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Some Magazine: Identity

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Identität und die Demontage dieser Gewissheiten ist das Thema der inzwischen fünften Ausgabe der Some Magazine. Das Heft ist, wie mit jeder Ausgabe, ein atemberaubender Mix aus souveränem Editorial, sparsam, sauber, fesselnd, und sanfter Experimentierlaune, die mit einer schönen Hinterlist immer wieder die Balance des Heftes zerstört, es vor allzu viel Ordnung bewahrt. Für eine studentische Publikation, man muss es auch beim fünften Heft wiederholen, wirkt hier nichts nach Sturm&Drang und Experiment, alles ist gekonnt und lässig, unfassbar selbstbewusst und absolut richtig – es gibt wenig Magazine, bei denen ich mit jeder Doppelseite so mitnicke und mich beim Umblättern freue an dem Flow, der virtuos die Kapitel von einander abgrenzt, der überrascht, ohne dich aus dem Rhythmus des Gesamtkonzeptes zu werfen. Some Magazine ist in jeder Hinsicht ein großer Wurf und ich freue mich jedes Mal, wenn die Redaktion es mir ungefragt zusendet, es ist ein echtes Geschenk, auf das sich im Büro alle stürzen. Nicht zuletzt, weil das SomeMag auch inhaltlich einfach immer gekonnte Redaktionsarbeit zeigt, dramaturgisch smart zusammengebaut ist, das eigene Thema erörtert und zugleich unernst in Frage stellen kann, den roten Faden hat, aber auch mit Freude verknoten kann. Wenn es so etwas wie eine «Brand Eins» für Design gibt, dann ist es sicher dieses Magazin, das Anzuschauen Lust macht und das aber – viel wichtiger – zu Lesen ungeheuer Spaß macht. Das Some Magazine ist – fast leider – kein theoretischer Blatt, kein Ort für Designdiskurs, aber die Art und Weise, wie es die jeweiligen Themen durch die Augen von Designern filtert und bricht – sozusagen die Textauswahl selbst Element des Designs ist (selten genug haben Designer Einfluss auf die inhaltliche Redaktion). Allein Robert Pfallers Text ist den Kauf des gesamten Magazines wert – und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Ich kann mich mit jeder neuen Ausgabe, die erscheint, nur wiederholt in Richtung Burg Giebichenstein und in Richtung von Sven Voelker verbeugen (und natürlich vor den mitwirkenden Studenten, Künstlern und Schreibern), die seit der ersten Ausgabe stur ein im Kern unverändertes, aber spürbar wachsendes und dabei nie ermüdendes Design-Konzept beibehalten, und zeigen, dass Strenge und Überraschung, Rigidität und Abenteuerspielplatz kein Gegensatz sein müssen. Some Magazine lässt dich mit dem Wunsch zurück, das mehr (kommerzielle) Magazine, die nicht nominell «Design» auf der Fahne stehen haben, diesen Mix so phantastisch hinzaubern könnten.

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24. April 2013 18:38 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Slanted: Cuba

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Die 21. Ausgabe der Slanted dokumentiert die Unruhe dieses Magazins, das wieder einmal sein Format ändert (allerdings überraschend wenig am Design dreht, das in dem kleineren, eher buchartigen Format überraschend gut funktioniert) und auch inhaltlich den Fokus ändert. Denn es geht diesmal nicht um spezifische Schrifteigenschaften oder typographische Ordnungen, sondern im Mittelpunkt steht ein Land – Cuba, weswegen weite Teile des Heftes auch auf spanisch sind. Design, Leben, natürlich auch Typographie von Castros Zeitkapsel-Insel sind zu entdecken, ebenso wie urbane Aspekte von Havanna reflektiert sind und sich die Slanted über viele Texte auf verschiedenste Weise der Kultur des Landes nähert. Zum Vorschein kommt vor allem bei der Poster-Kunst eine seltsam zeitlos wirkende Gestaltung, die modern wirkt, aber doch aus vergangenen Dekaden zu wehen scheint, die brutaler und direkter, oft auch politischer wirkt. Als typographischer Reiseführer in die Fremde funktioniert die Slanted überraschend gut, und zugleich entkommt das Team um die Slanted-Veteranen Lars Harmsen und Julia Kahl der Sackgasse, in die das Magazin zu schlittern drohte – indem der Nutzeffekt des Magazins nahezu konsequent aus dem Heft, in eine Beilage, verbannt wird. So wird die Slanted nicht nur gestalterisch, sondern auch inhaltlich zunehmend zu einem Abenteuerspielplatz für die Macher – und das tut dem Magazin ausgesprochen gut, es macht nach wie vor Spaß, der Evolution dieses Anti-Magazins zuzusehen, das gedruckt unruhiger und lebendiger wirkt als so manche Onlinemedien.

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14:28 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

Slanted 20 Slab

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Ohne lange Worte: Photos von der neuen Slanted:

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28. November 2012 20:13 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

Some Magazine: Music

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Eine meiner absoluten Lieblingspublikationen aus dem studentischen Bereich, und zurecht mehrfach preisgekrönt, ist Some Magazine von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, das von Prof. Sven Völker seinen Studenten gestaltet wird. Jede Ausgabe geht spielerisch, aber niemals eitel mit einem bestimmten Thema um, das Design ist gekonnt, aber nicht selbstverliebt, das Ergebnis ist ein Designmagazin zum Lesen, nicht nur zum Anschauen. «Music» ist von ast-Chefredakteur Hendrik Lakeberg und dem Team um Vanessa Gundermann, Sarah Trieschmann, Julia Franke und Margret Wolf entwickelt und fällt zu keinem Moment in die Falle, nur ein einfaches Musikmagazin zu sein, sondern bleibt dem Geist der vorangegangenen Ausgaben treu. Ganz phantastische Editorial-Arbeit, inhaltlich wie gestalterisch, und ich freue mich jedesmal, wenn ich eine Ausgabe im Briefkasten habe, vielleicht weil mich Some Magazine im besten Sinne an das Colours-Magazin unter der Führung von Adam Broomberg and Oliver Chanarin erinnert.

