
Direkt aufbauend auf die Frage, ob wir als Designer organisiert genug sind, folgt natürlich die Frage nach dem Geld, denn darum geht es bei Organisation ja oft.
Design ist zur Massenware geworden – und die meisten Kunden, gerade kleinere Kunden, haben oft das Gefühl, das, was wir machen, eigentlich selbst zu können. Flugs CorelDraw gekauft und losgelegt, noch ein Paket 500-Schriften-für-99-Euro dazu und fertig. Die Geiz-ist-Geil-Mentalität ist längst in unserer Branche angekommen, in der die Agenturen sich um Etats rangeln und die Drucker ebenso wie Studenten und Rentner ihre Dienste als Mediengestalter anbieten. Während die High-End-Läden noch halbwegs saftige Preise nehmen können von den großen Kunden ist im mittleren und unteren Segment ein blutiger Preiskrieg ausgebrochen – und selbst bei den großen Werbe- und Designagenturen geht längst die Angst um. Nicht ohne Grund war Clemens Schedlers Beitrag zu dem Thema auf der Typo vor ein paar Jahren vielbeachtet und nicht ohne Grund ist es immer wieder ein Thema bei AGD/BDG – Kundenwerbung, Preisverhandlung sind immer wieder bei den Seminarangeboten .
Auf der anderen Seite – soll Design nicht demokratisch sein? Warum sollten wir mehr verdienen als Friseure oder Goldschmiede? Ist es nicht gut, wenn im Konkurrenzdruck die Preise fallen – wir freuen uns ja auch über den Sinkflug von Telefonkosten oder billiger werdende Elektronikgeräte? Warum sollten sich unsere Kunden nicht auch über den gleichen Effekt in der Dienstleistung freuen dürfen? Ist billiges Design in der Wirkung den so viel schlechter als teures?
Was meint ihr? Ist Design austauschbare Billigware? Fühlt ihr euch fair bezahlt? Schaden die Kunden sich mit der Preisdrückerei selbst? Was kann man tun, selbst aber auch als Branche, um den Wert der Ware zu betonen?
Stellt euch auf die Soapbox und lasst in den Kommentaren Dampf ab – raus mit euren Erfahrungen in Verhandlungen.
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Die Soapbox gibt es jeden Mittwoch – eine Frage zum Bereich Design im weitesten Sinne, um die wir uns hoffentlich wortstark streiten können. Steigt auf die Seifenkiste und sagt eure Meinung in den Kommentaren. Wenn jemand einen Vorschlag für ein Thema hat, freue ich mich drauf: schellnack@nodesign.com.
20. August 2008 10:18 Uhr. Kategorie Design. 32 Antworten.
dann pack doch den links auf den wirklich hörenswerten vortrag von clemens schedler. der is ja online. ;-)
Ich finde offen zu gestaltende Preise okay. Kunden, die sich ihr Design bei MyHammer ersteigern oder für 100 € von einem Studenten machen lassen, bekommen auch oft nur das, was sowas wert ist. Wenn sie damit zufrieden sind, kann man sie nicht ändern. Die anderen machen damit eine schlechte Erfahrung und gehen das nächste Mal zu einem ordentlchen Dienstleister.
Ist das so eine Art »Godwins Gesetz«, dass jede der letzten Diskussionen hier relativ schnell mit einem Seitenhieb auf Studenten glänzt? ;D
Ich war selbst Student. Und es sollte auch kein Seitenhieb sein. Allerdings ist es oftmals schon ein Unterschied, ob sich eine Firma etwas von einem diplomierten Designer oder einem Student im 2. Semester machen läßt. Wenn der Student allerdings knapp vorm Diplom steht, ist da sicherlich kein Unterschied mehr.
zitat eines kunden: »was glauben sie, wie schnell ich jemanden bekomme, der das ganze umsonst macht?« auf den wunsch nach mehr geld. damit war das gespräch beendet und die zusammenarbeit auch. von seiner seite. drei tage später allerdings rief der gleiche kunde an und ich bekam sogar mehr, als ich gfordert hatte. ich war damals aber auch noch student. und wir reden hier wirklich von einstelligen stundensätzen!!!
Sind wir zu teuer, sind wir zu billig? Darum geht es doch letztendlich gar nicht.
