
Nach den ersten 90 Tagen gibt es inzwischen bveim Theater Bielefeld auch erste Arbeiten, die man mal zweigen kann. Viel ist noch in Entstehung, aber bei Abendprogrammen und Monatsleporellos sind schon erste Ergebnisse da eine gewisse Linie erkennen lassen. Ich glaube, Intendanz, Dramaturgie und Marketing haben inzwischen auch greifbar Spaß daran, daß man einiges ganz anders aufzieht als vorher , kriegen – wenn ich das richtig verstanden habe – gutes Feedback aus der Stadt und so beginnt ein langsamer Prozeß hin zu etwas Neuem. Unser vages Metaziel, in der ersten Saison von den eher farblosen alten Heftlein wegzukommen zu einem lustvollen bunten Ansatz, der näher am Puls von Hamburg oder Berlin ist, und damit die optische Sprache dem sehr modernen programmatischen Vokabular anzugleichen, ist streckenweise sogar schneller gelungen, als wir zunächst gedacht hätten. Es gibt Baustellen, klar, da bin ich noch unzufrieden, aber es gibt auch Sachen, da machts einfach nur Spaß. Das tolle an einem Dreispartenhaus ist das enorme Tempo der Produktionen, dieser atemlose Beat, in dem ständig etwas Neues und Hektisches passiert… das ist wie Heroin. Man überkonzeptioniert die Dinge nicht, man reagiert gemeinsam, man jammt. Ohne istockphoto und andere Bildquellen wären wir da zwar hier und da noch aufgeschmissen, trotz der tollen Photos von Philipp Ottendörfer, Matthias Stutte und Matthias Zöllig, weil wir aufgrund des Probenplans keine wirklichen Endprobenphotos haben und man dann sehr schnell sehr preiswert bestimmte Motive braucht, aber aus eben diesem eigentlichen Minus ist durch die Dramaturgen ein seltsames, buntes Ding mutiert. daß zu Abendprogrammen führt, die unerwartet konzeptionell und lebendig werden, oft fast schrill… eine Idee, die ich eigentlich erst für die zweite Saison hatte, weil ich dachte, in der Aufbauphase von 05/06 kriegt man es nicht gestemmt, da hätte ich vielleicht sogar noch bodenständiger, konservativer auf Probenphotos und Texte gesetzt. So wie es jetzt ist, bewegen wir uns darauf zu, daß Dramaturgie und Design gemeinsam kreative Mini-Booklets machen, die eine recht klare gestalterische Klammer haben, die in der Bildsprache aber recht mobil bleiben. Schöne Entwicklung. Auf der Bühne,und so eben auch in den Abendprogrammen und hoffentlich zunehmend auch in anderen Medien, passieren dadurch einfach sehr unerwartete Dinge, die das Publikum hoffentlich gemeinsam auf eine positive (aber eben nicht affirmativ-anbiedernde), irgendwie immer leicht provozierende, überraschende, nie ganz langweilige Reise mitnehmen. Das alles geht auch, weil die Dramaturgen oft in der Lage sind, uns ihre Ideen anzuvertrauen und dann auch loszulassen, so daß man sehr oft gemeinsam und kongenial ins Ziel kommt. So entstehen sehr schnell Hefte, denen man nicht so sehr ansieht, daß sie z.T. binnen weniger Stunden und oft auch aus einer spontan zu lösenden Problemlage heraus entstehen.
Genug geredet: her mit den Photos….























































8. Oktober 2005 16:53 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.