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2. Oktober 2012 16:23 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

Slanted 17: Cartoon / Comic

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Wie ich bereits mehrfach schrieb, ist das eigentlich spannende an der Slanted nicht mehr (nur) so sehr der Inhalt, als vielmehr die Evolution des Blattes als solches, als visuelles Experiment. Innerhalb des groben Rahmens eines typographischen Magazines hat das Magazin so viele fröhliche Änderungen durchlaufen wie kaum eine andere Publikation – vom reinen Blog zum schwarzweiß-Magazin im aufgebohrten Copyprint, zum richtig gedruckten und «echt» vertriebenen Magazin – und mit der 17. Ausgabe haben sich Format und Layout wieder geändert. Größer ist es geworden, wahrscheinlich, um in der Flut nahezu gleicher A4-Formate herauszuragen, dicker ist es geworden und das Layout hat sich auch geändert, wirkt gestraffter. Geblieben ist die Vorstellung zahlreicher Fonts eingebettet in ein Layoutabenteuer, die klare Trennung von Bildspielplatz und lesbaren (und stets lesenswerten) Texten, die aus meiner Sicht ja der eigentliche Schatz des Magazins sind. Von deutschen Handlettering über Manga-Fonts und ein Interview mit dem Schrift/Comicgrenzgänger Alesso Leonardo bis hin zu der bei diesem Thema wahrscheinlich nicht fehlen dürfenden, aber irgendwie nicht sonderlich erwähnenswerten Comic Sans. Es gibt auch ein paar aus der Reihe tanzende Texte, wie etwa Julia Kahls Interview mit Matthew Carter, die das Monothema-Heft etwas auflockern, dafür fehlt mir als US-Comic-Fan dieser nicht unwichtige Teil der Comicgeschichte absolut, auch wenn ein paar Marvel-Ikonen im Bildteil zitiert werden und einige Soundwords genutzt werden, um die Fonts vorzustellen… wobei eben gerade diese Reduzierung von Comic auf «Peng! Bumm! Klatsch!» immer etwas schmerzhaft ist. Bei Typographie und Comic wären einige US-Handletterer wie Chris Eliopoulus, Künstler wie Eisner und Steranko, aber sicher auch ein Interview mit Rian Hughes spannend gewesen. So wie eigentlich (vielleicht verständlicherweise) jede kulturhistorische Betrachtung von Comics als Medium etwas fehlt – aber vielleicht ist das auch nicht der richtige Ort dafür. Dennoch schade – auch wenn er im Sterben liegt und ich eigentlich gut finde, europäische und asiatische Comics gegenüber dem US-Spandex-Genre zu betonen, gerade in Sachen Typographie gibt der Markt der US-Comics einiges her.

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Das ist aber tatsächlich schon alles, was mir einfällt angesichts eines Heftes, das sich wieder einmal erfolgreich neu erfunden hat, das zum Entdecken und Spielen einlädt und auch in der 17. Ausgabe die Balance zwischen Spaß und Seriosität immer wieder wunderbar kippelig hält – die Stärke des Heftes ist einfach, dass es keinerlei Botschaft, keine Inhalte, keine Funktion hat, sondern einfach nur ist. Auf dieser Basis, die sich so spürbar von den meisten anderen Zeitschriften mit mehr Sendungsbewußtsein abhebt, oder die eine Zielgruppe bearbeiten wollen/müssen, oder die «journalistisch» sein wollen/müssen, entsteht eine bunte Mischung aus High-End-Schülerzeitung und Fanmagazine, die mich vom Spaßfaktor an Clownfisch und andere Portfolio- oder Uni-Magazine erinnert, aber zugleich fokussierter ist. Abgesehen davon, dass es eine phantastische Mischung aus Spielwiese, Aquise- und Netzwerktool für Magma ist, ist es unterm Strich einfach eine der lesenswertesten Publikationen im Typobereich, paradoxerweise eben, weil die Slanted so ein bisschen wunderbar ziellos ist und du sie weniger wie eine ernsthafte Zeitschrift liest, sondern mehr wie ein Videogame durchwanderst, Dinge entdeckst, Geheimnisse dekodierst, Aufgaben löst und auch mal einfach Sachen überspringst. Man darf nicht drüber nachdenken, wenn andere Bereiche so wunderbar explorativ über sich selbst berichten würden und das nahezu filterlose Tumblr-Scrapbook zum journalistischen Werkzeug erheben würden.

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10. April 2012 12:09 Uhr. Kategorie Design. Tag , , , , , . 3 Antworten.

Slanted # 16 Bold-Light

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Mit diesem Heft hat die Slanted-Redaktion bei mir leicht gewonnen. Zum einen liebe ich helle und dunkle Schriften im Kontrast, das taucht immer und immer wieder bei mir auf, zum anderen ist Muhammad Ali via Bildern aus dem Corbis-Archiv photographisch heftigste in dem Heft präsentiert, der als Kindheitsidol durchgeht und bis heute vieles was an den 60ern gut und vieles, was verdammt schlecht war verkörpert und der zwar wie ein Schmetterling zu schweben verstand, aber stets eher schwer als «light» war und das in jeder Hinsicht. Davon abgesehen ist das Heft wieder Spielwiese für die Magma-Designer, die hier natürlich experimenteller abgehen können als im Alltagsgeschäft… auch wenn ich zugeben muss, dass ich genau diesen Look, so sehr ich den an sich mag, langsam aber sicher nicht mehr sehen kann, weil es zu viele Magazine und Bücher, zu viele Büros in einer bestimmten Sparte von Design und viel zu viele Studenten gibt, die mal besser mal schlechter diesen etwas hingenöhlten Design-Look fahren, so wie vor 15 Jahren alles nach Carson aussah. Wenn dieser Look aber langsam in den Theater-Spielzeitheften und Massenpublikationen ankommt (wo man sich fragen muss, ob er da überhaupt hingehört) kann und darf die Slanted eigentlich eine andere Richtung einschlagen, wie immer die auch aussehen mag. Den aktuellen Trend zu in-allen-vier-ecken-soll-typo-stecken… hey, vielleicht mag ich den einfach persönlich nicht, weil ich die 80er selbst live erlebt habe :-D.

