Meine volle Zustimmung. Hab ihn vor zwei Wochen in Argentinien gesehen und war abgesehen vom cleveren Drehbuch, den plastischen Charakteren (und deren Konstellationen) besonders von DiCaprios schauspielerischer Leistung begeistert. Nie war er besser, nie war er härter und maskuliner, noch sein Körper trainierter. War »Leo« schon in den anderen Scorsese-Streifen dem Titanic-Buben entwachsen, macht er hier mit einer schwer beschreibbaren Schwermütigkeit seinen eigentlich ebenbürtigen Gegenspieler Matt Damon platt.
@HD: Kann das deutsche Plakat mit dem gezeigten US-Poster mithalten? »Los Infiltratos« hatte hier leider nur die Standard-Star Wars-Komposition zu bieten … :(
jan 12.18.06
ja.
aber leider reicht es bei meilen nicht an die asiatische vorlage heran.
mou gaan dou (oder dt. und eng. infernal affairs) ist stilistische eine etwas andere sache,
aber überzeugt auch sehr durch schauspieler.
das problem bei departed ist, dass es eine komplette kopie ist, dass nur eine sehr
geniale idee aus infernal affairs nicht mit übernommen hat.
departed ist nach dem ersten von drei infernal affairs gedreht, ich würd dir raten,
die auch mal anzusehen. sehr empfehlenswert. http://www.imdb.com/title/tt0338564/
Ich glaub, das deutsche Plakat ist das übliche Starvehikel, was bei einem Film mit dieser Besetzung auch nachvollziehbar, aber natürlich sehr schade, ist.
Die Vorlage kenne ich – wahrscheinlich – nicht und ich bezweifele, dass sie diese wunderbaren irischen Religions/Vater-Inhalte hat oder Michael Ballhaus in Höchstform. Es ist ja nicht nur die ABSOLUT James-Ellroy-esque Story mit ihren John-Woo-Anleihen, sondern im höchsten Maße auch der Subtext, die zum Heulen schöne handwerkliche Umsetzung und die Tatsache, dass hier jeder einzelne Darsteller, selbst DiCaprio, Wahlberg und Damon, die sonst nicht so meine Kragenweite sind, hier kick-ass sind. Von Sheen und Nicholson als Vaterfiguren mal ganz zu schweigen.
jens 12.18.06
die suesse psychologin war mein geschmack.
der rest des films… son bisken sehr flau. story vorhersehbar, eindimensionale charaktere und dass di caprio schauspielern kann, wissen wir seit aviator. – where is the beef?
i could not find it.
woher kamen diese charaktere? das war mir vollkommen unklar. wen haben diese jungs da verkoerpert, nicholson, damon etc. – naterlich grossartiges casting. – aber wofuer? – dafer das sich die egos zurueckhalten und nur leo nach vorne darf – na klar hat auch das seine kraft… aber warum? wofuer? – LA CRASH habe ich geliebt. – dieses flotte filmchen hier ist dahingegen vollkommen beruehrungslos an mir vorbeigeschnurrt.
die signifikanz der figuren, der story – wo ist da amerika heute – was ist da zu verstehen – zu lernen – zu bereifen oder lieben?
not much i d say.
Ich fand diCaprio gar nicht so präsent. Selbst Nicholson hat ausnahmsweise der Rolle gedient und KingLear gegeben. Die Story ist angeblich sehr nah an der realen Existenz der irischen Mafia entlangorientiert, fast störend fand ich nur die MIkrochops und diesen Terror-Anhauch. Ich fand es sehr eng an der präsentation irischer Polizisten in Bonfire of the Vanities, fand es sehr sehr eng an Shakespeare und John Woo, fand den Tausch der Rollen zwischen diCaprio und Damon schön gesetzt, ich war überrascht, daß Scorsese so leichtfüßig einen modernen Film macht, nachdem er zwei Epochen-Epen hatte, ich fand überraschend, wie schnell und modern Ballhaus filmen kann, wie das Licht war, die Farben, die schnellen Schnitte. Die religiöse Ebene, die mehrfach umschlungene wunderbare Vater/sohn-Schiene, die sich dann am Ende ganz dialektisch auflöst. Die wunderbare Brutalität im Finale, die ich in einem Bloickbuster nicht erwartet hätte und die so wunderbar griechisch war. Das letzte Wrt von Damon. Jede zeile von Nicholson hatte für den gesamten Film Gewicht. Nur die Ratte ganz am Schluß auf dem Balkon… auf die hätte ich verzichtet.
daniel 12.18.06
oh ok muss ich mir den film auch mal antun, damit ich mitschreiben kann hehe :D obwohl ich ja dicaprio filme meide :/ mal sehen …
jens 12.18.06
thanks.
kann sein, dass mich auch dieses vater/sohn-thema sowas von kaltlaesst.
ich hatte mal einen chef, das war son rowdie-strafender-nicholson-fuer-arme, der sich in der figur des harten aber liebenden vaters gefiehl.
fuer meinen geschmack sind solche typen allerdings in der realitaet schon vollkommene idioten – und abziehbilder aus hollywood und comic kultur – dass die retransformation im film mir garnichts gibt. – ganz ehrlich: dieser loop laesst mich vollkommen aussen vor.
