HD Schellnack /// Kontakt Twitter iPhoto pointandshoot Typographie Alternative Pop Licht nodesign Aktionen Zitat Natur Photographie Denken Fail ScienceFiction Apple Studium Belletristik Comics Dayshot Vernacular Scratchbook Werbung Fragen Winter Software Medien Fun Retro Gesellschaft Farbe Print Electronic Magazine iOS Zukunft Web Drama Frühling Jazz Sommer Kitsch Kunst Sachbuch Hardware Fantasy Klassik Herbst Thriller Emma

Schreiben auf dem iPad: Bamboo Paper

hd schellnack

Zum Bamboo Stylus Stift für das iPad bringt Wacom eine passende Notizbuch-App heraus – Bamboo Paper – die bis Ende des Monats noch gratis verfügbar ist. Unter den vielen Notizbuch-Applikationen für das iPad und für eine «Corporate App» macht Bamboo Paper überraschend viel richtig, vor allem verglichen mit der sehr enttäuschenden und lang erwarteten Moleskine-App.

Paper ist relativ einfach gehalten, überzeugt aber zugleich mit einem durchdachten Konzept. Die App bietet die gesamte Fläche des iPad als Notiz-Buch, wobei die Schrift nicht wie bei vielen anderen Anwendungen «vektorisiert» wird – das Schriftbild ist nicht nur mit dem BambooStylus, sondern auch etwa mit dem AluPen so flüssig und «natürlich» wie bei Noteshelf und Penultimate, wobei gerade letztere App Bamboo in vieler Hinsicht so ähnelt, das deutlich wird, wo sich Wacom vielleicht auch etwas Inspiration geholt hat. Vorteil gegenüber Penultimate ist aber die elegantere, fast nahtlose Integration der Werkzeuge in das «Blatt», so dass man gefühlt mehr Raum zum Schreiben hat.

Die grundlegenden Funktionen – Stifte in drei verschiedenen Stärken und sechs verschiedenen Farben, Radiergummi, Löschen der ganzen Seite und «Lesezeichen» – ähneln ebenfalls am ehesten Penultimate. Noteshelf liefert hier einen deutlich größeren Funktionsumfang schon bei den Malwerkzeugen – mehr Farben, 21 Stufen «Stiiftgrößen», Bild-Import und Emoji-artige Icons geben dem Schreibenden mehr Freiheit bei der Arbeit mit seinem Text.

Auch bei sonstigen Features schwächelt Wacom, wieder vor allem gemessen an Noteshelf. Noteshelf bietet Evernote- und Dropbox-Integration, kann JPG als auch PDF exportieren, optional mit und ohne «Papier» und Seitenzahlen. Bamboo hingegen exportiert einzelne Seiten als JPG (768×1024) oder das Notizbuch als PDF, jeweils mit «Papier» als Hintergrund. Die Auflösung ist bei allen Apps nicht ideal – besser wäre eine feinere Auflösung, aber hier hat bisher keine Notebook-App einen Vorsprung, wahrscheinlich, weil eine höhere Auflösung den ohnehin spürbaren Latenz-Faktor beim Schreiben erhöhen würde. Wobei Bamboo einen Hauch langsamer zu sein scheint als Noteshelf, weniger schnell hinterherkommt. Dropbox und vor allem Evernote-Sync sind zudem grundlegende Funktionen eines Notizbuchs, da hier das automatische Sammeln von Notizen in einem dafür perfekt geeignetem System ermöglicht wird. So kann man bei einem Meeting mitschreiben, kurz «synchen» und hat die Notizen bereits im richtigen Ordner im Bürorechner, wenn man dort ankommt – komfortabler und sicherer geht es kaum.

Vorteil von Penultimate und Noteshelf ist auch, dass man mehrere Notizbücher verwalten kann. Bamboo merkt man an, dass dieses Feature geplant ist – anderenfalls würden verschiedene Farben für die «Umschläge» und ein Papierkorb im Interfacedesign keinen Sinn machen. Aber die Einschränkung, derzeit nur ein Buch nutzen zu können, ist wie das Fehlen von Synchronisation und Bildimport ein großes Argument gegen Bamboo Paper.

Wo die App dennoch punktet ist das Design – sie ist wunderbar reduziert gestaltet, und trotz der wenigen Optionen scheint beim Schreiben ad hoc nichts zu fehlen. Der Verzicht auf den imitierten Buch-Look im Interface macht das iPad selbst zum Notizblock – und so einfach fühlt es sich definitiv richtig und am besten an. Die dezenten blauen Linien und Karos sind zum Schreiben ideal – und die «Hefte» in der Dokumente-Übersicht sind ästhetisch überzeugend gemacht. Hier ist Penultimate mit seinen braunen «Schreibheften» sehr nahe dran, aber gerade in der Reduzierung und Vereinfachung überzeugt Bamboo schon auf den ersten Blick, verschwendet weniger Platz und gibt den Nutzer die maximale Schreibfläche – definitiv der richtige Ansatz.

