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Suzanne Vega: Beauty and Crime

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Suzannes Vegas achtes Studioalbum hat fast sechs Jahre gebraucht, um zu entstehen. Eine lange, offenbar von persönlichen Umbrüchen geprägte Zeit, die man dem Album einerseits deutlich anhört, die sich in Klarheit und Zielstrebigkeit auszudrücken scheint, die andererseits spurlos an Vega vorbeigegangen zu sein scheint, deren Stimme und Songwriting unverändert wirken. Mit einem an Wild Thing erinnernden Riff eröffnet das Album für Vegas Verhältnisse recht Uptempo mit dem rückblickenden Zephyr&I, und der Opener setzt den durchaus poppigen Takt für den Rest des Albums, das mit Band und Streichern etwas dicker produziert klingt als Songs in Red and Gray von 2001, das Vega mehr zu ihren Anfängen zurückführte. Beauty & Crime wirkt dagegen poppiger, offener, optimistischer. Vega hat über die Jahre bewiesen, dass ihr musikalischer Kosmos relativ eng begrenzt ist, ist stets ihren Singer/Songwriter-Wurzeln treu geblieben und dieses Album ist keine Ausnahme – die Songs klingen bereits beim ersten Hören vertraut, weil man Vegas Harmoniefolgen und Gesangsphrasierungen einfach kennt – und es ist fast verblüffend, wie unverändert jung ihre Stimme klingen kann. Für eine zwanzig Jahre überspannende Karriere fast überraschend, im Guten wie im Schlechten, dass sich ein Künstler so wenig experimentell weiterentwickelt, sondern klar innerhalb bestimmter Parameter operiert. Die Produktion umgarnt ihre simplen Gitarrenmelodien mal etwas poppig, mal entspannt jazzy (Pornographer’s Dream), mal balladig (Anniversary) und mal sehr pur (Obvious question, Edith Wharton’s Figurines). Beauty&Crime reiht sich nahtlos in die Kette relativ selbstähnlicher, aber jeweils immer wunderbarer Alben von Vega ein,ohne bemerkenswerte Ecken und Kanten, ohne Lieder, die man sofort und für immer im Ohr hat, aber durch die Bank absolut hörenswert, sauber produziert und mit einer der schönsten Stimmen der Popbranche, die hier nah und unverfälscht zeigt, dass sie scheinbar alterslos und ganz selbstverständlich hohe Qualität halten kann, ihre Geschichten und kleinen Beobachtung immer noch perfekt erzählen kann. Vega legt hier ein seltsam kuscheliges Album vor, das vertraut klingt, aber nicht langweilig oder völlig berechenbar, das ein wenig kantenlos wirkt, aber keineswegs routiniert rausgehauen, ein Album, das seltsam nach einer in der Mitte angekommenen Suzanne Vega klingt, nicht ganz pur auf Gitarre reduziert, aber auch nicht so hochgeschliffen produziert wie Nine Objects of Desire. Jedes Album von Vega ist Teil eines Gesamtkanons, in dem bestimmte Elemente, Melodien, Brüche und Motive immer wieder auftauchen – und was ich bei vielen anderen Musikern langweilig oder ideenlos fände, macht bei Vega enorm Sinn, da von alten Songs wie Freeze Tag bis zu neuen Sahcen wie Bound die Musik nur Begleitung der halb gesungenen, halb gesprochenen Texte ist. Vega ist eine der wenigen Ausnahmen von Musikern, von denen ich das mehr oder minder immer nur minimal variierte Lied immer und immer wieder hören kann.

21. August 2009 07:14 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

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