Auf jeden Fall.
Wobei ich zB Gangs nicht im Kino gesehen habe, weil mich Thema und diCaprio eher nervten. Und der Film war natürlich klasse. Dito Aviator.
jens 12.18.06
wo du es sagst, leuchtet mir natuerlich die ganze sohn/vater-geschichte als durchgehendes thema in vielen sorsese filmen heim. und die wunden des alleingelassenen sohns. – klar. – ist aber so pur nicht meine welt. und wird auch vor dem hintergrund der beachtlichen realentwicklung von dicaprio als scorsese-schauspieler fuer mich persoenlich nicht wirklich attraktiver.
-
was soll ‘s. ich bin kein cinesiast – bin allerdings gespannt, was vater und sohn als naechstes gemeinsam treiben. der spannungsbogen ist gesetzt.
Ich hätte den Strich nach PART weggelassen, muß ich sagen. Mehr wundert mich, daß Nicholson damit klarkommt, nur ein kleineres Bild abbekommen zu haben.
Hmm. Ich stimme Jan da vollkommen zu; einfach mal das Original ansehen. Aber für mich gilt ja leider auch, dass nach dem fürchterlichen Gangs Of New York, nennen wir es Scorcese´s Moulin Rouge ok? – also nach Gangs Of New York geht für mich in Sachen Scorceses gar nix mehr. Da wird nix steif, sorry, so wie ich Spielberg nie mehr gut finden kann. Da bin ich einfach mal Generalist.
Und Matt Damon && Leo Caprio != guter Film ist eine wahre Aussage. Da kommt immer true raus. Kannste den Herrn Bool fragen.
ganz deiner Meinung, grandioses Meisterwerk – das Meisterwerk des Jahres schlechthin für mich!
Leonardo wir immer besser, seit Titanic hab ich um jeden Film mit ihm einen großen Bogen gemacht, aber seit Aviator hat er wieder daseinsberechtigung und seit The Departed ist er über alles erhaben! Die Besetzung ist perfekt und auch dass Damon und DiCaprio so leicht zu verwechseln sind ist ein gutes Extra ;)
[...] Erzählkino und amerikanische Action fusionieren. Und am Ende einen Film haben, der – ähnlich wie Departed – eine schwarze Messe amerikanischer Ur-Riten feiert, eine fast lyrische Auseinandersetzung mit dem [...]
Meine volle Zustimmung. Hab ihn vor zwei Wochen in Argentinien gesehen und war abgesehen vom cleveren Drehbuch, den plastischen Charakteren (und deren Konstellationen) besonders von DiCaprios schauspielerischer Leistung begeistert. Nie war er besser, nie war er härter und maskuliner, noch sein Körper trainierter. War »Leo« schon in den anderen Scorsese-Streifen dem Titanic-Buben entwachsen, macht er hier mit einer schwer beschreibbaren Schwermütigkeit seinen eigentlich ebenbürtigen Gegenspieler Matt Damon platt.
@HD: Kann das deutsche Plakat mit dem gezeigten US-Poster mithalten? »Los Infiltratos« hatte hier leider nur die Standard-Star Wars-Komposition zu bieten … :(
ja.
aber leider reicht es bei meilen nicht an die asiatische vorlage heran.
mou gaan dou (oder dt. und eng. infernal affairs) ist stilistische eine etwas andere sache,
aber überzeugt auch sehr durch schauspieler.
das problem bei departed ist, dass es eine komplette kopie ist, dass nur eine sehr
geniale idee aus infernal affairs nicht mit übernommen hat.
departed ist nach dem ersten von drei infernal affairs gedreht, ich würd dir raten,
die auch mal anzusehen. sehr empfehlenswert.
http://www.imdb.com/title/tt0338564/
Ich glaub, das deutsche Plakat ist das übliche Starvehikel, was bei einem Film mit dieser Besetzung auch nachvollziehbar, aber natürlich sehr schade, ist.
Die Vorlage kenne ich – wahrscheinlich – nicht und ich bezweifele, dass sie diese wunderbaren irischen Religions/Vater-Inhalte hat oder Michael Ballhaus in Höchstform. Es ist ja nicht nur die ABSOLUT James-Ellroy-esque Story mit ihren John-Woo-Anleihen, sondern im höchsten Maße auch der Subtext, die zum Heulen schöne handwerkliche Umsetzung und die Tatsache, dass hier jeder einzelne Darsteller, selbst DiCaprio, Wahlberg und Damon, die sonst nicht so meine Kragenweite sind, hier kick-ass sind. Von Sheen und Nicholson als Vaterfiguren mal ganz zu schweigen.
die suesse psychologin war mein geschmack.
der rest des films… son bisken sehr flau. story vorhersehbar, eindimensionale charaktere und dass di caprio schauspielern kann, wissen wir seit aviator. – where is the beef?
i could not find it.