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Dennoch ist dieses Heft bereits anders als die drei Vorgänger, wieder einen Hauch cleaner bei aller Liebe zum Chaos – und es steht so einem Heft, das keinen tighten roten Faden verfolgt, vielleicht ja auch ganz gut, wenn es etwas Notizblock-haftes hat, zusammengerockt wirkt, den Geruch von Überstunden, Koffein und Abreagieren hat, man den Seiten den Spaß und die therapeutische Wirkung briefingfreien Arbeitens ansehen kann. Schwerer zu lesen ist die Slanted dieses Mal, weil fast durchsichtig dünne Schriftschnitte oder sehr kompresse und fette Sachen wie die Ambrosia Françoise Bold schon auch auf die Augen gehen – andererseits, wer vor 15 Jahren durch dekonstruktiven Kram kam, überlebt das auch und ein bisschen soll es ja eben auch Abenteuerspielplatz für den Leser sein, denke ich. Wie auch die Produktion mit Papierwechseln, Verdelungen, Sonderfarben zeigt, wie weit das Magazin von seinen Kopierwerk-Anfängen gekommen ist. Bei all dem dürfen die Texte nicht zu kurz kommen – obwohl sie das in dem stream of conciousness der Slanted mitunter durchaus tun -, die Interviews (u.a. mit Jost Huchuli) oder die Essays (u.a. von Yves Porchez) – die die Slanted immer wieder zu einem wunderbar nerdigen Faszien für Schriftfreaks machen und ihr einen festen Platz sicher nicht nur in meinem Herzen sichern, weil kein anderes Magazin so unilateral auf Schrift als Medium festgenagelt ist in Deutschland und zugleich so grandios irrlichtern kann und das Thema so unlangweilig präsentiert – obwohl es ja durchaus langweilig sein könnte. Also, wenn ihr noch kein Weihnachtsgeschenk für den freundlichen Type-Geek in eurer Agentur oder in der Wohnung nebenan habt, wist ihr ja jetzt, wie man ihm oder ihr eine Freude machen kann: Mit einem Abo für die Slanted – für 40 € doch perfekt für den Weihnachtsbaum.

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24. November 2011 19:24 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

Slanted 13 & 14 – Sans Serif

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Was kann ich über das Slanted-Magazin sagen, was ich nicht schon gesagt habe? Die Krux aller Magazine ist, dass sie als Serienpublikationen ihren Charakter nicht so ändern, dass man mehr als ein «Out Now» liefern kann. Dass das Slanted Mag sich an der Grenze dessen bewegt, was man Magazin nennen mag, steht außer Frage. Julia Kahl und ihr Team sowie das Netzwerk der beteiligten Designer bringen mit der Doppelausgabe zu serifenlosen Schriften – die 13 eher humanistisch, die 14 eher statisch – ein Editorial-Design dass sich am modernen Trend zur Auflösung abarbeitet, wenn auch nicht mehr so konsequent wie in der 11. Ausgabe. Bild und Schrift finden eher assoziativ zusammen und Typographie ist eher Spielzeug und eine Art Meta-Thema als noch ernsthaft im Mittelpunkt wie in früheren Slanted-Ausgaben. Du liest dieses Magazin nicht mehr, um dich über Schriften zu informieren und die Schriftmuster wirken inzwischen fast deplaciert, sondern als Besuch auf einer sehr individuellen Spielwiese, die mal gelungen begärtnert ist, mal im Dekorativen hängenbleibt und scheitert, die aber immer einen Besuch wert ist.

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Man wird das Gefühl nie ganz los, dass Slanted ein «Austob»-Projekt ist, die Sorte Arbeit, die in einer Agentur nach Feierabend entsteht, impulsiv, befreit von Kundenwünschen, ein Umgang mit Bilderinputs und Schrift jenseits von Branding-Vorgaben und Projektpartnern, ein Eintauchen in die Möglichkeiten, zugleich ein Abarbeiten der besuchten Portfolio-Sites der letzten Wochen, der eigenen Liebe zu Design – auch zu dem von anderen Designern, die in ausgiebigen Interviews zu Wort kommen. Slanted ist im besten Sinne das, was man als Fanmag bezeichnen könnte – eine etwas wirsche, oft fast schülerzeitungshaft-überschwengliche Form gewordene Begeisterung für Design, ein Destillat aus Portfolios und Surfeindrücken, eine Papier gewordene Safari-Timeline, unterbrochen von Interviews, die fast ebensogut eigene IM-Textketten sein könnten, Gespräche, die sich wenig wie «echte» Interviews anfühlen, sondern ähnlich alinear und tastend wirken wir das Design des Magazins.