Wir müssen mal von unserem hohen Ross runtergekommen. Also mal ehrlich. Wir wollen/dürfen doch nicht ernsthaft davon ausgehen das wir, die wir bloß ein wenig PIxelchen hier, Pixelchen da zurechtrücken auch noch davon leben können sollen? Pfh! Wie seid ihr denn drauf? Ist das euer Ernst? So ein erweitertes Hobby ist doch keine Grundlage für ein ordentliches Auskommen. Hat doch keine Grundlage für ein ordentliches Auskommen zu sein, von dem man sich womöglich noch ein Fahrzeug, einen Urlaub oder Restaurantbesuche erhoffen kann. Eine Warme Wohnung. Das alles wird doch eh überschätzt. Der wahre Wert des Lebens erstreckt sich doch in den Dingen die man nicht so ohne weiteres erwerben kann.
Und überhaupt. Wie frech von uns davon auszugehen wir könnten es als Einzelkämpfer packen. Als One Man Show. Welche groteskte Selbstüberschätzung. Ihr wollt nicht an dem Ringelrein einer großen Agentur teilnehmen? Ich würde mir dann mal die Frage stellen wie gut es um eure Soft Skills bestellt ist? Gesellschaft heißt hier das Stichwort … Grenzt euch aus, werdet ihr dafür (völlig zurecht) bestraft. Und nein, es kommt hierbei nicht auf den Blickwinkel an. Ihr wollt nicht für uns arbeiten? Obwohl unser großer Name euch auch ein klitzekleines Stück vom Kuchen garantieren würde. Lehnt unser Protektoriat ab – dann machen wir euch nieder.
Wir stehen mit unserem guten Namen. Tja, und Du? Bist nichts, hast nichts, Zwickmühle zwischen was haben wollen aber nichts sein können … Und jetzt?
Ok, polemischer Spaß beiseite …
Das Problem ist doch ein bißchen anders gelagert, oder?
Wofür arbeiten wir denn als Designer/Gestalter/was auch immer. Wir arbeiten für einen Kunden. Dieser Kunde arbeitet für andere, seine Kunden. Falsch! Genau das tut er eben nicht. Er gibt es vor. Er gibt vor für seine Kunden zu arbeiten. Er tut es aber nicht. Er arbeitet für sein reales Casino-Spiel-Geld das er an der Börse, bei der/mit der Bank verzogen kann. Dafür in Nizza Cocktails schlürfen zu können. Oder was weiß ich. D.h. das was er erwirtschaftet wird nicht unbedingt wieder in vollem Maße der gesamten hiesigen Wirtschaft zu Gute kommen. Es werden weniger hohe Löhne gezahl werden können/müssen weil eben nicht mehr soviel Kröten vorhanden sind.
Wir sind doch selbst Schuld wenn wir uns darauf einlassen weniger zu verdienen obwohl die Auftraggeber diesen Kreisel selbst angeworfen haben. Wieso wird bei sowas nicht schon viel rüher reagiert. Das Kind muß immer erst in den Brunnen gefallen sein bis man sich evtl. entschließt mal darüber nachzudenken womöglich in ferner Zukunft was dran ändern zu wollen.
Mist, ich wollte doch aufhören mit der Polemik.
Ok. Noch ein Versuch!
Einfache Regel: Es muss gelebt werden können von dem was man tut. Und das das was man tut nicht ständig bis 3 Uhr Nachts gehen muss bis man davon leben kann sollte eigentlich dazu gelten. Zumind. nicht dauernd weil es sonst nicht ginge.
Etwas was kaum was kostet kann auch nur den Gegenwert von annähnernd Null haben. Wie viel ordentliche Basis irgendwo hintersteckt sollte man ebenso in Betracht ziehen.
Allerdings Leistungsgerechtigkeit herzustellen finde ich in diesem, unseren Falle natürlich etwas gewagt. Ein schwieriges Unterfangen.
Grundsätzlich gilt. Fair bezahlt fühlt man sich nie … und ob sich die Kunden mit der Preisdrückerei schaden? Naja, sie werden immer jemanden finden der es ihnen billiger macht. Irgendwann sind auch unsere Sehgewohnheiten soweit runtergeschraubt worden vom Niveau das die Billigheimer (denen man es auch ansieht, immer vorrausgesetzt) die Kings of the Hill sind.
Was das Demokratie Argument angeht. Nein! Genausowenig wie andere Bereiche da nicht darüber hinauskommen die Demokratie bloß vorzuspielen. Also, nein!
QUOTE: »was glauben sie, wie schnell ich jemanden bekomme, der das ganze umsonst macht?«
Sehr langfristig gedacht!