Auch der Verzicht auf den nostalgischen «Sepia-Papier-Look» zugunsten einer klaren weißen Fläche, die weniger «retro» ist, gefällt. Das schlimmste Interface weist Noteshelf auf, wo vom Icon bis zur Umschlaggestaltung der «Notizbücher» einfach alles ein bisschen häßlich geraten ist. Noteshelf bietet eine wahre Flut von Vorlagen und Optionen für Buchcover und Seiten, aber nicht eine davon kann gestalterisch überzeugen, keine macht wirklich «Spaß». Ich kann mir fast vorstellen, trotz fehlender Features mehr mit Bamboo zu arbeiten, weil es rein visuell und ästhetisch mehr angenehmer ist, diese Applikation zu benutzen. Es sind nicht immer nur die reinen Funktionen – man sollte als App-Entwickler das Screen-Design und den emotionalen Aspekt der User Experience niemals unterschätzen. Noteshelf ist funktional ungeschlagen, aber nahezu völlig ohne Flair. Bamboo will seltsamerweise deutlich weniger und überzeugt genau deshalb mehr.

Ein zweites, wenn noch unausgereiftes Plus von Bamboo ist der Zoom. Wo Noteshelf eine «Lupe» bietet, die den unteren Bildschirmbereich kompliziert zur Vergrößerung des oberen macht, zoomt die Wacom-App mit einem Zwei-Finger-Pinch die Seite größer oder kleiner. Hier gibt es das Problem, das man dabei versehentlich oft «malt» anstatt zu zoomen, aber der Ansatz fühlt sich insgesamt dennoch intuitiver und natürlicher an. Spätestens mit dem Retina-Display des iPad3 sollte man bei dieser Zoom-Funktion aber eine höhere Auflösung der Notizen andenken, die Pixel sind im Zoom sehr deutlich sichtbar. Abgesehen davon erlaubt der Zoom, trotz des «klobigeren» Schreibens auf dem iPad-Display, im Endergebnis eine lesbare und realistisch «feine» Schrift hinzubekommen. Im Zoom kann man mit zwei Fingern das Papier natürlich weiterbewegen und ein längeres Drücken an beliebiger Stelle lässt die Schreibwerkzeug-Optionen erscheinen, so dass ein ungestörter Workflow möglich ist. Die noch relativ naive Zoom-Umsetzung sorgt allerdings schon dafür, dass man (zu) oft das Radiergummi verwenden muss, um ungewollte Striche zu löschen.

Wenig störend fiel ein weiteres fehlendes Feature auf – Penultimate und Noteshelf haben eine Art «Wrist Protection», die verhindert, dass der Handballen auf der Glasfläche beim Schreiben stört. Wacom hat dieses Feature nicht, dennoch funktioniert die App recht sauber – der Handballen verhindert nur recht selten das Schreiben als solches, macht aber selbst keinerlei «Malstriche». Da die Wrist-Protection auch an sich oft seltsame Nebeneffekte hat und sogar Blattbereiche sperrt, ist ihr Fehlen kein großer Verlust und man gewöhnt sich schnell daran, die Hand nicht auf dem Glas ruhen zu lassen.

Im Resultat überrascht Wacoms Bamboo Paper als Free-App mit einem sehr gelungenen, reduzierten Ansatz, dem es an einigen Features fehlt, die der Hersteller hoffentlich ausbaut. Das perfekte Notizbuch für handschriftliche Mitschrift und Zeichnungen, das intuitiv und natürlich funktioniert wie ein Stift und Papier, aber alle digitalen Vorteile mit sich bringt, gibt es aber auch hiermit (immer) noch nicht, das Rennen um die «perfekte» App, die Ästhetik und Funktionalität zu einem überzeugenden Design verbindet, ist noch offen. Vielleicht kommt das aber auch erst, wenn Apple einsieht, dass eine Stifteingabe für das iPad kein «Fehler» ist, sondern eine wertvolle Ergänzung des Gerätes, und eine entsprechende Hardware/Software-Lösung vorstellt, die dem Feeling eines echten Wacom-Tablett näher kommt.

19. Juni 2011 14:23 Uhr. Kategorie Technik. Tag , , . Keine Antwort.

Fujitsu ScanSnap S1100

hd schellnack

Kein Zweifel – obwohl wir bei nodesign gerade auch gezielt bestimmte Prozesse wieder zum Papier zurückführen… etwa, indem wir nach wie vor Architekten-Zeichenrollen für Skizzen nutzen oder frisch ein großes offenes A3-Moleskine-Skizzenbuch für kollektives Brainstorming-im-Vorübergehen für alle Mitarbeiter eingeführt haben… wird das Leben immer digitaler. Neben den Büchern und der Musik verlieren auch die Dokumente ihre «Form», oder zumindest wird es wichtiger und einfacher, Papierdokumente auch elektronisch und mit Volltext-Suche zur Hand zu haben, anstatt in Ordnern zu wühlen.

