
Quasi als Memo für mich selbst, aber auch ansonsten spannend: Carmen Infantinos Methode, die Geschwindigkeit des «Roten Blitzes» Flash beim Laufen darzustellen, als quasi-stroboskopische Ansammlung von Nachbildern, die uns wissen lassen, dass Flash zu schnell für das menschliche Auge läuft, als fleischgewordener Film ein Nachfllickern, eine Vibrationsspur hinterlässt. Physikalisch, wie so vieles bei Silver-Age-uperhelden der reine Unsinn, wobei die ganze Idee hinter einem Mann, der offenbar frei von Reibungshitze und Luftdruck mit Überschallgeschwindigkeit laufen kann, ohne dabei zu ersticken, erdrückt zu werden oder doch mindestens ein Heer von Fliegen zwischen den Zähnen hängen zu haben, ist der Flash trotzdem eine Metapher für das Zeitalter seiner Erschaffung, für Tempo und den unbändigen amerikanischen Vorwärtsdrang der 50er/60er Jahre, für Weltraumträume und die Ästhetik der Sixties, die aus jedem Auto gleich eine erektile Pseudorakete machte. Eins der besten Kostümdesigns, das jemals ein Superheld trug, in dieser schlichten, design-affinen Art, in der DC die neuen Helden der 60er schuf (Infantino den Flash, Gil Kane Green Lantern), schlank, fluide, ohne jedes unnötige Extra – was für Superman das Cape und Batman die Maske ist für den Flash der visuelle Slipstream, die Speedlines, die fester Teil seiner visuellen Identität und somit seines Kostüms sind. Bis heute inspirierend und bei aller Kopie unerreicht in Eleganz und Langlebigkeit – ein Superheld, als sei er von Hans Gugelot entworfen worden.
24. Oktober 2011 16:26 Uhr. Kategorie Design, Stuff. Tag Artwork, Comics, Retro. Keine Antwort.