auszudenken, was aus Lucas geworden wäre, wenn er diesem Stil geblieben wäre.
30. August 2012 11:29 Uhr. Kategorie Film. Tag ScienceFiction. Keine Antwort.