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THE CLASH: LONDON CALLING

London Calling vom gleichnamigen Album der Clash, das das berühmte Elvis-Cover zitiert, ist von 1979 und somit offiziell uralt. Und trotzdem einer der wichtigsten Songs aus der Punk/New-Wave-Zeit und auch einer der wichtigsten Songs in meinem Leben. Der zeitlos schöne, druckvolle Beat des grandiosen Topper Headon, der wunderbare Bass von Paul Simonon, Strummers großartige Lyrics. Rock’n'Roll für ein inzwischen vergangenes neues Zeitalter von einer der damals wichtigsten Bands schlechthin. Die Clash so frei, so selbstsicher wie nie zuvor. Der Titeltrack ein düsterer Vampir-Thriller, eine Endzeitromanze, eine Hassliebeserklärung, der Opener für die düsteren 80s schlechthin, für Thatcher und Reagan und Orwell und die nukleare Paranoia, die man heute nur noch seltam schwer nachvollziehen kann. Der Text rätselhaft, drogig, und eben darum so Burroughsartig seltsam reflektiv. Du findest darin nichts außer dir selbst.

Wenn All is full of Love ein Ende einer Beziehung markiert, markiert London Calling genau den Anfang. Es ist so ein Filmklischee, das man als Paar «seinen» Song hat, aber in diesem einen Falle, für diese eine große Liebe, war es wirklich so. Man könnte darüber streiten, ob Love Will Tear Us Apart oder London Calling eher den Beginn von Sandra und mir wiederspiegelt (Virus Meadow von And Also The Trees käme auch als gesamtes Album recht gut in Frage), aber wenn ich wählen muss, dann ist und bleibt es London Calling und dieser Moment auf der Tanzfläche, wo sie hinfällt im Februar 1987, und ich ihr aufhelfe und wir uns ansehen. Auch wenn Beziehungen nach der Trennung immer irgendwie seltsam bitter wirken und auch wenn eine Beziehung in 19 Jahren irgendwann vielleicht nicht mehr weißbrennendes Napalm ist, sondern eher ein wärmendes Kaminfeuer… make no mistake, das erste Jahr war reine, pure und unglaubliche Magie. Dazu gehört die seltsame Prophezeiung einer wirren alten Frau ebenso wie der Geruch von Glühweinbonbons und eben London Calling. Ein großartiger, energetischer Soundtrack für das Ende der Teenagerzeit, frenetisch und traurig zugleich, von allen epochalen Tracks der frühen Achtziger sicherlich DER wichtigste. Ein Lied, das mit geballter Faust den Untergang feiert und mit blutigen aufgeplatzten Lippen störrisch die ewige Treue schwört.

London calling to the faraway towns
Now war is declared and battle come down
London calling to the underworld
Come out of the cupboard, you boys and girls

London calling, now don’t look to us
Phoney beatlemania has bitten the dust
London calling, see we ain’t got no swing
Except for the reign of that truncheon thing

The ice age is coming, the sun is zooming in
Meltdown expected, the wheat is growing thin
Engines stop running, but I have no fear
‘Cause London is drowning and I live by the river

London calling to the imitation zone
Forget it, brother, you can go at it alone
London calling to the zombies of death
Quit holding out and draw another breath

London calling, and I don’t wanna shout
But while we were talking I saw you running out
London calling, see we ain’t got no high
Except for that one with the yellowy eyes

The ice age is coming, the sun is zooming in
Engines stop running, the wheat is growing thin
A nuclear error, but I have no fear
‘Cause London is drowning and I, I live by the river

The ice age is coming, the sun’s zooming in
Engines stop running, the wheat is growing thin
A nuclear error, but I have no fear
‘Cause London is drowning and I, I live by the river

Now get this

London calling, yes, I was there too
And you know what they said? Well, some of it was true
London calling at the top of the dial
And after all this, won’t you give me a smile?
London calling

I never felt so much alike alike alike alike…

4. Januar 2007 19:30 Uhr. Kategorie Leben. 3 Antworten.

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