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The Hundred in the Hands: Red Night

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Zwei Jahre nach dem Debüt legt das Duo aus NY ein solides Album nach, das sperriger klingt als der Erstling. Wo jede andere Band vermutlich glatter, professioneller geworden wäre, überrascht »Red Night« mit verquerem Hall, seltsamen Delay und einer spürbaren Freude am Knöpfchendrehen, die mal fast amateurhaft um die Ecke kommt, bis bei Songs wie »Empty Stations« düstere Orchestersounds den Song auf eine Weise drangsalieren, die atemberaubend ist. Wummernde TB-Bässe, schwabbelige Drumssounds, die im Hall nahezu verschwinden, Gesang an der Grenze der Wahrnehmbarkeit – »Red Night« ist ein ambitionierter Alptraum, unwirklich, angreifbar. Ein Album, das zugleich brillant und nicht verortbar ist, bei dem sich kein Song einprägen will, das wie Nebel verschwunden ist, sobald ein Lied wie ein führerloser U-Bahn-Zug an dir vorbeigerattert ist. Mehr als das konkrete Lied bleibt ein Eindruck der Nuancen und der Farben, der völlig grenzenlosen Produktion, die so rücksichtslos mit deinen Gewohnheiten umgeht, dass das Songwriting darunter zerfetzt wird – oder wahlweise erst dadurch entsteht. Die Lieder sind Skizzen, minimal-maximale Kreidestriche, die erst in der digitalen Produktion zur Skulptur werden. Obwohl die Kompositionen eigentlich einfach, eigentlich Pop sind, entsteht so im Audio-Säurebad etwas gänzlich anderes, das am ehesten an die erste Begegnung mit Portishead erinnert, in dem Sinne, dass hier Sweet und Bitter, Pretty und Ugly mit solcher Wonne verquickt sind, dass du als Zuhörer nicht mehr sagen könntest, wie das eine ohne das andere denkbar sein könnte. Tolles Stück Musik, also.

16. Juli 2012 13:59 Uhr. Kategorie Musik. Tag .
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