HD Schellnack /// Kontakt Twitter iPhoto pointandshoot Typographie Alternative Pop Licht nodesign Aktionen Zitat Natur Photographie Denken Fail ScienceFiction Apple Studium Belletristik Comics Dayshot Vernacular Scratchbook Werbung Fragen Winter Software Medien Fun Retro Gesellschaft Farbe Print Electronic Magazine iOS Zukunft Web Drama Frühling Jazz Sommer Kitsch Kunst Sachbuch Hardware Fantasy Klassik Herbst Thriller Emma

Leipziger Typotage 2012

hd schellnack

Thema der Leipziger Typotage 2012 am 13. Oktober ist »Echt oder falsch? Geld zwischen Gestaltung, Herstellung und Fälschung«. Obwohl ich mir bisher selten die Frage gestellt habe, ob mein Geld in der Hand echt oder fake ist – Hauptsache der nächste in der Kette nimmt es an -, und obwohl ich sicher bin, dass papierlose Bezahlverfahren nach und nach die Fälschungsfrage auf die digitale Ebene hieven und die endgültige Virtualisierung von Tauschakten vollziehen, ist die Geldfälscherei natürlich ein ausgesprochen spannendes Thema für ausgerechnet Typographen.

Das Wissen über Gestaltung und Herstellung von Banknoten und der Reiz des Geldes jenseits vom Barwert stehen im Mittelpunkt der 18. Leipziger Typotage. Experten aus Geldherstellung und Banknotendesign, aber auch Falschgeldsachverständige und Sammler führen die Besucher in die Untiefen der Welt von dirty sexy money. Passend dazu bezahlen Nichtmitglieder 100 €, Mitglieder 70 €, Studenten 50 €.

Referenten sind:
RA Dr. Stefan Haupt, Sammlung Haupt
Dr. Franziska Jungmann-Stadler, HVB Stiftung Geldscheinsammlung
Bernd Merbitz, Landespolizeipräsident
Marc Mittelstaedt, Design Department Giesecke & Devrient
Martin Weber, Deutsche Bundesbank

Dr. Walter Schlebusch, ebenfalls vom auf Dokumentensicherheit spezialisierten Unternehmens Giesecke & Devrient, moderiert die Veranstaltung.

14. Juni 2012 16:03 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Slanted 17: Cartoon / Comic

hd schellnack

Wie ich bereits mehrfach schrieb, ist das eigentlich spannende an der Slanted nicht mehr (nur) so sehr der Inhalt, als vielmehr die Evolution des Blattes als solches, als visuelles Experiment. Innerhalb des groben Rahmens eines typographischen Magazines hat das Magazin so viele fröhliche Änderungen durchlaufen wie kaum eine andere Publikation – vom reinen Blog zum schwarzweiß-Magazin im aufgebohrten Copyprint, zum richtig gedruckten und «echt» vertriebenen Magazin – und mit der 17. Ausgabe haben sich Format und Layout wieder geändert. Größer ist es geworden, wahrscheinlich, um in der Flut nahezu gleicher A4-Formate herauszuragen, dicker ist es geworden und das Layout hat sich auch geändert, wirkt gestraffter. Geblieben ist die Vorstellung zahlreicher Fonts eingebettet in ein Layoutabenteuer, die klare Trennung von Bildspielplatz und lesbaren (und stets lesenswerten) Texten, die aus meiner Sicht ja der eigentliche Schatz des Magazins sind. Von deutschen Handlettering über Manga-Fonts und ein Interview mit dem Schrift/Comicgrenzgänger Alesso Leonardo bis hin zu der bei diesem Thema wahrscheinlich nicht fehlen dürfenden, aber irgendwie nicht sonderlich erwähnenswerten Comic Sans. Es gibt auch ein paar aus der Reihe tanzende Texte, wie etwa Julia Kahls Interview mit Matthew Carter, die das Monothema-Heft etwas auflockern, dafür fehlt mir als US-Comic-Fan dieser nicht unwichtige Teil der Comicgeschichte absolut, auch wenn ein paar Marvel-Ikonen im Bildteil zitiert werden und einige Soundwords genutzt werden, um die Fonts vorzustellen… wobei eben gerade diese Reduzierung von Comic auf «Peng! Bumm! Klatsch!» immer etwas schmerzhaft ist. Bei Typographie und Comic wären einige US-Handletterer wie Chris Eliopoulus, Künstler wie Eisner und Steranko, aber sicher auch ein Interview mit Rian Hughes spannend gewesen. So wie eigentlich (vielleicht verständlicherweise) jede kulturhistorische Betrachtung von Comics als Medium etwas fehlt – aber vielleicht ist das auch nicht der richtige Ort dafür. Dennoch schade – auch wenn er im Sterben liegt und ich eigentlich gut finde, europäische und asiatische Comics gegenüber dem US-Spandex-Genre zu betonen, gerade in Sachen Typographie gibt der Markt der US-Comics einiges her.

