
Comicverfilmungen, zumal von «Superhelden»-Comics, sind stets schwierig. Was zweidimensional in einem Medium, das von Pausen lebt, bestens funktioniert, scheitert an der Übersetzung in reale fließende Bilder. Die CGI-Technologie hat dem Genre einen Höhenflug beschert, weil jedes nur denkbare Bild heute im Film realisierbar geworden ist. Die Handschrift von Zeichern und Inkern, die Dynamik von Seitenlayout und Panels, die gesamte Syntax des Mediums, fehlt dem Film aber. Und… mal ehrlich: Ein Kostüm, das gezeichnet völlig akzeptabel ist, wirkt im «echten» Leben einfach albern.
Das allein kann aber nicht begründen, warum Spider-Man 3 ein solch gigantischer Flop ist. Sam Raimis Finale seiner Spider-Trilogie fällt selbst hinter die beiden ersten Teile zurück. War Teil II – wie so oft bei Trilogien – der erwachsenste, komplexeste und überzeugendeste Teil, so ist das Finale, wie eben auch bei Star Wars, erschreckend schwach. Dabei hält sich Raimi an die aus Scream 3 bekannten Regeln eines Trilogiefinales – mehr Budget, mehr Effekte, mehr Gegner, mehr Blut und nichts ist so wie es scheint. Spider-Man 3 gilt mit atemberaubenden 250 Millionen Dollar als eine der bisher teuersten Filmproduktionen. Und man fragt sich schon, wo das Geld geblieben ist. Denn außer der aber durchaus schon aus anderen Produktionen bekannten Computerperfektion bietet der Film wenig Neues. War das Drehbuch von Teil II immerhin partiell von Michael Chabon mit verfasst und hatte somit einen Anflug von Tiefgang, präsentiert der dritte Teil ein Sammelsurium abgegriffener Motiven aus Raimis eigener Spider-Man-Serie und anderen Genrefilmen.
Denn das Spider-Man gegen sein eigenes «inneres» sublimiertes Böses antritt, das durch einen außerirdischen Symbioten, der zu Peter Parkers neuem schwarzen Outfit mutiert und Peters egoistische und eitle Seite zum Vorschein bringt, das kennt man schon aus Superman 3 und auch aus der Serie Smallville. Harry Osborn als Goblin hebt sich kaum nennenswert von seinem Vater in Teil I ab. Und die Neuankömmlinge Sandman und Venom (der im Film nie so genannt wird) bleiben unscharfe Figuren ohne jede Tiefe, deren Background bestenfalls klischeehaft abgerissen wird.
Tatsächlich erweckt der Film durchgehend den Eindruck, zugleich langweilig und gehetzt zu sein. Die Wandlung von Harry Osborn vom Bösewicht zum Freund (Gedächtnisverlust durch Kopfstoß, wie originell), wieder zum Bösewicht, der schließlich als echter Freund an Peers Seite kämpft… so etwas würde im Rahmen einer Serienstaffel, mit entsprechender Zeit, möglicherweise einen brauchbaren Soap-Opera-Subplot abgeben, aber in den etwas mehr als zwei Stunden des Films wirkt es einfach albern, wenn Osborn völlig unmotiviert durch immer neue Metamorphosen jagt und jede Entwicklung (wie etwa sein Anbändeln mit MJ) durch aberwitzige neue Ereignisse völlig irrelevant wird.
Auch für das Alien-Kostüm ist anscheinend keine echte Zeit. Die schwarze Masse wird nur en passant kurz erklärt, die Schwäche des Symbiots gegenüber Lärm geht fast unter, sämtliche Hintergründe (WO kommt das schwarze Alienwesen eigentlich her? Was will es auf der Erde? Warum verwandelt es sich in ein Gummikostüm, anstatt direkt mit Peter zu fusionieren wie später mit Brock? Mimikry? Warum sieht es auch bei Brock später immer noch nach Spider-Man aus und und und…) bleiben offen. Was in den Comic über Jahre langsam etabliert wurde, wird hier hopplahopp über die Leinwand geschossen, keine Zeit, keine Zeit (© C. Deckert).
