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Slanted 13 & 14 – Sans Serif

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Was kann ich über das Slanted-Magazin sagen, was ich nicht schon gesagt habe? Die Krux aller Magazine ist, dass sie als Serienpublikationen ihren Charakter nicht so ändern, dass man mehr als ein «Out Now» liefern kann. Dass das Slanted Mag sich an der Grenze dessen bewegt, was man Magazin nennen mag, steht außer Frage. Julia Kahl und ihr Team sowie das Netzwerk der beteiligten Designer bringen mit der Doppelausgabe zu serifenlosen Schriften – die 13 eher humanistisch, die 14 eher statisch – ein Editorial-Design dass sich am modernen Trend zur Auflösung abarbeitet, wenn auch nicht mehr so konsequent wie in der 11. Ausgabe. Bild und Schrift finden eher assoziativ zusammen und Typographie ist eher Spielzeug und eine Art Meta-Thema als noch ernsthaft im Mittelpunkt wie in früheren Slanted-Ausgaben. Du liest dieses Magazin nicht mehr, um dich über Schriften zu informieren und die Schriftmuster wirken inzwischen fast deplaciert, sondern als Besuch auf einer sehr individuellen Spielwiese, die mal gelungen begärtnert ist, mal im Dekorativen hängenbleibt und scheitert, die aber immer einen Besuch wert ist.

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Man wird das Gefühl nie ganz los, dass Slanted ein «Austob»-Projekt ist, die Sorte Arbeit, die in einer Agentur nach Feierabend entsteht, impulsiv, befreit von Kundenwünschen, ein Umgang mit Bilderinputs und Schrift jenseits von Branding-Vorgaben und Projektpartnern, ein Eintauchen in die Möglichkeiten, zugleich ein Abarbeiten der besuchten Portfolio-Sites der letzten Wochen, der eigenen Liebe zu Design – auch zu dem von anderen Designern, die in ausgiebigen Interviews zu Wort kommen. Slanted ist im besten Sinne das, was man als Fanmag bezeichnen könnte – eine etwas wirsche, oft fast schülerzeitungshaft-überschwengliche Form gewordene Begeisterung für Design, ein Destillat aus Portfolios und Surfeindrücken, eine Papier gewordene Safari-Timeline, unterbrochen von Interviews, die fast ebensogut eigene IM-Textketten sein könnten, Gespräche, die sich wenig wie «echte» Interviews anfühlen, sondern ähnlich alinear und tastend wirken wir das Design des Magazins.

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Das Seltsame ist, das Slanted sich anfühlt wie an einem Gravitationspunkt – irgendwie ist es noch ein Magazin, das mit Design zu tun hat, wenn auch deutlich weniger als die dazu gehörige Site/Blog-Plattform, irgendwie fühlt es sich auch an wie eine Art Plattform des Magma-Netzwerkes und dürfte sich sicherlich auch in Zukunft mir Lars Harmsens Interessen als Dozent befassen, als eine Art autopoietisches System. Zugleich wird bei mir während des Lesens zunehmend der Wunsch greifbar, sich von Typographie und Design zu lösen und sich zu öffnen. Design ist heute mehr als schicke Photos und ein paar Schriftschnitte, mehr als Szene-Interviews und Texte – und Slanted spürt das sehr wohl. Die Lust an einem sozialen Statement, an einer Auseinandersetzung mit der Welt ist zu spüren, in der künstlerischen Leitung des Magazins, die mehr und mehr zur Kuration tendiert und sich in der Juxtaposition von Bildern und Typo-Schriftmustern spürbar ein wenig beengt zu fühlen scheint. Die Slanted, so mag ich es mir vielleicht einbilden, tastet sich an etwas heran, und ist in einer Art Jugendlichen-Phase, wütend und punky, irgendwie zwischen «Neo-Carsonesque» und «Berlin», aber zugleich schmeckt man, dass da mehr sein will und kann. Die erwachsene Slanted, vielleicht jedenfalls, wird feststellen, dass Typographie Mittel ist und nicht Zweck und sich anderen Fragen zuwenden. Sie wird nicht mehr nebenbei entstehen (was sie de facto natürlich jetzt auch schon nicht mehr tut, dafür steckt zu viel Zeit drin) und vielleicht nicht mehr ein «Design»-Magazin im engeren Sinne sein. Sie wird sich vielleicht von jeder Form festen Editorials verabschieden und eine Art BrandEins der Designwelt werden, nur lebendiger und pulsierender, neugierig und weniger «Magazin» als mehr ein «Flow of Information». Sie wird, kurzum, werden, was immer Julia, Boris,, Lars und all die anderen Slanted/Magma-Coworker spannend finden. Das spannende an dem Magazin ist also längst nicht mehr das Heft an sich – das ich leider gerade aufgrund der sehr alinearen Form immer weniger real lese, sondern mehr überfliege und durch den Impuls-Overkill oft aus den Interviews wieder «herausgleite»… da ist die konservative Blattform der Form etwa viel geeigneter, mich als Leser einzuladen und zu halten – sondern die Evolution eines Blattes, das keine realen Grenzen hat und sich erfindet, während es ja schon existiert. Es ist diese Papier gewordene Neugier und Entwicklung, die Slanted spannend und als Ganzes zur Erfahrung macht.

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7. Juli 2011 11:02 Uhr. Kategorie Design. Tag , .
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