Obwohl aber inzwischen ja immer mehr Korrespondenz ohnehin elektronisch läuft, gibt es immer noch Unterlagen und Rechnungen, die ganz klassisch auf Papier kommen. Neben der normalen Ordner-Ablage haben wir im letzten Jahr begonnen, die wichtigsten Papiere mit Evernote zu archivieren. Bisher bedeutete das aber immer, zu einem der Büroscanner zu gehen und per ScanDrop oder Apples eigenen Scan-Import nach Evernote zu importieren, was wenig unintuitiv war und – gerade wenn ansonsten auch viel zu tun ist – mal für Rückstau in den Ablagen sorgte. Das Problem an solchen Dingen ist aber, das man sie nicht tut, wenn sie nicht einfach, schnell, intuitiv und mit einem Hauch Spaßfaktor tun kann. Der ScanSnap S1100 ist eine perfekte Lösung für dieses Problem.

Gerade 28 cm breit und ansonsten nur um die 4 cm hoch und tief ist der Scanner ein Minimum an Technik – selbst aufgeklappt nimmt er auf dem Schreibtisch absolut keinen Platz weg, geschlossen wird er nahezu unsichtbar. Sobald man die vordere (etwas unsolide wirkende) Klappe öffnet, wird die Software auf dem Rechner wach (das Icon ändert sich von grün zu grau) und der Scanner ist sofort, ohne sonderliche Aufwärmphase, nach einem kurzen Surren scanbereit. Das Papier wird einfach frontal eingeschoben, was mit geknicktem oder dünnem Papier manchmal etwas frickelig sein kann – der Scanner schluckt dabei von der Visitenkarte bis A4 jedes Format problemlos und erkennt selbst, egal wo man das Papier einlegt, das Format. Mehrere Seiten lassen sich problemlos scannen, indem man einfach immer das nächste Blatt einlegt – für wirklich lange Dokumente ist natürlich ein richtiger Scanner mit Dokumenteneinzug besser, aber drei bis fünf Seiten lassen sich so wirklich völlig problemlos schnell wegscannen. Der SnapScan kann zwar kein Duplex – also nicht doppelseitige Dokumente vollautomatisch bearbeiten – hat aber eine recht brauchbare Lösung für ein so mobiles Gerät parat: Die oben aus dem Scanner erscheinende Seite kann sofort – falsch herum – wieder in den Scanner eingelegt werden und wird in der Software um 180° gedreht, so dass man relativ flott Vorder- und Rückseiten durchscannen kann.

hd schellnack

Überhaupt ist die Software das eigentliche Highlight des S1100 Ich war – und bin – skeptisch mit diesem Gerät, weil es den TWAIN-Standard nicht unterstützt, also wirklich nur mit der Fujitsu-eigenen Scannersoftware zusammenarbeitet. Andere Programme «sehen» den SnapScan nicht. Dieser proprietäre Ansatz scheint mir nicht sehr entwicklungs- und zukunftsoffen und macht den S1100 zu einer sehr geschlossenen Lösung, deren Nutzbarkeit enorm davon abhängt, wie schnell Fujitsu mit Updates ist und wie gut das Unternehmen auf Kundenwünsche eingeht. Dass die Software weder sonderlich gut aussieht – es sieht enorm nach schlecht portierter Windows-Software aus -, in den Details nicht immer ganz perfekt ist und zudem einiges an Speicher frisst (der ScanSnap-Ordner frisst 720 MB, für ein Scan-Programm generell schon etwas happig), gehört zu den deutlichen Nachteilen dieses Ansatzes.

Zu den Vorteilen hingegen gehört die Leistungsfähigkeit der Scan-Software. Egal, in welchem Format, egal in welcher Orientierung, egal an welcher Stelle des Scanners – eingezogene Dokumente werden analysiert und kommen mit überraschend hoher Treffsicherheit richtig erkannt aus dem SnapScanManager. Pre-Scans und Formateinstellungen sind unnötig, nahezu alles ist automatisiert. Dinge, die ich normalerweise bei einem Scanner verabscheue, die aber hier enormen Sinn machen für einen Desktop-Dokumentenscanner. Man kann eigentlich jedes beliebige Dokument unter A4 einlegen, die blaue Taste des Scanners drücken und sofort wird das Blatt durchgezogen – auch mehrere. Erst danach fragt die Software, was mit dem Scan passieren soll. Und die Möglichkeiten können sich sehen lassen für ein so relativ neues Gerät: Der Scan kann auf der Festplatte abgelegt werden soll, per Mail verschickt, direkt gedruckt, in Evernote eingefügt (als PDF oder JPG), zu Google Text&Tabellen, Word, Excel oder iPhoto geschickt oder per der integrierten Software CardIris von Visitenkarte zu VCF umgewandelt werden. Das Verschicken eines Dokumentes per eMail wird so zu einer enorm schnellen Angelegenheit – einlegen, Knopf drücken, an Mail senden, abschicken. Die Software erkennt automatisch, ob die Unterlagen eher farbig, grau oder s/w zu scannen sind, die «richtige» Orientierung wird bestimmt und in den meisten Fällen kommt ohne ein weiteres Eingreifen des Nutzers eine perfekte PDF mehrseitiger Dokumente in die Mail.

