
Auch von Wacoms Einsteiger-Tablett Bamboo ist eine neue Generation erschienen, die vor allem optisch deutlich erwachsener wirkt als die Vorgängerserie. Wenn auch längst nicht so reduziert und professionell wie die Intuos-Serie, wirkt die aktuelle Baureihe der Bamboo-Geräte nicht mehr wie Spielzeuge, auch wenn Namen wie Pen & Touch Fun dies nahelegen (Fun bezieht sich eigentlich nur auf das Softwarepaket).

Es gibt von der Bamboo-Serie mehrere Varianten, darunter Pads, die nur Stifteingabe oder Stift und Touch-Bedienung unterstützen, zwei Größen beim Fun (small und das etwas größere medium) und verschiedene Softwareausstattungen. Da ich die Software nicht brauche und für die mobile Arbeit am Air als Gegenstück zum Büro-Intuos eher die handlichere Größe bevorzuge, ist das knapp 90 € teure Pen & Touch, dessen dezentes Schwarz mir eher liegt als das Pseudo-Apple-Alu-Plastik, die ideale Wahl gewesen. Das Gerät kommt mit einer neongrünen Kontrastfarbe für die Stiftlasche und die Rückseite, für meinen Geschmack etwas zu poppig, aber der Look unterstreicht den Freizeitcharakter und soll das preiswerte Gerät wohl deutlich von der Profi-Hardware unterscheiden.

Wobei das kaum nötig wäre. Verarbeitung des Tabletts und vor allem das Feeling und die Responsivität des Stiftes sind mit dem Intuos kaum zu vergleichen. Wer die Arbeit mit einem Eingabetablett am Bamboo kennenlernt, wird sich vielleicht nie wirklich für ein Intuos entscheiden, denn der Unterschied ist so dezent wie entscheidend. Beide Geräte liefern Stifteingabe, aber wo das Intuos instinktiv, nahtlos und völlig natürlich reagiert, fühlt sich das Bamboo steifer und künstlicher an, ausreichend für »on the road«, aber beileibe kein Vergleich. Ich bin nicht mal sicher, ob es nicht vielleicht ein Marketingfehler ist, so eine Einsteigerklasse anzubieten… es verdirbt den Spaß am Tablett. Was nicht heißt, dass das Bamboo seinen Preis nicht wert wäre – es ist vielmehr so, dass der fast fünffache Preis für das Intuos eben absolut gerechtfertigt ist.

Das Bamboo verfügt über weniger Programmiertasten als das Intuos und hat bei Toucheingabe im Groben die gleichen Probleme wie der große Bruder – die Oberfläche des Pads ist zwar größer als die des MacBooks, (allerdings deutlich kleiner als das Bamboo insgesamt vortäuscht und dabei drastisch reduziert im Vergleich zum Verhältnis passive/aktive Flächen beim Intuos – beim Bamboo ist die aktive Fläche irgendwo zwischen A5 und A6), aber auch weniger geschmeidig und »natürlich« und dabei anfälliger für Staubablagerungen. Dennoch ist das Bamboo für den kleinen Preis ein absolut überzeugendes Gerät – ideal für Retuschen unterwegs und durch die Toucheingabe etwas flexibler. Zahlreiche schöne Designdetails wie die eisschollenartige Struktur der Express Keys, die Stiftlasche (die ich mit am Intuos auch wünschen würde), der besser ins Gerät versteckte USB-Anschluss und vor allem die totale Mobilität des kleinen Pads überzeugen durchweg. Es ist der perfekte Kompagnon, wenn man auch unterwegs zumindest ein »Intuos Light« dabei haben will oder muss.

Ein gerade mobil überzeugendes Feature ist die Wireless-Option von Wacom. Während mit das zumindest für meine Zwecke beim Intuos, das relativ fest am Schreibtisch seinen Platz hat, nicht sinnvoll erscheint, kann es beim mobile Arbeiten schon Sinn machen, wenn man kein störendes Kabel zwischen Notebook und Pad hat oder wenn man mit dem aufgeladenen Pad-Akku die Laufzeit des MacBooks etwas schonen kann, indem kein Strom via USB abgezogen wird. Das Wireless-Kit kann für verhältnismäßig moderate 40 € nachgerüstet werden – happig in Relation zum Bamboo, preiswert relativ zum Intuos (wo es aber eben weniger Sinn macht) – und ist mit zwei Handgriffen eingebaut, indem man den Akku und den Sender in die dafür vorgesehenen Slots schiebt. Über die Akkulaufzeit kann ich aus Erfahrung noch wenig sagen, laut ersten Tests kann sie bei wohl bis zu sechs bis acht Stunden liegen, was absolut ausreichend erscheint – aber eben nur für ein Bamboo.

Ein Intuos bräuchte nämlich eigentlich eher eine Art Schreibtisch-Ladestation und Sender à la Logitech, um im Büro wireless Sinn zu machen. Denn ein großer Schönheitsfehler der kabellosen Freiheit ist, dass an einen dezidierten Empfänger an einen USB-Port anschließen muss. Heißt eigentlich also: Man braucht einen USB-Port für das Laden des Pads und einen als Empfänger, wenn man sozusagen frei zwischen Kabel und Wireless wechseln will. Aber selbst beim Bamboo ist es keine gute Entscheidung, am Air einen der zwei USB-Slots für einen Empfänger draufgeben zu müssen, wenn WLAN und Bluetooth eigentlich vorhanden sind und als Standards genutzt werden könnten. Ich kann mir nicht denken, dass die Daten so komplex sind, dass man sie nicht via 2.1er BT oder eben WLAN senden könnte – und sei es nur als Option (die aber im Handbuch nicht erwähnt ist, leider, und das Pad wird nicht vom System-Bluetooth erkannt). Das ist ein großes Manko, weil man dann eigentlich nicht von Einschalten-und-Loslegen sprechen kann, sondern eher wie früher bei Logitech Tastaturen und Mäusen immer wieder diese Dongle-Steckerei vorher machen muss. Es sollte eher so »gedankenlos« gehen wie das nutzen eines normalen Trackpads, das – einmal verbunden – nach dem Einschalten sofort verfügbar ist, ohne dass ich noch etwas an der Hardware machen müsste. Da hilft es leider auch nichts, dass im Gehäuse ein Platz für den Empfänger vorgesehen ist, so dass das kleine Gerät nicht verloren geht. Ich habe zumindest in der Kürze der Zeit noch keinen Workaround gefunden, Tablett und Air über das normale Bluetooth zusammenzubringen, obwohl der Empfänger-Dongle sehr deutlich macht, dass hier eine BT-Technologie verwendet wird. Was schade ist, denn beim Intuos 4 ging es mit dem «Onboard»-Bluetooth. Keine Frage, ein eigener Dongle macht es für den Nutzer einfach – einstöpseln, fertig – aber es sollte eine Pairing-Option geben, die den eigenen Empfänger überflüssig macht.

Alles in allem ist das Bamboo für unter hundert Euro ein guter Einstieg in die Arbeit mit einem Pen-Tablett, obwohl jeder, der halbwegs ernsthaft am Rechner graphisch arbeitet, sorgenfrei auch den Mehrpreis für das Intuos investieren sollte, und eine phantastische Mini-Lösung für das Arbeiten unterwegs. Es funktioniert so zuverlässig wie man das von Wacom kennt – ich jedenfalls hatte keinerlei Probleme mit Hard- oder Software (obwohl ich persönlich finde, dass die Treiber von Wacom sich inzwischen in zu viel einmischen, weil sie mit ihren eigenen Gestendefinitionen ins System gehen, anstatt sozusagen einfach auf die normalen Trackpad-Gesten aufzusetzen. Less is more – so wie es ist, fühlt es sich leider mehr und mehr nach Logitech an). Wünschenswert wäre eigentlich nur eine nahtlose echte WLAN/BT-Anbindung (was fast via Firmware-Upgrade machbar sein sollte) und auf diesem Weg vielleicht eine Möglichkeit, Bamboo und iPad zusammenzubringen, was nicht so abstrus ist, wie es zunächst klingt… denn so könnte man die nuancierte Arbeit mit dem Stift auf dem Wacom auch mit dem iPad nutzen.

18. März 2012 13:22 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. Keine Antwort.

Das neue Wacom Intuos5 Pad ist seit Anfang letzter Woche auf dem Markt und obwohl es von 3 zu 4 bereits kaum so nennenswerte Verbesserungen gab, dass man upgraden musste, sind wir natürlich Wacom-Junkies genug, um das neue Fünfer-Pad ins Büro zu holen und eins der alten einzumotten.
Die neue Generation ist wie der Vorgänger schwarz, allerdings ist aus dem eher glänzenden Plastikgehäuse eine Art mattes Gummi geworden. Ich sag ja – matte Oberflächentexturen sind die (nähere) Zukunft. Es ist nicht wirklich Gummi, fühlt sich aber samtiger und griffiger an als das vorherige hochglänzende Finish. Auch die Funktionstasten – die ich zugegebenermaßen so gut wie nie benutze – haben sich drastisch geändert. Das ins Gehäuse integrierte LED-Display an den Tasten ist verschwunden, was etwas schade ist, weil das schon schick & praktisch war, und statt dessen wird über die Wacom-Software eine Art HUD im Bildschirm angezeigt, sobald man die Tasten an der linken Seite des Zeichenpads berührt. Dieses HUD ist allerdings ziemlich durchwachsen – während es für den Touchring, der vierfach belegt ist und wie alle Tasten einigermaßen frei konfiguriert werden kann, eine eher dezente Darstellung gibt, wird Touch AUS/AN so groß eingeblendet, dass es wahrscheinlich noch die Nachbarn auf der anderen Straßenseite lesen können. Hier müsste noch mal etwas Screendesign-Politur stattfinden.

Die neuen Touch-Tasten, jetzt ohne eigenes Display.
Während das Intus 4 durch zwei USB-Eingänge so konzipiert war, dass die Zusatztasten links oder rechts sein konnten, habe ich beim 5 bisher keine Möglichkeit gefunden, die Orientierung zu ändern. Was ebenso schade ist wie die Tatsache, dass das Kabel rechts außen ist – es links anzubringen würde weniger Kabelsalat über meinen Schreibtisch laufen lassen, ergo die Reichweite erhöhen und sähe zugleich eleganter aus. Man kann sagen, dass dies keine Rolle spielt, da das neue Pad mit einem knapp 40 € teuren Wireless-Kit ausgestattet auch ohne Kabel auskommt (dazu später mehr beim Bamboo-Review), aber die Tatsache ist, dass der Akku so kurzlebig ist, dass ich das Intuos auf jeden Fall weiter per Kabel betreiben werde – und die Lösung beim 4er eigentlich gelungener fand, zumal auch der USB-Stecker etwas dezenter gelöst war. Der neue L-Stecker ist eine seltsame Fortsetzung der Entwicklung, dass der Anschluss von Wacom-Zeichentabletts mit jeder Generation etwas klobiger wird, denn tatsächlich waren die fest im Gehäuse verankerten alten Kabel weniger sperrig als die (die ansonsten ja sinnvollen) auswechselbaren heutigen Kabel mit ihren dicken Steckern.

Die Funktionstasten sind weitgehend frei belegbar.
Die große Neuerung des Intuos ist, dass es zugleich ein «normales» Touchpad ist, etwa wie das Trackpad von Apple. Auf dem Papier ist das ein Must-Buy-Grund, die Idee ein A4-großes Touchpad zu haben, das Trackpad wegzustellen und das Intuos sowohl als Zeichentablett wie auch als Mausersatz nutzen zu können, klingt enorm verlockend. Und tatsächlich – die Software von Wacom lässt viele Einstellungen zu, die die Trackpad-Funktionalität von Apple abdecken, wenn es auch an entscheidenden Stellen ein zwei seltsame (und insofern ergonomisch ungewohnte, weil Gestensteuerung viel über motorisches Gedächtnis läuft) Abweichungen gibt… nicht, dass Apple hier besser wäre, die nach wie vor Trackpad, Mouse und iPad nicht wirklich kongruent haben. Bisher spielt zumindest bei mir (und wenn ich dem Wacom-Forum glauben darf auch bei manch anderen Nutzern) die Software einige Streiche… die Touch-Funktion streikt gelegentlich ganz oder verhält sich erratisch und ist nur durch Abziehen und wieder Anstecken des USB-Anschlusses wiederherzustellen. Irritierender aber ist, dass die Plastik-Oberfläche des Intuos nie ganz die perfekte Glattheit und widerstandsfreie Geschmeidigkeit des Trackpad erreicht. Wo bei Apple deine Finger wunderbar über die Touchoberfläche gleiten, ruckelt man beim Intuos eher über das Plastik, das sich zumindest bei mir aufgrund der geraden und großen Fläche auch sehr schnell sehr »staubig« anfühlt, egal wie oft man am Tag saubermacht und drüberwischt. Durch die Form des Intuos liegt zudem der Arm anders auf dem Schreibtisch als beim Trackpad, das ja meist eher neben der Tastatur steht – was zumindest bei mir früher zu Ermüdungserscheinungen in Hand und Arm aufgrund der weniger ergonomischen Haltung führt. Also kein vollwertiger Trackpad-Ersatz, aber jede alternative Eingabemöglichkeit hilft ja, weniger repetitiv und belastend zu arbeiten. Dazu kommt, dass das Pad via USB an einem MacPro das vielleicht mit letzte Non-Bluetooth-Eingabegerät ist, was Gold wert sein kann, wenn etwa das furchtbare BT am MacPro mal wieder spinnt und man so zumindest noch grundlegende Dinge (etwa einen BT-Explorer-Reset oder Neustart) vornehmen kann. Phantastisch ist übrigens, dass das Tablett die gleichzeitige Arbeit mit Stift und Touch zulässt – in Photoshop ist damit Zoomen, Drehen und Panning durch ein Bild ein Kinderspiel, man kann im Wortsinne erstmals völlig perfekt mit dem Tablett »auf dem Schoß« arbeiten und braucht Maus oder Tastatur immer weniger. Ich bin kein Zeichner – aber jeder, der am Rechner illustriert, wird diese Generation einfach lieben.