Die Handlung, die Raimi in einen Film komprimiert, würde langsamer und im Rahmen einer TV-Serie sicher besser wirken, zumal sie so oberflächlich bleibt, dass es für einen echten Film einfach an Tiefgang mangelt. Bei einer TV-Serie hängt der Anspruch ja eben doch etwas tiefer. Auch die Trickeffekte sind keineswegs so spektakulär, dass man deswegen allein ins Kino müsste, sie bewegen sich im Rahmen dessen, was heute Standard geworden ist. Und zugleich fehlt ihnen eben deshalb an Magie. Was zu Zeiten von Matrix I noch atemberaubend war – ein Helikopter rammt ein Hochhaus – wirkt heute abgenudelt, zu oft gesehen. CGI macht alles möglich, aber zugleich gewöhnen wir uns an diese Technologie und beginnen, von ihr gelangweilt zu sein, weil sie allein nicht mehr als Argument für einen Film ausreicht. Sie bleibt steril, kalt, anti-emotional. Je mehr Filme auf Computerbilderwelten setzen, je mehr sie die Ästhetik eines Videospiels annehmen, umso weniger identifizieren wir uns mit den Themen dieser Filme.
Und auch narrativ enttäuscht Spider-Man 3, zumal er einen wichtigen Kern des Mythos ad absurdum führt. Peter Parker, im Comic wie im ersten Teil der Filmserie, lässt aus Eigennutz einen Räuber entkommen, der später seinen Onkel Ben umbringt, wodurch Peter lernt, dass mit großer Macht große Verantwortung einhergehen muss. Simple moralische Botschaft, aber einer der absoluten Essentials des Spider-Man-Universums. Hätte er den kleinen Dieb aufgehalten, würde sein Onkel noch leben. Im dritten Teil weicht Raimi ohne dramaturgische Not von diesem Kernmythos der Figur ab, um den Sandman zum wahren Mörder von Ben Parker zu machen. Und entkernt so die moralische Konstruktion seines Helden. Denn egal, ob Spider-Man den Dieb nun aufgehalten hätte oder nicht… Ben wäre so oder so ermordet worden. Raimi exkulpiert Peter Parker hier, indem er die kausale Kette trennt. Spidey ist im dritten Teil NICHT mehr (mit)schuldig an Bens Tod. Was etwa so ist, als würden im nächsten Batman-Film Bruce Waynes Eltern wieder auferstehen.
Wäre dieser seltsame und störende Eingriff in die Origin von Spider-Man wenigstens nötig, man könnte es verzeihen… aber für den weiteren Film hat die ganze Sache eigentlich keinerlei Bedeutung. Raimi geht es augenscheinlich nur darum, Peter gänzlich unschuldig und rein zu haben. Was aber eigentlich gegen die inhärente Struktur aller Marvel-Helden geht, die immer Everyday People sind, immer menschliche Makel haben. Raimis Spider-Man ist insofern, im Kern, Superman. In Teil III ist Spider-Man dementsprechend ein von der ganzen Stadt gefeierter Held, in den Comics aber seit jeher eine zwielichtige, von der Polizei nicht selten gejagte, von der Öffentlichkeit eher mit Misstrauen beobachtete Figur. Spinnen sind halt ekelig. Es gibt für den «echten» Spider-Man keine Ticker-Tape-Parade in den Straßen von NYC. Und der «echte» Spider-Man würde auch nicht in eine der dümmsten Szenen des Films (und das heißt bei diesem Film schon einiges) vor einer US-Flagge posieren. Ein All-American-Hero ist Peter Parker aber eben eigentlich nicht. Die Spinne ist kein strahlender Held. und verträgt solchen Kitsch, anders als Superman, eben absolut nicht. Raimi, kurzum, hat seinen Protagonisten offenbar nicht verstanden und fröhnt auch in Teil III – wie schon im Vorgänger – dem Wunsch, endlich mal einen Superman-Film drehen zu dürfen.