hd schellnack

In Evernote wird der Text vor dem Einfügen per OCR durchsucht – etwas redundant, da Evernote ja genau dieses Feature ja selbst bietet. Der User hat die Möglichkeit, dies abzuschalten und kann auch festlegen, ob Dokumente sozusagen nur «unsichtbaren» Text haben sollen (also durchsuchbar und Copy&Paste-tauglich, aber visuell immer noch «nur» ein Scan), oder ob das Bild komplett zu Text umgewandelt werden soll. Überhaupt sind nahezu alle Features abschaltbar und die Software ist relativ frei konfigurierbar – wobei tatsächlich die Automatik sich im Alltag sehr effektiv erwiesen hat. Es gibt zwar gelegentlich längere Dokumente, bei denen eine einzelne Seite farbig, alle anderen aber grau gescannt sind, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel. Die OCR-Funktion scheitert an manchen Fremdsprachen, hat sich im Deutschen und Englischen aber als überraschend gut erwiesen.

Im Workflow würde ich mir wünschen, dass man mit einem einmal getätigten Scan adhoc mehrere Aktionen vollführen könnte – also Drucken und Mailen beispielsweise – vor allem aber wäre eine Art Dokumentenmanagement sinnvoll, in dem man die gescannten Seiten auf Wunsch selbst drehen, in der Reihenfolge anordnen und von farbig auf grau konvertieren könnte – in der Art wie ScanDrop es (sehr ansatzweise) anbietet. Tatsächlich wäre das ohne weiteren Zwischenschritt in das Interface zu integrieren und würde dem Nutzer eine zusätzliche Sicherheit bieten, wie ein Dokument final aussieht, bevor es archiviert oder verschickt wird. Man kann natürlich noch in der PDF an sich mit Acrobat herumwerkeln – aber das geht etwas gegen die eigentlich gedachte Einfachheit der ScanSnap-Lösung. Hier – bei aller Simplicity – etwas mehr Flexibilität zu bieten, täte der ScanSnap-Lösung sicher gut und wäre dem mit 179 € nicht ganz geringen Preis auch sicher angemessen.

Tatsächlich ist der S1100 nur im geringen Maße ein «richtiger» Scanner – und soll dies wohl auch nicht sein. Obwohl er 600 dpi liefert und wahrscheinliche eine Scanqualität, die an die meisten normalen Büroscanner aus Multifunktionsgeräten heranreicht, dient er weniger zum Einscannen von Photos oder hochwertigem Bildmaterial – mehr als eine Art Dokumentenkamera auf dem Schreibtisch oder (mit 350 g ist der S1100 ein Leichtgewicht) unterwegs. Es verwundert fast, das es keinen iPhone/iPad-Adapter und passende Scan-App dazu gibt, denn gerade für das iPad wäre der Scanner ein perfekter Partner. Bei allen kleineren Kritikpunkten ist der S1100 ein klarer Getting-Things-Done-Schatz auf dem Schreibtisch – selten hat es so viel Spaß gemacht, Papierstapel gar nicht erst entstehen zu lassen.

13. Juni 2011 15:29 Uhr. Kategorie Technik. Tag , . Keine Antwort.

Ordnung ist das halbe Leben…

Jetzt, wo die sechste Design-Made-In-Germany raus ist, kommt die letzte Vorsicht-Glas-Kolumne hier kurz ins Archiv:

Vorsicht Glas 4:
Ordnung ist das halbe Leben… die andere Hälfte ist Unordnung

Kommt man auf das Thema Ordnung, scheint es oft nur schwarz und weiß zu geben. Die Welt teilt sich in Ordnungsfanatiker und Chaoten plus natürlich jene Chaoten, die gern Ordnungsfanatiker wären (seltsamerweise gibt es kaum Ordnungsfanatiker, die gern chaotisch wären, der Ordnungsfimmel scheint also gesellschaftlich Zielcharakter zu haben). Ich habe das nie verstehen können, schon weil es »Ordnung« nicht gibt, sondern nur die Annäherung daran. Kaum mit dem Aufräumen fertig, sammelt sich schon wieder Staub und Detritus, kaum ist die Mailbox entrümpelt, kommt neuer Spam, auch ein sortierter Bücherschrank ist nur von kurzer Dauer, bis die neuen Titel sinnvoll einsortiert werden müssen und der Platz zu eng wird usw. Jeder Ordnungsakt trägt also schon den nächsten in sich. Ordnung ist demnach kein Endzustand, sondern ein Prozess, kein Ziel, sondern eine permanente Methodik des Auslesens, Bewertens, Sortierens. In der digitalen Welt lassen sich Ordnungszustände tatsächlich in Form von Archiven als »Ziel« mittelfristig stabil erreichen, aber auch hier ist jede kleine Veränderung der Struktur, jeder Neuzugang, jede Erweiterung von Parametern eine Herausforderung – weswegen viele IT-ler in großen Firmen Veränderungsprozessen meist konservativ gegenüber stehen. Jede neue Ordnung ist für sie nämlich zunächst eine Unordnung in der Datenstruktur.