hd schellnack

Das ist aber tatsächlich schon alles, was mir einfällt angesichts eines Heftes, das sich wieder einmal erfolgreich neu erfunden hat, das zum Entdecken und Spielen einlädt und auch in der 17. Ausgabe die Balance zwischen Spaß und Seriosität immer wieder wunderbar kippelig hält – die Stärke des Heftes ist einfach, dass es keinerlei Botschaft, keine Inhalte, keine Funktion hat, sondern einfach nur ist. Auf dieser Basis, die sich so spürbar von den meisten anderen Zeitschriften mit mehr Sendungsbewußtsein abhebt, oder die eine Zielgruppe bearbeiten wollen/müssen, oder die «journalistisch» sein wollen/müssen, entsteht eine bunte Mischung aus High-End-Schülerzeitung und Fanmagazine, die mich vom Spaßfaktor an Clownfisch und andere Portfolio- oder Uni-Magazine erinnert, aber zugleich fokussierter ist. Abgesehen davon, dass es eine phantastische Mischung aus Spielwiese, Aquise- und Netzwerktool für Magma ist, ist es unterm Strich einfach eine der lesenswertesten Publikationen im Typobereich, paradoxerweise eben, weil die Slanted so ein bisschen wunderbar ziellos ist und du sie weniger wie eine ernsthafte Zeitschrift liest, sondern mehr wie ein Videogame durchwanderst, Dinge entdeckst, Geheimnisse dekodierst, Aufgaben löst und auch mal einfach Sachen überspringst. Man darf nicht drüber nachdenken, wenn andere Bereiche so wunderbar explorativ über sich selbst berichten würden und das nahezu filterlose Tumblr-Scrapbook zum journalistischen Werkzeug erheben würden.

hd schellnack (weiterlesen …)

10. April 2012 12:09 Uhr. Kategorie Design. Tag , , , , , . 3 Antworten.

Bücher machen

hd schellnack

Besser spät als nie drauf hinweisen:
Morgen startet die 1. Tagung des Instituts für Buchgestaltung zum Thema «Bücher machen» an der FH Bielefeld einladen. Von 10 bis 19 Uhr geht es dann am Fachbereich Gestaltung in der Lampingstraße 3, 33615 Bielefeld um folgendes Programm:

10:00 Jenna Gesse Leerzeichen für Applaus
11:00 Achim Böhmer, Sara Hausmann Looking back to the future
12:00 Jost Hochuli Von A wie Anmerkung und B wie Blödsinn bis Z wie Zeiger

13:45 Jost Hochuli Systematische Buchgestaltung
14:45 Judith Schalansky Gebrochene Schriften, abgelegene Inseln […] oder wie ich Bücher mache
15:45 Peter Graf

17:00 Sven Ehmann Datenvisualisierung und Visual Storytelling
18:00 Prof. Ulrike Stoltz KREUZ & QUER/HIN & HER […] nicht-lineares Lesen im Buch.

Bei dem Programm – allein Hochuli wäre die Reise wert, Schalansky ist auf dem Weg zur Bestsellerautorin ersten Ranges und die anderen Sprecher sind kaum weniger prominent – ist verständlich, wenn Dirk Fütterer vom Institut um eine Anmeldung bittet: unter mail@institut-buchgestaltung.de.

Der Besuch der Tagung ist kostenlos. Zur Kostendämpfung bittet das Institut die Besucher um eine kleine Spende von 5€ oder mehr, was angesichts des Programms und der Preise anderer Konferenzen mehr als fair ist. Ich habe morgen Termine und kann nicht ins schöne Bielefeld, aber ich kann jeden Leser nur ermutigen, kurzentschlossen in den Zug zu springen und sich diese Tagung zu gönnen, es kann sich nur lohnen, zumal Dirk Fütterer an der FH und mit dem Institut wirklich ausgezeichnete Arbeiten produziert, die man gesehen haben sollte. Hin Hin…

