
Die Frage diese Woche: Brauchen wir mehr oder bessere Organisation als Designer? Eine Lobby? Die Verbände, die wir haben – AGD, BGD und so weiter – scheinen gemessen an den Kammern der Ärzte oder Architekten und selbst an den starken Gewerkschaften von Angestellten wenig schlagkräftig zu sein. Politisch haben wir Designer kaum Einfluss, ansonsten wären Desaster wie die Freiberufler-Debatte vor einigen Jahren (Scheinselbständigkeit) oder die derzeitige Diskussion um die Zwangsabgabe von Kunden an die KSK undenkbar. Auch in der Öffentlichkeit ist die Wahrnehmung von Design als Leistung bestenfalls diffus, irgendwo zwischen bravem Dienstleister und abgehobener Primadonna. In der Presse, wo Architekten und Dramaturgen regelmäßig in Interviews Stellung zu ihrer Branche und der Gesellschaft als Ganzes beziehen, tauchen Kommunikationsdesigner so gut wie gar nicht auf, die Produkdesigner wenigstens etwas, weil es hier mir Grcic und Starck wenigstens ein paar Stars gibt. Während Architekten bei Wettbewerben Geld bekommen und Publikationsbeiträge gratis sind, ist es bei uns tendenziell umgekehrt: Pitch muss aus Kundensicht am besten umsonst sein, aber eine Award-Publikation kostet ordentlich, selbst die Teilnahme an Wettbewerben ist schon ein Kostenfaktor. Außer Erik und Fons finden Designer kaum in der Öffentlichkeit statt – ein deutscher Sagmeister ist nicht annähernd in Sicht.
Was könen wir tun, um das zu ändern?
Fehlt uns eine klare Lobby in Politik und Wirtschaft, Medien und Öffentlichkeit? Oder reichen die jetzigen Verbände? Wenn mehr passieren müsste - wie sähe dies aus, und wie würdet ihr das Ganze organisieren, welche Chancen und brachliegenden Potentiale gibt es?
Steigt auf die Soapbox und lasst Dampf ab, sagt eure Meinung, teilt euch mit.
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Die Soapbox gibt es jeden Mittwoch – eine Frage zum Bereich Design im weitesten Sinne, um die wir uns hoffentlich wortstark streiten können. Steigt auf die Seifenkiste und sagt eure Meinung in den Kommentaren. Wenn jemand einen Vorschlag für ein Thema hat, freue ich mich drauf: schellnack@nodesign.com.
13. August 2008 14:03 Uhr. Kategorie Design. 11 Antworten.
Ja, z.B. Leute die richtige Headlines organisieren. :o) (Siehe die Blog-Headline zu diesem Beitrag)
wenn der kunde eine lobby hat die ihm ermöglicht um 17/18 uhr brav nach hause zu gehn wärend der grafik designer nicht selten um 19 uhr noch am layouten ist und kaum was davon hat sehe ich sehrwohl handlungsbedarf nach einer lobby. jeder hat doch seine lobby warum wir nicht? mal über den tellerrand schaun ist ernüchternd. der verdienst der bayrischen ärzte (nach steuern und sonstigen kosten) von 120.000 € soll zb der masstab der ärzte im rest deutschlands werden. linke und rechte politiker sind sich schon einig das durch zu winken. dank dieser lobby gibts bald paar mehrkosten.
es ist bitter zu sehn das es viele branchen gibt in deinen die menschen besser behandelt werden als designer. man kommt sich vor wie ein design-Inder.
zeit wirds schon für eine brance in der ca 30 millarden euro etat rum wandern.
mfg
Apu
Wasn mit der Headline?
in der headline tummeln sich „zu viele designer“…
lol, sorry
Wasn diese Woche im Blog los? Ist Urlaub?