Praktisch zum Kabelaufwickeln, ansonsten zu klobig: Der USB-Stecker.
Kurzum – wer noch kein Intuos hat, dem gibt die fünfte Generation eine Menge gute Gründe, endlich dieses für Designer mehr oder minder unverzichtbare Werkzeug zu kaufen. Es ist ein mit wenigen Ausnahmen wunderbares Stück Design, technologisch eigentlich inzwischen so ausgereift (schon seit einigen Jahren), dass Wacom kaum noch etwas wirklich drastisches daran verbessern kann, die Basics sind seit Ende der 90er perfekt, die noch größte Revolution war der Switch zu USB-Ports vor gut zehn Jahren. Entscheidend bleibt nach wie vor der Stift, die natürliche, superfeine Arbeit in Photoshop. Mir ist nach wie vor ein Rätsel, warum man mit der Maus in Photoshop retuschieren oder effektiv freistellen will, wenn es ein Werkzeug gibt, das so viel fluider und natürlicher arbeitet und so viel mehr kann als nur «binär» zwischen geklickt / nicht geklickt zu unterscheiden. Wer mit dem 4er oder 3er-Intuos arbeitet und damit zufrieden ist, hat keinerlei Grund, umzusteigen, es sei denn Touch oder Wireless-Option sind aus speziellen Gründen wichtig. An der Basis-Funktionalität des Wacom hat sich kaum etwas geändert, der Stift ist bei diesem Modellwechsel sogar ausnahmsweise gar nicht überarbeitet worden (was ich eher begrüße). Das Intuos ist ein phantastisches, wenn auch nicht unbedingt preiswertes Stück Hardware, das im Grunde an keinem Arbeitsplatz fehlen darf. Mir tut Wacom eigentlich etwas leid, weil ihr Kernprodukt seit Jahren so makellos ist – und so solide -, dass man es kaum auszutauschen braucht. Durch das 5er wird hier im Büro eines der ersten USB-Intuos frei, eins der frühen Modelle, die noch keinen gummierten Stift hatten (ein Sondermodell aus transluzent grauem Plastik, das optisch auf die alten G4 aus grauem Kunststoff abgestimmt war, da sieht man wie alt das Tablett ist)… und selbst dieses vielleicht älteste Stück Hardware im Büro ist nach all den Jahren, in denen hier bereits drei oder vier Rechnergenerationen ausgetauscht wurden, immer noch völlig makellos und in den Kernfunktionen (also: Stifteingabe) genauso gut wie die neueste Modellgeneration. Es ist nicht einmal wesentlich unschicker (anders als die Beigen Modelle davor), und die Stiftspitzen sind sogar etwas solider als in heutigen Intuos-Pads. Es ist selten, dass ein technologisches Werkzeug so zeitlos gut ist – und das neue Intuos 5 setzt diese Tradition hoffentlich fort. Die Kabelführung und die noch etwas wackeligen Treiber sind etwas schade und dass eine Plastikoberfläche nicht diese handschmeichlerische Perfektion des Apple-Trackpads erreicht ist wahrscheinlich nur normal… in der Praxis aber ist das 5er eine Evolution von der Vorgängerversion, die das Geld durchaus wert ist, schließlich arbeitet man ja nahezu jeden Tag damit und es gibt kein näherungsweise so »symbiotisches« Interface-Gerät wie das Intuos, das wie ein Stift auf Papier zur Schnittstelle mit der Arbeit wird, ohne Ruckeln, ohne Gesten, ohne Denken. An dieser Perfektion kann Wacom nichts verbessern und gottseidank hat die Firma den Stift nicht mit mehr Buttons oder anderen Schnickschnack modifiziert, sondern vielmehr mit der Touch-Option eine komplett neue Nutzungsschicht über die bestehende gelegt. An der Touch-Funktionalität gibt es sicher einiges zu verbessern in den kommenden Jahren, und das ist ja auch nur gut so – aber insgesamt ist das fünfte Intuos eine hervorragende Symbiose aus Innovation und Bewährtem.

Glow-in-the-Dark: Dezente Lichtmarkierungen begrenzen die Touch-Zone (Der Stift nutzt hingegen die gesamte Tablettoberfläche).
14. März 2012 19:10 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. Eine Antwort.

Mit dem Bamboo Stylus bringt Wacom in diesen Tagen relativ spät einen Stift für das iPad und andere kapazitative Displays auf den Markt – aber das Warten hat sich gelohnt. Der Bamboo beweist, das wider Erwarten eben doch auch bei einem an sich so simplen Konzept wie einem Stift mit einer Gummiblase am Ende noch feine Unterschiede eine Rolle spielen können. Aber gegenüber dem Pogo, dem Erstling auf dem Markt, und auch gegenüber dem AluPen, dem bisher besten Schreibgerät für das iPad, kann der Bamboo spontan überzeugen.

Wo der Pogo dünn und billig wirkt und aufgrund der eher aus Velcro-artigem Material bestehenden Spitze auch sehr unschönes, kratziges Schreibgefühl vermittelt, wirkt der Bamboo solide und edel verarbeitet, gemessen am noch einmal deutlich solideren AluPen überzeugt vor allem die feinere Form. Wo der Alupen eher an ein Stück Kreide oder einen Wachsmalstift erinnert und etwas schwer in der Hand liegt, ist der Bamboo leichter (aber dabei nicht so fragil wirkend wie der Pogo) und dünner, mehr wie ein normaler Schreiber oder Kuli/Gelroller. Er ist ein bisschen kürzer als ein normaler Stift, liegt aber dennoch gut und natürlich in der Hand, der Clip kann optional mit wenigen Handgriffen entfernt werden.

Entscheidender Vorteil: Die Weichgummikuppe ist deutlich kleiner als bei vergleichbaren Lösungen und führt zwar nicht zu wirklich «feinerem» Schreiben – das gibt das Display des iPad gar nicht wirklich her, jedenfalls noch nicht – aber zu einem sehr viel natürlicherem Schreibgefühl und einer fast schon «echten» Schreibschrift. Die weniger ausgeprägte Spitze hat allerdings den Nachteil, dass man nicht nur mit einem Hauch mehr Druck auf den Bildschirm drücken muss, sondern auch, dass man aufgrund des dünneren Gummis dabei sehr viel schneller mit dem Metall über dem Gummiball auf den Bildschirm kommt – man muss sich also beim Schreiben etwas umstellen. Ebenso ist die Haltung der Hand etwas anders – mit dem zierlichen Bamboo ist die Hand bei mir eher auf dem Glas abgelegt als mit dem Alupen, dessen Formfaktor eine ganz andere Handhabung des Stiftes bedingt.

Einziger Nachteil des Bamboo Stylus ist womöglich, dass man ihn eher verlieren wird, weil er so klein ist – beim Preis von rund 30 € heißt es also, aufpassen.
21. Juni 2011 18:35 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. 2 Antworten.