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Das Seltsame ist, das Slanted sich anfühlt wie an einem Gravitationspunkt – irgendwie ist es noch ein Magazin, das mit Design zu tun hat, wenn auch deutlich weniger als die dazu gehörige Site/Blog-Plattform, irgendwie fühlt es sich auch an wie eine Art Plattform des Magma-Netzwerkes und dürfte sich sicherlich auch in Zukunft mir Lars Harmsens Interessen als Dozent befassen, als eine Art autopoietisches System. Zugleich wird bei mir während des Lesens zunehmend der Wunsch greifbar, sich von Typographie und Design zu lösen und sich zu öffnen. Design ist heute mehr als schicke Photos und ein paar Schriftschnitte, mehr als Szene-Interviews und Texte – und Slanted spürt das sehr wohl. Die Lust an einem sozialen Statement, an einer Auseinandersetzung mit der Welt ist zu spüren, in der künstlerischen Leitung des Magazins, die mehr und mehr zur Kuration tendiert und sich in der Juxtaposition von Bildern und Typo-Schriftmustern spürbar ein wenig beengt zu fühlen scheint. Die Slanted, so mag ich es mir vielleicht einbilden, tastet sich an etwas heran, und ist in einer Art Jugendlichen-Phase, wütend und punky, irgendwie zwischen «Neo-Carsonesque» und «Berlin», aber zugleich schmeckt man, dass da mehr sein will und kann. Die erwachsene Slanted, vielleicht jedenfalls, wird feststellen, dass Typographie Mittel ist und nicht Zweck und sich anderen Fragen zuwenden. Sie wird nicht mehr nebenbei entstehen (was sie de facto natürlich jetzt auch schon nicht mehr tut, dafür steckt zu viel Zeit drin) und vielleicht nicht mehr ein «Design»-Magazin im engeren Sinne sein. Sie wird sich vielleicht von jeder Form festen Editorials verabschieden und eine Art BrandEins der Designwelt werden, nur lebendiger und pulsierender, neugierig und weniger «Magazin» als mehr ein «Flow of Information». Sie wird, kurzum, werden, was immer Julia, Boris,, Lars und all die anderen Slanted/Magma-Coworker spannend finden. Das spannende an dem Magazin ist also längst nicht mehr das Heft an sich – das ich leider gerade aufgrund der sehr alinearen Form immer weniger real lese, sondern mehr überfliege und durch den Impuls-Overkill oft aus den Interviews wieder «herausgleite»… da ist die konservative Blattform der Form etwa viel geeigneter, mich als Leser einzuladen und zu halten – sondern die Evolution eines Blattes, das keine realen Grenzen hat und sich erfindet, während es ja schon existiert. Es ist diese Papier gewordene Neugier und Entwicklung, die Slanted spannend und als Ganzes zur Erfahrung macht.

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7. Juli 2011 11:02 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

DMIG 7 Farben ist da

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Kinder, wie die Zeit vergeht – die siebte Ausgabe von Design Made in Germany ist draußen. Diesmal wieder als wunderbare HTML-Fassung von Martin Rack und als PDF von Saskia Friedrich. Wie immer mit zahlreichen spannenden Artikeln, Interviews, jeder Menge Know-How und der üblichen Kolumne von mir, diesmal über «Schwarz». Neben dem Slanted-Mag ist DMIG eines dieser neuen Design-Magazine, dass sich mit jeder Ausgabe ein Stückchen verbessert und seine ganz eigene Nische gestaltet. Ein tolles Beispiel für die Möglichkeiten, heute mit etwas Herz und Connections «einfach» ein Magazin zu launchen und eine Publikation, die ich von A bis Z lese, wenn sie herauskommt. And so should you, my dear…

5. Juli 2011 11:44 Uhr. Kategorie Design. Tag , , . Keine Antwort.

Slanted 11

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So spät wie ich diese Ausgabe vorstelle, ist die nächste wahrscheinlich schon fast da – sie kam leider erst recht spät hier an und wir sind derzeit auch recht busy.
Dennoch nachgereicht ein paar Worte zum Slanted-Magazin, dass ja langsam aber sicher zu einer großen Erfolgsstory wird, vom Blog zum Selfmade-Magazin in einer Art feinerem Copy-Printing, zur regelmäßigen Publikation mit gemischten Papiersorten und Plakat-Umschlägen, die inzwischen auch in ausgewählten Magazinhandlungen zu kriegen ist und mit Typo-Lyrics eine Art Buchableger generiert hat.

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Die elfte Slanted bringt nun eine Art Umbruch, der vielleicht an der Zeit war. Die Slanted hat sich nie fragen müssen, wofür sie eigentlich da ist – das Magazin ist in seiner Fokussierung auf den typographischen Aspekt von Design in Deutschland recht einzigartig und stellt Schriften zudem so eigenwillig nicht nur als Fonts, sondern auch in ihrer Anwendung und mit Themenschwerpunkten vor, dass es vielleicht auch nie nötig war, sich nach raisons d’être zu fragen. Mit dem Erfolg ist die Slanted aber nun vielleicht mehr als nur ein Image/Spaßprojekt von Magma, vielleicht hat man nach zehn Ausgaben aber auch einfach nur Lust auf Veränderung – jedenfalls haben Lars Harmsen, Julia Kahl, Flo Goertner und der Rest des Slanted-Teams ihren Focus erneut verschoben und herausgekommen ist etwas, was nicht mehr Richtig Magazin sein kann, sondern zu einer Form von Austellung in Papierform mutiert, die rund um eine Form von Schriftausdruck zu mutieren scheint. Slanted ist ein Zettelkasten, ein Blackboard, eine Zeitschrift, die man zunehmend weniger liest und mehr sieht, ertastet, die den Betrachter auf den ersten 114 Seiten mit einer Bilderflut allein lässt und erst dann in einer Art ausgedehnten Kolophon die Texte nachliefert, als Endnoten sozusagen, als Untertitel zu den Bildwelten. Dieser Remix-Ansatz, der Inhalte ineinanderschiebt, überlagert und der dem modernen Flair fürs Anitästhetische im Design fröhnt, ist so erfrischend wie auch ermüdend. Er hebelt die Linearität des Magazins komplett aus, findet eine fast an die Ray-Gun-Zeiten erinnernde Dreistigkeit, diese wohltuende «Yeah, fuck YOU»-Haltung, die einem Designmagazin einfach auch guttun kann und die neben den größeren Designmagazinen, die stets funktional-journalistisch, eine eigene Nische für die Slanted generiert, eine Abhebung von Form, Novum, Page et al – und zugleich noch einen Unterschied zu den endlosen, namenlosen kleineren Design-Fanzines dokumentiert, die immer versuchen, wie Magazine auszusehen… die Botschaft ist: Wir können aussehen wie wir wollen, wir können machen, was wir wollen, wir sind so frei. Das ist natürlich auch eine narzisstische, vielleicht sogar egoistische Haltung, den Leser so auszusperren, solche Hürden aufzustellen, so dekonstruktiv und studentisch und essayistisch, vielleicht sogar poetisch arbeiten zu wollen – und man merkt dem Magazin fast an, wie sehr die eher informativen, Schrift rein vorstellenden Seiten und erst recht die Anzeigen dieses Konzept belasten – aber so viel Spaß sollte man sich an seiner eigenen Publikation andererseits auch leisten dürfen.

