
In Stockholm saßen eines Abends unter unserem Hotelfenster zwei Mädchen, die zur Gitarre mal gar nicht so schlecht und unter der Bewunderung von immer zahlreicher stehen bleibenden Passanten ziemlich interessant re-interpretierte Classics sangen. Ihnen zur Ehre habe ich prompt am nächsten Tag beim PetSounds-Plattenladen das Album von The Pierces gekauft, neben den etwa 15 anderen CDs, die wir komplett «taub» nur nach Cover geholt haben.

Thirteen Tales ist eine schwerelos poppige Platte, die mal à la Belle and Sebastian fast akustisch runterproduziert ist, dann wieder radiokompatiblen Girlpop mit Schlag in Richtung frühe Cardigans liefert, und auf jeden Fall insgesamt mehr als gut weghörbar. Die amerikanischen Schwestern Allison und Catherine Pierce haben nicht nur die Songs (mit)geschrieben (gemeinsam mit Produzent Roger Greenawalt), sondern auch die herrlich emo-naiven Zeichnungen für das Coverartwork beigesteuert, das genauso sugarbombemilythestrangewickedsweet daherkommt. Warm, charmant, augenzwinkernd und von hypnotischen Harmonien durchwoben, ein bisschen sexy, ein bisschen unschuldig, wirken die von Greenawalt produzierten Songs unmittelbar etwas zeitlos, unschuldige Akustikgitarrenharmonien, die in der Produktion um kluge kleine Melodien, elegante Hooks und unerwartete Instrumente erweitert wurden.

Eine Platte, die zugleich oberflächlich und tiefgründig wirkt, poppig und folky, beim ersten Hören vielleicht allzu Easy Listening, die aber mit jedem weiteren Hören neue Schichten offenbart und Schleier fallen lässt und wunderbare Gegenmelodien und Details aufweist. Ganz zu schweigen von den Texten, die im absoluten Gegensatz zu der mitunter lieblich wirkenden Musik stehen.

28. August 2007 13:26 Uhr. Kategorie Musik. 5 Antworten.
Zu solchen Preisschildern werden wir auch mal kommen bei Alben…. =D
Gemessen an Film-DVD sind Musik-CDs ohnehin gruselig überpreist, oder? Ich würde deutlich befreiter kaufen, wenn wir endlich mal bei 6-9 Euro pro neuem Album wären. Filmproduktionen finanzieren sich inzwischen fast mehr via DVD als über die Kinobesucher, sind herausragend teurer als eine Musikproduktion und trotzdem kriegst du einen 5-Millionen-Film nach einem Jahr für 9 Euro, die 20.000-Euro-Musikproduktion CD bleibt jahrelang preisstabil bei 16 Euro. Und an der aufwendigen Musikvideoproduktion – einst ja tatsächlich eine ernstgemeinte Ausrede :-D – kann es inzwischen nun echt nicht mehr liegen.
ähm dazu muss ich sagen das im elektro bereich mitlerweile die ganze aufnahme (inklusive dem studio) und mastering keine 2.000€ kostet =D
es gibt mitlerweile echt total viele, die sich nen rechner holen, kopierte software aufspielen und den fertigen track nur am schluss noch kurz mastern lassen. das wars eigentlich schon.
mitlerweile muss man sich, wen man nicht gerade tausende € in software investieren will, auch SUUUPERGENIALE freeware ziehen. mitlerweile gibts alles free, ob modulare studioumgebung, oder herkömmliche vst hosts, es gibt sogar ne reason nachmache als freeware =D außerdem kligen die freeware vsts vom minimoog, prophet, juno usw. echt nicht schlecht (wenn auch nicht wie das original) und die freeware kompressoren sollten auch fürn anfang reichen. kurz gesagt wenn man 1000€ für nen halbwegs guten rechner investiert kann man eigentlich sofort loslegen.
Naja, die Laptoptronica-Musik ist ja nicht das, womit die Industrie ihre Preise rechtfertigt, die ist ja bei den Produktionskosten von Williams oder Madonna, wenn es um Rechtfertigungen geht. Das eine digital aufgenommene «Homerecording»-CD in 2500er oder 5000er Auflage noch 18 Euro kostet, ist fast mit nichts zu rechtfertigen und schadet im Endeffekt oft dem Künstler.
ja. obwohl wenn man sich anschaut wie profis arbeiten kann man heute auch lachen. echt winzige laptop studios a guy called gerald (nur laptop und reason), 2 raumwohnung (ein par alte gitarrenversärker, alte, kultige aber keine besonderen synths) oder evan pearson, der außer de omega synth eigentlich schlechter ausgestattet ist als jedes homestudio und er macht trotzdem remixe für madonna & co. die plugins sind mitlerweile einfach zu geil geworden vom sound. wenn man sich mal den fm8 oder absynth 4 anhört oder vor allem die emulationen vom minimoog oder jupiter weiß man definitiv das man auch ohne teure hardware musik machen kann. die meisten studios rüsten auch so um. man hat auch sehr viel mehr möglichkeiten damit. aber irgendwie mag ich das mit dem stepsequenzer zu schrauben wo man totaaaaal begrenzte möglichkeiten hat und nicht mal triloen machen kann =D mal abgesehen davon das man akkorde auf verschiedene spuren aufteilen muss. aber es macht einfach mehr spaß (nur leider ists bei mir spaß und viel kommt nicht bei rum) =)