Umso absurder inszeniert Raimi die «dunkle» Seite von Parker. Die nur möglich, nur nötig wird, weil Raimi selbst zuvor Spider-Man so nahtlos glatt auf Hochglanz poliert hat, dass er plötzlich eine «dunkle Seite» braucht. Raimi entfernt zunächst die gebrochene, reale, alltägliche Struktur des Comic-Book-Helden zugunsten einer zu strahlenden Version, um diese dann wieder zu negieren. Was für Superman aber durchaus funktioniert – diese hassliebende Urangst, die der Rest der Welt vor den USA hat: Was passiert eigentlich, wenn ein übermächtiges Wesen plötzlich böse wird? -, ist für Spider-Man komplett falsch. Spider-Man IST das Ventil des ohne Maske stets verpeilten und lieben irgendwie weichen aber liebenswerten Losers Peter Parker, Spider-Man ist das «Es» für Parkers «Über-Ich». Bei Superman ist es umgekehrt: Clark ist die Maske, die dem gottähnlichen Überwesen Superman die Chance gibt, unerkannt unter Sterblichen zu leben. Clark ist nur deshalb so ein Weichei, weil Superman nicht erkannt werden will. Bei Parker ist dies völlig überflüssig, weil Spider-Man eine Maske trägt und seine Geheimidentität dadurch nicht schützen muss. Spider-Man IST die Maske, bei Superman ist Kent die Maske. Die Struktur des Protagonisten ist also derart anders als die von Superman, dass Raimi seinen Helden völlig sinnlos und aufwendig verbiegen muss, um einen Superman-Plot in diesen Film zu drücken. Und so wirkt es eben abstrus, wenn Peter Parker über Nacht «cool» wird. Weil Parker nie cool war, nie cool sein wollte. Spider-Man ist cool (und muß es nicht sein). Peter ist nicht cool und auch ganz zufrieden damit. Aus dem Nichts tauchen hier aber nun plötzlich maskaraverschmierte Augen und dunkel gefärbte Haare auf (damit auch der Allerletzte noch versteht, dass unser Peter jetzt plötzlich böse ist….) und Parker hat auf einmal einen Emo-Haarschnitt und einen teuren Anzug (wovon hat der notorisch klamme Peter, der nicht mal die Miete zusammenkriegt, den eigentlich bezahlt?). Das ganze ist so platt, so offensichtlich, so albern… es knirscht im Gebälk des Filmes. Das Parker auch in dieser bösen Version immer noch ein Nerd ist, der affektiert-albern stolziert, der Frauen dämlich anflirtet und dabei nur seltsame Blicke erntet, der eben immer noch kein «Jock» ist… das ist von Maguire sicherlich richtig angelegt, untergräbt aber unpassenderweise den Versuch, Parker cooler wirken zu lassen. Der Nerd Clark Kent mutiert ungebrochen zum harten Typen, wenn er seine Moral abstreift, weil wir alle wissen, dass Kent nur die Maske des Übermenschen ist, Parker aber wird nur zum aufgeblasenen Möchtegern, der sich selbst nicht entkommen kann. Raimi kann sich hier zudem nicht entscheiden, in manchen Sequenzen kommt Parker wirklich lässig rüber, in anderen wirkt er wie eine Witzfigur. Diese Ambivalenz verrät, wie unsicher Raimi anscheinend mit der eigenen Idee war, wie unpassend sie in diesen Film wirkt – und eben auch wieder zu schnell, zu hastig. In einer Serie, über mehrere Folgen gezogen, wäre eine langsame Wandlung des Milchbubis Parker zu einer erst cooleren und dann unangenehm großkotzigen Variante sicherlich spannend gewesen… aber hier fühlt man sich, als würde man den Plot im Fast Forward durchhecheln müssen.
Auch die Wandlung vom Übernerd Parker zum Möchtegern-Fiesling ist übrigens, wie nahezu jedes einzelne Element des Films, auf das Ganze betrachtet völlig konsequenzenlos. Im Kontext des gesamten Films kann man dieses Morphing vom Guten Peter zum Bösen Peter und zurück einfach überspringen. Die einzelnen Plot-Elemente kommen nie wirklich zusammen, bleiben überflüssig. Im grunde hätte auch gleich Brock den Symbioten finden können und man hätte sich 30 Minuten unnötigen Ballast gespart. Hochgerechnet kann man den Film so allerdings auf 15 Minuten verkürzen, da ausnahmslos alle Elemente der Handlung einfach vorbeistreifen, ohne Spuren zu hinterlassen. Auch der Konflikt zwischen MJ und Peter ist völlig überflüssig und endet zyklisch am Ausgangspunkt. Während laut E.A. Poe die Essenz einer guten Short Story ist, das nichts überflüssig ist, alles zur ganzen Erzählung beiträgt, besteht Spider-Man 3 nur aus nichts führt zu nichts.