Ordnung als Prozess ist der alltägliche Kampf gegen Erosion und das schleichende Gift der Broken-Window-Theorie, nach der die inkrementale Ansammlungen schleichender kleiner Unordnungen irgendwann zum Chaos führt. Zu ernst genommen, kann dieser Prozess aber zu einer paranoiden Furcht vor jeder Form von Veränderung und Restrukturierung führen, alles, was das gewohnte System verändert, ist wie ein Virus abzuwehren.

Im Spannungsfeld jenseits der Extreme von Messie-Syndrom und Waschzwang findet sich ein dynamischer Kreislauf von Aufbau, Veränderung, Zerfall, Re-Iteration, ein nicht enden wollender Lebensprozess. Endgültige Ordnung wäre in einem solchen Kreislauf starre Stagnation. Wer Ordnung als Endziel betrachtet, hat gute Chancen, unglücklich zu werden, an dem zu hohen Ziel zu scheitern, zum Kontrollfreak zu mutieren, »ungemütlich« zu sein. Entspannter lebt, wer versteht, das Unordnung Teil des Seins ist, nahtlos zu »Ordnung« gehört. Beide sind nicht Antipoden, sondern ein Integral.
Das hat nicht nur mit der Frage zu tun, wie der eigene Schreibtisch aussieht – sondern auch mit Design als Vorgang des »Ordnens«. Designer – wie Architekten, aber anders als »echte« Künstler – sind mit Lösungen, Wirkungen und dem sinnvollen Gliedern von Elementen verschiedenster Art befasst, angefangen mit Typographie, die die Welt in Buchstaben zerlegt und sie von oben nach unten, links nach rechts in eine scheinbare »Ordnung« bringt. Designer haben deshalb in ihrer Arbeit oft den Blick auf Ordnungssysteme als anzustrebender Endzustand. Ein Corporate Design ist für sie oft ein gefrorener Zustand, in einem Manual, einem Regelwerk, festgehalten. Und wehe, da macht jemand Unordnung und benutzt nicht die Hausschrift oder macht das Logo kleiner als 1/21tel der Seitenbreite. Der Designer kämpft immer (ohnmächtig) gegen die Windmühlen der Entropie, die von allen Seiten an seiner perfekten Ordnung zerren. Das Marketing will einen Störer, die Sekretärinnen gestalten selbst einen Newsletter in ComicSans, der CEO ist etwas älter und will eine größere Schrift, die nicht ins Raster passt. Uns Designer bringt das zum Verzweifeln – denn wir sind gewohnt (wenn wir sauber arbeiten) von der ersten Sekunde an zu gliedern, zu rationalisieren, Entscheidungen zu treffen, den Optionen-Dschungel zu reduzieren und Klarheit zu generieren. Nach den ersten Skizzen legen wir meist schon das Regalsystem eines Rasters an, damit alles einen »Sinn« hat und jedes Bausteinchen am rechten Ort liegt – und die digitale Arbeitsumgebung unterstreicht dieses Gefühl, Ordnung herstellen zu können. Und wie jeder Sammler, der in seiner Vitrine sorgsam alle Objekte ausgerichtet und abgestaubt hat, werden wir unfroh, wenn da jemand auf einmal alles anfasst und zerzaust. Die Folge ist, dass heute zu viele Corporate Designs wie Powerpoint-Templates wirken, austauschbar und ein wenig langweilig, vor allem bei größeren Unternehmen, weil sie mit einfachsten Strukturen versuchen, die Unordnung in den Griff zu kriegen, Design zu schaffen, das auch der dümmste anzunehmende User noch handhaben kann. So herablassend und gleichförmig sieht es dann aber natürlich auch aus. Am Ende solcher Prozesse stehen antiseptisch saubere Informationsarchitekturen, – clean wie Küchen, in denen alles glänzt und blitzt, in denen man aber nicht essen kann (geschweige denn zu kochen wagt), weil man Angst haben muss, Fingerabdrücke zu hinterlassen. Ich habe CD-Prozesse erlebt, in denen Geschäftsleiter laut überlegten, ob man nicht gleich einen unternehmensweiten unzweideutigen Dresscode festschreiben solle – der neurotische Wasch- und Ordnungszwang ist also nicht nur bei Designern verbreitet, sondern auch bei Arbeitgebern, die sich natürlich erst recht alles steuer- und kontrollierbar wünschen (auch den Designer selbst). Diese Form von »Ordnung« ist nur leider das Ende jeder Innovation – und zudem nervenaufreibend für alle Beteiligten.

