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Szimpla Dupla

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Ob es nun szimpla dupla heißt oder .simpla..dupla, ganz egal – die kleine aber feine Ausstellung im Künstlerhaus in Dortmund hatte es in sich und war zur Eröffnung ausgezeichnet besucht, unter den routinierten Beats von Annika Jannsen und Seán Nagel kam gute Partystimmung auf. Hannes Woidich, Willi Otremba und Szolga Hajnal haben aus Budapest und Pécs neun Installationen mitgebracht, die bereits vor dem offiziellen Start von Scene Ungarn zeigen, wie nah die osteuropäische Kunstszene im Grunde Arbeiten ist, die wir auch aus Deutschland kennen, meist sehr multimedial, modern, abstrakt, eher tastend als didaktisch, und wie so oft bei moderner Kunst auch etwas unwirklich. Ich war überrascht, dass mir Hajnalka Tarr, deren Arbeiten ich bereits kannte und sehr mag, in diesem Kontext sogar noch am wenigsten gefiel, obwohl sie quasi als einzige etwas «klassisch» arbeitete. Einen großartigen Opener gab die Installation von Szövetség’39 ab, eine große «Lichtorgel» mit batteriebetriebenen LEDs, die bereits zum Start der Ausstellung ausfielen und so im Verlauf von szimpla dupla zufallsbasiert immer neue, sich selbst zerstörenede Pattern entwickeln. Ein weiteres Highlight war eine andere Lichtinstallation von Csenge Kolozsvári, abgehängte selbstgebaute Lampen, die bei Berühung durch in das mattierte Aluminium eingefräste Schlitze erleuchten und einen jeweils anderen Ton abgeben. Leider ging die sehr stimmungsvolle Installation etwas unter, sie hätte vielleicht einen eigenen, vielleicht auch dunklen Raum gebraucht, um ihr Flair so richtig zu entfalten – aber auch so macht es Spaß, Kunst anzupacken und mit ihr spielen zu können. Inspirierend war Anna Baróthys dreidimensionale Skulptur, die sich aus einer aufgezeichneten Tanzperformance ergab – was bei Gehry ein Haus würde, ist hier eine wirklich schöne Skulptur geworden, deren Idee faszinierend ist. Marianna Szabó hat geisterhafte Mumien aus einzelnen teilweise gehärteten Fäden nach Dortmund gebracht, die wie Schlafende oder Tote im Künstlerhaus liegen. Ádám Kokeschs «Sensoren»-Installation fand ich persönlich weniger gelungen, wiewohl ich die einzelnen Sensoren sehr niedlich fand, hat sich die Idee als Ganzes nicht erschlossen und wirkte artifiziell. Barbara Follárd hatte eine Videoinstallation dabei, und ich bin ganz individuell an dem Punkt, wo ich geloopte Videos einfach nicht mehr sehen mag, es liegt an mir – Videoart muss einfach einen Schritt weiterkommen und interaktiver werden im Zeitalter von Youtube. Umso schöner dann die Primitivität, Ehrlichkeit und der schiere Arbeits- und Spaßfaktor von István Csákánys Rauminstallation, die ein massives Holzgebirge ins Künstlerhaus stemmte, über das jeder Besucher klettern musste, um die Ausstellung weiter sehen zu können. Abgesehen von meinem Respekt vor der reinen Bauleistung mit Säge und Akkuschrauber, vor der wackelig wirkenden, aber wunderbar massiven Konstruktion, vor der fraktalen Optik von so viel Baumarkt-Holz, war diese Kunst wunderbar ins echte Leben integriert, lud zum Draufsitzen ein (und ächzte ziemlich unter den fast zwölf Leuten, die zwischenzeitlich auf dem Holzberg saßen) und wurde auch ein wenig zur Hürde für das weniger junge Publikum, das trotzdem mit reichlich Humor auf das Holzhindernis kraxelte.

Die Ausstellung im Künstlerhaus läuft noch bis 30. Mai. Ein paar Bilder nach dem Break…

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10. April 2010 10:22 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

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