Angesichts der völligen Überflüssigkeit von ganzen Handlungssträngen wirken andere ärgerliche Momente fast nur noch wie Details am Rande. Mein einziges Highlight bleibt der Sandman, der eine – wenn auch schwache – Motivation hat, der zwar übertrieben agiert, aber immerhin überhaupt ewas Tiefe bekommt und rein optisch einfach solide umgesetzt ist, ausgezeichnet nahe am Comic und trotzdem visuell anfangs mitreissend. Das – ganz Hollywood eben – am Ende ein haushohes Sandmonster nötig ist, langweilt allerdings eher. Solche CGI-Monster hat man seit Man in Black jetzt ungezählte Male gesehen, es nervt. Nicht alles, was machbar ist, muss auch gemacht werden. Die extreme Zerstörungswut des Riesen-Sandmännchens geht auch von der erzählerischen Logik her gegen das Ende des Films. Ein gigantischer Nervmoment ist Aunt May. Die jedesmal- wie es Zufall und Drehbuch wohl so wollen – genau das sagt, was uns der Autor über den «tieferen» Konflikt von Peter Parker sagen will. Diese ständige Rolle als Jiminy Grille ist entsetzlich. May kann nerven oder eine wichtige Supporting-Cast-Figur sein. Die Film-May gehört erschossen, so überflüssig und anstrengend ist sie. Apropos anstrengend: Das Peter und auch jeder der maskierten Schurken nahezu pausenlos die Maske vom Gesicht nimmt oder – wie Parker ja in allen drei Teilen – die Maske zerfetzt wird (sinnvolle Maske, die nach etwas Action nur noch aus drei Stück Gummi besteht)… das strengt auf Dauer einfach enorm an. Natürlich ist es für einen FIlm schwer, Emotion zu vermitteln, wenn man das Gesicht des Darstellers nicht sehen kann. Film ist da visueller als Comic. Aber genau das ist ja die Kunst. Es erscheint surreal, wenn die Protagonisten zunächst das Bedürfnis zu haben sich zu maskieren (wie es in Comics nun mal traditionell ist), sich dann aber in allen Dialogmomenten immer und immer wieder demaskieren. Dann doch gleich ganz weg mit den Masken, oder? Diesen Spagat, den Raimi schon im ersten Film entnervend darbot, kann man sich einfach nicht einen ganzen Film lang ansehen. Auch das Raimi eine an sich blonde Darstellerin zur an sich rothaarigen MJ macht und eine rothaarige zur blonden Gwen Stacy… überflüssig. Schön ist, dass Gwen fast John-Romita-artige Augenbrauen und den klasischen Haarreif hat, auch wenn dieser Look heute etwas altbacken wirkt. Bryce Dallas Howard macht einen soliden Job als Gwen, auch wenn sie etwas naiv und oberflächlich wirkt und somit meilenweit vorbei an der Charakterisierung der warmherzigen und smarten Comic-Gwen vorbeischießt. Aber gut, Kirsten Dunst MJ ist ja auch denkbar weit weg von der «echten» smart-and-sassy-MJ. Dunsts MJ ist eine selbstmitleidige weinerliche und durch und durch egoistische Person, eine völlig andere Figur als die Comic-MJ. Aber das macht ja Sinn, wenn auch Maguires Peter Parker nicht auch nur näherungsweise mit der von Stan Lee etablierten Comicbook-Figur kongruent ist.