Frage: Wie lange Du “Arschloch”-Kunde (Sorry, aber …) (ganz nebenbei, würdest Du selbst umsonst arbeiten) denkst Du denn geht dann die Zusammenarbeit mit dem Designer? Eine Woche, zwei Wochen. Umsonst. Heißt keine Nahrung, kein Strom, kein fließendes Wasser. Nach einem Monat ist der Arbeit dann verstorben. Gut, ich meine wenn man sich jeden Monat jemand neues holt anstatt mit jemanden zusammenzuarbeiten der den Laden schon kennt – dann bitte … (sich abwendend und gehend hinterherrufend)
Wir machen was falsch. Anstatt über den Preis zu reden muss man über den Wert der produzierten Arbeiten reden. Billig gibts um die Ecke im Copy Studio, Qualität aber nicht überall. Man muss den Leuten verständlich machen das Sie Qualität kaufen und sich selber schädigen wenn auf Billig gesetzt wird. Da hakt es aber bei den Desingern, sich selber zu verkaufen.
Leider haben die Designerverbände deutschlandweit furchbar versagt das auf zu bauen was andere Berufe seit jeher haben. Es wird Zeit für einen anständige Interessensverband damit solche Diskussionen endlich aufhöhren.
Irgendwie komisch, ich vermisse den Mut der 50er sich für etwas ein zu setzten.
Lieber verzichtet der deutsche Designer auf ein beseres Leben und lässt sich aubeuten.
Wohlstand macht träge.
@ Peter “Sentenza” Thielmann
Dafür Arbeiten wir http://www.robbreport.com
Für Luxus der Leute die Am Ende der Geldströme sitzen.
Das Thema beschäftigt mich momentan sehr, weil ich gerade in einer Phase bin, wo zwar der Umsatz langsam vernünftige Größen annimmt (im Sinn von: man kann leben), aber gleichzeitig der Staat jetzt schon die fette Kohle von mir will. Zudem sollte ich eine Familie ernähren. Wahrscheinlich arbeiten wir zu billig, obwohl wir immer bei unserem Preis geblieben sind und uns nicht drücken ließen. Aber wir haben uns halt in einem Segment platziert, wo vielleicht noch 10 % mehr drin liegen, wir danach aber unseren gesamten Kundenstamm verlieren würden. Und eigentlich gefällt mir das Segment, weil wir da mit echten Menschen, keinen Konzern- oder Agenturfuzzis zu tun haben. Aber das heißt halt auch: Nach dem Projekt ist vor dem Projekt. Immer weiter, ohne Polster, ohne Netz, immer am Limit. Ermüdend.
@Gestalter Qualität ist ein schwammiger Begriff, der mit wechselnden Standards definiert wird. Natürlich müssen wir uns verkaufen. Aber das können wir nur dort, wo schon eine grundlegende Wertschätzung für unser Produkt, unsere Arbeit vorhanden ist. Und – vergiss die Verbände!
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Die Geiz-ist-Geil-Mentalität ist längst in unserer Branche angekommen.
wir freuen uns ja auch über den Sinkflug von Telefonkosten oder billiger werdende Elektronikgeräte? Warum sollten sich unsere Kunden nicht auch über den gleichen Effekt in der Dienstleistung freuen dürfen?
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ja, warum nicht?
oder umgekehrt gefragt: wo ist man denn selbst bereit, mehr zu bezahlen für bessere Qualität? Wer geht denn noch zum kleinen Foto/Elektrik/Brillengeschäft mit der persönlichen Beratung, wenn es da so viel mehr kostet als bei den grossen Ketten oder im Internet?
Oder lässt in der kleinen Druckerei um die Ecke drucken – obwohl es da etwas mehr kostet, als über eine Internetdruckerei? (“die Kunden wollen das so”).
Wenn man selbst alles möglichst billig erwerben möchte, braucht man sich nicht wundern, wenn es einem schlussendlich auch selbst trifft. Designer leben nun mal nicht auf einer einsamen Insel. Das Verhalten jedes einzelnen prägt die Gesellschaft, in der wir uns bewegen.
Bezüglich der “Geiz ist geil Mentalität” fallen mir immer wieder Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz auf. Natürlich herrscht in der Schweiz bei weitem nicht das Paradies und diese Entwicklung gibt es leider auch hier. Auch im Designbereich.
Aber letzthin habe ich eine Umfrage über die günstigste Supermarktkette der Schweiz (Migros) gelesen, ob die Leute die Preise da in Ordnung fänden? Ausnahmslos jeder vom der Haufrau über Rentner hat betont, dass die Qualität der Produkte sehr gut sei (und sie darauf Wert legen) und die Preise deshalb angemessen.
