Diesmal ein eher unbekannter Track der Duisburger Band Sensible Colours aus den Neunzigern. Exposed, Titeltrack vom gleichnamigen selbstproduzierten Album der Band um den Gitarristen und Sänger Jörg Hahn, ist ein für eine Lokalcombo exzellent gemachter Song, der auf sture U2-artig marschierende Drums, einen störrischen Bass und eine kontrolliert orgiastische Gitarre am Ende setzt, die in ihrer Mischung aus Ekstase und Simplicity irgendwie etwas an A Forest von The Cure gemahnt. Abgesehen davon, dass mich kein anderer Track so sehr an die Jahre in Altenessen zurückbringt, da wir die Sensibles da bei einem Kneipengig quasi in unserem Haus entdeckt haben, ist das Lied eine wunderbar trippige Angelegenheit, ein neuzeitliches Space-Oddity. Jedesmal wenn ich es höre, denke ich, wie ein Astronaut im Nichts zu schweben, ohne Schwerkraft, vorbei an den Sternen. Und der absteigende Bass, die monotone Bassdrum, die wunderbar verhallte Gitarre am Ende, bringen das absolut auf den Punkt. Großartiger, zeitloser Track, der weit weit jenseits von dem ist, was man von einer Duisburger Band erwartet. Diszipliniert, ausufernd, wunderbar monomanisch.
Und weil es die Combo nicht mehr gibt, und ich die Lyrics auch nicht finde, die CD sowieso nur noch als Rarity zu erhalten ist, packe ich den Track kurzerhand mal als MP3 online. Wenn das für die Band oder sonst jemanden ein Copyright-Problem darstellt, einfach kurz melden.
9. Februar 2007 00:23 Uhr. Kategorie Musik. 5 Antworten.
Und ich dachte, es gäbe nur eine einzig wahre Band mir Namen Colours… :mrgreen:
Für alle, die Dirk weniger lange kennen: er war mal Drummer der Band forbidden colours. Und da spielte U2 durchaus auch eine große Rolle. Ich bin leider nicht zuhause, sonst hätte ich mal ‘n Song von denen hochgeladen.
Ärmmmm… och nö. :-D. Call me July ist nicht ganz so zeitlos, wie Exposed, finde ich. Nichts gegen die Forbidden, war ne interessante Sache, aber es gab nie eine Produktion (zumindest nicht, bei der ich dabei war), die ich heute noch als zeitlos gelungen bezeichnen würde. Und ich hab ausnahmslos mistig gespielt da, finde ich. Verglichen mit heute sowieso, aber selbst für damalige Zeiten. Bei den Foolish Things hab ich viel solider gespielt.
Och, July find ich bis heute gar nicht sooooo schlecht. Ich werde beizeiten Dich mal outen :-)
Nein, schreckliche Produktion. Allein, dass der Drumcomputer im Mixdown aus dem Stück genommen wurde. Und ich ticker da herzlos wie ein Roboter vor mich hin, weil ichmich auf den Computer verlasse, das ja im Hintergrund etwas Party macht. Das einzige, was ich an dem Track noch mag ist der Opener – abgesehen von dem zu dürren Keyboard –, der Rest ist einfach so schreckliuch produziert. Wenn man schon so bombastmucke macht, muß es auch entsprechend produziert sei. Ist hier einfach nicht der Fall, finde ich. Und mehr als den einen Track habe ich selbst nicht mehr, der gesamte Rest ist nur auf alten Tapes irgendwo und die sind wahrscheinlich längst im Keller verrottet :-D…
Ich hab letztens noch eine alte Platte von euch gefunden:-))