Meister, haben wir den gleichen Film gesehen?
jo, hamm wer.
woher kamen diese charaktere? das war mir vollkommen unklar. wen haben diese jungs da verkoerpert, nicholson, damon etc. – naterlich grossartiges casting. – aber wofuer? – dafer das sich die egos zurueckhalten und nur leo nach vorne darf – na klar hat auch das seine kraft… aber warum? wofuer? – LA CRASH habe ich geliebt. – dieses flotte filmchen hier ist dahingegen vollkommen beruehrungslos an mir vorbeigeschnurrt.
die signifikanz der figuren, der story – wo ist da amerika heute – was ist da zu verstehen – zu lernen – zu bereifen oder lieben?
not much i d say.
Ich fand diCaprio gar nicht so präsent. Selbst Nicholson hat ausnahmsweise der Rolle gedient und KingLear gegeben. Die Story ist angeblich sehr nah an der realen Existenz der irischen Mafia entlangorientiert, fast störend fand ich nur die MIkrochops und diesen Terror-Anhauch. Ich fand es sehr eng an der präsentation irischer Polizisten in Bonfire of the Vanities, fand es sehr sehr eng an Shakespeare und John Woo, fand den Tausch der Rollen zwischen diCaprio und Damon schön gesetzt, ich war überrascht, daß Scorsese so leichtfüßig einen modernen Film macht, nachdem er zwei Epochen-Epen hatte, ich fand überraschend, wie schnell und modern Ballhaus filmen kann, wie das Licht war, die Farben, die schnellen Schnitte. Die religiöse Ebene, die mehrfach umschlungene wunderbare Vater/sohn-Schiene, die sich dann am Ende ganz dialektisch auflöst. Die wunderbare Brutalität im Finale, die ich in einem Bloickbuster nicht erwartet hätte und die so wunderbar griechisch war. Das letzte Wrt von Damon. Jede zeile von Nicholson hatte für den gesamten Film Gewicht. Nur die Ratte ganz am Schluß auf dem Balkon… auf die hätte ich verzichtet.
oh ok muss ich mir den film auch mal antun, damit ich mitschreiben kann hehe :D obwohl ich ja dicaprio filme meide :/ mal sehen …
thanks.
kann sein, dass mich auch dieses vater/sohn-thema sowas von kaltlaesst.
ich hatte mal einen chef, das war son rowdie-strafender-nicholson-fuer-arme, der sich in der figur des harten aber liebenden vaters gefiehl.
fuer meinen geschmack sind solche typen allerdings in der realitaet schon vollkommene idioten – und abziehbilder aus hollywood und comic kultur – dass die retransformation im film mir garnichts gibt. – ganz ehrlich: dieser loop laesst mich vollkommen aussen vor.
—
es lebe der reichtum unterschiedlicher urteile!
Auf jeden Fall.
Wobei ich zB Gangs nicht im Kino gesehen habe, weil mich Thema und diCaprio eher nervten. Und der Film war natürlich klasse. Dito Aviator.
wo du es sagst, leuchtet mir natuerlich die ganze sohn/vater-geschichte als durchgehendes thema in vielen sorsese filmen heim. und die wunden des alleingelassenen sohns. – klar. – ist aber so pur nicht meine welt. und wird auch vor dem hintergrund der beachtlichen realentwicklung von dicaprio als scorsese-schauspieler fuer mich persoenlich nicht wirklich attraktiver.
-
was soll ‘s. ich bin kein cinesiast – bin allerdings gespannt, was vater und sohn als naechstes gemeinsam treiben. der spannungsbogen ist gesetzt.
Warum ist nach dem PART ein Divis und nach dem DE nicht ;)
Ich hätte den Strich nach PART weggelassen, muß ich sagen. Mehr wundert mich, daß Nicholson damit klarkommt, nur ein kleineres Bild abbekommen zu haben.
Hmm. Ich stimme Jan da vollkommen zu; einfach mal das Original ansehen. Aber für mich gilt ja leider auch, dass nach dem fürchterlichen Gangs Of New York, nennen wir es Scorcese´s Moulin Rouge ok? – also nach Gangs Of New York geht für mich in Sachen Scorceses gar nix mehr. Da wird nix steif, sorry, so wie ich Spielberg nie mehr gut finden kann. Da bin ich einfach mal Generalist.
Und Matt Damon && Leo Caprio != guter Film ist eine wahre Aussage. Da kommt immer true raus. Kannste den Herrn Bool fragen.
ganz deiner Meinung, grandioses Meisterwerk – das Meisterwerk des Jahres schlechthin für mich!
Leonardo wir immer besser, seit Titanic hab ich um jeden Film mit ihm einen großen Bogen gemacht, aber seit Aviator hat er wieder daseinsberechtigung und seit The Departed ist er über alles erhaben! Die Besetzung ist perfekt und auch dass Damon und DiCaprio so leicht zu verwechseln sind ist ein gutes Extra ;)
[...] Erzählkino und amerikanische Action fusionieren. Und am Ende einen Film haben, der – ähnlich wie Departed – eine schwarze Messe amerikanischer Ur-Riten feiert, eine fast lyrische Auseinandersetzung mit dem [...]