Würde jemand so etwas in Deutschland über Aldi sagen?
Und nein, ich glaube nicht, dass das daran liegt, dass in der Schweiz alle sooo reich sind, es gibt hier auch viele Menschen mit wenig Geld, Arbeitslose u.s.w.
Auch die vielen Sendungen der deutschen Privat-Sender mit Themen wie “Schnäppchen” “billiger” “so sparen sie” prägen natürlich die Leute.
Wie soll sich Design in einer Gesellschaftskultur angemessen verkaufen lassen, in der jeder schon denkt, die Forderungen der Bauern nach ein paar Cent mehr für ihre Milch sei ja geradezu unverschämt?
Ist Design soviel mehr wert als Milch?
(Möchte mal den Designer sehen, der Morgens um 5 aufsteht)
Ich würde sagen, die “Geiz ist Geil” Mentalität ist keine Erscheinung unserer Zeit. Ich arbeite seit über 15 Jahren als Designer, und die Preisproblematik gab es schon immer. Es gibt mehrere Dinge die ich in dieser Zeit gelernt habe:
Preis und Qualität stehen in unserer Branche in keinem kausalen Zusammenhang. Aufträge – ich meine kleinere Projekte – werden (und wurden schon immer) größtenteils über Kontakte vergeben. Diejenigen, die die Projekte leiten, können sowieso nicht entscheiden was gut ist und was nicht. Da solche Projekte fast immer mit Zeitdruck zu tun haben ist das Argument zuverlässig zu sein wichtiger als das Argument billig zu sein. Wenn man beim Briefing also vermittelt ein guter Partner zu werden redet niemand mehr über den Preis. Ich kalkuliere fast immer nach den Richtlinien des AGD und habe selten Probleme diese Preise auch durchzusetzen. Bei Anfragen bei denen es klar ist, das es nur um ein paar Euro geht verweise ich freundlich auf einen Copyshop oder die Grafikabteilung einer Druckerei. Das sind dann aber auch Kunden/Projekte die ich nicht betreuen will.
Man sollte sich im klaren sein, was man will. Kunden müssen zum Gestalter passen, sowohl fachlich als auch menschlich. Für Freiberufler und kleine Büros gibt es eine “Schicht” von Kunden, die sinnvoll ist. Das sind meistens Mittelständler die keine Marketingabteilung haben oder deren Marketingabteilung aus einer Person besteht.
Es ist doch klar, das der Frisör um die Ecke nicht bereit ist 2500 Euro für die Gestaltung einer Broschüre auszugeben. Der braucht ja auch keine Broschüre. Es ist aber auch klar, dass Riesenkonzerne an große Agenturen herantreten, da diese mehrfach bewiesen haben das sie große Projekte auch stemmen können.
Man darf sich also nicht verzetteln. Nicht zu viele Baustellen aufmachen, und vor allem realistisch sein. Ein Job für 10000 Euro ist besser als 10 Jobs für 1000 Euro.
QUOTE: … wo ist man denn selbst bereit, mehr zu bezahlen für bessere Qualität?
Überall. Ohne Flachs. Überall! Wenn ich weiß das hinter der vermeintlich besseren angepriessenen Qualität auch wirklich bessere reale Qualität steckt. Man muß halt immer wissen was man will. Und wie Kompromißbehaftet man seine gekauften Dinge haben mag.
Wobei es teils teils natürlich auch anders zu erklären ist das viele Produkte jetzt z.B. im Internet günstiger zu haben sind. Die Versender müssen eben keine Geschäftsräume etc.pp. finanzieren. Ist sone Sache … Aber das muss alles irgendwie im Rahmen bleiben.
QUOTE: Wenn man selbst alles möglichst billig erwerben möchte, braucht man sich nicht wundern, wenn es einem schlussendlich auch selbst trifft.
RICHTIG!!!
QUOTE: die Forderungen der Bauern nach ein paar Cent mehr für ihre Milch sei ja geradezu unverschämt?
Puh … Naja. Der Vergleich hinkt – ein wenig … hinkt? Oder? Also da spielen schon einige Faktoren mit hinein. Wenn ich mir den Sonnleitner Kollegen anhöre dann bin ich oft wieder für die Einführung der neunschwänzigen Katze. Nein, im ernst. Auch hier kann man sagen sind die Bauner schon ein wenig Mitschuld. Ganz GROSSES Thema dabei natürlich : Subventionen. Wieviel spielt das in unserem Feld ne Rolle?
