
Das zweite Maccabees-Album gefällt wie der Erstling mit zackigem Britpop-Riffs, treibenden Grooves irgendwo zwischen den üblichen Verdächtigen Foals, Maximo Park und Bloc Party, flirrenden Drums, gekrönt von Orlando Weeks nörgelndem Gesang. Produziert von Arcade-Fire-Macher Markus Dravs gelingt der Band einer der besten Songs von 2009, das wütend-verzweifelte No Kind Words, das schon zu Anfang kaum zügelbaren Druck besitzt, den die Drums immer wieder in Zaum zu halten versuchen, bis der Song schließlich fast monoton stumpf nach vorn geht und sich in pure Energie verwandelt. So kurz und auf den Punkt muss Popmusik sein. Die Auskopplung Can You Give it wirkt dagegen zahnlos und brav, aber Tracks wie Young Lions oder Kiss and Resolve schaffen eine schöne Balance zwischen krachendem Tempo und einer fast paradox entspannten Folk-Harmonik. Die fünf Herren aus Brighton produzieren insgesamt sehr saubere Music to be drunk to, während Orlando mit Neo-Morrissey-equen Texten und mal introspektiv-nuschelndem Genöhle, mal mit hymnischen Chorals dem fröhlich düsteren Mix der Musik seinen eigenen Stempel aufdrückt. Alles in allem sind die Tracks des Albums ein wenig selbstähnlich, trotz oder vielleicht gerade wegen der teilweise komplexen Arrangements, deren wildes Geschrammel dem Album oft die nötige Ruhe nimmt, so dass man am Ende bei Bag of Bones fast entspannt ausatmen will, weil endlich etwas weniger passiert. Wall of Arms ist in erster Linie ein Wall of Sound, ein oft angestrengter und anstrengender HierHierHier-Dschungel von Instrumenten und Ideen, durch den nur ein mehrfaches Hören des Albums hilft, wobei die Platte zunehmend angenehm wird und an Tiefe gewinnt. Wall of Arms ist sicher kein großes, aber ein wirklich gelungenes zweites Album, mit dem die Maccabees zumindest beweisen, dass mehr in ihnen steckt als fröhlicher Indiepop.
10. Dezember 2009 08:10 Uhr. Kategorie Musik. Tag Alternative, Pop. 6 Antworten.
was mich mal interessieren würde. wie groß ist deine itunes musiclibrary?????
Nicht so besonders. 30.000 Objekte, etwa 200 GB – würde also fast noch auf einen aktuellen iPod passen. Ich sammel Musik nun auch nicht wie irre und zieh mir auf Teufel komm raus Zeug runter, sondern kaufe ja ganz normal weiter Platten – früher CDs, heute halt im iTunes-Store. Es geht also nicht um Masse.
ich kenne ne super adresse von nem psychater. “nur so das wichtigste. es geht ja nicht um die masse” bzzzzzzzzt
Psychiater? Ich persönlich finde,dass das noch gar nicht mal so viel ist. Es ist einfach so,dass sich über die zeit das ein oder andere ansammelt. Ich habe zB etwa 400 Platten (ja,das schwarze plastik) daheim. Gehen wir mal von durchschnittlich 13 tracks aus.Das wären summa summarum in etwa 5000 tracks.dann kommen da noch digitale sachen wie cds und mp3s dazu. im laufe der jahr kommt einfach einiges zusammen.
Seh ich auch so – reine Alterssache. Zumal ja immer eins zum anderen führt. Was bei den Blog-Sachen ja immer fehlt, sind ältere Platten (obwohl ich auch immer arg hinterherhinke zwischen Release und Blog, derzeit etwa 4 Monate). Heute etwa bin ich zufällig über einen grandiosen Track von Katharina Francke gestolpert, von dem Hunger-Album, und hab mir direkt zwei Platten gekauft, letzte Tage hab ich Hendrix nachgekauft und Fela Kuti, davor irgendwann Kate Bush… dann entdeckt man die BBC-Live-Serie bei iTunes und hat direkt zwei Alben. Und so weiter.
Masse ist sicher nicht Klasse – und ich kann meine Lieblingssongs wahrscheinlich immer noch auf einem GB unterbringen – aber zuviel gute Musik KANN man ja nun mal gar nicht haben.
btw.: Ich finde es interessant zu sehen,dass auch Leute mit einem ganz anderem Hintergrund und anderen Alters die selbe Musik hören. Wie war das? De gustibus non est disputandum :D
Gemeint ist das “Arular” von M.I.A im Hintergrund.