Ob im Alltag oder im Design – es hilft, Ordnung nicht als festen, materiellen Zustand auf Dauer zu begreifen, sondern als flüchtiges Ziel, als Blaue Blume. Zentral ist, dass die Unordnung ein integraler Bestandteil, sogar ein Sinn der Ordnung ist. Wir spülen nicht, um saubere Teller für immer in den Schrank zu stellen – sondern, um davon essen zu können. In diesem Zweck des Tellers ist das nächste Schmutzig-sein unabwendbar eingebaut. Der Teller muss sowohl dreckig als auch sauber sein dürfen, um als Teller zu funktionieren. Ein nur sauberer Teller ist Wanddekoration, ein nur benutzter Teller ist zum Essen zu unhygienisch. Design, verstanden als bewusste Balance von Ordnungs- und Unordnungszuständen, kann das verstehen und anstelle einer toten (latent faschistoiden) »Endordnung« auf ein kybernetisches, navigatorisches System setzen, das permanent Ordnung und Unordnung, die Energie von zerstörerischen Kräften und von systemischen Selbstregelungsvorgängen, neu austariert.

Im Idealfall heißt das, dass du als Designer langfristig mit einem Kunden zusammen arbeitest und – vor allem – sein Vertrauen genießt und nicht nur als Architekt eines Systems fungierst (womit unweigerlich jedes Design anfängt), also eine eigene gestalterische »These« umsetzt, sondern mittelfristig das selbstgeschaffene System offen für äußere Einflüsse hälst. Das heißt, dass du nachfragst, Feedbackschleifen ermöglichst und mit Schumpeterscher Zerstörungsfreude zum Advocatus Diaboli der eigenen Arbeit wirst, die selbstgeschaffene Ordnung in Frage stellen und durch eine Antithese redefinieren kannst. Um so in der Synthese, also durch das Beibehalten guter Elemente des Systems-Eins und durch die Aufnahme neuer Einflüsse und Unordnungsfaktoren, die mit der Zeit emergieren, zu einem System-Zwei kommt.

Die evolutionäre Balance zwischen einer systemischen, wiedererkennbaren Identität und dem Verhindern von Stagnation ist die Hauptaufgabe eines guten, lebendigen Corporate (und natürlich auch Editorial) Designs. Übrigens auch im Web, wo diese Prozesse schneller und leichter stattfinden als jemals zuvor, weil die Feedbackpotentiale erhöht sind. Hier ist das »Aushandeln« von Nutzbarkeit und Design zwischen Anbieter und Nutzer bereits weiter etabliert. Im Web gibt es keine gefrorene Ordnung mehr, sondern eine permanente Adaption an Entropieeffekte durch Updates und insofern ein klares Verständnis dafür, dass Designer und Programmierer langfristigen Service bieten, ideal durch einen Rahmenvertrag. Der Übergang vom Designverständnis weg von einer punktuellen »Putz« Maßnahme hin zu einer langangelegten kultivierenden »Gärtner«-Tätigkeit ist hier bereits einen Schritt weiter, selbst wenn der Kunden Inhalte selbst via CMS einpflegt.

Diese Sicht von »Ordnung« nicht als Zustand, sondern als Prozess bzw. von »Unordnung« (also dynamischen, unberechenbaren Input) als kreativen, unverzichtbaren Bestandteil von Kommunikation ist also ein Paradigmenwechsel für Corporate Design, der allein durch den zunehmenden Umzug auf fluide (und auch soziale) Medien unverzichtbar wird. Der Weg führt uns von mechanistischen und manipulativen Ordnungs- und Lernmodellen, die den Nutzer/Empfänger als passives Element einplanen, zu einer kybernetischen und organischen Idee von Design als DNS und Hyper-Kohärenz eines Unternehmens/Vorhabens, bei dem Mitarbeiter und Kunden zu wichtigen Schaltmomenten in einer Art komplexen Spiel werden … und nicht länger als »Unordnung« missdeutet werden.

Gute Nachrichten für uns Designer – denn die Zusammenarbeit wird hierdurch im Idealfall intensiver, offener, vernetzter und spannender… und wir alle sind befreit vom virtuellen Ordnungswahn der letzten Dekaden. Der Designer wandelt sich von der Putzkraft zum Organisationspsychologen.

14. März 2011 20:54 Uhr. Kategorie Design. Tag , . 2 Antworten.

Alarms

alarms_screen.jpg

Aus Stefan Fürsts Mediaatelier kommt regelmäßig Software, die wunderbar gedacht und gemacht ist und mit stets superaktuellen Updates glänzt. Fürst ist eines der vielen Beispiele für kleine kreative Programming-Schmieden, die eben kleine, kreative und durchaus wichtige Software zu sehr fairen Preisen produzieren, kundennah arbeiten und ein wunderbares Gegengewicht zu Giganten wie Microsoft oder Adobe darstellen… und gerade die Apple-Plattform wimmelt ja von solchen kleinen Anbietern, die die Nischen und Lücken des OS perfekt füllen und es deutlich aufwerten.