Solche Divergenzen zwischen Vorlage und Hollywood-Interpretation ist man ja gewohnt und sie sind und bleiben so überflüssig wie ärgerlich… immerhin hat Raimi Spider-Man noch kein Kind angedreht wie Bryan Singer Superman. Aber leider ist Spider-Man 3 auch rein als Film genommen, wenn man alle vergleiche mit der Vorlage weglässt, ein leichtgewichtiger, extrem dümmlicher Film, der sich bestenfalls für Zwölfjährige eignet, weil Narration und visuelle Umsetzung für einen Erwachsenen oft eher unfreiwillig komisch wirken. Wer Spider-Man kennt, wird in diesem Film ziemlich leiden, wer unbedarft an den Stoff herumgeht, wird sich bestenfalls langweilen. Spider-Man 3 ist ein Film, der nichts Neues zu sagen hat und dies auch noch kläglich und ohne echten Respekt vor dem Ursprungsmaterial tut.
Also einfach lieber einen Abend grillen gehen bei dem guten Wetter ;-).
2. Mai 2007 18:22 Uhr. Kategorie Film, Stuff. 29 Antworten.
DUNE – DIE TEXTWÜSTE :-)
Hihi.
Gott, ihr verlernt nut alle das LESEN.
An das Feuilleton der Zeit dürft ihr euch dann gar nicht erst setzen, Kollegen. Oder an BrandEins-Artikel.
Die, zugegebenerweise, lesenswerter sind… :-D
als täglicher zeitungsleser (faz und sz) muss ich sagen, dass das gedruckt wahrscheinlich recht schnell runter gelesen wäre. solange es keine papierdisplays gibt, bleibe ich bei meiner zeitung.
Hihi.
ich lese genug bücher ;-) wirklich. letztens erst einen 600-seiter an einem tag, kannst also nicht behaupten, dass ich nicht lesen könnte ;-)
und jan: genau das ist das problem. also is HD unschuldig und der screen is schuld, aber ob ich das gelten lassen will ;-)
jau, das mit papier-vs-screen stimmt natürlich. ich predige kunde ja nicht umsonst, dass texte online kurz sein sollen. :-D
predigt wasser und säuft wein. roftl.
Ist das hier ne kommerzielle Site? Ich schreib, was mir zu einem Film einfällt und hör auf, wenn mir nicht mehr so viel einfällt. Und hauptsächlich, damit ich mich später mal dran erinnere… nicht um ein Produkt oder eine Zeitung zu verkaufen. Oder als «Journalismus». Wenn es einer lesen mag, okay, wenn nicht, ist doch auch super. Hauptsache, ich hab es für mich. Die Filmkritiken – ebenso Buch und Musik – sind schon hardcore und machen wahrscheinlich auch fast nur Sinn, wenn man Film/Buch/Platte selbst konsumiert hat. Die Buchkritiken liest wahrscheinlich wirklich kein Mensch, die sind definitiv nur für mich da. Die Site hier hat keinen Öffentlichkeits- oder Entertainmentanspruch, dient keinem Hype oder sonstwas, sondern ist wirklich öffentlicher Notizblock für mich. Das ein oder andere ist dann auch mal für Dritte interessant, das ein oder andere nicht. Aber es ist – schon vom Niveau her – eben keine Rezension in der Zeit. Die, abstruserweise, den Film übrigens dufte fand. Und Tobey Maguire als Schauspieler feiert. Wozu Spider-Man an sich nun wirklich keinerlei Anlass gibt. . .
’schuldigung. frieden?
ich erkenne ein muster hinter deinen einträgen. lass mich raten, du wirbst eigentlich für calvin klein in2u. harhar
aber ich muss sagen, diese langen artikel haben auch wirklich was positives. ich les meist in etwa jeden zweiten absatz und bekomm doch nen recht ordentlichen kurzüberblick mit vielen informationen :D
Du teilst absolut meine Meinung zum grausigen Film!