Obwohl das hier wirklich kein Technik-Blog werden soll – ich wurde kürzlich gebeten, meine Back-Up-Strategie zu erklären und dem will ich natürlich gern kurz nachkommen, auch wenn ich nicht weiß, ob unsere Strategie stellvertretend für ein Designbüro mittlerer Größe ist – seit etwa drei Jahren, mit dem Umzug auf OS X haben wir keine «offizielle» IT mehr und arbeiten mehr mit einfachen, überschaubaren Lösungen.
Zentrales Thema beim Backup ist die absolute und permanente Sicherheit von Kunden-Daten. Im Laufe der letzten 15 Jahre ist es nur einmal bei einem Kundenprojekt vorgekommen, dass wir einen richtig bösen Datencrash hatte, durch einen zerstörten Festplattenkopf und ein nicht-aktuelles Backup, und durch viele Beinahe-Katastrophen sind wir mit den Jahren so sensibel geworden, dass wir fast etwas Overkill betreiben und Daten sehr redundant speichern – und selbst das erscheint mir oft nicht sicher genug. Sowohl Archivdaten als auch laufende Projekte sind mehrfach, mindestens immer zweimal, vorhanden – und ich muss sagen mit dem Wechsel von Windows zurück zu Mac vor einigen Jahren sind die Backup-Methoden deutlich vereinfacht worden, weil OS X etwas Sync-freundlicher ist als Windows, wo Werkzeuge wie Acronis beispielsweise gern mal ein komplettes RAID-System so zerschossen haben, das man sehr froh über doppelte Speicherungen war. Unter Mac arbeiten wir nicht mehr mit RAID 5-System, aber auch Lösungen wie TimeMachine sowie diverse Ordner-Synchronisations-Werkzeuge machen uns das Leben deutlich einfacher.
Der Hintergrund: Wir arbeiten bei nodesign mit fünf Leuten und mit sieben Rechner, vier iMacs, ein MacPro, zwei Air fürs mobile Arbeiten und Präsentationen. Der MacPro ist mit 2TB und 3TB-Platten voll ausgestattet und dient dem Büro sozusagen als Datenserver für Bilder, alte Projekte und als Ort, an dem alle Projekte gespeichert sind (abgesehen von Zwischenstufen, die jeweils auf dem Desktop der Clients stattfinden können) und beinhaltet außerdem alle Medien – Fonts, Softwares, Musik, Filme, Bücher und so weiter. Die iMac-Clients haben jeweils 1 oder 2 TB Platten, die Airs 128 bzw 256 GB.
Es gibt keinen klassischen Backup-Plan und meine Methode dürfte jeden ITler in den Wahnsinn treiben, sieht aber etwa wie folgt aus:
Jeder iMac hat zwei externe HDD, je nach Kapazität 1 TB oder 2 TB. Früher waren das bevorzugt WesternDigital MyBook, seitdem WD diese aber zu «klug» gemacht hat, bevorzuge ich die Elements-Laufwerke, die keine vorinstallierte Software mitbringen, sondern einfache «dumme» externe Volumes sind. Eine der externen HDDs dient als Time-Machine-Backu-Medium, das andere spiegelt via Carbon Copy Cloner (der sich als etwas flexibler erwiesen hat als SuperDuper) einmal täglich die gesamte Festplatte. TimeMachine ist also sozusagen das Kurzzeitgedächtnis für versehentlich überschriebene oder gelöschte Dateien, CarbonCopy das Krisenmanagement für den Fall eines Absturzes, da man von diesen Clones aus komplett neu booten kann, sogar an anderen Rechnern. Die Platten sind Firewire- oder USB, tatsächlich ist vor allem aber TimeMachine so langsam, dass der Anschluß kaum eine wirklich spürbare Rolle spielt, zumal die Backups im Hintergrund stattfinden und CCC erst nach Feierabend um 18.00 alles sichert. Beide Methoden sind inkremental, brauchen also meist auch nicht lang.
Die Air-Macbooks haben das gleiche Konzept, allerdings mit einer LaCie Rikiki und einer Freecom XXS, jeweils 1TB – beide sind groß genug, um TM, CarbonCopy und sogar noch etwas Raum für externe Daten zuzulassen und sind zugleich so klein und mobil, dass sie dem leichtgewichtigen Reisespaß mit dem Air nie im Wege stehen. DIe Rikiki unterstützt USB3, das Air allerdings seinerseits noch nicht. Insgesamt ist die XXS die Platte, die ich von Herzen empfehlen kann, obwohl oder vielleicht gerade wegen der fast verbrecherisch leichtsinnigen Ummantelung, die im Grunde nur aus einer Neoprenhülle besteht. Kleiner geht es derzeit kaum.
Der MacPro ist von Ende 2010 und unterstützt insofern leider noch kein Thunderbolt – also habe ich eine LaCie USB3-Karte eingebaut, die zwei Minimus-Platten ansteuert. Die Platten sind klein uns leise und durch USB3 so schnell, wie die internen Platten (512 GB SSD, 2x 3 TB, 1×2 TB) und der Bus der Platten es eben hergeben. Thunderbolt und externe SSD-Laufwerke dürften hier noch mal einen Leistungssprung bringen. Aber um die Wahrheit zu sagen – siehe oben – bei beiden Sachen kommt es nur beim ersten Backup aufs Tempo an. LaCie hat einen eigenen USB-Treiber im Angebot, der derzeit einzige (meines Wissens nach) für Mac – der Haken bei der Sache ist, das er wirklich NUR LaCie-Produkte unterstützt, durch eine kleine Hardware-Abfrage. Verständlich von Seiten der Herstellers, aber nicht sonderlich sinnvoll auf Dauer. Aber ich denke, mit Thunderbolt dürfte sich die Frage nach der Zukunft von USB3 am Mac erledigt haben. Die Minimus-Platten sind nicht so robust im Handling wie die WD-Platten. Es kann schon einmal vorkommen, dass die Platten sich ungefragt aus dem System verabschieden – und hier hilft nur ein Neustart des Systems. Auch die Hotplug-Fähigkeit ist eher bescheiden, zieht man eine Platte ab, sind beide «unmounted» und auch hier hilft nur erneutes Booten… Kleinigkeiten, die den ansonsten guten Eindruck der LaCie-Produkte etwas trüben. Diese beiden Platten sichern via CCC und TM die SSD-Bootplate und die «Daten»-Platte sowie die wichtigsten Medien (iTunes-Bibliothek usw.), die auf der vierten Platte liegen.
Ein weiteres CCC-Backup läuft einmal wöchentlich und speichert Daten, die beiden 3-TB-Archive und die Media-Platte auf einen 8-TB-Drobo. Der inzwischen drei Jahre alte Drobo ist erste Generation (hat aber mehrere Platten-Updates hinter sich), hat vier Slots à 1 TB, ist per USB angeschlossen und im Schrank versteckt (wegen der doch recht lauten Lüftung) – und bisher tut der Drobo zwar nicht wirklich rasant schnell, aber mit zwei Ausnahmen doch sehr sicher seinen Dienst. Der Drobo ist ein redundanter Speicher – er sichert eigentlich nur Daten ab, die ja bereits im Archiv liegen und gewährleistet eigentlich nur, dass wir bei einem versehentlichen Überschreiben einer Datei im Archiv (was mit InDesign oft genug passieren kann, wenn man in einer Vorlage arbeitet und im Arbeitsfieber CMD-S drückt ) das Original wieder herstellen können bzw. sorgt einem HDD-Crash vor. Er ist keine aktive Platte, insofern ist mir das Tempo vom Drobo relativ egal, zumal die Backups automatisiert am Wochenende laufen. Achtung: Beim Drobo hat es sich als sinnvoll herausgestellt, immer eine Wechselplatte gleichen Formats zur Hand zu haben, falls einmal eine der vier Platten ausfällt und ausgetauscht werden muss. Der Drobo mit vier Slots braucht also eigentlich fünf Platten, der fünfer entsprechend sechs und so weiter.
Per Folderwatch werden in Echtzeit die Mediadaten (iTunes usw) auf einer 2-TB-TimeCapsule synchronisiert, die zugleich ein zweites WLAN neben der Fritzbox liefert. Die Daten sind eine 1:1-Spiegelung und dienen nur als Sicherheit – um versehentliches Löschen von Daten, das ja sofort mit-synchronisiert würde, abzufangen werden diese Daten außerdem einmal monatlich auf einer weiteren 2-TB-Elements-Platte von WD gesichert – in diesem Falle manuell per Forklift-Synclet. Das ist ein wenig Overkill, zugegeben – aber iTunes kann gelegentlich etwas wirsch reagieren und in drei Fällen hat es mich schon gerettet, einfach noch einmal an alte Tracks heranzukommen. Mit iCloud und iTunes Match könnte sich dieser Schritt als überflüssig erweisen, weil man ja ein Backup «in the cloud» hätte.
Apropos in the Cloud – SSD-Laufwerk, Daten und das Archiv 01 (aktuellere Projekte des letzten Jahres oder Projekte gerade akuter Auftraggeber) sowie iTunes werden zusätzlich per Backblaze gesichert. Backblaze ist für die hier bestehenden Datenmengen – etwa 5 TB – alles andere als geeignet, das Erstbackup dauert natürlich selbst bei voll aufgedrehtem Upload und VDSL ohne Frage Monate. Ich bin sicher, Backblaze ist eher für kleinere Systeme gedacht – MacBooks und iMacs dürften ideal sein -, aber es gibt kein tatsächliches Limit und es st ja relativ egal, wie lange der Upload dauert – als letzte Rettungsleine ist es irgendwann sicher dennoch zu gebrauchen und mit 5 Euro im Monat auch preiswert genug (auch wenn man kaum darüber nachdenken mag, wie lange ein Restore von einem solchen Backup dauern dürfte). Backblaze lässt sich einfach konfigurieren – welche Platten, welche Ordner nicht sichern, wie schnell, usw. – und macht dann mehr oder minder unsichtbar im Hintergrund seine Arbeit, sollte nur bei extrem zeitkritischen Uploads vielleicht kurz deaktiviert oder ausgebremst werden, ansonsten merkt man es im Alltag kaum, selbst wenn es permanent hochlädt. Ich glaube, diese Form von Online-Backup wird in Zukunft mehr zunehmen, mit wachsenden Bandbreiten im Web.
Last not least bleiben durch Hardware-Updates eine wachsende Anzahl von 1TB- und 2TB-Platten im Büro, auf die wir mit einem Sharkoon SATA Quickport unregelmäßig manuell wichtige Daten aus dem Archiv spiegeln – falls alle Stricke reißen, ist das besser als nichts. Von wichtigen Daten wie Photos bekommen zudem die Auftraggeber auf Wunsch eine Backup-Festplatte, so dass die Daten auch außer Haus gesichert sind.
Streamer und DVDs setzen wir (gottseidank) seit einigen Jahren gar nicht mehr ein und ich muss zugeben, ich kann es kaum abwarten, bis aus normalen Festplatten durchgehend SSD via Thunderbolt geworden ist und natürlich große Kapazitäten deutlich preiswerter sind – obwohl das noch Jahre dauern dürfte – um endgültig etwas aus den «mechanischen» Unsicherheiten sterbender Festplatten heraus zu sein. Obwohl wir mit unseren Datenmengen ein reines Online-Backup derzeit wirklich nicht als brauchbare Lösung betrachten, ist es für kleinere Systeme eigentlich ein ausgezeichneter Weg – wenn es auch keine Boot-Platte mit einem Clone des Systems ersetzen würde. Langfristig würde mich nicht wundern, wenn Sachen wie TimeMachine aber komplett «in the cloud» passieren und man vielleicht sogar mehr und mehr auch mit den akuten Daten, an denen man kollaborativ arbeitet, direkt auf einem Webserver arbeitet. Dazu müssen bei diesen aber Redundanzen, Versioning und Restores sicher deutlich einfacher und erwachsener werden.
Komplette Sicherheit gibt es selbst so freilich nicht – mit TimeMachine etwa geht es nur immer zur letzten Stunde zurück – aber alles in allem habt sich die Methode als verlässliches Sicherheitsnetz erwiesen, um sowohl kurzfristige Fehler durch Überschreiben alter Daten oder Fehlspeichern sowie komplette Systemausfälle (die wir in den letzten drei Jahren ohnehin nur einmal hatten bei einem Rechner) aufzufangen.
Ich weiß nicht, ob diese Information etwas hilft – zumal wahrscheinlich jeder seine individuelle Methode finden muss, sich «sicher» zu fühlen. Ich kenne Nutzer, die gar kein Back-Up machen und sich auf ihren Schutzengel voll verlassen (durchaus auch mit Erfolg), andere setzen nur auf TimeMachine und die Restore-Disk, andere clonen nur. Ich persönlich finde, das jede Form von Speicherkosten für uns gering ausfällt gegen die Kosten, ein verloren gegangenes Design noch einmal nachbauen zu müssen oder – persönlicher – auch gekaufte Musik und Bücher in großer Zahl nachkaufen zu müssen.
14. Juni 2011 12:13 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware, Software. 2 Antworten.

Kein Zweifel – obwohl wir bei nodesign gerade auch gezielt bestimmte Prozesse wieder zum Papier zurückführen… etwa, indem wir nach wie vor Architekten-Zeichenrollen für Skizzen nutzen oder frisch ein großes offenes A3-Moleskine-Skizzenbuch für kollektives Brainstorming-im-Vorübergehen für alle Mitarbeiter eingeführt haben… wird das Leben immer digitaler. Neben den Büchern und der Musik verlieren auch die Dokumente ihre «Form», oder zumindest wird es wichtiger und einfacher, Papierdokumente auch elektronisch und mit Volltext-Suche zur Hand zu haben, anstatt in Ordnern zu wühlen.
Obwohl aber inzwischen ja immer mehr Korrespondenz ohnehin elektronisch läuft, gibt es immer noch Unterlagen und Rechnungen, die ganz klassisch auf Papier kommen. Neben der normalen Ordner-Ablage haben wir im letzten Jahr begonnen, die wichtigsten Papiere mit Evernote zu archivieren. Bisher bedeutete das aber immer, zu einem der Büroscanner zu gehen und per ScanDrop oder Apples eigenen Scan-Import nach Evernote zu importieren, was wenig unintuitiv war und – gerade wenn ansonsten auch viel zu tun ist – mal für Rückstau in den Ablagen sorgte. Das Problem an solchen Dingen ist aber, das man sie nicht tut, wenn sie nicht einfach, schnell, intuitiv und mit einem Hauch Spaßfaktor tun kann. Der ScanSnap S1100 ist eine perfekte Lösung für dieses Problem.
Gerade 28 cm breit und ansonsten nur um die 4 cm hoch und tief ist der Scanner ein Minimum an Technik – selbst aufgeklappt nimmt er auf dem Schreibtisch absolut keinen Platz weg, geschlossen wird er nahezu unsichtbar. Sobald man die vordere (etwas unsolide wirkende) Klappe öffnet, wird die Software auf dem Rechner wach (das Icon ändert sich von grün zu grau) und der Scanner ist sofort, ohne sonderliche Aufwärmphase, nach einem kurzen Surren scanbereit. Das Papier wird einfach frontal eingeschoben, was mit geknicktem oder dünnem Papier manchmal etwas frickelig sein kann – der Scanner schluckt dabei von der Visitenkarte bis A4 jedes Format problemlos und erkennt selbst, egal wo man das Papier einlegt, das Format. Mehrere Seiten lassen sich problemlos scannen, indem man einfach immer das nächste Blatt einlegt – für wirklich lange Dokumente ist natürlich ein richtiger Scanner mit Dokumenteneinzug besser, aber drei bis fünf Seiten lassen sich so wirklich völlig problemlos schnell wegscannen. Der SnapScan kann zwar kein Duplex – also nicht doppelseitige Dokumente vollautomatisch bearbeiten – hat aber eine recht brauchbare Lösung für ein so mobiles Gerät parat: Die oben aus dem Scanner erscheinende Seite kann sofort – falsch herum – wieder in den Scanner eingelegt werden und wird in der Software um 180° gedreht, so dass man relativ flott Vorder- und Rückseiten durchscannen kann.

Überhaupt ist die Software das eigentliche Highlight des S1100 Ich war – und bin – skeptisch mit diesem Gerät, weil es den TWAIN-Standard nicht unterstützt, also wirklich nur mit der Fujitsu-eigenen Scannersoftware zusammenarbeitet. Andere Programme «sehen» den SnapScan nicht. Dieser proprietäre Ansatz scheint mir nicht sehr entwicklungs- und zukunftsoffen und macht den S1100 zu einer sehr geschlossenen Lösung, deren Nutzbarkeit enorm davon abhängt, wie schnell Fujitsu mit Updates ist und wie gut das Unternehmen auf Kundenwünsche eingeht. Dass die Software weder sonderlich gut aussieht – es sieht enorm nach schlecht portierter Windows-Software aus -, in den Details nicht immer ganz perfekt ist und zudem einiges an Speicher frisst (der ScanSnap-Ordner frisst 720 MB, für ein Scan-Programm generell schon etwas happig), gehört zu den deutlichen Nachteilen dieses Ansatzes.
Zu den Vorteilen hingegen gehört die Leistungsfähigkeit der Scan-Software. Egal, in welchem Format, egal in welcher Orientierung, egal an welcher Stelle des Scanners – eingezogene Dokumente werden analysiert und kommen mit überraschend hoher Treffsicherheit richtig erkannt aus dem SnapScanManager. Pre-Scans und Formateinstellungen sind unnötig, nahezu alles ist automatisiert. Dinge, die ich normalerweise bei einem Scanner verabscheue, die aber hier enormen Sinn machen für einen Desktop-Dokumentenscanner. Man kann eigentlich jedes beliebige Dokument unter A4 einlegen, die blaue Taste des Scanners drücken und sofort wird das Blatt durchgezogen – auch mehrere. Erst danach fragt die Software, was mit dem Scan passieren soll. Und die Möglichkeiten können sich sehen lassen für ein so relativ neues Gerät: Der Scan kann auf der Festplatte abgelegt werden soll, per Mail verschickt, direkt gedruckt, in Evernote eingefügt (als PDF oder JPG), zu Google Text&Tabellen, Word, Excel oder iPhoto geschickt oder per der integrierten Software CardIris von Visitenkarte zu VCF umgewandelt werden. Das Verschicken eines Dokumentes per eMail wird so zu einer enorm schnellen Angelegenheit – einlegen, Knopf drücken, an Mail senden, abschicken. Die Software erkennt automatisch, ob die Unterlagen eher farbig, grau oder s/w zu scannen sind, die «richtige» Orientierung wird bestimmt und in den meisten Fällen kommt ohne ein weiteres Eingreifen des Nutzers eine perfekte PDF mehrseitiger Dokumente in die Mail.