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Die Slanted widmet sich dem Thema «Typewriter» und Monospaced Typography enorm vielseitig, so schillernd und ausufernd, als habe man eine Mischung aus Diplomarbeit und Drogenparty in der Hand. Wie das so ist, wenn man in Schwung ist, geht auch mal ein bisschen die Sau mit einem durch und das Heft wird ein bisschen zu Manifest-artig, kriegt diese weltverbessernde Pop-Ernsthaftigkeit, die sich in ffffound und Konsorten, aber eben auch in vielen Diplomen dann in flott gesetzten vierzeitligen Sprüchen niederschlägt – Design als Soundbites. Vielleicht darf man da nicht fragen, was auf einmal Photographien von Atomwaffen oder aus dem Irak in diesem Kontext machen, it’s all Rock’n'Roll, Baby. Aber tatsächlich rettet diese etwas punkige Attitude die Slanted davor, langweilig zu werden. Du gehst halt durch eine Ausstellung, und manche Arbeiten sind wahnsinnig gut, manche so lala, manche eben scheiße, aber die Ausstellung an sich hat ja Spaß gemacht und der Kaffee war gut. Dass die Slanted hier gefährlich nahe dran ist, zum Lookbook zu werden und nahezu textfrei daherzukommen, sich insofern der «vorn» annähert und das ausgerechnet in einem Heft, dass der SCHREIBmaschine verpflichtet ist, ist insofern ein seltsamer Eindruck, als dass faktisch recht viel Text im Heft ist – er scheint nur nahtlos in die Bildebene verstrickt, muss herausgekämpft werden und gern ist er einfach auch mal Gaga, nahe am Blindtext fungierend. Und die eben doch Interviews mit Yeves Peters oder Moiré liefert oder im Durchsehen eine Inspiration für eine Schrift, die man unbedingt mal kaufen sollte.

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Die Slanted wird so zu einer einzigartigen Mischform aus Fontbuch, Magazin, Kunstplattform, einer Melange, die man mögen kann oder nicht, die in genau dieser Mischung einzigartig und faszinierend ist und der man durchaus anmerkt, dass sie auch kreatives Ventil für die normale Agenturarbeit sein kann. Die Slanted ist in den Händen ihrer kleinen Crew ein seltsames Lebewesen geworden, die sich verändert, mutiert, iteriert und aufwächst, die alles über Bord wirft und neu anfängt, bevor sie langweilig werden könnte. Und genau so darf es hoffentlich noch lange bleiben…

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19. Oktober 2010 18:03 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Eine Antwort.

DMIG 5 ist da – Ordnung

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Die fünfte Ausgabe des Design-Made-In-Germany-Online-Magazins ist … online. Zum Thema Ordnung diesmal, und eins der Magazine, dass nicht nur zeigt, wie simples und doch schönes Design online auch ganz cool funktioniert, sondern das mit gut vernetzten Texten und Interviews von Ausgabe zu Ausgabe spannender wird. Ich frag mich langsam, wie Nadine und Patrick das eigentlich noch managen, scheint aber ausgezeichnet zu funktionieren, denn die DMIG wird langsam aber sicher deutlich lesenswerter als so manches bezahlte Magazin… und als Gratismagazin mit wirklich minimalster Werbung ist das Ding einfach ein rundherum ein Geschenk und als PDF natürlich auch ideal fürs Lesen unterwegs. . Das tolle Stadtmusikanten-Motiv gibt es auch als A2-Poster, könnt ihr direkt im Magazin bestellen.

7. September 2010 09:03 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Eine Antwort.

Ordnung…

schreibtisch.jpg

… so aufgeräumt ist es ja zugegeben selten bei diesem Blick von meinem Schreibtisch. Dieses SonntagmorgenumNeun-Photo ist für die nächste Webausgabe des DesignmadeinGermany-Magazins, das bald erscheint und wieder eine (diesmal sogar fast kurze) Glosse enthält, die ich gerade freigegeben hab. Irre, was Nadine und Patrick auf die Beine stellen, bin sehr gespannt auf die vierte Ausgabe, die dritte war mehr als lesenswert und das Heft wird mit jedem neuen Nummer immer besser.

9. August 2010 15:55 Uhr. Kategorie Design. Tag , . 9 Antworten.

Vulgär

«Vulgär ist eine Nachrichtensendung, die alle Probleme, auch solche, die strukturelle oder systemische Ursachen haben, personalisiert. Ein Sachproblem darf nicht Sachproblem bleiben, sondern muss Personalproblem werden: Das ist vulgär.»

Jens Jessen in der Zeit 31

14:05 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . Keine Antwort.

Design Made in Germany 4

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Die vierte Ausgabe des immer weiter wachsenden Design-Made-in-Germany-Magazins von Patrick Marc Sommer und Nadine Rossa ist online, diesmal zum Thema «Webdesign». Beim ersten Durchblättern wimmelt es mir schon zu oft von «Usabilty» (meinem persönlichen Haßbegriff der Woche), aber die Interviews und Texte sehen spannend aus. Eigentlich seltsam, dass meine zunehmend wirscher werdenden (und so ja auch als langwerdende FlashWriting-Form geplanten) Texte noch in ein so gut werdendes Blatt dürfen. Mit Information Architects und Iconwerk hat das DMIG-Team zwei tolle Interviews am Start, Christophe Stoll und Johannes Schardt denken über die Zukunft von Print im Web nach, die wir in Form von Spiegel und Zeit-Relaunch auch gleich erklärt kriegen… klingt alles spannend. So spannend, dass man das Heft eigentlich langsam am liebsten gedruckt mitnehmen möchte ;-D.

17. Mai 2010 13:24 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

Schwarz ist das neue Schwarz

Aber war es jemals wirklich out?

