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THE PIERCES: THIRTEEN TALES OF LOVE AND REVENGE

In Stockholm saßen eines Abends unter unserem Hotelfenster zwei Mädchen, die zur Gitarre mal gar nicht so schlecht und unter der Bewunderung von immer zahlreicher stehen bleibenden Passanten ziemlich interessant re-interpretierte Classics sangen. Ihnen zur Ehre habe ich prompt am nächsten Tag beim PetSounds-Plattenladen das Album von The Pierces gekauft, neben den etwa 15 anderen CDs, die wir komplett «taub» nur nach Cover geholt haben.

Thirteen Tales ist eine schwerelos poppige Platte, die mal à la Belle and Sebastian fast akustisch runterproduziert ist, dann wieder radiokompatiblen Girlpop mit Schlag in Richtung frühe Cardigans liefert, und auf jeden Fall insgesamt mehr als gut weghörbar. Die amerikanischen Schwestern Allison und Catherine Pierce haben nicht nur die Songs (mit)geschrieben (gemeinsam mit Produzent Roger Greenawalt), sondern auch die herrlich emo-naiven Zeichnungen für das Coverartwork beigesteuert, das genauso sugarbombemilythestrangewickedsweet daherkommt. Warm, charmant, augenzwinkernd und von hypnotischen Harmonien durchwoben, ein bisschen sexy, ein bisschen unschuldig, wirken die von Greenawalt produzierten Songs unmittelbar etwas zeitlos, unschuldige Akustikgitarrenharmonien, die in der Produktion um kluge kleine Melodien, elegante Hooks und unerwartete Instrumente erweitert wurden.

Eine Platte, die zugleich oberflächlich und tiefgründig wirkt, poppig und folky, beim ersten Hören vielleicht allzu Easy Listening, die aber mit jedem weiteren Hören neue Schichten offenbart und Schleier fallen lässt und wunderbare Gegenmelodien und Details aufweist. Ganz zu schweigen von den Texten, die im absoluten Gegensatz zu der mitunter lieblich wirkenden Musik stehen.

28. August 2007 13:26 Uhr. Kategorie Musik. 5 Antworten.

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