8. Dezember 2011 19:08 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

Dimensions of Stadt

hd schellnack

Wer in der Vorweihnachtszeit sonst nichts vorhat und wer sich für die Schnittstelle von Design und Architektur interessiert, den kann es am 15.12. vielleicht nach Dessau ziehen, wo in der Bauhausaule der Fachbereich Design der Hochschule Anhalt die Konferenz «Dimensions of Stadt – Designer erobern den urbanen Raum» startet. Moderiert von Sandra Giegler geht es vor allem um die Verzahnung von verschiedenen Kreativdisziplinen – Design, Architektur,Stadt- und Landschaftsplanung und Stadtplanern, Kulturwissenschaft usw. – zu einem Gesamtkontext, der eben auch beruflich für den Designnachwuchs hochspannend sein kann, der mit seinem prozess- und lösungsorientieren Denken ideal für die Arbeit an urbanen Eingriffen und Planungsaufgaben qualifiziert ist. Davon ausgehend, wie sehr Designer inzwischen in Kultur und auch Innenarchitektur mitmischen, ist es tatsächlich nur logisch, unsere Art, gestalterisch und kommunikationspsychologisch zu Denken auch in den größeren stadtplanerischen Kontext einzuweben – außerdem ist wahrscheinlich alles gut, was die Flut von Designer, die nach wie vor auf den Arbeitsmarkt drängt, auch in neue Felder und Bereiche zu kanalisieren ;-).

Sprecher sind u.a. Jakob Wolf, Anja Wolf, Steffen Schuhmann, Susann Baldermann, Jan Weber-Ebnet, Cordelia Polinna, Detlef Weitz und Julian Petrin.

Um 9.30 geht es am 15.12. in Dessau los, weitere Infos gibt es hier.

22. November 2011 18:31 Uhr. Kategorie Design. Tag , , . Keine Antwort.

Warum Crowdsourcing und Gratisdesign nichts bringen

hd schellnack

Sehr schöner Artikel bei CreativePro.

Ein Highlight:
When a client solicits spec work, you have no idea how many other designers are pitted against you. It’s a crapshoot. Crowdsourcing odds are even worse. … For example, a recent call for a company logo on CrowdSpring received 1,749 entries — only one of which gets paid, while 1,748 won’t. … “According to [CrowdSpring’s] home page, designers have submitted over 219,000 entries” as of this April 2009. “If we average each entry out to an hour’s worth of a designer’s time, and that’s a hugely underrated figure, that equates to 25 years of unpaid designer labor.”… “The only thing worse than a potential client who does not value the efforts of a professional graphic designer is a designer who doesn’t appreciate the value of their own time and work.”

Wird Zeit, dass wir in Deutschland auch klar Stellung gegen unbezahlte Pitches und Crowdsourcing beziehen. So verlockend es ist, wenn ein spannender Kunde zum Gratiswettbewerb bittet -  man sollte nicht an Pitches gegen mehr als maximal 10, in einer zweiten Runde 3 Teilnehmer mitmachen und zumindest einen symbolischen Obulus, der die Materialkosten und eventuellen Selbstkosten deckt, sollte es geben. Und wer bei Crowdsourcing mitmacht, sorry, sollte sich nicht mehr Designer nennen. Einen Burgerbrater nennt man ja auch nicht Koch, oder?

Gratis-Pitches und Crowdsourcing sind die derzeit größte Gefahr – neben der Flut unqualifizierter Designer am Markt und dem dazu gehörenden Preisdumping – für die Branche, sie erodieren die Basis von dem, worauf gutes Design überhaupt erst aufbauen kann: Gegenseitiger Respekt und Dialog auf Augenhöhe. Wenn hier in den nächsten Jahren eine Art verbindlicher und bindender Ehrenkodex entsteht in der Branche, an den sich alle halten – denn wenn das nicht möglichst alle tun, oder zumindest ab einer bestimmten Qualitätsstufe alle, bringt es nichts – nehmen wir uns selbst die Existenzgrundlage und dürfen uns nicht beschweren, wenn Design im engeren Sinne in zehn Jahren als Aushilfstätigkeit gilt (denn auf dem Weg sind wir jetzt schon ziemlich weit gekommen!)

13. Mai 2009 08:05 Uhr. Kategorie Design. Tag . 4 Antworten.

John Barclay: Talks About Money

hd schellnack

Abgesehen davon, dass es apropos ist, wenn ein Autor namens Barclay (gemeinsam mit Linda van Deursen)  ein Buch über Geld macht, ist Talks about Money  vor allem ein lesenswert verspieltes Dokument der Ratlosigkeit unserer Branche in Sachen Geld. Die Interviews, die Barclay mit etablierten Designern aber auch Newcomern und Freelancern führt, zeigen auf, wie wenig Anfänger aber auch Profis eigentlich wirklich von Preisgestaltung wissen und wie unterschiedlich die Strategien der Kommunikation von Gestaltungskosten am Markt sind. Aus Kundensicht eigentlich ein Horror, diese völlig verschiedenen Ansätze, eine doch relativ gleiche Leistung zu beziffern. Den kurzen und kurzweiligen Inhalt verpacken die beiden Autoren sehr charmant in Sprechblasen, die das Buch zu einem der schlecht gestaltetsten Bücher über Design machen dürften :-D.