9. April 2010 10:13 Uhr. Kategorie Design. Tag , , . Keine Antwort.

Slanted 09: Stencil

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Unter dem schönen blauen Plakat-Cover (das an sich einen Jahreskalender von Alexander Branczyk verbirgt) der neunten Slanted verbirgt sich gleich zum Thema «Stencil» passend ein weißes Cover, in das TYPE und FUCK gestanzt sind, das Heft selbst wird zur Sprühvorlage. Und zeigt so, dass auch in Zeiten, in denen Schrift sich digital immer besser repräsentieren lässt, die gedruckte Vorlage nach wie vor ihren Wert hat – als 160 Seiten starkes, liebevoll gestaltetes Magazin, das die anscheinend immer nicht nicht ausgestorbene Sprühschablonen-Ästhetik der Grunge-Design-Ästhetik auf den Prüfstein hievt und zum Teil herausragende aktuelle Beispiele für diese Art von Typographie findet. Interviews Chip Kidd, John Boardley und Kouga Hirano, Studentenarbeiten und gedruckte Inhalte des Slanted-Blogs runden das Heft ab, das verblüffend beweist, dass es so etwas wie eine Themenzeitschrift für Typographie geben kann, die nicht langweilig wird.

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9. Februar 2010 08:48 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

Satellites Mistaken for Stars

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Alexander Eggers Buch Satellites mistaken for Stars ist eine dieser Publikationen, die mit Design im angewandten Sinne wenig zu tun hat, sondern eher ein Hybrid aus Kunst und einer Art suchenden, tastenden Design ist, mit dem Egger – der nicht ohne Grund nebenbei auch Musiker und Autor ist – sich seinen Faszinationen annähert.Der Wiener arbeitet zwar für namhafte Kunden als Illustrator und Designer, man merkt dem Buch aber an, dass er nebenbei noch genügend Zeit finde, um bis ins kleinste Detail ausgetüftelte kleine visuelle Zaubereien zu basteln, denen man kaum noch ansieht, ob sie analog oder am Rechner entstehen (wahrscheinlich beides), die nichts verkaufen wollen und müssen und daher die Freiheit haben, herumzuirren und durchaus auch einfach mal nur schön oder leer sein zu dürfen. Berauschend an dieser Bilderflut von Stilen, Formen und Farben ist die liebevolle Versessenheit, die man den Arbeiten trotz ihres oft hingerotzt-notizenhaften Charmes ansieht, die Manie, mit der Egger auf der Leere der Doppelseite fast an Sergio-Aragones kleine MAD-Randmarginalien erinnernde Miniaturen baut. Es ist undlich schwer, über Seiten bei einer relativ chaotisch anmutenden und beliebig-subjektiven Kompositon einen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten und eine Art von Narration herbeizuzaubern – vieles in dieser Richtung langweilt sehr schnell nach einigen Seiten – aber Egger schafft, ganz anders als aber doch ähnlich wie Carson, die Balance von Unordnung und Intuition einerseits und dem Gefühl von Sinn und Tiefe andererseits. Man mag den Sinn seiner Bilder in dieser fast skizzenbuchhaften Juxtaposition nicht immer sofort erkennen, aber man spürt deutlich, da ist mehr als nur vollgeklatschte Seiten, insofern fühlt man sich eingeladen, genauer hinzuschauen und sich auf die Gestaltung einzulassen – nicht mehr selbstverständlich heute, dieses Gefühl von Fata Morgana und Hitzeflirren, wo doch so viel im Grafik Design fertig mundgerecht präfabriziert geliefert wird, selbst die Ideologien. Ganz im Gegenteil brilliert Egger – ähnlich wie Kim Hiorthoy – gerade dann, wenn die Seiten etwas ruhiger, leerer sind und sein ausgezeichnetes kompositorisches Gespür für die nur scheinbar willkürliche Anordnung seiner Elemente greifbar wird. Satellites ist, wie der Titel bereits verspricht, ein wunderbar doppelbödiges Spiel mit Eindrücken und Verirrungen, kostet rund 30 Euro… uns ist z.B. bei Amazon zu beziehen.

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31. Januar 2010 11:54 Uhr. Kategorie Design. Tag . Eine Antwort.

Clownfisch – Schöpfung

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Die dritte Ausgabe des von Christian Hampe und Beate Blaschczok produzierten und herausgegebenen Magazins Clownfisch (das eigentlich mehr eine Art Ausstellung in Heftform ist)  ist das Ergebnis eines ambitionierten Projektes, bei dem Hunderte von Blanko-Heften verteilt wurden und aus den zurückgesandten und vollgezeichneten, geschmierten, geklebten und sonstwie veredelten Heften das eigentliche Heft entstand – plus weiterer Inhalte der ständig wachsenden Kreativ-Crew um die beiden Wuppertaler. Gekrönt von einer atemberaubenden Gratis-Ausstellung, die nicht nur die zurückgesandten Hefte zeigte, sondern auch anderes Artwork, eine Riesenparty mit exzellenter Musik anbot, zeigt das Heft einen manchmal wirschen, manchmal hochinspirierenden Fluss von Zeichnungen, Photos, Gedanken, Texten, Einwürfen und Provokationen rund um das Thema Schöpfung, das sich als roter Faden durch das Heft zieht, dessen farbenschillernd fiebernder Inhaltzwischen zwei dezent minimalistischen weißen Deckeln verborgen bleibt. Toll gedruckt und liebevoll (wenn auch hastig) irgendwo zwischen hingerotzt und musengeküsst layoutet merkt man der Clownfisch fast nicht an, dass dies ein Projekt des Guten Willens ist, dass die beiden ohne große Finanzierungshilfen auf die Beine stellen. Also: Hingehen und abonnieren, oder Anzeigen schalten oder mitmachen und fördern… damit die nächste Ausgabe, Utopia, noch berauschender wird. Ihr könnt das Heft direkt bei den Auslagestellen abholen oder bei Clownfisch bestellen und ihr solltet es wirklich tun.