(Das hab ich dir aber auch schon direkt nach dem Film gesagt!) :)
Einzig verstehe ich nicht so ganz, warum du es so falsch findest, dass Raimi den beabsichtigten Mord von Onkel Ben ungeschehen macht…
Spider-Man ist eben NICHT Batman, bei dem die Ermordung seiner Eltern Grund für seine Heldentaten ist! So existiert Spider-Man weniger wegen des Mordes, sondern mehr aus Überzeugung von Bens genereller Moral “Aus großer Kraft folgt große Verantwortung”! Bens Tod brachte da bloss “das Fass zum überlaufen” und formulierte die Botschaft für Peter eindringlicher…
Nerdige Grüße :)
Ich finde, dass Peter durch den Mord an seinem Onkel lernt, das jedes kleine Verbrechen, unverhindert, später große Wirkungen haben kann. Und aus diesem Grunde wird er zum Vigilanten, der seine Kräfte nicht eigensinnig nutzt, um Geld zu verdienen oder berühmt zu werden (was Peter ja vor Uncle Bens Tod versucht), sondern, um Verbrechen zu verhindern. Was ich ganz zentral finde, weil Lee und Ditko hier die ja sinnvolle Frage, warum ein normaler Mensch überhaupt auf die Idee kommen sollte, so eine Art Super-Sheriff sein zu wollen, effektiv beantworten. Anders als bei klassischen DC-Helden wie Batman oder Green Lantern ist Peter also nicht vom Fleck weg Superheld, sondern erst durch ein persönliches Erlebnis.
Bei Batman ist es etwas anders. Wayne WIRD durch Mord an seinen Eltern zu Batman. Der kleine Junge formt sich zur Kampfmaschine und zum Über-Detektiven, um Rache nehmen zu können. D.h. der Mord ist ein Auslöser, der den jungen Bruce Wayne für immer deformiert. Er will also erst Gerechtigkeit und MACHT sich dann selbst zum Superhelden. Bei Peter Parker ist es aber so, dass er seine Kräfe eher durch einen Unfall kriegt… die Motivation zum Superhelden-Dasein kommt erst später durch Ben. Überhaupt ist es bei den frhen Marvel-Helden so, dass sie nicht automatisch und platt Gutewichte sind. Captain America tut, was er nun mal tut, weil er Soldat ist. Iron Man ganz eigennützig, weil der die Rüstung zum Überleben braucht und weil er sein eigener Bodyguard ist. Der Hulk ist gar ein echter Held, sondern eher ein Monster. Thor ist ein Gott. Die Fantastic Four sind zunäcst keine Superhelden, sondern Forscher. Und so weiter. Die klassischen Crime Fighter à la DC gibt es bei Lee/Ditko/Kirby ganz lange in dieser reinen Form gar nicht :D.
Und Rumpelstilzchen?
Meine größte Angst beim Verlassen das Kinosaals war, dass irgendeiner meiner Begleiter den Film ja “eigentlich doch ganz nett” fand, Zeit und Spiegel Online kann ich leider nicht die Freundschaft kündigen ;)
Was sollten denn bitte die Kinder beim Showdown??? “WOW, krasse Aktion”
Oder Emopeter??? “Hey Du steiler Zahn!”
Wurde da am Drehbuch oder an der Übersetzung gespart? WER SCHREIBT 2007 DIALOGE DIE SCHON ZU ZEITEN VON DJ BOBO VERBOTEN GEHÖRTEN???
Ja verdammt, hätten wir mal gegrillt!
Und in eigener Sache: Keine Zeit Keine Zeit bitte ohne Komma, du weißt doch, keine Zeit für Details! ;)
Die Kinder werden aus zwei Gründen gezeigt, denke ich: 1) Raimi produziert ja für eine Kinder-Zielgruppe und zeigt deshalb Kinder, die Spidey toll finden im Film, damit auch die Kinder, die den Film sehen, Spidey toll finden. Sozusagen virtuelle Peer Pressure ;-).
Und 2) Es sind seine Enkel, Nichten, Neffen und so weiter… die ganze Zeit baut Raimi Familienangehörige ein. Der Mann hat einen schlimmen Cameofimmel, siehe auch Stan Lees Auftritt oder der von Bruce Campbell, der in allen drei Filmen in verschiedenen Rollen auftaucht (so oft, dass einige Leute schon mutmaßen, er sei Mysterio…)
UND WAS IST MIT RUMPELSTILZCHEN, VERDAMMT ????????????????
Wie hieß der?
RUM-PEL-STILZ mit -CHEN weil er so lütt war.