Nein, viele Bauern sollten ihre Sache mal wieder ernst nehmen … und nicht die Rolle des Agrarökonoms einnehmen. Aber das würde zu weit führen. Ernsthaft … es ist natürlich nachvollziehbar (mehr Cents) … aber diese Nachvollziehbarkeit läßt dann auch ganz schnell wieder nach wenn man gesehen hat wie kurzfristig die Herren Bauern planen und wie sehr sie sich auf mono-wirtschaft konzentrieren.
QUOTE: (Möchte mal den Designer sehen, der Morgens um 5 aufsteht)
Hhm! Ok! Aber man kann doch nicht den Wert einer Sache daran bemessen wann sie hergestellt wird … nur weil gesellschaftlich die Meinung herrscht 5 Uhr sei früh? Das ist jetzt nicht so ein Glücksgriff!
>Möchte mal den Designer sehen, der Morgens um 5 aufsteht
Viele Designer müssen gar nicht um 5 Uhr morgens aufstehen,
weil sie nämlich noch wach sind von der Nachtschicht … :o)
Ach ja, zum Thema AGD: Die Preiskalkulation kann jeder sehen, wie er will. Da ich viel für Agenturen und weniger für Endkunden arbeiten, sind Preise um 70€/h eher utopisch. Ist ja aber auch kein Wunder, denn die Agentur will ja auch noch Gewinn machen. Viel sonderbarer finde ich allerdings die Nutzungsrechte, die ja dann mit 2–4fachem Preis zusätzlich zu Buche schlagen können. Bei Fotografen okay, bei Designern naja. Ich würde zumindest, wenn ich selber Kunde wäre, nicht extra noch fette Nutzungsrechte oben drauf bezahlen. Von den KSK-Kosten ganz zu schweigen …
Es gibt viel mittelmäßiges bis schlechtes Design, vielen Kunden reicht dieses Niveau und noch mehr Menschen (nicht nur qualifizierte Designer) bieten es bei entsprechender Bezahlung an.
Wichtig ist es also, den potenziellen Kunden zu vermitteln, wie sich höherwertiges Design bei höheren Preisen aus ökonomischer Sicht rentiert.
Dabei denke ich besonders an mittelständische Unternehmer/innen, deren Firmen oft grottige visuelle Auftritte haben.
(Gutes) Design ist hier keine Selbstverständlichkeit. Deshalb wäre es vielleicht nützlich, mit Statistiken und Beispielen konkreten ökonomischen Nutzen auszudrücken. (Natürlich ist das oft schwer möglich, da die Effekte sehr langfristig wirken.)
Ich denke, in diesem Sektor noch unglaubliches Potenzial gibt.
Schließlich ist Design ja kein Selbstzweck oder Dekoration.
Das aus Sicht eines Schülers, der als Webdesigner jobbt.
Ich bin 17 Jahre und gestalte und entwickle Websites sowie gelegentlich andere Dinge. Natürlich mache ich das für deutlich weniger Geld als Profis und erreiche auch nicht dieses Niveau und diesen Service.
Aber meine Kundengruppe ist auch eine ganz andere. Das sind Menschen, die als Selbstständige z.B. für ihr Yogastudio eine Website benötigen. – Sie würden doch höchstwahrscheinlich nie einen Profi engagieren. Und das hat einen simplen Grund: das bessere Design würde niemals so viel zusätzlichen Gewinn einspielen, wie sie dafür bezahlen würden.
Die „Konkurrenz von unten“ ist also gar keine wirkliche für qualifizierte Designer, sondern nur eine Ergänzung.
(Meine Website ist inhaltlich veraltet, die neue befindet sich derzeit in der Endphase.)
Ihr, liebe Designer, seid nicht der Nabel der Welt. Alle Freiberufler stöhnen auf allen Kanälen. Schaut euch mal auf Übersetzer-Foren um. Da kommt man vor lauter Jammern nicht mehr zum Arbeiten. Ich weiß ja, ihr seid Kreative, da braucht es Inspiration etc. p.p., aber das wußtet ihr ja auch, dass Eure Arbeit nix mit Kühe melken zu tun hat -oder eben doch, wenn man die Kunden als solche ansieht:-)) (muss man aber nicht morgens um 5 machen)
NAchtschichten gibt es überall, bei euch, bei uns…
Es gibt immer zwei Wege. Man arbeitet wie die meisten von euch mit viel Wissen, Imagination und Kraetivität, dann muss man von seiner Qualität oft den Kunden gründlich überzeugen. Das geht meist über den Preis, kann aber auch über den besseren Preis gehen, man muss es nur verkaufen können. Die meisten habe auch Kunden, die dieses Argument verstehen. Denn die verkaufen ihre gute Arbeit auch nicht in der Mensa.