In Evernote wird der Text vor dem Einfügen per OCR durchsucht – etwas redundant, da Evernote ja genau dieses Feature ja selbst bietet. Der User hat die Möglichkeit, dies abzuschalten und kann auch festlegen, ob Dokumente sozusagen nur «unsichtbaren» Text haben sollen (also durchsuchbar und Copy&Paste-tauglich, aber visuell immer noch «nur» ein Scan), oder ob das Bild komplett zu Text umgewandelt werden soll. Überhaupt sind nahezu alle Features abschaltbar und die Software ist relativ frei konfigurierbar – wobei tatsächlich die Automatik sich im Alltag sehr effektiv erwiesen hat. Es gibt zwar gelegentlich längere Dokumente, bei denen eine einzelne Seite farbig, alle anderen aber grau gescannt sind, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel. Die OCR-Funktion scheitert an manchen Fremdsprachen, hat sich im Deutschen und Englischen aber als überraschend gut erwiesen.
Im Workflow würde ich mir wünschen, dass man mit einem einmal getätigten Scan adhoc mehrere Aktionen vollführen könnte – also Drucken und Mailen beispielsweise – vor allem aber wäre eine Art Dokumentenmanagement sinnvoll, in dem man die gescannten Seiten auf Wunsch selbst drehen, in der Reihenfolge anordnen und von farbig auf grau konvertieren könnte – in der Art wie ScanDrop es (sehr ansatzweise) anbietet. Tatsächlich wäre das ohne weiteren Zwischenschritt in das Interface zu integrieren und würde dem Nutzer eine zusätzliche Sicherheit bieten, wie ein Dokument final aussieht, bevor es archiviert oder verschickt wird. Man kann natürlich noch in der PDF an sich mit Acrobat herumwerkeln – aber das geht etwas gegen die eigentlich gedachte Einfachheit der ScanSnap-Lösung. Hier – bei aller Simplicity – etwas mehr Flexibilität zu bieten, täte der ScanSnap-Lösung sicher gut und wäre dem mit 179 € nicht ganz geringen Preis auch sicher angemessen.
Tatsächlich ist der S1100 nur im geringen Maße ein «richtiger» Scanner – und soll dies wohl auch nicht sein. Obwohl er 600 dpi liefert und wahrscheinliche eine Scanqualität, die an die meisten normalen Büroscanner aus Multifunktionsgeräten heranreicht, dient er weniger zum Einscannen von Photos oder hochwertigem Bildmaterial – mehr als eine Art Dokumentenkamera auf dem Schreibtisch oder (mit 350 g ist der S1100 ein Leichtgewicht) unterwegs. Es verwundert fast, das es keinen iPhone/iPad-Adapter und passende Scan-App dazu gibt, denn gerade für das iPad wäre der Scanner ein perfekter Partner. Bei allen kleineren Kritikpunkten ist der S1100 ein klarer Getting-Things-Done-Schatz auf dem Schreibtisch – selten hat es so viel Spaß gemacht, Papierstapel gar nicht erst entstehen zu lassen.
13. Juni 2011 15:29 Uhr. Kategorie Technik. Tag Hardware, Organisation. Keine Antwort.

Wo wir gerade bei Apple-Gadgets sind…Nach dem 13″ haben wir inzwischen auch das 11″ im Büro und es ist verblüffend, wie unterschiedlich die beiden Geräte sind. Hier ein paar Nachgedanken zum 13″-Air-Review:

Das 11″ ist selbst in der Vollausstattung technisch spürbar unterlegen – langsamerer Prozessor, langsamere Front-Side-Bus-Taktung, weniger Flash-Speicher – und insofern keineswegs eine Maschine, an der man länger oder ernsthaft würde arbeiten wollen. Das verhindert schon der Bildschirm, der zwar eine ausreichende Auflösung von 1366 x 768 liefert, aber doch arg schmal wirkt. Selbst wenn man das Dock ausblenden lässt, hat man unwillkürlich ein leicht «geducktes» Gefühl bei dem Bildschirm, der mit 16:9 für seine Breite einen Hauch Höhe vermissen lässt. Adobes Creative Suite und iWork sowie nahezu alle anderen Applikationen laufen auf dem 11″ Air problemlos, durch die Flash-«Festplatte» wirkt das ganze sogar verblüffend schnell, aber spätestens, wenn man in Photoshop an Bildern arbeitet, merkt man den Unterschied auch ohne den Blick auf die Uhr – der 13″ fühlt sich einfach schneller, reaktiver an. Die um zwei Stunden kürzere Akkulaufzeit entspricht den Fakten, das 11″ Air ist deutlich schneller leergezogen als der größere Bruder.
Wenig Gewicht, wenig Ports – mehr als das Nötigste gibt es nicht
Aber diese Nachteile wiegt die Größe auf. Obwohl das 11″ auf dem Papier kaum kleiner und leichter zu sein scheint als das ohnehin ja sehr leichte und kompakte 13″, ist der Unterschied gefühlt dramatischer als gedacht. Das 11″ ist ein bisschen länger als das iPad, hat aber exakt die gleiche Breite, ist kaum dicker (an der schmalen Seite sogar dünner) und wiegt nur knapp 300g mehr, was man im Alltag nicht wahrnimmt. Für ein nahezu vollwertiges Laptop ist das Air nahezu unfassbar leicht und klein, der Mitnahme- und Spaßfaktor ist noch einmal um ein vielfaches höher. Das 11″ Air bewegt sich an einer Grenze, an der es aufhört, ein Rechner zu sein und wie das iPad in den Graubereich zwischen «Computer» und «Gadget» eintaucht – nur, dass dieser Winzling eben nicht mit einem abgespecktem OS daherkommt, sondern mit den vollen Möglichkeiten von Snow Leopard.
11″ vs. iphone
Bei der Arbeit mit dem 11″ wird schnell klar, welche Logik hinter den Ankündigungen für Lion, Apples nächste Betriebsversion-Fassung steckt. Während das iOS-artige LaunchPad und auch die fensterfüllenden Programme auf einem 27″ iMac eher seltsam wirken dürften, kann ein 11″ Air diese Neuerungen exzellent vertragen. Schon mit Reeder for Mac und iPhoto merkt man, wie sinnvoll sich Touchscreen-ohne-Touchscreen in diesem kleinen Format anfühlen kann. Das 11″ ist ein seltsamer Grenzgänger, der eine Art iOS X vorwegzunehmen sein, eine Konvergenz von iPad und Macbook, die nur noch ein paar Softwareupdates und einen Touchscreen, den man ohne Tastatur nutzen kann, entfernt scheinen.
11″ vs. iPad
Auch beim 11″ bleibt die Abgrenzung zum iPad deutlich greifbar, die Clamshell-Logik, der fehlende Touch-Aspekt, die festgelegte Querorientierung lassen das Gerät als Reader nicht sinnvoll erscheinen. Filme gehen sicher ebenso wie Surfen – beides Dinge, in denen das iPad ebenfalls brilliert -, mit dem Unterschied, dass auf dem Air kein abgespecktes Internet ohne Flash vorgegeben ist und problemlos auch Nicht-Quicktime-ilmformate außer m4v gehen (auf dem iPad auch, aber nur mit Einschränkungen und auf Umwegen). Aber zum Schreiben, Termine planen, arbeiten Unterwegs, texten, konzeptionieren ist es ein wortwörtlich kleines Wunder, weil es – wie das iPad – den Charakter eine Fast-immer-dabei-Maschine haben kann, weil man vergessen darf, einen Rechner in der Hand zu halten, der es einem übel nimmt, wenn man ihn mal um 180° dreht. Aufs nötigste abgespeckt, ist das 11″ Air sicher die wortwörtlich zum Thin Client geworden. Nach der Installation der wesentlichen Werkzeuge hat man noch 80-90 GB zur Verfügung, was absolut alltags- und reisetauglich sein dürfte.
Dünn wie das iPad
Schade ist, dass die Airs kein USB 3 unterstützen, das wäre nur zeitgemäß, Light Peak hin oder her (USB 3 sollte USB 2 ersetzen, Light Peak FireWire, ich hoffe da auf eine Art Koexistenz), zumal es die ersten kleinen USB3-Platten gibt (etwa die Rikiki von LaCie), die eine perfekte Ergänzung für die Airs wären. Deutlich schwerwiegender ist das Fehlen einer integrierten 3G-Lösung. Es hätte doch kein Problem sein dürfen, eine iPad-ähnliche Lösung auch für das Air zu verbauen, und sei es als Extra. Die Sache lässt sich mit einem E5-Mobil-WLAN problemlos umgehen, aber noch einen Hauch eleganter wäre natürlich eine integrierte Karte… oder aber endlich eine saubere Tether-Lösung für das iPhone, die ja mit der Marktöffnung möglicherweise irgendwann kommen könnte, wenn die Anbieter etwas mehr Service bieten müssen, um sich beim Kunden zu positionieren. Vor allem, da das Air sich für webbasiertes Arbeiten nahezu perfekt anbietet – und Apple ja selbst im Cloud Computing eine Zukunft sieht – ist der «Always Online» Aspekt ein großes Versäumnis. Mit 3G wäre das Gerät etwa für Verkäufer und Vertreter die perfekte Reisebegleitung, zumal gerade beim 11″ der Preis ja auch noch halbwegs im Rahmen ist.
Wie beim 13″ also auch beim 11″ das Gefühl eines Übergangsgerätes, das einen Hauch Zukunft vorwegnimmt (nicht zuletzt die im April kommenden MacBookPros) und zugleich in entscheidenden Punkten doch noch in der Vergangenheit stecken bleibt, den letzten mutigen Schritt nicht wagt – wohl auch, um nicht völlig unbezahlbar zu werden. Dennoch kann man ahnen, wohin Jobs die Entwicklung des mobilen Computings wird treiben wollen. So oder so ist es spannend zu sehen, wie die Geräte einander überlappen, teilweise einander je nach Nutzerprofil völlig ersetzen können, und doch sehr eigene Nutzungsfelder wahren. Die richtige Allroundlösung fehlt offenbar noch. Bis dahin ist aber ist das 11″ MacBook Air ein entscheidender Sprung, wenn es darum geht, die Arbeit vom Schreibtisch in die Cafés, Bahnen und Wohnzimmer dieser Welt zu transportieren und den Charakter von kreativer und administrativer Arbeit in Zukunft weiter zu verändern.
9. Dezember 2010 17:07 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. 7 Antworten.

Als ehemaliger Logitech-User bin ich ja eigentlich an Ladegeräte für Mäuse gewöhnt, empfand aber die Befreiung von Docking Stations, die die Apple Maus mit sich bringt, eigentlich als Befreiung. Zwei Eneloops einstecken und ready to go, was will man mehr?

Mobee macht diese einfache Logik jetzt mit einer Ladestation etwas weniger einfach, die an Einfachheit und Sexappeal kaum zu überbieten ist. Der Magic Charger passt optisch nahtlos zur Magic Mouse und verzichtet anders als andere Induktionsladegeräte (Powermat usw) auf komplizierte Zusatzgeräte. Man setzt einfach den Akku von Mobee ein, der etwas fummelig ist, aber an sich sauber in die Magic Mouse passt und ist fertig. Die Ladestation lässt sich per USB mit Strom versorgen und läuft sogar über einen Hub (jedenfalls über einen aktiven Hub, also nicht an Hubs, die weniger als 250 mA abgeben). So hat man zwar doch wieder ein Kabel auf dem Schreibtisch, aber ist wieder in der Lage, die leere Maus einfach über Nacht aufzutanken und nicht mehr über aufgeladene Batterien nachzudenken. Zugegeben, da man dennoch an die Batterien für kabellose Tastatur und das Trackpad denken muss (auf dem Schreibtisch verrichten ja inzwischen bis zu sechs Batterien ihren Dienst pro Arbeitsplatz), ist der Magic Charger natürlich eher ein Gimmick, und tatsächlich wäre er noch ein wenig magischer ohne USB-Kabel, aber der Ansatz ist goldrichtig.

Das Handling ist kinderleicht, die Maus soll nach 6 Stunden voll aufgeladen sein und dann 6 Tage lang nutzbar bleiben – gerade den letzteren Wert wird man sicher in der Praxis texten müssen, Apples BT-Geräte fressen ja gern mehr Strom als angegeben. Die Maus ist mit dem Mobee-Akku etwas leichter als angegeben, was durchaus nicht unangenehm ist. Die Ladestation hat eine kleine LED, die die Funktion anzeigt – rot ist «wartend», grün blinkend lädt auf und dauerhaft grün heißt, dass die Maus voll ist. Ob die Ladestation dem Memoryeffekt entgegenwirkt oder bei vollem Akku aufhört, zu laden, ist bisher unklar. Generell zeigt Apple auch eine «voll» aufgeladene Batterie nur mit 80% an, was wohl normal ist, weil Mobee 1,2V statt 1,,5 V Akkus verwendet. Aufgeladen werden kann nur bei laufendem Rechner via USB, wohl aber auch im Ruhezustand. Die Batterie soll 500 Ladezyklen überleben (Eneloop: 1500), ein Ersatzkit kostet um die 30 Euro.

Keine Frage also: Effizienter als Eneloop- oder Apple-Batterien (die ja auch Eneloops sind) mit Ladegerät ist das Mobee-System eher nicht. Gemütlicher aber wahrscheinlich allemal, weil stets etwas fummeligen Batteriewechel entfallen. Ich weiß nicht, ob ich der einzige bin, der angenervt von dem frickeligen Deckel der Magic Mouse auf eben diesen längst verzichtet, aber sowohl bei der Mouse als auch bei den Tastaturen und Trackpads mit ihren seltsamen (und dünner gewordenen) Schraubverschlüssen ist der Batteriewechsel ja alles andere als nutzerfreundlich. Ein Vorteil der Mobee-Idee ist natürlich, dass man im Zweifelsfall (anders als bei Logi) eben doch schnell Batterien nutzen kann, wenn man vergessen hat, den Akku zu laden, der nämlich problemlos auch OHNE die Maus aufgeladen werden kann, indem man ihn herausnimmt und auf das Ladedock legt. Man hat also eine Docking-Mouse und eine Batterie-Mouse, was nicht ganz dumm ist.