Wäre schön, wenn sich Zeitungen mal zu so einer umfangreichen und interessanten Kritik hinreissen lassen würden.
Danke HD, du hast mich vor langweiligen 2 Stunden bewahrt :-)
P.S. Gott sei dank ist dies kein kommerzielles Blog – ein hoch auf deine lange Texte mit gutem Inhalt.
Ach ja … spidey 3 …
wenn man für jedes Korn des genial animierten Sandmanns einen Dollar springen lässt, könnte man schon erklären wo so ein Megabudget bleibt. Das dann nicht mehr viel für die Akteure übrig bleibt so dass man ihnen ansehen kann, dass sie eigentlich keine Lust mehr auf den Film haben, ist auch klar. Selbst in den ersten 10 min. beschlich mich ein ungutes Gefühl, das der Film nichts taugt. Wie du schon sagtest HD — Man kann alles darstellen. . und es wird auch getan — Selbst wenn der Film dann in keiner Weise mehr der Vorlage entspricht. In den Comics gibt es imho nicht einen 30m hohen Sandmann…
Auch wenn ich Deine Meinungen zu Filmen und co. nicht immer teilen kann — so kann ich diesmal bei jedem Punkt nur zustimmen .. leider.
Aber hey! Immerhin hat Venom es geschafft den Drohbrief im Netz mit dem original Spiderman-Logo zu versehen … muahhahah
PS: Eh .. Christoph .. nächste Woche dann “Sunshine”! Von mir aus auch mit Grill ;)
so ich habe alles gelesen. ahhh! :-)
ich muss sagen ohne den film gesehen zu haben (das mache ich wenn er in 1,5 jahren auf rtl läuft) genau das habe ich mir vorgestellt. scheisse! du hast es sehr schön beschrieben, hd. “Nicht alles, was machbar ist, muss auch gemacht werden.”
hallo? leute, das nervt! “wir müssen das noch reinpacken und das und das und ..”
wer will das sehen? blockbusterfreaks? cgi-geile? ich nicht. ich will ne ordentliche, nachvollziehbare story. die nahe am comic ist. thats all. das sowas es geht zeigt ja sin city.
> CGI macht alles möglich, aber zugleich gewöhnen wir uns an diese Technologie und beginnen, von ihr gelangweilt zu sein, weil sie allein nicht mehr als Argument für einen Film ausreicht. Sie bleibt steril, kalt, anti-emotional. Je mehr Filme auf Computerbilderwelten setzen, je mehr sie die Ästhetik eines Videospiels annehmen, umso weniger identifizieren wir uns mit den Themen dieser Filme.
genau so ist es. das war bei blade III das gleiche.
massig effekte, musikvideostyle. weg damit. i hate it. oder werde ich alt?
> Das Peter und auch jeder der maskierten Schurken nahezu pausenlos die Maske vom Gesicht nimmt oder – wie Parker ja in allen drei Teilen – die Maske zerfetzt wird (sinnvolle Maske, die nach etwas Action nur noch aus drei Stück Gummi besteht)… das strengt auf Dauer einfach enorm an.
schon im 2. teil habe ich das nicht verstanden (an den ersten kann ich mr nur noch dunkel erinnern) was soll der quatsch. vorallem die szene mit der metro, als er ohne maske den zug anhält. klar, alle halten zu dem spidy. keiner zuckt sein handy und macht ein bild von ihm. pff. ich hätte ein foto gemacht.
danke für den review.
@ rain.
geht mir genauso. ich mochte spiderman eh noch nie. ich bin batmanfan, weil ich einfach diese racheschiene viel logischer finde, ähnlich wie punisher. superman war auch nie wirklich mein ding, habs zwar gelesen aber nur so weil es halt da war. superman fand ich immer “unrealistisch” fremder planet + böses gestein, ach nööö. batman ist halt der millionär von nebenan auf rachefeldzug, der sich nachts verkleidet und coole gadgets hat. passt.
wo ich batman beginns auch schon wieder anstrengend fand.
ich bin ja noch auf ghost rider gespannt, habe ich früher auch immer viel gelesen – wobei ich mich fast nichtmehr an die story erinnern kann. hast du den schon gesehen, hd?
das mit der demaskierung im 2. Teil war granidos stumpf, richtig.