Andere eben arbeiten in der Massenproduktion (Kataloge für Schuhe, El.Artikel, Verpackungen etc) nicht das, was die meisten von Euch als Design ansehen, aber das macht Geld, wird gut bezahlt.
Das ist wie in meiner Branche. Die einen übersetzen hochwertige Literatur in Jahre langer Kleinarbeit und können weder sich selbst noch Familie ernähren. Sie jammern und jammern und werden immer dünner.
Die anderen übersetzen leichte Kost, das geht schneller, wird auch nicht viel besser bezahlt aber man schafft mehr. Die sind besser dran.
Dann gibt es solche wie mich. Die übersetzen alles (außer moralisch stinkenden Texten) zum Zeilenpreis, makeln was sie nicht selber können (und ich kann schon viel selber) und lassen andere auch noch ein bißchen verdienen. Ich komme prima zurecht, habe keine Zeit zum Jammern, nehme denJob im Laptop mit in den Urlaub und – meistens macht es auch noch Spaß. Früher habe ich nachts noch Bücher übersetzt (zusammen mit HD, das waren Zeiten). Schnelles Taschengeld.
Man muss sich für eine Richtung entscheiden. Und man muss sich erst mal von eigenen Wert überzeugen. Aebr realistisch, sonst geht man tauchen.
Gewerkschaftsähnliche Zusammenschlüsse sind ganz nützlich, wenn man sie einfach arbeiten lässt, von den Ergebnissen (z.B. Basispreise etc) bei Honorardiskussionen profitiert und ansonsten dennoch seine eigene Preispolitik betreibt. Aber die darf nicht immer den unteren Brokatsaum bilden. Man muss auch mal den Mut haben, eine Zahl zu nennen, die einen selebr schwindelig macht. Oft klappt das schon einfach deshalb, weil der Kunde denkt – wenn der sich sowas traut, dann mus er es auch bekommen können…., oder weil er vor lauter Schreck nickt:-))
Kleiner Denkanstoss: http://derstandard.at/?id=1219060239638
Siehe das Posting vom „Superhead�?
Ja wir sind zu billig und leider auch zu willig zum Beine breit machen für wenig Geld.
Es schwirrt so viel Kapital im der Welt rum, alleine ca 30 Milliarden € werden in Deutschland
für Werbung ausgegeben und beim Grafik Designer kommt wenig an.
Ja, hier brummts ja mal endlich wieder.
Ich bin morgen/übermorgen nicht am Start, freu mich aber, wenn ihr weiter diskutiert.
Fragen: Wie kommuniziert man Qualität (und damit Preiswürdigkeit), wenn
a) es anhand der Imagemedien von Agenturen/Designstudios kaum zu ersehen ist, ob sie gut oder schlecht sind – die meisten Sites, die ich kenne, sind verlogen. Ich kenne eine Menge irre guter Designer, deren Sites kaum informativ sind (Woodtli, Rudolph usw), andererseits kenne ich Leute, die eigentlich nicht mal wirklich ein Büro sind, aber so tun, als wären Sie die dickste Agentur der Welt – und da gleich ein paar viele von dieser Sorte.
b) Klienten – vor allem im MIttelstand – absolut unfähig sind, Qualität von Design zu beurteilen und auf den «Geschmack» zurückgreifen müssen. Was immer ein Fehler ist. Und ob ein Büro technische Kompetenz hat, kann de Facto KEIN Kunde beurteilen. Wenn ich sehe, was manche Leute in ihren Designs rein handwerklich Verzapfen… ai ai ai.
Auch eine Frage: Wieso geben die Leute problemlos 120 €/h für ihren Automechaniker aus, aber bei der Außenwerbung Ihres Unternehmens KANN es gar nicht preiswert genug sein? Warum haben große Firmen, deren Toilettenpapierrechnung jeden Monat vierstellig sein dürfte, Panikattacken, wenn eine Imagebroschüre nicht zum Dumpingpreis gemacht wird? Der von mir ja hoch verehrte Bill Cahan hat dem Thema ein ganzes Buch gewidmet – die Zimmerpflanzen in manchen Kundenbüros sind teurer als die Etats, um die ewig gestritten wird. Ich hatte einen Fall, wo die Sitzung, in der ein CD-Etat überaus kontrovers als zu teuer besprochen und dann doch entschieden wurde, TEURER war als der gesamte Etat, der eigentlich zur Debatte stand.