Rein optisch passt das Gerät makellos zur vielleicht einen Hauch weißeren Magic Mouse – der weiße Plastik und der Aluminium-Look der Unterseite (die aus Plastik ist und nur auf Alu getrimmt ist, leider), dürfte auf keinem Apple-Schreibtisch für Augenqualen sorgen.

Spannender noch als das Gerät selbst ist natürlich die Idee – es wäre eigentlich phantastisch, wenn Apple etwa den Standfuß der jetzigen iMacs als Ladestation nutzen würde oder beim MacPro die Oberseite. So könnte Apple leistungsstärkere Akkus verbauen und zugleich ein System anbieten, das komplett ohne Batterien oder Ladegeräte auskäme, diese aber eben vielleicht optional verwenden könnte.

Fazit des Mini-Reviews: der Magic Charger ein charmanter Ausblick in die Zukunft kabelloser Stromübertragung, in der wir hoffentlich bald unsere diversen Gadgets ohne zusätzliche Stecker und Zusatzgeräte einfach induktiv aufladen können und die Zeiten zahlloser Ladegeräte für Kamera, Phone, iPod und so weiter endlich der Vergangenheit angehören.
Update: Na, das ist kein gutes Zeichen. Die Mobee-Batterie ist nach knapp fünf Tagen leer. Überraschend dabei ist, dass die Ladung abrupt von 53% auf 15% und dann auf «Nicht verbunden» abgestürzt ist. Die ganze Sache macht wenig Sinn, wenn der Akku so unberechenbar zusammenklappt.
Update März 2011: Tatsächlich ist die große Schwäche des Mobee die Akkuleistung. Die bricht teilweise so schnell in sich zusammen, dass die Maus die Verbindung verliert, inzwischen durchaus auch mal zwei oder drei Tage nachdem der Akku über Nacht auf der Ladestation stand. Alles in allem ist der Akku dann doch oft auf der Ladestation, während Eneloops ihren Dienst in der Maus erledigen. Zusammen mit der sehr hakeligen, nicht ganz exakt passenden Bauform des Akkus, den man nur mit recht spitzen Fingernägeln aus der Maus kriegt bzw wieder hineingefummelt, ist der Magic Charger nach einigen Wochen zwar eine sehr nette Idee, in der Umsetzung aber noch nicht wirklich so wasserdicht, wie er sein müsste, um wirklich zu überzeugen.
Update März 2011: Da der Akku gern mal so unpassend ausfällt, dass er mitten am Tag den Geist aufgibt und man ihn allein auf den Charger stellt, während man mit normalen Batterien weiterarbeitet, scheint sich die Akkuhalterung verzogen zu haben – vielleicht ist die nur auf «einmal einbauen, nie wieder rausnehmen» konzipiert, jedenfalls lässt sich die Halterung, die zwar nach Alu aussieht, aber aus Plastik ist, nicht mehr richtig in die Magic Mouse frickeln und hält einfach nicht mehr, egal, was man anstellt. Ein Fall für die Garantie und eine bisher leider sehr klare Nicht-Kaufen-Empfehlung.
Update April 2011: Nach kurzem Austausch von Photos usw habe ich inzwischen einen neuen Akku zugeschickt bekommen – der wieder nicht einwandfrei in die Mouse passt und zwar nicht nur in eine, sondern in drei Mäuse, an denen ich den Akku getestet habe. Vielleicht geht der Hersteller davon aus, dass man ihn einmal einbaut und nur im Notfall wieder entfernt? Die Konstruktion ist leider alles andere als stabil, aber immerhin tauscht der Service defekte Akkus aus :-D.
12:08 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. 2 Antworten.

Um es gleich vorweg zu sagen: Der meiste Hype um das Air ist ein bisschen typisches Apple-Marketing. Denn es ist keineswegs so, dass das neue MacBook Air revolutionär ist oder gar von iPad «gelernt» hat. Denn tatsächlich ist das 13″ Modell ein zunächst sehr normales Laptop geworden – und das ist tatsächlich die große Überraschung und die große Stärke des Geräts.
Nachdem ich ursprünglich ein 11″ bestellt hatte, einfach des bestechenden Formfaktors halber, hat mich dann doch die Nachkaufdissonanz gepackt und ich habe auf ein 13″ mit 2,13 Ghz, 4 GB RAM und der 256 GB Flashspeicheroption gewechselt. Denn was hat man von einem kleinen, leichten Notebook, das man dann immer dabei haben kann, das aber mit 800er FSB, weniger L2-Cache, langsameren Prozessor und vor allem eben nur mit 128 GB immer einen faulen Kompromiss abgibt und dessen Bildschirm so schmal ist, dass die meisten Nutzer sich das Dock an die Seite schieben, um ein paar horizontale Pixel zu gewinnen. Es mag sicher sein, dass das 11″ deutlich mehr iPad-Feeling aufkommen lässt, beim 13″ war das gar nicht so.

vs. iPad
Tatsächlich dürfte es aber auch beim 11″ so sein, dass es (noch) einen großen Unterschied zwischen subkompakten Notebooks und dem iPad gibt. Das iPad ist eine Scheibe die nur aus einem einzigen durchgehenden Touchscreen besteht, über den man alles steuert. Das Air ist ein Notebook, das man aufklappt, das also im Arbeitsmodus doppelt so viel Platz weg nimmt. Das iPad ist drehbar, mit dem Air arbeitet man nicht im Hochformat, man hält es nicht wie ein Buch. Keine Frage: Zum Lesen oder zum Ansehen von Videos, aber auch zum schnellen Surfen, zum Lesen von RSS, Tweets oder Facebook, aber auch für kurze Mails und einen fixen Text, ist das iPad nicht nur ausreichend, sondern wirklich einfach besser. iBooks auf dem Air würde aus meiner Sicht keinen Sinn machen. Das Air mag in Sachen Größe und Gewicht eine Art Brücke zwischen den «normalen» Macs und den mobilen Geräten schließen, in der Art und Weise, wie man damit umgeht und was es kann, ist der Unterschied riesig. Es ersetzt nicht ansatzweise das iPad – so wenig wie das iPad einen iMac vollends ersetzt. Die beiden Geräte ergänzen sich aber bestens, vor allem, wenn man mit Tools wie MobileMe, Dropbox oder Evernote für eine Abstimmung wichtiger Dateien und Daten sorgt. So kann ich einen Text auf dem ipad anfangen, auf dem MacPro recherchieren und weiter schreiben und abends auf dem MBA in Form bringen, ohne Probleme. OmniFocus, GrandTotal und zahlreiche andere Programme sind auf der Workstation und dem mobilen Leichtgewicht identisch und können so leicht bearbeitet werden. Aber im Kern unterstreicht das Air fast eher den noch bestehenden Unterschied zwischen OSX und iOS: An OSX wird gearbeitet, an iOS konsumiert. Du kannst am iPad ein bisschen was gestalten und skizzieren oder schreiben, aber die reine Freude ist es nicht – ebenso wenig ist es denkbar, ein Buch oder Comic am Air zu lesen oder sich einen ganzen Spielen als PDF durchzulesen… alles Dinge, die mit dem iPad bestens funktionieren. Es sind – so ähnlich sie sich architektonisch zu sein scheinen – völlig unterschiedliche Geräte.

vs. MacBookPro
Und das ist die eigentliche Überraschung. Denn anstatt sozusagen iPad+X zu sein, ein sehr tragbares Gerät, an dem man ab und zu ein wenig ernsthafter Arbeiten kann, entpuppt sich das vollausgestattete 13″-Gerät als echtes Arbeitstier. Obwohl eigentlich als Ergänzung meines zwei Jahre alten MBP 15″ (2,53 Ghz Core2Duo, 4 GB Ram, 350 GB HDD mit 7200 Umdrehungen, GeForce 9600 GT) gedacht, wird es dieses wahrscheinlich komplett ersetzen. Denn obwohl es fast nur halb so viel wiegt und deutlich kleiner/schmaler ist, ist es unterm Strich insgesamt schneller als das MacBook Pro… und das trotz nominell schlechterer Leistungsdaten. Trotz der etwas schlechteren Grafikkarte (das MBA hat nur den Onboard-9400M-Chip von Nvidia) und des langsameren Prozessors macht der Verzicht auf eine normale Festplatte den Start des Laptops und von Applikationen sowie alle Zugriffe auf Festplatten so enorm schnell, dass selbst große iMacs und der MacPro dagegen irgendwie frustrierend langsam wirken. Bei kleineren Programmen wie iCal oder Mail gibt es fast keine Wartezeit mehr und selbst Photoshop CS5 startet so blitzschnell, dass man umso mehr staunt, als dass man wenig erwartet hätte. Von den 256 MB Festplatte sind noch 220 frei, nachdem eigentlich alle wichtigen Werkzeuge des täglichen Gebrauchs installiert sind, inklusive Photoshop (plus Plugins), Indesign, Illustrator, iWork, Lightroom und einiger anderer Programme plus etwa 600 aktive Schriften. Wer mit LogicPro arbeitet, wird an der Festplatte verzweifeln, aber den retten die 100 GB mehr, die das MBP liefert, auch nicht. Während man bei prozessorintensiven Sachen einen Moment länger wartet – wenn etwa Viveza ein Bild verändert – ist der Start der meisten Plug-Ins um ein vielfaches schneller, auch mit Indesign lässt sich völlig problemlos auch mit größeren Dateien arbeiten. Die einfache Tatsache ist: Gefühlt ist der fast 1000 Euro teurere MBP schleppender, nicht nur in Sachen Gewicht. Auch die Akkulaufzeit ist um einiges besser – ich habe das erste Unibody-MBP, also noch mit austauschbarem Akku, die Laufzeit ist also kürzer als bei aktuellen MBPs (die ganz generell mit i7 Prozessoren, SSD-Option und 8 GB RAM dem Air natürlich weit überlegen sind) – aber es ist frappierend, wie viel länger das Air läuft. Wer nur surft, Mail checkt, Termine in iCal plant und etwas schreibt, kommt entspannt auf fünf bis sieben Stunden Laufzeit. Bei Video (HD) geht die Laufzeitanzeige natürlich rapide in Richtung 1:30 bis 2:30, aber auch das ist immer noch ein sehr, sehr guter Wert für so ein kleines Gerät. Das Display ist in Sachen Blickwinkel schlechter als das vom MBP und ich persönlich mag die rahmenlose Vollverglasung ja – aber irgendwo muss man der Tatsache, dass der Displaydeckel am Air gerade mal so dick ist wie drei vier A4-Blätter ja Rechnung tragen. Denn immerhin ist die gesamte Front des geschlossenen Air nur so hoch wie das Display des MBP allein. Kompromisse wie auch die fehlende Tastaturbeleuchtung (man merkt erst wie wichtig sie ist, wenn sie nicht mehr da ist) und die fehlende Fernbedienung (kein IR) muss mann da einfach in Kauf nehmen. Tut man auch gerne – mein MBP braucht etwa 1:30 Minuten vom Einschalten bis zum Booten. Das fast identische Routinen startende Air hingegen keine 20 Sekunden. Obwohl man ein Gerät mit 30 Tagen Standbyzeit ohnehin nicht mehr abschaltet – Deckel zu und fertig, wie beim iPad wird nur noch neugestartet, wenn irgendetwas abgestürzt zu sein scheint.

Luftiglockerleicht
Ich war bisher nie der Meinung, dass Laptops sich zum mobilen Arbeiten eignen. Das Air dürfte meine Meinung ändern. Es passt bequem, wenn auch nicht nahtlos, in den Taschenbegleiter und ist gefühlt kaum schwerer als das iPad (iPad und eine noch mit drei Batterien bestückte Apple-Tastatur sind faktisch schwerer), es lässt sich fast gedankenlos überall mit hin nehmen. In der Arbeit fällt besonders auf, dass es meistens gar keinen Ton von sich gibt, nur wenn der Prozessor richtig zu arbeiten hat, ist ein Lüfter zu hören, ungewohnt, wenn man das iPad gewohnt ist, aber gegen das Gebläse vom MBP fast unhörbar. Die Wärmeentwicklung vieler Laptops – auch des Macbook Pro – , die ein Arbeiten eben mit dem Gerät auf dem Schoß zum körperlichen Härtetest machten, ist mit dem Air ebenfalls vorbei. Das MBA wird in einem derart geringen Maße warm, dass man ab jetzt im Winter wieder die Heizung andrehen muss. Nahezu aller Nervereien, die ein Laptop normalerweise mit sich bringt, sind hier verschwunden, inklusive der Angst um die Festplatte. Trug man früher das Laptop immer etwas wie ein rohes Ei – die guten Daten!!! – so wird es jetzt entspannt wie das iPad unter den Arm geklemmt oder wie ein Buch herumgetragen… es gibt ja keine Festplatten mehr, die einen Headcrash davontragen könnten. Damit sind übrigens auch die üblichen kleinen Aussetzer wegen des dusseligen Festplatten-Kopf-Schutzes der MacBooks passé. Auch die trotz der unfassbaren Dünnheit des Gerätes hochstabil wirkende Verarbeitung, bei der sich der millimeterdünne Bildschirm kaum biegen lässt, entspannt zusammen mit dem 1,3-Kilo-Gewicht ungemein beim Hantieren mit dem Air. Es ist schwer zu erklären, aber du fasst es einfach nicht mehr an wie ein Notebook, sondern eher wie ein Notizbuch. Und das ist eine gute Sache. Der Verzicht auf ein DVD/CD-Laufwerk ist aus meiner Sicht keine große Sache, sondern eher überfällig – zum einen kann jedes im Netzwerk verfügbare Mac-Laufwerk für das Air freigegeben werden, zum anderen nutze ich kaum noch CDs. Der Abschied in iTunes vom CD-Logo, die Einführung von MobileMe und AppStore macht auch deutlich, dass Apple sich generell zunehmend (und zu Recht) von den Silberscheiben als Datenträgern verabschieden wird. Selbst der beigefügte USB-Stick wirkt ja irgendwie bereits altbacken. Selbst der SD-Slot wirkt überflüssig, dürfte für viele Nutzer mit kompakten Digitalkameras und ohne Eye-Fi-unterwegs sicherlich sinnvoll sein.