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4. November 2009 10:08 Uhr. Kategorie Design. Tag . 3 Antworten.

Botenstoff III

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Zufall ist das Thema der dritten Ausgabe des Designbereich-Magazins der FH Krefeld, diesmal betreut von Silvia Beck, und gestalterisch hauptsächlich von Dirk König und Franz Thues geprägt. Dem Titel entsprechend drehen sich die Artikel um die Rolle des Zu-/Unfalls in der Gestaltung und der kreativen Arbeit. Wo die erste Ausgabe sich sehr auf die Darstellung des hochschulischen Arbeitens fokussierte und im besten Sinne ein Portfolio sein wollte, die zweite Ausgabe eher frei flottierend ein Thema beleuchtete und selbst Kunst/Design war, ist die dritte Ausgabe ein durchaus geglückter Zwitter beider Ansätze, gestalterisch wieder einen Tick konservativer und im Fahrwasser vertrauter Editorial-Visuals anderer Magazine, mit Retroserifen und unterstrichener Sans, weitestgehend souverän durchgestaltet, ohne dabei je zu langweilen. Studentisch wirkt an diesem Magazin optisch nichts mehr, auch die Texte und Artikel sind so geschrieben, dass man auch als Leser, der so gar nichts mit der Krefelder FH am Hut hat, bestens informiert und/oder unterhalten wird. Zufallsexperimente in Illustration und Photographie, nachdenkliches über generatives Design, wilde Experimente, spannende Projekte – und das alles umhüllt von einem Cover, das an sich ein Random-Experiment ist und den Namen Botenstoff jedesmal wieder neu remixed (dazu kommt ein limitiertes, eingelegtes Original-Photo von Ines Werner). Die Bandbreite geht weit über das Design hinaus, streift Musik und Kunst, Augmented Reality. Drogenexperimente und fehlgeschlagene Experimente, die zu weltberühmten Erfindungen wurden. Diese Botenstoff zu lesen macht Spaß – und das wieder auf eine ganz andere Art als die beiden vorherigen Male, was an sich eine Leistung ist, sich zum zweiten mal aus einer Form zu befreien und frisch zu bleiben, ohne beliebig zu werden. Respekt – und weiter so!!!

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2. November 2009 14:03 Uhr. Kategorie Design. Tag , . 4 Antworten.

Slanted 08

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Die neue Slanted ist da. Ich muss mich wirklich erst an das Vierteljährliche gewöhnen, ich war völlig überrascht.

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Die Slanted steigt in die zweite und dritte, vielleicht sogar die vierte Dimension der Schrift hinauf, unter anderem mit Arbeiten von von Edhv, Klein Dytham architecture , den famosen Pixelgarten, Maxime Buechi, Ina Saltz, Erwin Bauer und Interviews mit Sabrina Tibourtine, Christoph Dunst, Sipho Mabona, Gemma O’Brien und David Carson. Ihr merkt schon: Da haben Julia Rausch und ihr Heer von Beitragenden wieder echte Perlentaucherei in Sachen Typographie unternommen und das Leitthema 2d3d  tief auf fast 200 Seiten ausgelotet. Also: Ab zur Slanted-Site und bestellen :-D.

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9. Juli 2009 18:25 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Eine Antwort.

Design made in Germany Magazin 01

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Das von Patric Marc Sommer und Nadine Roßa produzierte Design Made in Germany Magazin ist in der ersten Ausgabe als PDF erschienen. DMIG stellt eine Reihe spannender Projekte und Agenturen vor, wobei der Clou ist,dass jeder Artikel nicht von der DMIG-Crew und nicht von dem Interviewpartner, sondern von einem anderen Designer/Grafiker gestaltet wird. So hat Katharina aus unserem Team etwa den Erik-Spiekermann-Artikel gestaltet (wofür Erik uns wahrscheinlich die Ohren langziehen wird) und das eMail-Interview mit mir zum letzten Saisonheft des Theater Bielefeld hat Kai Scholz gestaltet. Highlight des Heftes ist das Intro, in dem Patrick sein Heft mit 25 Statements namhafter Kollegen zum Thema «Was ist typisch deutsches Design?»einleitet, begleitet von schön sparsamen Illustrationen von Martina Wember.

25. Juni 2009 08:14 Uhr. Kategorie Design. Tag . 21 Antworten.

House of Mystery

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House Industries gehören mit ihrem pop-artigen, oft auf Comics und den Werbelook der 60s zurückgehenden Vernacular Style verdient seit Jahren zu den Stars der Designszene und haben den feuchten Traum jedes Schriftschaffenden längst erreicht: den Crossover in die Popkultur. Anstatt nur digitale Fonts zu zupfen, geben Sie Konzerte, verkaufen Möbel und Mode (und nicht nur bedruckte T-Shirts), die dann wiederum von Popstars getragen wird, sie entpuppen sich als Meister der Selbstvermarktung und finden immer neue Wege, Spaß, Kreativität und soliden amerikanischen Sinn fürs Geschäft zu verzahnen.

Einen für deutsche Verhältnisse fast unvorstellbaren Zwischenstopp auf den Weg in den Designolymp haben die Herren Roat und Cruz inzwischen mit der Gestaltung des aktuellen WIRED-Covers erreicht. Das komplett von Alias/Fringe/Lost-Kopf und Star-Trek-Regisseur JJ Abrams als Wunderkind der Stunde und Obernerd zusammengestellte Heft kommt im Look einer Sixties-Werbung, wie man sie vielleicht auf dem Rücken eselsohriger Marvel-Comics finden konnte und erinnert sofort an X-Ray-Specs und geheime Tricks, um am Strand mit Muskeln aufwarten zu können, ein Stil, den auch Chip Kidd immer wieder gern zitiert, an den mich dieses Cover vor allem auch wegen des gelben Backgrounds sehr erinnert. Es ist verblüffend, nach all den Jahren – US-Retro ist ja nun wirklich kein neues Ding – wie gut dieser Pastiche-Look funktioniert, wenn er sauber gemacht ist… und hier ist er sehr sauber gemacht.