Das alles betrifft nicht nur uns Designer, sondern de facto die gesamte Krativbranche – Illustratoren und Photographen (die ich mir, paradoxerweise, auch immer preiswerter wünsche), Architekten, Sprecher und Darsteller und und und…
Liegt es daran, dass man unterstellt, ein Automechaniker machen einen «echten» Job, während Designer nur ihr Hobby zum Beruf gemacht haben (as if…)?
Liegt es daran, dass wir ja eigentlich nur Software – um Markus Hanzer zu zitieren – «etwas besser bedienen als der Kunde selbst»? Man die Tätigkeit also auf eine mechanische reduziert? (Darunter leiden die Photographen inzwischen auch sehr, die Illustratoren deutlich weniger ,-)).
Und – was tun? Feste Preisstrukturen wie bei Ärzten/Juristen? Design-Sätze? Es würde ja fast reichen, einen einheitlichen Stundensatz (ohne die ganze Lizenzdebatte) zu haben, aber selbst der ist formbar wie Knetgummi.
Ich frage mich bis heute, warum solche Fragestellungen (Business, Preispolitik, Self-Marketing, Recruiting, Akquisation usw.) nicht als Standard ins Studium gehören. Die meisten Studenten haben spätestens wenn sie sich selbständig machen, hier große Unsicherheiten. Und die fertigen Designer auch – wir selbst entdecken immer wieder, dass Preis X für Produkt Y nicht gleich ist, auch wenn er exakt gleich ist – je nach Kunde ist man mal zu billig (und dann unseriös :-D), mal ist man doppelt so teuer wie die Konkurrenz.
>>Ich frage mich bis heute, warum solche Fragestellungen (Business, Preispolitik, Self-Marketing, Recruiting, Akquisation usw.) nicht als Standard ins Studium gehören.
ach, bei uns kam das schon im ersten studienjahr. eine dame eines berufsverbandes kam vorbei und erzählte uns, wir dürften uns ja nicht ausbeuten lassen. alles schön und gut. als sie am ende dann eine diskussion in gang bringen wollte, fragte sie nach unseren erfahrungen.
also habe ich erzählt, wie ich (für startups, also den grossteil meiner kunden) auch ein CD für 1500chf mache – oder sogar teilweise weniger, wenn der aufwand entsprechend ist. das ganze aber immer nach stundenlohn (pauschal-tarife für startups -> no no no).
bei der zahl schreckte sie gleich auf und versuchte mir zu erklären wie böse meine kunden doch seien, dass sie mich ausnützen würden und so weiter. tun sie das?
die meisten meiner kunden wählen die rechtsform der GmbH, welche in der schweiz 20’000 franken eigenkapital benötigt. wenn davon 1/10 für ein basis-design draufgeht finde ich das richtig und gut – aber würde ich dem kunden einen dienst machen, wenn ich ihm eine dienstleistung für 1/4 seines startkapitals vorschlagen würde? ich bin in solchen situationen dankbar für meine kaufmännische grundausbildung, für mein verständnis von wirtschaftlichem alltag – denn eine solche offerte wäre zwar schön für mich, aber für den kunden eine wirklich schlechte idee.
diese episode geht natürlich ein wenig an der debatte hier vorbei. aber ich finde es wichtig, dass junge designer an realen aufträgen arbeiten – und dass sie dafür nie gleichviel kriegen wie ein ausgebildeter grafiker, das ist wohl klar. aber ich finde es auch wichtig dass sie ihre dienstleistung entsprechend verkaufen und nicht so tun als seien sie sagmeister himself.
gleiches gilt auch für ausgebildete eigenständige grafiker und kleine studios: man muss einen eigenwert finden, der dem eigenen können, der reputation des studios, des wirtschaftlichen umfelds der region, etc. rechnung trägt. und einem natürlich von der arbeit leben lässt.
nach shaughnessy / how to be a graphic designer without losing your soul: schlechte kunden gibts nicht, wenn du darüber klagst strengst du dich nicht genug an, ihnen zu zeigen wie prozesse, grafik überhaupt, am besten entstehen – und was der extra-wert ist, den er erhält wenn er bei dir 5x soviel bezahlt wie beim copyshop. und dann gibt es natürlich noch ab und zu die kunden, die man einfach zur nächsten druckerei/copyshop schicken sollte, wie es oben beschrieben wurde.