Zubehör
Aber ganz ohne Zubehör geht es natürlich nicht. Empfehlenswert, neben einer MagicMouse, ist sicherlich eine externe Festplatte, die TimeMachine-Backups kann, eventuell eine Carbon-Copy-Spiegelung zulässt und trotzdem noch etwas Platz für zusätzliche Daten liefert. Die Freecom XXS 1 TB beispielsweise passt vom Formfaktor her perfekt zum Air. Wer nicht wie ich ein Datensicherheitsfanatiker ist und schon 700 GB allein für Backups verplant, ist mit 1 TB mobiler Daten im Format 109.8 x 79.5 x 13.5 mm bestens bedient, auch wenn 2,5″-Festplatten natürlich nicht sonderlich rasant sind. Wobei es nur eine Frage der Zeit ist, bis die derzeit noch unfassbar teuren 1TB-SSDs massenmarkttauglich und bezahlbar werden. Sieht man ja jetzt schon am Preis des Air-Flashspeichers im Vergleich zur früheren SSD-Option der Vorgänger.
Leider hat Apple dem Air (noch) keine 3G-Option angedeihen lassen, was mir reichlich unverständlich ist, da die Technik ja sogar im iPad vorhanden ist. Bis es soweit ist, hilft ein mobiles Funk-WLAN, wie etwa das MiFI oder das Huawei E5. Die etwa iPhone-großen Geräte nehmen zB die Zweitkarte der Telekom zum iPhone auf, brauchen nahezu keinerlei Einstellung und erzeugen ein Miniatur-WLAN für bis zu 5 Endgeräte. Der Akku hält 5 Stunden, Stromversorgung geht aber auch via USB. Wer nicht ohnehin durch einen Jailbreak (oder ein Tethering-Angebot seines Mobilfunkanbieters) sein iPhone zum WLAN-Funknetz-Spender umfunktioniert hat, ist mit einem E5 bestens bedient, einfach kann man kaum noch mobil ins Web. Selbst ein Web’n'Walk-Stick wirkt dagegen kompliziert.
Den Bassjump habe ich ja bereits vorgestellt – wer am Air Musik hören will, kommt nicht mehr drum herum, die verbauten Lautsprecher sind zwar laut, aber Bass findet einfach nicht statt. Mit dem Bassjump klingt das Air aber ausgezeichnet und steht dem MBP in Sachen Sound nichts nach. Dass der Subwoofer dabei allerdings selbst halb so viel wiegt wie das gesamte Air (0,64 kg), muss man dabei leider in Kauf nehmen. Natürlich ziehen Zubehör wie E5 (sofern am USB-Port angeschlossen) und der Subwoofer den Akku des Air schneller leer – aber eine handlichere Klanglösung als den Bassjump, der keine Stromversorgung, keine Kabel außer eben dem einem USB-Kabel braucht, wird man so schnell nicht finden.

Fazit
Man darf sich nichts vormachen – der erste Air von Apple war ein Spielzeug, mit absurd kurzer Akkulaufzeit, seltsamen Hardware-Sonderlösungen wie der USB-Schublade, kaum Leistung und einem unfassbaren Preis. Der neue Air ist dagegen ein sehr normales Notebook, vielleicht sogar tatsächlich Vorläufer einer Generation hochintegrierter Notebooks, die immer leichter und mobiler werden und bei denen die Größe eigentlich nur noch von Faktoren wie Akkus, Bildschirm und einer normalgroßen Tastatur abhängt, deren Speicher und Prozessoren aber verschwindend klein geworden sind. Das Air macht begreifbar, welchen Weg Apple in den kommenden Jahren gehen wird, um die iOS-Geräte und die «normalen» Macs näher zusammen zu kriegen. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich ein Hybrid-Betriebssystem vorzustellen, das nahezu identisch die Grenzen zwischen Mobilgeräten und «Desktop» endgültig auflöst. Es ist fast bewundernswert, mit welcher stoischer Ruhe Apple diesen Weg vorbereitet und durch diese Scheibchen-Taktik Usern wie vor allem aber auch Entwicklern die Chance gibt, einen wahren Kulturschock langsam und peu à peu mitzumachen. Es ist ebenso bemerkenswert, wie wichtig Anbieter wie Dropbox bei dieser Strategie sind – Dropbox ist für fast jede iPad-Applikation inzwischen zum Quasistandard geworden, oft vor Mobileme -, insofern bin ich gespannt, wie Apple darauf reagieren wird, indem es entweder Dropbox kauft oder MobileMe ordentlich ausbaut (iOS 4.2 deutet ja bereits auf letzteres hin). Der Air ist kein Kompromiss-Spielzeug mehr, sondern ein atemberaubend leichtes Gerät, dass fast 1:1 den Highend-Leistungsstand von vor etwa 24 Monaten erreicht hat oder diesen sogar schlägt. Wer also keine vier Kerne in seinem Mobilrechner braucht (und ich finde immer noch, 3D und echt massiver Filmschnitt gehören doch noch auf den Schreibtisch, einstweilen) – der ist mit dem Air für alle Anforderungen gewachsen, für zuvor ein Unibody-MacBookPro 5.1 von Ende 2008 nötig war. Ohne jede Abstriche. Keine Frage, ein 7,1er Modell von Mitte 2010 ist diesem Standard wieder deutlich voraus – aber das 17″ wiegt eben auch 3 Kilo, selbst das deutlich leistungsschwächere 13″ noch 2 Kilo. Insofern ist das Air das erste ultramobile Notebook, mit dem sich richtig seriös arbeiten lässt, und an dem eben diese Arbeit deutlich mehr Spaß macht als an jedem anderen MacBook zuvor. Es ist so gut, dass man fast unweigerlich eine lange Wunschliste im Kopf hat – längere Akkulaufzeit, abnehmbares und als eine Touchscreen ohne Tastatur nutzbares Display mit eigenem Akku -, vor allem aber ist bemerkenswert, dass eine Hardware, die man eigentlich für mobile Präsentationen und vielleicht Mail eingeplant hatte sich als stark genug entpuppt, um auch die Creative Suite und Lightroom problemlos zu nutzen. Das Air ist ein Notebook, das man unterschätzen will, weil es so klein und zierlich wirkt, und das einen dann um so mehr positiv überrascht. Und das hat man heutezutage ja selten genug.
8. November 2010 21:29 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. 19 Antworten.

Wo ich gerade so schön beim Thema Apple bin, schnell ein paar Worte zum Nano, bevor es viel zu spät ist. Der neue Nano ist bei uns seit einigen Wochen im Einsatz und eine Revolution. Während Apple beim Shuffle ja leider drei Schritte zurückgegangen ist und von dem völlig buttonfreien Design zurück zu einer größeren Variante gegangen ist, die Play/Pause/Skip auch ohne die passenden Kopfhörer erlaubt, ist der Nano ein großer Schritt nach vorne. Faktisch kaum noch größer als der neue Shuffle (wenn auch deutlich größer als der Shuffle davor, der allerdings so winzig war, dass man ihn ständig suchen musste), ist der Nano durch seinen Clip der perfekte Begleiter für Sport und unterwegs und mit 16 GB auch deutlich entspannter, wenn es darum geht, die Songs der letzten sechs Monate dabei zu haben als der Shuffle, der immer irgendwie zu wenig Platz hat, ganz zu schweigen von Features wie EQ, Album Artwork und der Möglichkeit, in einem Track vorzuspulen. Der Nano ist spürbar leiser als die (tatsächlich sehr lauten) Shuffles, aber auch lauter als der Nano 2009/10, der einfach unfassbar leise war. Bei relativ alter, niedrig ausgepegelter Musik ist dieser Unterschied leider deutlich hörbar, dafür ist der Sound insgesamt durch den EQ deutlich ausgewogener und besser. Leider hat auch dieser Nano, wie alle iPods, immer noch einen durch den User selbst einstellbaren Regler. Es scheint Teil der Apple-Philosophie zu sein, dass der Benutzer selbst am besten mal so gar nichts einstellen sollte – was hier sehr stört, da alle Standard-EQ-Einstellungen nicht gut sind. Während aber der Shuffle überhaupt nur mit guten Kopfhörern zu ertragen war, klingt der Nano auch mit normaleren Kopfhörern schon recht gut und mit teuren Headphones ausgezeichnet. Ich benutze inzwischen die Klipsch s4i, die ausgezeichnet zum Sound des Nano passen.
Die wahre Revolution ist aber natürlich eigentlich, dass Apple hier – zumindest oberflächlich – ein weiteres Gerät in die Touch-Familie geholt auch. Auch wenn noch sehr simpel gestrickt, gehorcht die Bedienung des Nano den gleichen Gesetzen wie die des iPhone oder iPad. Im Grunde ist der Nano also so etwas wie ein Experiment in Sachen Mini-iPhone und ich könnte mir durchaus vorstellen, mehr Zeit und Miniaturisierung vorausgesetzt, dass es sogar (simple) Apps für den Nano geben könnte, die das Gerät, das auch jetzt schon wie eine Art Dick-Tracy-Uhr anmutet, weiter aufwerten. Das ausgezeichnete Display, das zwar nicht so exzellent fein ist wie das Retina-Display am iPhone4, reicht allemal, um auch Details der briefmarkengroßen Plattencover schön darzustellen (ich frage mich übrigens, wie iTunes und iPods und die weitere Verkleinerung von Platten- und Buchcovern auf die Typographie auf diesen Medien wirken wird) und das Interface ist ausgezeichnet zu bedienen. Während am Shuffle Playlisten etwa ein Alptraum waren, sind sie hier kinderleicht zu managen und der Benutzer kann sich wie beim iPhone seine eigene Reihenfolge der Bedienbuttons auf den Bildschirmen hin und herschieben, um seine wichtigsten Funktionen sofort griffbereit zu haben. Ein schönes Feature ist auch, dass die Uhr optional beim Einschalten als erstes gezeigt wird – Apple ist hier wirklich nur noch ein zwei Generationen von der iWatch entfernt -, weniger schön, ist, dass das Einschalten noch etwas fummelig mit dem Powerbutton und nicht durch einen Klick aufs Display stattfinden muss. Etwas seltsam ist auch, dass das Voice-Over-System für die Musiktitel versucht, englische Tracks mit deutscher Stimme zu sagen, wenn man als Sprache generell Deutsch wählt. Wer also nicht nur Deutschen Schlager hört, muss mit einem englischen Display leben oder auf die Stimmansage verzichten, zumindest bis Apple das hoffentlich anders löst. Das man das Display drehen kann hält man auf den ersten Blick vielleicht für ein sinnloses Feature, es macht aber durchaus in der Praxis sehr viel Sinn – je nachdem, wie man den Nano anclipt und oft auch durch die Tatsache, dass der Kopfhörerstecker fast so lang ist, wie der Nano selbst und gerade beim Klipsch ziemlich im Weg sein kann, weswegen es Sinn macht, den Nano anders zu zu befestigen und einfach das Display so zu drehen, das es wieder «stimmt».
Für mich persönlich ist der Verzicht auf die Videofunktionen und Coverflow beim Nano zweitrangig, da ich beides nicht benutze. Ich denke, beides wird in kommenden Generationen wieder zum Vorschein kommen, aber hier scheinen erst einmal Miniaturisierung und Mobilität im Vordergrund gestanden zu haben. Mit Erfolg, denn der neue Nano ist weniger, aber besser geworden und macht den Shuffle eigentlich nur noch zur billigeren Version – aber nicht mehr zum einzigen wirklich kleinen Player. Obwohl fast doppelt so groß wie der 2009er Shuffle, und insofern nicht ganz so «nicht da», ist aber trotzdem mehr als hosentaschenfreundlich klein. Während das iPad ja in Wirklichkeit nicht sonderlich «magic» daherkommt, hat der Nano tatsächlich diese Ausstrahlung – es ist nahezu unfassbar, dass dieser Winzling ein Touchdisplay hat, 16 GB Speicher und ordentliche Features wie ein Onboard-Radio, iPhoto-Gallerie, eine absolut vollwertige Uhr und nike+.
Den Eindruck trübt letztlich nur das etwas maue Industrial Design, das aus der Not geboren wirkt. Die untere und obere Kante muss für das Dock und die Bedieneinheiten flach sein, die anderen Seiten sind aber rund angelegt, um Platz zu sparen und handschmeichlerischer zu sein; der Clip wirkt etwas klobig und ist nicht demontierbar (obwohl er die Breite des Nano fast verdoppelt). Wie so oft bei Apple ist man einerseits zufrieden, andererseits wecken gerade die Unzulänglichkeiten die Lust auf ein noch besseres Gerät, das wie das iPhone faktisch nur noch Glas und einem Alurahmen besteht, konsequenter geformt ist. Man versteht auch beim Nano sehr deutlich, warum Apple über Alternativen zum normalen 2,5″-Klinkenstecker nachdenkt, dessen Länge im Inneren des Gerätes spürbar Platz schluckt und im Design zu seltsamen Kompromissen zwingt. Dennoch ist der Nano alles andere als ein Fehlschlag und man kann nur hoffen, dass Apple weiter konsequent in diese Richtung geht anstatt wie beim Shuffle eine Schritt zurück zu machen. Statt dessen wären eine Kamera und 3G so unrealistisch wie wünschenswert – denn dann wäre der Nano eine Art Mini-iPhone-Uhr mit FaceTime und wir wären richtig stilvoll in der Zukunft angekommen. Chester Gould wäre begeistert.
22. Oktober 2010 16:44 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. Eine Antwort.