Vor allem aber ist es phantastisch, dass ein derart führendes Magazin – wieviel Magazine werden schon bei den Simpsons veräppelt? – sich so umfassend von einem Designteam umstricken lässt, inklusive neuem Titellogo und der Verwendung von House-Schriften im Innenteil. Man stelle sich vor, der Stern ließe Fons Hickmann völlig freie Hand an einem Cover oder die Neon würde sich von Hort komplett durch die Mangel ziehen lassen. Die positive Verzahnung von Design und Popkultur, von Konsum und Gestaltungsspaß, das «Angekommen-sein» im Mainstream ist in den USA sehr viel weiter als hier, vielleicht weil die USA durch die massive Werbekultur der Nachkriegsjahre und den aus dieser Zeit stammenden Designapproach, der ja inzwischen fast den Charakter einer Kunstepoche genießt, eine ganz andere, fröhlichere, unbeschwertere Einstellung zu bestimmten Aspekten von Design haben, während wir Deutschen es ja eher eine kühle, verkopfte Otl-Aicher/Dieter-Rams-Denke haben, die rationaler ist und sich deshalb nie so tief in der kollektiven Seele eines ganzen Volkes verankern konnte, weil wir aus Angst vor Kitsch und Heimeligkeit (die es in der Dekade nach WWII ja auch im teilweise allergruseligsten auch hier gab) eher auf ein emotionsfreies, abgehobenes, intellektuelles Design gesetzt haben. Absolut verständlich – und mit grandiosen Ergebnissen – aber manchmal frage ich mich, wie hoch der Preis für diese «High road» heute ist, da gut gemachtes Design in Deutschland nie Teil des Alltags geworden ist. Auch wenn die frühen Factor Design oft einen Bezug zu einer Werbesprache der Sechziger Jahre fanden, und dieser Look unglaublich oft kopiert wurde, fehlt uns absolut jeder Bezug zu einer naiven, fröhlichen aber dennoch eindeutig durchgestalteten Design-Sprache, wie sie die Amerikaner haben – oder?

22. April 2009 07:09 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

Clownfisch bei Slanted

Das von Christian Hampe und Beate Blaschczok, zwei Ex-Studenten und Freunden, herausgegebene Ausstellung-in-einem-Heft-Magazin Clownfisch ist ja seit einiger Zeit mit der zweiten Ausgabe am Start und geht jetzt richtig in die Verteilung an über 200 Locations, während die beiden schon an der dritten Ausgabe – Schöpfung – werkeln. Völlig zu Recht ist das Mag jetzt auch ausführlich bei Slanted vorgestellt – und ich hoffe, die Publicity bringt die Bestellungen ordentlich nach oben – das Heft ist nämlich klasse :-D. Wer an der dritten Ausgabe mitwirken will, kann sich hier anmelden – oder bei den NRW-Tagen von 29.-31. August in den alten ELBA-Hallen dabei sein.

20. August 2008 10:04 Uhr. Kategorie Design. Tag . 2 Antworten.

Micro

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Das Weimar als kultureller Mikrokosmos funktioniert, unterstreicht die von den Studenten der dortigen Bauhaus-Uni herausgegebene Publikation micro, die sich in der aktuellen Ausgabe dem Kosmos und der Musik widmet. Das sechsköpfge Team – Julia Buschbeck, Annett Jahn, Manuela Klaut und Lisa Schreiber in der Redaktion, Karl Badde und Jens Ole Mayer als Layouter – präsentieren ein großformatiges Magazin, das im wunderbaren Violett und Silber gehalten ist, auf dem Cover einen seltsamen Bigbangblob und wunderbar miese 80s-Videospielgrafik zeigt.

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Das Layout im Inneren ist ein seltsamer Balanceakt zwischen modernem Editorial Design und dessen Gimmicks und einer bewussten oder unbewussten Auflehnung dagegen. Insofern weht schon der Geist von Meiré und Lombardo durch die Seiten (warum eigentlich immer die?), aber es gibt auch wunderbar vergrätzte Details, die das Heft durchaus mit einer eigenen Note versehen. Auch die vergnatzten Illustrationen, die den frühen Computercharme der 80er ebenso aufgreifen wie das Cover und die wie das ganze Heft seltsam zeitgeistig wirken (immerhin ist diese Formensprache auf fast jedem Indiecover des letzten Jahres präsent, retro olé), aber dennoch ein eigenes Flair bewahren.

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Die Texte drehen sich munter um ein Orbit aus Musik, Technologie, Kultur, Elektronische Sounds, Kreativität im Kontext des Weltraum Weimars. Der Content ist auch für Nicht-Weimarer durchweg lesbar, die Interviews spannend, die Texte kein reiner Selbstzweck des Designs, sondern eher Grundlage des Heftes, was bei Design-Studenten ja erst einmal nicht ganz selbstverständlich ist. Als Bonus legt die micro-Crew noch eine CD dabei, die den Soundkosmos Weimars, um den es in den Texten des Heftes geht, auch zu Gehör bringt.

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Rundherum eine sehr schöne, gelungene Sache, die handwerklich sauber und ästhetisch chirurgisch präzise an der Schnittkante von Design und Anti-Design, von modern und hässlich, von gelungen und bewusst-scheiße verortet ist und insofern sehr zeitgemäß daherkommt. Da ist ein Gespür für Rhythmus und Leere einer Seite, ein Feeling für Typographie zwischen Old-School und Respekt vor dem Text und gleichzeitiger Verrocktheit, das Spaß macht. Gerade für eine studentische Publikation – die ja manchmal nur als knapp getarntes Portfolio dienen – ist das eine rundum gelungene Sache, die ihr euch sicher bei der Redaktion bestellen könnt.

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09:54 Uhr. Kategorie Design. Tag . 7 Antworten.

Clownfisch 02: Zerstörung

Die zweite Ausgabe von Clownfisch ist da…

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8. März 2008 14:09 Uhr. Kategorie Design. Tag , . 5 Antworten.


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