Also ich persönlich bin zu teuer für all das was ich nicht kann, aber das ist ja mal wieder ein ganz anderes Thema…
ich stelle gerade fest, dass dieses ganze hin und her überlegen, »jammern« und diskutieren ein wenig aufs gemüt und vor allem auf die motivation schlägt. denn motiviert bin ich defintiv. so übel werde ich gar nicht bezahlt. ich verdiene so gut, wie noch nie. ich habe seit ich mich selbstständig gemacht habe immer mehr verdient, jedes jahr. ich will mich preislich nicht messen mit den großen. ich richte mich ein wenig nach agd und fahre damit im moment recht gut.
insofern sollten wir vielleicht einfach wieder an die arbeit gehen. tief durchatmen noch einen schluck kaffee neben den rechner stellen und los geht˚s ;-)
DESIGNER = Automechaniker
????????????????????????
Weil der Automechaniker, ja auch so Creative bei der Arbeit, sein kann ,, Und der DESIGNER, eine Anleitung hat für das Design ,,
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>Klienten – vor allem im MIttelstand – absolut unfähig sind, Qualität von Design zu be-
>urteilen und auf den «Geschmack» zurückgreifen müssen. Was immer ein Fehler ist.
Ich glaube wir alle haben uns schon über Kunden aufgeregt, die einfach nicht erkennen, wie hässlich dieses oder jenes ist, was in ihrem Werbematerial auftaucht. Aber, warum sollten Sie es erkennen?
Ich denke für einen Kunden zählt verständlicherweise erstmal eine Verbesserung des Umsatzes und da haben Leute, die sich verkaufen können, immer erstmal bessere Chancen, egal wie die Qualität ihrer Arbeiten ist.
Dummerweise kann man Umsatzsteigerungen nicht direkt mit Werbung kombinieren, da man nie weiß wie die Zielgruppe reagiert. Ich denke, wenn man hier genau sagen könnte »Diese neue Kampagne bringt Euch soundsoviel mehr Umsatz« dann wäre auch die Bereitschaft entsprechendes Geld zu zahlen viel höher.
Der Vergleich mit dem Automechaniker ist so eine Sache. Ich zahle dem Automechaniker nicht das viele Geld, weil ich seine Leistung schätze, sondern, weil ich die Leistung nicht billiger bekommen kann. Wenn ich selbst dran rumschraube verliere ich z.B. die Garantie usw.
Da wäre eine Preisbindung in unserem Bereich , z.B. in einem festgelegten Stundensatz, echt von Vorteil. Nur wer sollte den festlegen? Und wer würde dann die Qualität sicherstellen können? Da wären wir dann nämlich wieder bei dem Problem, daß eine gleichbleibende Qualität nicht gewährleistet werden kann.
Also mein Nächster Kunde, wird jetzt ein Automechaniker ;-)
was bringt design wirtschaftlich? für ein ferienhotel ist es scheißegal ob es eine baukastenwebseite ist oder eine hammerst gestaltete, sofern die bilder einen halbwegs ordentlichen eindruck machen. habe neulich selbst festgestellt wie schnurzegal es mir ist bei dem raussuchen eines billigen hotels in münchen (wiederspruch billig und münchen …)..
wer für ein station hotel arbeitet muss einfach damit rechnen dass er wenig bekommt.
die empfehlung eines freundes zählt beim autokauf ein x-faches mehr als die werbebroschüre! warum sollte man dann allzuviel geld in kataloge investieren, wenn die wirklich stark kaufentscheidende kriterien andere sind.
es gibt ganz grob durch die sw-brille zwei arten von grafikern:
die die einen anspruch an sich selbst haben und dessen erfüllung das wichtigste ergebnis am projektende ist und die die sich und ihre seele verkaufen dafür aber gut geld bekommen. letztere sitzen vor allem in werbeagenturen :-)
paul, das ist in der tat alles sehr grob s/w betrachtet. echt.
Dick Kohle machen ist doch irgendwie so gestern – im Endeffekt geht’s doch nur darum die schicksten Muttis der Stadt klarzumachen, nebenbei schöne Plakate zu basteln und ne gute Zeit zu haben. Oder nicht?
__ alles bob __
nicht auf nüchternen Magen
naja, die beiden vorgestellten grafiker sind zwei extreme pole dazwischen schwanken die meisten hin und her.