Sicher, sicher – Steve Jobs glaubt nicht an Stifte und das iPad. Aber mal ehrlich – natürlich schreibt es sich mit einem Stift viel besser als mit dem bloßen Finger, der ja doch eher unsmooth über die Glasfläche fährt. Nachdem ich den Pogo Stylus eher unhandlich fand und das nicht ganz preiswerte Stiftlein auch binnen von einer Woche seinen Clip verlor, bin ich auf den AluPen gestoßen. Der klobig wirkende Pen wirkt nur auf den ersten Blick unhandlich – der hohle Aluminiumkorpus ist mit Gummi gefüllt und relativ leicht, etwa so schwer wie ein guter Füller, auch die Größe ist sehr angenehm und die große Form passt erstaunlicherweise sehr gut zu der ja auch etwas grobmotorigeren Art, auf dem Pad zu schreiben – weil es einfach noch keinen wirklich guten Stylus fürs iPad gibt, das kapazitative Display lässt keine wirklich «feine» Lösung zu, ist die Schrift ja immer eher so, als würde man mit einem Edding schreiben. Das rundliche Gummiende des Stiftes ist nicht – wie man meinen könnte von Photos – hartes Gummi, sondern innen hohl und federweich, so dass man ganz fluide und natürlich damit schreiben kann und tatsächlich halbwegs lesbare Ergebnisse erzielt … oder in meinem Fall ebenso unleserlich wie meine Handschrift eben auch auf Papier wäre. Auch Skizzen und Zeichnungen gehen hiermit gut von der Hand und mit Software wie Brushes oder Sketch dürfte der AluPen ordentich Spaß machen, sofern man (wie unter anderem ja David Hockney) in der Lage ist, auf dem iPad zu malen. Schön wäre eine Art Clip gewesen, um den Stift zu befestigen – und die große Form lässt sich natürlich durch keine normale Notizbuch-Stiftschlaufe schieben. Andererseits ist der Stift gegenüber dem Pogo so groß, dass man ihn wenigstens nicht permanent verlegt und vergisst und passt ästhetisch und vom Schreibgefühl her absolut makellos zum iPad. Als Notizblock benutze ich meist das wunderschön gemachte Penultimate – eine der wenigen Apps, die nicht meint, Schrift in Vektorformen ummodeln zu müssen, damit es kleine PDFs gibt -, leider gibt es noch keine gute OCR für das iPad (WritePad jedenfalls erkennt bei mir nur Unsinn – hier ist eigentlich eine Marktlücke für FineReader und Co.), aber ich denke, das ist nur eine Frage der Zeit, bis das besser wird.

Bis dahin der Tipp, die Notizen, die man sich selbst als relativ kleine PNGs (etwa 110 kbpro Seite ) zumailen kann, in Evernote zu speichern – man hat dann zwar trotzdem nicht eine Textdatei (eigentlich schade, Evernote – das wäre doch ein tolles Feature), aber die Notizen werden auf dem Evernote-Server ausgelesen und man kann seine handschriftlichen Notizen je nach Lesbarkeit ziemlich treffsicher nach Textstellen durchsuchen – immerhin. Bei Kundenmeetings wirkt es immer doch sympathischer, wenn man nicht «tippt», sondern notiert (das iPad an sich ist ja immer noch so ein Ding, das bei vielen Meetings nicht gut ankommt), und man kann auch deutlich besser ohne hinzublicken mitschreiben. Mit dem AluPen funktioniert das auf dem iPad wenigstens ansatzweise lesbar – auch wenn es einen Stift und Papier noch nicht ganz ersetzt. Aber wir haben ja auch noch zig nodesign-Notizblöcke, die sollen ja nicht weggeworfen werden…

15. Oktober 2010 15:18 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. 2 Antworten.

Mal ganz ehrlich – niemand sieht, welche Farbe Batterien haben, wenn Sie in Verwendung sind, insofern ist es auf den ersten Blick seltsam, sie in Designerfarben zu wickeln.. Dennoch ist es natürlich eine spannende Idee, wenn Sanyo die ohnehin sehr brauchbaren Eneloop-Batterien schön bunt verpackt, um sie nicht nur etwas akzeptabler als Alternative zu herkömmlichen Batterien zu machen, sondern auch dabei hilft, geladene und ungeladene Batterien etwas besser zu unterscheiden – denn wer zwei Sets der bunten Akkus bestellt, kann natürlich superschnell nachvollziehen, welche gerade aufgeladen sind oder nicht. Die Zeiten, in denen man nie weiß, welche Batterien gerade aus dem Gerät kommen und welche aus dem Lader, sind damit offiziell vorbei. Zumal die Farben teilweise so nett sind, dass man fast den Deckeln vom Mausboden weglassen möchte…
22. September 2010 14:32 Uhr. Kategorie Technik. Tag Hardware. 4 Antworten.

Über das neue Apple-Batterieladegerät ist viel gelästert worden. Durchaus zu Recht – es scheint, als würde Apple mit Geräten wie diesem oder auch den iPhone-Bumpern entschieden in den lukrativen Zubehör-Markt einsteigen wollen. Braucht es ein Apple-Ladegerät? Ganz einfach: Nein. Aber ist es mit 29€ überteuert, zahlt man die legendäre Apple Tax? Eben auch: Nein.
Im Grunde sind 30€ für ein gutes Ladegerät mit sechs Batterien ein sehr fairer Preis (sofern die Batterien halten, was sie versprechen). Gute Eneloop-Batterien und ein entsprechendes Ladegerät bringen sich auf den gleichen Endpreis, wenn nicht mehr. Das professionelle Ladegeräte mit Refresh-Optionen, verschiedenen Ladespannungen und der Möglichkeit, verschiedene Formate und einzelne Batterien aufzuladen, dem Apple-Charger deutlich überlegen sind, gar keine Frage. Und dennoch: Gerade für unterwegs ist das winzigkleine Ladegerät ideal. Während man im Büro ja inzwischen fast besser mit einem großen Profi-Lader bedient ist, um die pro Arbeitsplatz 4-6 Batterien aufzuladen, ist es unterwegs immer so, dass die Ladegeräte mit ihrem Kabelsalat unnötig sperrig sind und man auch fast nie wirklich vier Batterien gleichzeitig laden muss. Hier ist der zwei AA-Batterien überraschend schnell ladende Apple-Zubehör eine ideale Lösung. Platzsparend in der Tasche und in der Steckdose schmaler als der Euro-Stecker, überzeugt es trotzdem mit einer direkten Ladeanzeige (die gewohnte Apple-LED in Orange/Grün, gut sichtbar an der Oberseite des Laders) und sogar einer Fehlermeldung bei defekten Batterien. Nach abgeschlossenem Ladevorgang schaltet sich das Ladegerät ab, um Überladung der Batterie zu verhindern. Vielmehr kann man von einem winzigen Ladegerät dieser Preisklasse fast nicht erwarten.
Um schnell unterwegs die Maus-Batterien oder fürs iPad die Tastatur aufzuladen, ist es eine so handliche und elegante Lösung, dass ich mir spontan ein so gut gemachtes Ladegerät auch für meine Kamera-Akkus wünschen würde, zumal durch den üblichen Wechselstecker der Lader auch im Ausland sauber funktioniert. Über die Qualität der Batterien kann man so kurzfristig nicht viel sagen, außer, dass Apple sie im gewohnt schlichten Stil gehalten hat und sie eben fast verdächtig nach Eneloop klingen: Lange Lebensdauer, geringer Memoryeffekt, geringe Selbstentladung, 1900-2000mAh, 1,2 V. Wären die Batterien wirklich vergleichbar, wäre der Preis zu rechtfertigen – zwei Eneloop mit dem guten MDR-02-Ladegerät kosten immerhin 17€. Wer also viel unterwegs ist und Platz in seinem Geek-Arsenal sparen will, für den ist der Battery Charger von Apple zumindest einen Versuch wert. Und nebenbei ist es nur zu begrüßten, dass Apple – wenn es schon so viele batteriehungrige BT-Geräte auf den Schreibtisch stellt – hierfür auch eigene Batterien und Ladegeräte anbietet, um die Leute von den Einmal-Batterien wegzukriegen. Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft vielleicht statt Einwegbatterien eben auch Akkus bei Tastaturen, Mäusen usw. beigelegt werden.
8. August 2010 11:29 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. 7 Antworten.

Inwieweit das neue Trackpad von Apple den Begriff «Magic» verdient hat, sei dahingestellt – es ist eigentlich nichts anders als ein ausgekoppeltes Macbook-Trackpad, das allerdings deutlich größer ist (80% mehr Fläche) und von der Neigung her so angelegt, dass es nahtlos neben die Wireless-Tastatur von Apples Desktop-Geräten passt. Magisch vielleicht nicht, aber ein bisschen SF-Feeling kommt schon auf, wenn man diese völlig kabellose und flache Platte sieht, deren einziges Feature der Einschaltknopf und der Batterie-Verschluss sind und die ansonsten das vielleicht bisher unsichtbarste Stück Hardware ist, das Apple jemals produziert hat.
Die Funktionalität ist ziemlich 1:1 das, was man vom Macbook her gewohnt ist, mit dem vielleicht wichtigen Unterschied, dass das Pad nicht eben ist und nicht sozusagen unterhalb der Tastatur ist, so dass einige vom Notebook gewohnte Tastatur-plus-Pad-Tricks nicht so ohne weiteres Funktionieren. Der große Vorteil ist die große Fläche, die auch große Monitore bequem navigierbar macht und auf der hin- und herzufingern einfach gegenüber dem engen Trackpad eine Freude ist, weil es sich großzügig und leichtgängig anfühlt. Die Oberfläche ist samtiger und insofern reaktiver als die der Magic Mouse, grundsätzlich können beide Geräte aber (zumindest wenn man MagicPrefs oder Bettertouch zu Hilfe nimmt) eigentlich so ziemlich die gleichen Funktionen abdecken. Das Trackpad wird die Maus sicher nur bei Usern ersetzen, wie nicht viel an ihrem Rechner produzieren, sondern mehr Texte schreiben, surfen oder Filme schauen – alles, was Präzision braucht, ist mit dem Trackpad nur sehr schwer zu bedienen. Indesign macht hier ebenso wenig Spaß wie auf dem Notebook, der Griff zu einer präziseren Maus oder im Photoshop auch zu einem Intuos-Pad ist nach wie vor Pflicht. Ein Mausersatz ist das Magic Trackpad sicherlich nicht – oder jedenfalls nicht für alle User. Obwohl es in Lightroom etwa durchaus Spaß macht, mit den Zoom- und Swipegesten zu spielen.
Was ist es dann? Eine sinnvolle Ergänzung, ebenso wie das Wacom-Tablett ja kein Mausersatz ist, sondern ein vor allem in Photoshop sinnvolles Tool, das aber etwa zum Websurfen weitgehend unsinnig ist. Das Trackpad ist eine ergonomisch sinnvolle Ergänzung von Tastatur und Maus, einfach schon, weil man mit einer anderen Handhaltung arbeitet – das Wechseln zwischen beiden Eingabegeräten verhindert etwas die Ermüdung von Hand und Arm, selbst wenn auf kalten Tischplatten das Trackpad leider so gestaltet ist, dass die Handgelenkunterseite permanent auf der Tischkante aufliegt, was nach einer Weile etwas unangenehm wird – zumal man die Hand nicht so aktiv als Ganzes bewegt wie bei einer Maus, sondern mehr nur mit den Fingern arbeiten. Dennoch ist der Wechsel zwischen beiden Geräten – vor allem, wenn man die Swipes halbwegs angeglichen hat – durchaus positiv. Browser, Mail und andere Tools sind perfekt für das Trackpad, Zeichnen, Layouten und andere Dinge eben für die Maus. Mehr Eingabegeräte für spezielle Zwecke sind – genug Platz vorausgesetzt – immer gut. Inwieweit es sinnvoll ist, dann inzwischen drei Geräte, die jeweils zwei Akkus benötigen, auf dem Schreibtisch stehen zu haben, ist sicher eine andere Frage.
Das Trackpad kann sicherlich auch in speziellen Situationen Sinn machen. Ich würde mir etwas wünschen – so obskur das sein mag bei einem Gerät, das GANZ aus Eingabefeld besteht – dass das Trackpad vom iPad unterstützt wird, das wäre für Pages sicher sinnvoll, ständig auf den Bildschirm patschen zu müssen ist nämlich ungewohnter und an sich auch nerviger als man vermuten mag. Auch als Kombination mit der Tastatur oder alleine ist das Trackpad sicherlich brillant für die Fernbedienung von HTPCs oder MacBooks usw, wenn mehr möglich sein soll als mit der Apple-Fernbedienung oder den diversen iPhone-Tools möglich ist. Wichtig ist allerdings, das Pad auch richtig einzustellen – Sekundärklick, Tip-to-Click,Swipes, Bewegen/Einrasten von Objekten – all das sind Features, die erst einmal zum Teil deaktiviert sind, weil Apple den Usern anscheinend eine flache Lernkurve bieten will, aber das Lernen lohnt sich – nur mit den Powerfeatures macht das Pad wirklich Spaß. Denn auch wenn der satte physikalische Klick des Pad schon Spaß macht – richtig effizient arbeitet es sich erst, wenn ein Tippen reicht, um Dinge zu markieren und man sie schnell und elegant ziehen und bewegen kann usw.
Denn auch wenn Tools wie Better Touch die Features des Trackpad sicher gewaltig ausdehnen werden (und übereifrige Nutzer irgendwann kleine Zettel brauchen werden, um sich all ihre diversen Fünf-Finger-Swipes merken zu können) bringen bereits die Apple-eigenen und vom Notebook her vertrauten Möglichkeiten des Trackpad für Expose, Applikationswechsel und so weiter durchaus einen spielerischen Aspekt in des Betriebssystem, der einen kleinen Vorgeschmack auf die Zukunft gibt und OS X und iOS einen Schritt näher zusammen bringt. Dass wir bald auch direkt auf dem großen Bildschirm mit den Fingern arbeiten werden, scheint fast nur noch eine Frage der Zeit zu sein.
11:09 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. 7 Antworten.