Die neue Software von Fürst heißt schlicht «Alarms» und so einfach wie der Name ist das Programm – es ist ein in der MenuBar schlummernder Alarm, der den Tagesablauf begleitet. Man kann relativ einfach nahezu beliebige Dateien, Websites, Termine usw in die Menüleiste ziehen, Alarms klappt herunter und schon hat man sich selbst einen Termin gesetzt. Eine eMail, die man noch beantworten will, Software, die man sich vielleicht am Abend nochmal anschauen will, ein Memo von einem Telefonat landet so schwupps in Alarms und ein zwei Stunden später erinnert ein auffällig pulsierendes Alarmglöckchen daran, dass man doch noch was tun wollte. Auch manuelle Einträge sind mit einem Doppelklick in die Tagesübersicht schnell eingetragen, und wenn ihre Zeit gekommen ist, landen sie in der TODO Box.

Das Verschieben von Aufgaben ist dabei schick und einfach gelöst, und dazu bietet Alarms einen Snooze-Modus an, einfach viermal mit der Maus hin- und her, im Grunde wie ein Kopfschütteln, und die Applikation ist erst mal wieder still. Das Aufschieben ist also deutlich eleganter und einfacher als bei den meisten anderen Werkzeugen.

Als Alarms erschien, dachte ich: Nice, brauche ich aber nicht, ich habe ja OmniFocus. Tatsache ist, Alarms wäre deutlich besser, wenn es direkt mit Omnifocus kommunzieren könnte, wenn also eine erledigte Aufgabe in Alarms auch in OF abgehakt würde (hinthint)… aber da sich Alarms zumindest die am Tag anstehenden ToDos aus OmniFocus via iCal ziehen kann (OF mit Ical local synchronisieren und dann Alarms mit iCal), kann man die in OF geplanten Aufgaben für den Tag in Alarms noch einmal wundervoll über den Tag verteilen, verschieben und sich viel nervender (was ja gut ist) daran erinnern lassen als von OF. tatsächlich fühlt sich Alarms an, als wäre ein ideales Modul für nahezu jede GTD-App und nach einer Weile fragt man sich ohnehin, warum Apple diese Idee nicht in iCal integriert hat. Zumal Websites, Mails, PDFs usw sich direkt aus der Alarms-Leiste heraus öffnen lassen und man auch Notizen beifügen kann und damit die Fähigkeit, an iCal-Items Dateien und Anmerkungen anzuhängen, intuitiver und sinnvoller gelöst ist als in iCal selbst. Und während Omnifocus oder Things eher generell Aufgaben verteilen, sind sie sehr klobig, wenn es darum geht, diese Aufgaben am jeweiligen Tag noch mal auf der Stundenebene einzuteilen – und hier kann Alarms absolut glänzen. Morgens die anstehenden Aufgaben kurz auf den Tag verteilt, sieht man sofort, ob man sich zu viel oder zuwenig vorgenommen hat und kann es entsprechend ändern. Einziger Wunsch wäre eine nahtlose Fusion mit Omnifocus, so dass ich direkt aus Alarms die OF-ToDos verschieben und auf den nächsten Tag o.ä. legen kann und die OF-Todo sofort abgeglichen sind. Make it happen!

Wie bei Mediaatelier nicht anders zu erwarten, ist das Interface von Alarms so einfach wie grandios, es macht einfach Spaß, die Software zu benutzen. Leider ist die Software noch ein bißchen buggig, mal kommt die Leiste nicht so richtig heruntergefahren, mal bringt Alarms iTunes zum Stottern, wenn man etwas in die Menüleiste zieht. Aber wie ich Stefan Fürst kenne, wird es da bald Updates regnen, die die Software verbessern und stabiler machen. Aber selbst jetzt sind die derzeit 12 Euro für Alarms gut angelegtes Geld, wenn es darum geht, schnell und einfach den Tagesablauf zu organisieren.

Update 1: Tatsächölich lässt die Brücke Alarms > iCal > Omniocus zu, dass ich ToDos direkt in Alarms verschiebe, diese werden in iCal aktualisiert und – mit etwas Glück – dann nach einem Sync auch von OmniFocus übernommen. Wobei OF wirklich einen automatischen Sync brauchen könnte, muss ich sagen. Aber an sich kann man Alarms als Menu-Erweiterung von OF benutzen, sogar neue Termine eintragen (auch wenn dann natürlich die Projekte und Kontexte usw fehlen). Sehr schön!

Update 2: Noch ein Vorteil der kleineren Software-Macher ist die Geschwindigkeit bei Support-Anfragen. Alarms hat heute via MobileMe/iCal ein Problem mit anderen iCal-Rechnern verursacht (weil ich das Kleingedruckte in den Preferences nicht gelesen habe…), und die Antwort kam binnen 5 Minuten mit einem einfachen Fix für das Problem. Davon darf man bei Adobe doch nur träumen ;-D.