Am Ende des Buches weiß man eigentlich selbst nicht viel mehr über die Art, wie man abrechnen sollte, über den idealen Stundensatz oder die goldene Strategie, Klienten den Wert von Design zu verkaufen, aber man hat eine Ahnung, dass man nicht allein ist mit den Problemen, die man im Alltag hat zwischen Kunden, die am liebsten eine Webpage für 150 Euro haben möchten, und Kollegen, die für ein paar Zeilen Text und zwei Musterseiten fünfstellige Beträge verlangen. Was man mitnimmt ist das Gefühl, dass die Lizenz-Tarif-Ansätze im Stile von BDG und AGD auch für die meisten Kollegen im Buch nicht funktionieren und Stundensatz plus ein gesundes Augenmaß dafür, was die Klienten zahlen können, noch am ehesten machbar sind. Du lernst, dass Stundensätze wild zwischen 75 und 300 Euro fluktuieren, und verstehst, dass wir vielleicht wirklich eine Art Architekten- oder Ärztekammer bräuchten, die diese Unsicherheit von oben herab zumindest etwas mildert.

Geld ist für Designbüros ein seltsames Thema. Die großen Studios, bei denen vor allem die «nette» Gestaltungsseite und die eher unfreundliche Kalkulation personell völlig getrennt sind, können horrende Stundensätze und -mengen durchsetzen, die kleinen Freelancer beuten sich oft selbst gnadenlos aus (was dann eben oft bedeutet, dass die großen Studios die Jobs an die selbstausbeutenden Freelancer abgeben und sich die Differenzsumme einstreichen, so dass der Kunde eigentlich auch direkt zum Studenten X hätte gehen können, der das eigentliche Logo entworfen hat :-D). Auch beim Kunden fehlt ein Gespür für die richtige Dimension – trotz sich an Endverbraucher wendender und insofern gegenüber den AGD-Preislisten zumindest halbwegs realistischer Preislisten wie Rotstift -, die gleichen Leute, die mit dem riesigen BMW vorfahren, wollen für ihre Gestaltung, die doch eigentlich zentrales Kommunikations- und Erfolgswerkzeug ist, nur Peanuts ausgeben und entwickeln ausgerechnet in diesem sensiblen Bereich eine ruinöse Geiz-ist-Geil-Mentalität. Klare, pragmatische Regeln wären also eigentlich für beide Seiten eine wichtige Entwicklung. (Und bitte ohne Lizenz-Gedöhns, niemand versteht das. Wenn man einen Rechner entwickeln muss, der regionale und zeitliche Faktoren multipliziert, wird es unkommunikabel . . . und ich weiß selbst, dass ich vor Photographen zurückschrecke, die neben dem Tagessatz auch noch Lizenzen wollen, nicht, weil ich es aus Prinzip nicht mag, sondern weil es ganz schnell und ganz kräftig alle Budgets sprengen kann und unflexibel ist. Ich verstehe, wieso die Lizenzen eine gute Einrichtung sind, aber in der Praxis sind sie oft abstruser Käse und jeder weiß das.)

Die Frage, die Studenten am häufigsten stellen, wenn sie anfangen, nebenbei kleinere Jobs zu machen, ist: Was kann ich dafür nehmen? Das Kalkulation und BWL nicht im Designstudium so integriert ist, das man praktisch nach dem Abschluss weiß, wie die Business-Seite des Grafik Designs aussieht, ist sehr schade. Talks about Money schließt diese Lücke nicht, macht aber auf sehr spaßige Weise zumindest klar, dass man mit seinen improvisierten Strategien nicht allein ist, im Gegenteil.

hd schellnack

21. Dezember 2008 09:09 Uhr. Kategorie Buch, Design. Tag , . 2 Antworten.

Emotional Systems

Regine von WMMNA war in Florenz bei Emotional Systems, der Eröffnungsausstellung des neuen Strozzina… und die  schaut extrem vielversprechend aus.

28. Februar 2008 21:16 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Designs Of The Year Shortlist


Bei CreativeReview gibt es die Anwerber auf den Design of the Year Award des Londoner Design Museums. Mein Favorit ist die Grandtour-Kampagne von ThePartners.

15. Februar 2008 11:02 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.


Creative Commons Licence