Dieser Video zeigt sehr schön, was mit der Canon EOS 5D Mark II in Sachen Video gehen kann. Was der Kamera noch fehlt ist ein ordentlicher Audiosync, um mehrere Bildquellen mit einer Audiospur absolut verlässlich zusammenzubringen. In Sachen Flair und Atmophäre ist die 5DII vielen DV-Kameras jedoch weit voraus. Ich sage einen Boom an preiswert gemachten aber tollen Videos voraus – die Plattformen dafür sind online da, die Software schon lange, die Hardware jetzt auch in bisher unvorstellbaren preissegmenten – alles was jetzt noch fehlt sind engagierte Macher mit Phantasie und zuviel Zeit, die einfach rausgehen und tolle Filme machen. Was die digitale Revolution der späten 80er und frühen 90er fürs Design bedeutete, dürfte jetzt beim Bewegtbild kommen. Ich bin gespannt.
via Marc.
26. März 2010 11:52 Uhr. Kategorie Technik. Tag Hardware, Video. 6 Antworten.

Eines der großen Probleme mit dem MacBook und MacBookPro ist der relativ schlechte Klang des Gerätes. Seit meinem uralten Toshiba-Laptop gab es eigentlich kein Laptop mehr, egal ob Windows oder OS X, das an sich einen halbwegs brauchbaren, klaren, lauten und halbwegs mit Bass versehenen Klang abgibt. Das bedeutet leider, dass man etwa bei Präsentationen teilweise ein komplettes externes Speakerkit mitbringt, um Video und Klang halbwegs druckvoll aufführen zu können. Das MacBookPro etwa hat einen grässlich höhenzergeligen Klang, der an sich kaum zu ertragen ist und mit dem man auf Reisen nicht mal ein Hotelzimmer beschallen mag. Das alles ändert absolut nachhaltig der BassJump von Twelvesouth.

Das Gerät wird einfach, ohne Stromanschluß, mit einem normalen USB-Minikabel angeschlossen und funktioniert auch über die USB-Weiterleitung des speziell auf das MacBook zugeschnittenen 24″-Displays einwandfrei. Im Grunde versteckt sich in dem Aluminiumgehäuse nichts weiter als ein Subwoofer, der über eine spezielle Weichen-Software angesprochen effektiv ein 2.1-System ergibt, bei dem Bass-Signale aus dem BassJump kommen, Höhen und Mitten aus den beiden Speakern am MacBook.

Die einfach zu installierende Software bietet einige Optionen (Lautstärke, Frequenztrennung) und ist nach kürzester Einstellung ideal abgestimmt für den eigenen Geschmack (die Presets sind eher schlecht, wie ich finde) und der drastische Soundunterschied kann in Echtzeit wahrgenommen werden, indem man in den Systemeinstellungen oder via Menüleiste den durch einen kleinen VU-Meter angezeigten Treiber aktiviert oder deaktiviert. Um es ganz klar zu sagen: Der Klangunterschied ist beeindruckend. Zwar ersetzt der kleine Subwoofer sicherlich kein teures Logitech-System mit großem Basswürfel, aber für eine Lösung, die in jede bessere Tasche passt, ist der Gewinn an Klarheit, Tiefe, Bass, Dimension und Zeichnung der Musik unglaublich. Für Reisen, Präsentationen, ein bisschen Musik unterwegs und so weiter – ist der Bassjump die absolut beste Lösung, um das Macbook zu erweitern. Dass man dabei auf eine Softwarelösung setzt und die Hardware somit nur auf eine spezifische Plattform abgestimmt ist, mag zunächst beunruhigen, aber für 79 Euro muss es ja auch nicht die Lösung für immer und ewig sein. Elegant, mobil und mit einem ordentlichen Kick in den Frequenzen, die am MacBook sonst verloren gehen, ist der BassJump die Sorte Zubehör, die man sich unbedingt näher anschauen (und -hören) sollte.

17. März 2010 14:31 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. 6 Antworten.

… ist immer wieder erwähnenswert. Nachdem die Firma mir schon problemlos vor einiger Zeit einen defekten 23″ umtauschte, sogar im Upgrade gegen den größeren 260 Excellence Wide Gamut, besticht Quato jetzt wieder durch eine traumhafte After-Sales-Einstellung. Bei dem 260er ist der Fuß defekt – tatsächlich ist der Monitor einfach durch das Gewicht des Lichtschutzes beim Versuch, den Bildschirm höher zu schieben, aus dem Plastikfuß gebrochen, was bei dem großen Monitor und insgesamt stets ein wenig wackeligen Fuß nicht die totale Überraschung war -, intern ist ein Plastikteil zerbrochen. Und auf eine freundliche eMail, was man da denn generell tun kann, haben Quato mir – ohne Rechnung, ohne irgendeinen Nachweis… – angeboten, sofort den Fuß zu ersetzen, das einzige, was sie brauchten, war die Seriennummer. Einfacher gehts nicht mehr. Tolle Sache und man hat für einen Moment fast ein schlechtes Gewissen, dass man durch den Umstieg auf die iMacs nur noch einen «klassischen» Monitor im Büro stehen hat, nämlich meinen, die anderen vier Rechner haben ja alle Apple Displays. Aber die Quatos, die ich bisher hier hatte, waren sehr gute, hardwarekalibrierbare, farbechte und zuverlässige Monitor-Arbeitstiere zu einem sehr fairen Preis. Natürlich nicht so billig wie Samsung-Mediamarkt-Monitore, aber auch nicht so overpriced wie die großen Eizo-Displays, dazu absolut verlässlich. Ich erinnere mich, wie ein Drucker vor ein zwei Jahren hier war, weil er bezweifelte, dass ich keinen Proof brauche, und – sehr nett – die gedruckten Exemplare mitbrachte, um sie mit dem Display zu vergleichen. Und der war danach ziemlich überzeugt, glaube ich. Überzeugend ist auch der Servive von Quato. Den ersten Monitor – damals noch 24″ HW-kalbriert – bekam ich als Leihgabe zum Testen, bevor ich ihn kaufte (was bei Eizo nicht drin war), der Upgrade von 23″ auf 26″ ist eine komplette Ausnahmeleistung im Hardwaremarkt und großartig, und die Reaktion jetzt ist auch bestens, zumal man ja inzwischen fast eher gewohnt ist, das Hardwarepartner Reparaturen und Austausch etwas abblocken. Der Service war bisher immer ein Traum, auch in Sachen Beta-Treiber (seinerzeit unter Windows Vista, ein Alptraum von einem Betriebssystem). Ich würde mir wünschen, mehr Firmen verstünden, wie wichtig dieses ganze Thema Umtausch/Wartung/Service ist. Ich erwische mich mehr und mehr dabei, nur noch bei Amazon zu kaufen, weil der Umtausch dort bisher ohne lange Debatten und superkulant ablief – da zahle ich auch gern einen kleinen Tick mehr, weiß aber, dass ich im Zweifelsfall ein Geld zurückbekomme.
Also: Wer da draußen einen guten Hochleistungsmonitor für Print sucht… mein Tip ist Quato. Man muss ja auch mal einfach Werbung machen dürfen :-D.
14. Januar 2010 08:21 Uhr. Kategorie Technik. Tag Hardware. 5 Antworten.

So dezent kann das Ende eines Zeitalters daherkommen. Ohne große Ankündigung und eigentlich nur als Teil des ebenfalls ohne Keynote daherkommenden iMac-Upgrades hat Apple seine Mouse virtualisiert. Was immer noch vage aussieht wie eine normale, gewohnte Computermaus ist zu einem Touchscreen geworden, der in seiner Logik an die Macbook-Trackpads und iphone/ipod-Displays anknüpft, wenn auch zunächst mit vereinfachten Gesten, die nur den Trackball einer Maus ersetzen. Was gut ist, da der Mighty-Mouse-Trackball ein ungelenkes, fehleranfälliges Stück Hardware war.

Im aktuellen Applelook gehalten kommt die Maus in Aluminiumgrau und weiß daher, mit einer distinktiven Naht zwischen dem berührungsempfindlichen Plastikoberteil und dem dazu seltsam unpassend wirkenden Aluminiumunterbau, in dem die deutlich leichtere Maus ihre Batterie und abgespeckte Technik untergebracht hat. Aus dem analogen Abtasten eines Gummiballs ist jetzt also auch hier ein digitales präzises Reagieren auf Fingerhaut geworden, die Ablösung der Mechanik durch kybernetischer wirkende Technologie, die eins anftes Berühren einer Oberfläche in virtuelle Reaktion umsetzt.

Die zunächst ungewohnt flache und tatsächlich nicht sonderlich ergonomische Maus, die ganz in der neuen Apple-Design-Tradition mit fast nahtloser Oberfläche ohne Buttons auskommt, verhält sich nach kürzester Umgewöhnungszeit, entsprechend wie eine mediale Verlängerung der Hand. Scrollen auf Homepages und im Finder geht wie mit der Mighty Mouse gewohnt, nur reibungsloser, reaktiver, schneller. Die von Logitech gewohnte Beschleunigung (bei Logitech das metallene Scrollwheel der MX-Mäuse) und den extrem schnellen Scroll, der aber bei langsamen Bewegungen in feinste Granulation wechseln kann, will man schon schnell nicht mehr missen oder mit der ruckeligen analogen Nippel-Lösung vergleichen. Die Maus ist nicht nur in Sachen Produktdesign ein weiterer Beweis, das Jonathan Ive wahrscheinlich als einer der einflussreichsten Gestalter dieses Jahrzehnts in Erinnerung bleiben dürfte, sondern eben auch technologisch ein Schritt nach vorne, der die ehedem feinen Schweizer Logitech-Mäuse plötzlich seltsam nach billiger Fernost-Ware aussehen lässt. Diese Maus ist so ätherisch, dass sie fast nicht mehr da ist, weniger kann Hardware kaum noch sein. Die Vorstellung, wie leicht es wäre, diese Maus gänzlich aus Glas oder Plastik zu machen und einen OLED-Screen einzubauen, der an sich wiederum touchsensibel ist und zusätzliche Funktionen bieten kann, liegt auf der Hand. Dezent wie immer – wie auch schon beim iPhone, wo man fast nicht wahrnimmt, dass Touchscreen-Interface und permanentes Onlinesein grundlegende Paradigmawechsel in der Nutzung von Computern darstellen, weil es so selbstverständlich, so beiläufig und dezent, gelöst war – bringt Apple hier die herkömmliche Maus um. Von hier ist es nur noch ein kurzer Schritt komplett weg von der Maus, wie man sie kennt.

Denn abgesehen von einer solchen OLED-Display-Vision entkoppelt sich diese Maus von der Hardware – ihre Funktionalität kann Apple in Zukunft per Softwareupgrade ändern. Die noch fehlenden Gesten für Exposé und Dashboard lassen sich bereits wenige Tage nach dem Release mit einem Hack durch die Zweifinger-Swipes umsetzen, und weitere Gestenfunktionen sind absolut denkbar, wenn Apple nur will und die Kunden es fordern – ein Update macht’s möglich. Auch die Frage, inwieweit diese Maus noch Verschleiß haben wird (vielleicht an den schwarzen Schienen auf denen sie läuft bzw an der LED-Lampe für den Maus-Unterteil, darf man sich stellen… langlebiger als der anfällige Vorgänger wird wohl sein, darf man hoffen. Die nächsten Schritte dieser Entwicklung liegen auf der Hand und dürften noch weiter in Richtung berühungssensitiver Displays gehen – man darf gespannt sein und langsam aber sicher Abschied von der guten alten Maus als Eingabegerät nehmen.
2. November 2009 20:37 Uhr. Kategorie Technik. Tag Apple, Hardware. 10 Antworten.