Die Frage nach einer Organisation baut ja logisch auf der von letzter Woche auf – sie scheint den meisten Designern zu widerstreben. Als Kreativer ist man halt nicht die Sorte Mensch, die Funktionäre und Pöstchensammler mag – zumal es in der Branche mitunter ja eh inzestuös zugeht. Mehr Bürokratie, mehr Schmuh, mehr Regeln, das wird den meisten Kreativen nicht schmecken…
Auf der anderen Seite: wie bündelt und kommuniziert man die Bedeutung der Branche, wenn man nur aus einer – wenn auch großen – Ansammlung von Einzelkämpfern besteht.
ist ein bisschen wie der unterschied zwischen agentur mit hierarchie, wie flach auch immer, einen chef hast du immer, und einer sammlung von leuten, die unter einem namen firmieren, aber eigentlich jeder für sich ist.
die frage ist da auch, wer hat mehr erfolg und warum?
das kann an den leuten liegen, am charisma eines einzelnen oder eben an einem »pseudsozialistischen« verhalten, wo du für die gruppe kämpfst und nur für die gruppe.
ich denke, das beides vor- und nachteile hat.
was ich persönlich gut fände, wenn es eine art preisgestaltung oder vorschrift gäbe, wie ja teilweise durch die zahlen vom AGD oder vom BDG vorliegen, die für alle designer funktionieren würde. und ein unterbieten eben nur im rahmen möglich wären. dann müssten kunden stärker nach qualität gehen. nur würden auch leute, die schlechte quali abliefern das gleiche bekommen.
auch nicht gut …
nicht einfach. ich denke, wenn es einfach wäre, hätten wir eine lösung, meinst du nicht?
sind schon alle designer glücklich in der
Duldungsstarre (http://de.wikipedia.org/wiki/Duldungsstarre)
und lassen sich alles gefallen?
voll im rausch der überstunden mit zu wenig bezahlung wärend „die da oben�?
kaum wissen wohin mit ihrem geld (http://www.robbreport.com) ?
Die Frage ist doch, was eine, wie auch immer geartete, Lobby für die Designer leisten kann. Auf der einen Seite wäre es eine Art Tarifsystem oder zumindest ein bei Kunden bekannter und aktezptierter Leitfaden für Kunden, an Hand dessen es einfacher ist Designleistungen zu bewerten und sie auch entsprechend zu entlohnen. Und auf der anderen Seite wäre es eine Art Öffentlichkeitsarbeit für diesen Berufszweig. Dabei liegt die Schwierigkeit in dem Berufsffeld selbst. Die Ärtze, Baumärkte, Fernsehsender, Handcremes und Autohersteller sind ja desewgen so präsent, weil der Kommunikationsdesigner seinen Job gut gemacht hat und die entsprechende Branche oder einzelne Produkte gut beworben und ins allgemeine Interesse gerückt hat. Aber wer macht das im Bereich Design. Engagiert nun der eine Designer einen anderen Kommunikationsdesigner, damit der besser da steht? Nein, man würde sich ja bei guter Arbeit wirtschaftlich selbst schädigen und die Konkurrenz stärken. Es ginge viel mehr darum die Leistungen eines KDler allgemein klarer oder vielleicht erfahrbarer zu machen und dessen Leistung transparenter zu gestalten. Dass die eine Agentur für die gleiche Arbeit 10mal so viel bekommt wie eine andere liegt wie über all doch daran, dass erstens der eine Kunde mehr zahlen kann als der andere und zweitens daran, dass auch hier eine marke mit bezahlt werden muss. es ist einfach vom Namen her ein Unterschied, ob meine Broschüre von Ogilvy oder von MÜLLER DESIGN kommt. Das ist in jeder Branche so und wird sich wahrscheinlich auch nie ändern. …
wenn man interviews mit gestaltern liest/hört, dann gehen die meinungen ewig weit auseinander. bei siemens sind die forderungen einfach: 5% mehr für alle, machen eh fast alle dasselbe bzw. die tätigkeit ist viel leichter zu kategorisieren.
dazu kommt das die meisten unterbezahlten designer selbstständig arbeiten. wie willst du da tarife durchsetzen …
und gewerkschaften mag ich nicht, die handeln für dich was du verdienst. dann würd ich mir nen lauen lenz machen und eben nur noch einfache gestaltung mchen …
und wie misst man qualität? das kann doch nur der kunde für sein projekt entsprechend auswählen …
Nein Designer sind Eigenbrötler, sie brauchen keine Gewerkschaft höchstens einen Verband/Organisation wie zB das Forum Typografie (mag ich zwar nich so, aber egal, is was persönliches) der weiterbildet, bzw. einen austausch ermöglicht.
[...] aufbauend auf die Frage, ob wir als Designer organisiert genug sind, folgt natürlich die Frage nach dem Geld, denn darum geht es bei Organisation ja [...]