Bei Batman etwas Vorsicht… Der Pre-Crisis-Batman (also bis Anfang der 80er) hatte KEIN Rachemotiv. Joe Chill, den Mörder siener Eltern, hat er recht früh schon gefangen und dann Verbrechen bekämpft, um – aus seiner Historie lernend – weitere Verbrechen zu verhindern. Das ist nicht SO anders als Spider-Man, wenn auch nicht wirklich gleich.
Der Millionär,also Bruce Wayne, ist NICHT Batman. Batman ist real, Wayne ist die Maske. Der Millionär existiert nicht, er erfüllt nur einen Zweck.
Ghost Rider interessiert mich eigentlich mal so gar nicht… weder als Comicfigur noch als Nicolas Cage mit schlechtem Toupet ;-D.
PS: Ich glaube, dass sich das Film-Superhelden-Genre NUR als Blockbuster-Effektkino durchsetzen wird. Also als CGI-Vehikel. Kein Film kommt da drumherum und die Stories laden ja auch dazu ein. Bereits die ersten (gar nicht sooo schlechten) Bilder von Iron Man sprechen da eine deutliche Sprache.
ich habe ja nichts gegen cgi aber sie soll im hindergrund wirken. klar, ein heli der in einhaus reinfliegt wird kaum echt sein aber wenn sowas übertrieben wird wie bei kingkong etc. dann find ich das echt schlecht. wobei ja kingkong ohne spezialeffekte nei was geworden wäre. ok, schlechtes beispiel.
warum nichtmal einen indi-batman? das problem sind die fetten budgets die dahinter stehen. batman und co. sind ja nicht nur auf die comics sondern eben auch auf die ganzen merchandisegeschichte ausgelegt. lesen, schauen, kaufen, konsumieren. kacke, sowas kann eigentlich nichts werden.
> Der Millionär existiert nicht, er erfüllt nur einen Zweck.
ja, klar. :-)
> Ich glaube, dass sich das Film-Superhelden-Genre NUR als Blockbuster-Effektkino durchsetzen wird.
warum durchsetzten, manno, können die nichtmal einen comic für nerds verfilmen?
Batman, Spidey, FF… wie du sagst… das ist Franchise. Merchandise und Deals mit Burger-Ketten. Und Blockbuster-Filme. Nicht umsonst sind die Comics bei Marvel und Warner/DC inzwischen fast irgendwie… unwichtig neben den Filmen, Spielen, Franchiseartikeln.
Ich finde, man hätte sehr schön aus Batman: Year One einen Film machen können. Einfach 1:1 abfilmen, Ende. Perfekter kleiner Film Noir. Statt dessen fühlte sich Batman Begins been doch an als hätte es nie eine Pause gegeben und Burton/Schumacher hätten immer noch das sagen. . . Und Gott, bei Superman ist Jon Peters Produzent, schlimmer gehts nimmer.
Und es gibt ja Nerd-Comic-Verfilmungen, aber das sind halt keine Blockbuster.
Hm. Ich finde interessant, daß Du Teil 2 “erwachsen” fandst. Für mich war er totlangweilig und moralindurchtränkt. Ganz fürchterlich. Teil 1 war so eben ooookeeeee und Teil 3 muß ich mir dann einfach nicht anschau’n.
genau wegen dieser scheisse werde ich auch weiterhin alle filme aus dem inet kopieren. wenn ich mir vorstelle 9 euro für so einen mist im kino zu blechen, dann klingeln bei mir die gallensteine. wie lächerlich, einfach bullshit für die breite masse zusammen klüngeln und es als den besten film aller zeiten verkaufen. ich bin froh das ich mit ein paar kumpels im lan noch schön den film verteilen kann, damit ich auch ja schaden bei denen anrichte.
gutes review.
mfg vinz
Ein schlechter Film ist nun kein Grund, ihn sich online zu ziehen. Entweder du schaust ihn dir an und zahlst auch dafür… oder du schaust ihn gar nicht :-D, oder? Simple Sache.