1. Oktober 2010 11:30 Uhr. Kategorie Technik. Tag . Eine Antwort.

Analogue Thinking

Auch wenn ich zum Mindmapping inzwischen Omnigraffle auf dem iPad verwende – obwohl das Programm nach wie vor recht buggy ist und wichtige Features fehlen -, ist es doch immer wieder überraschend, wie gut es funktioniert, mit mehreren Leuten einfach mit Zetteln auf einer großen Wand zu arbeiten. Was zu Recht zum etwas belächelten Workshop-Klischee geworden ist, die Arbeit mit Post-Its, funktioniert nach wie vor ausgezeichnet, wenn man eine Story zu entwickeln versucht. Ich kenne nach wie vor kein digitales Mittel, dass so quick and dirty, intuitiv und schnell ist wie die gelben Zettelchen, Ausdrucke, Transparentpapier und und und. Vielleicht, weil man schneller schreiben kann, einfacher verwirft, oder weil die größere Fläche und das haptische Manipulieren das Gehirn eben doch mehr anregen als Vektorboxen schieben, weil das tatsächliche Malen auch für einen Selbst die Visualisierung und Klärung von Gedanken erleichtert, die Ordnung und Inspiration schafft… – es geht wenig über das Malen und Kleben an einer großen Wand, wo man aus Alternativen und Möglichkeite und vielen What-Ifs eben doch schnell ein If-Then konzentrieren kann. Danach geht digital fast alles schneller und besser – festhalten, in Form klopfen, Mindmapping, Projektplanung und und und… aber bisher habe ich (und als bekennender Digitalfreak kann ich fast nur sagen: leider) immer noch keine Software gefunden, die Stift und Papier völlig ersetzt.

2. September 2010 01:08 Uhr. Kategorie Leben. Tag , , , . 2 Antworten.

Flowchart

flowchart.jpg

19. Juli 2010 11:29 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Roter Faden Taschenbegleiter

hd schellnack

Begleitet von einem sehr lieben Brief, einigen Postkarten und einem Extra-Büchlein kommt mein Taschenbegleiter von Roter Faden hier an. Die individuell auf der Homepage «konfigurierbaren» Ledermappen im Format A6 bis A sind aus einem Diplom von Beate Mangrig hervorgegangene, wunderschöne und liebevoll gefertigte Begleiter, die man von ganz schlicht bis grellbunt zusammenklicken und mit zahlreichen Features versehen kann. So kann der bei mir graue Filz innen auch bunt sein, oder Leder – und die Außenseite kann auch statt aus weichem Leder aus toughem Tanzboden gefertigt sein. Die Anzahl der Innentaschen oder der Klammern ist ebenfalls modifizierbar.

Der Clou der Taschenbegleiter sind die Metallklammern, mit deren Hilfe Magazine, Bücher, Notizen und auch von Roter Faden selbst gelieferte Notizhefte und Kalender eingeklemmt werden können. Dadurch durchaus reisefertig festgehalten, kann man trotzdem schnell Inhalte wechseln, Seiten umblättern und hat zugleich ein praktisches Lesezeichen, was beim Kalender oder Notizen tatsächlich eine große Hilfe ist. Die Klammern selbst wirken etwas wackelig, sind es aber nicht, sie müssen nur flexibel sein, um verschiedenste Inhalte aufnehmen zu können – einziges Manko ist, dass das Metall der Klammern sich gern in das Papier der eingeklammerten Hefte bohrt, wenn man nicht acht gibt – mein Kalender hat schon einige Löcher, es mag aber an mir liegen :-D. Insgesamt macht der Taschenbegleiter einen robusten Eindruck, ist aber anders als etwa Moleskine oder viele andere Produkte vor allem flexibel aus weichem Leder und Filz gemacht, also nicht steif, sondern eher wie ein dickes Heft. In den weichen inneren Filz kann man Taschen verschiedener Größe integrieren lassen, und ich hoffe zumindest, dass ich in den A4-Überformat-Taschenbegleiter (aufgeklappt etwa so groß wie ein A4+Wacom Intuos) in die hintere große Tasche auch ein iPad kriegen dürfte während vorne Notizblöcke und andere Kleinigkeiten reinpassen.

Dabei ist der Taschenbegleiter nicht nur ein smarter Organizer, der beliebige Inhalte fassen kann, sondern Beate Mangrig bietet auch noch elegant gestaltete Zusätze an, die daraus eine Art Moleskine-auf-Stereoiden machen. Ein ausgezeichnet gestalteter, fadengenähter Kalender 2010, schöne Notizhefte auf Naturpapier sowie kleine Büchlein oder Klarsichtfolien bieten jedem Kunden die Möglichkeit, seinen ganz eigenen Organizer zu strukturieren. Inwieweit man dies gegen die Flut der digitalen und sinnvollen Organisationstools noch nutzen kann/mag, muss jeder entscheiden, aber es ist an sich großartig, einen so gut gestalteten Wochenkalender immer vor Augen zu haben, ohne zu iCal switchen zu müssen. Alle Details der Drucksachen sind liebevoll und inspirierend gemacht, gut gestaltet, ohne jemals aufdringlich zu sein, alles wirkt selbstverständlich, funktional, natürlich und und sind den geringen Preis 100% wert. Also: Bestellen und genießen.

Mehr Bilder nach dem Break…

(weiterlesen …)

15. April 2010 10:55 Uhr. Kategorie Design. Tag , , . 5 Antworten.


Creative Commons Licence