
Da ich mich heute sowieso angesichts des neuen Auftritts des Theater Essens wirklich arg mit öffentlichen Über-Design-aufregen zurückhalten muss, hier eine Art Ventil anhand eines Joghurtdeckels. Nicht nur, dass das Design ohnehin in jeder Hinsicht gruselig ist, die Mistral hier nicht richtig zusammengebaut ist, man «Kirschen» auch gut als «Kisschen» lesen kann, es fehlt auch noch ein n. Wie kommen solche Sachen eigentlich ins Regal??
2. August 2010 11:20 Uhr. Kategorie Stuff. Tag Fail, Typographie, Vernacular, Werbung. 4 Antworten.
Ich kann mir den Dialog gut vorstellen:
Mediengestalter: »Aber da fehlt doch ein ›n‹ hinter ›schwarze‹.«
Marketingguru: »Die Sorte heißt ›schwarze Kirschen‹. Grammatik ist egal. Basta.«
Hab so Dialoge auch schon selbst gehabt…
das ist wahrscheinlich die sorte joghurt die sie floriane kleinpaß ins gesicht gekippt haben. “mit essen spielt man nicht” – ist doch immer wieder schön wie ein gespielter witz als motto herhalten muß und bis ins letzte extrem strapaziert und ausgereizt wird, darauf können eigentlich nur zugereiste kommen. der tombeil im haus erspart den zimmermann.
noch mal zurück zum joghurt: schwarze kisschen – das ist wahrscheinlich das, was der bergmann früher als würfelhusten bezeichnet hat.
Oh, BITTE nicht auf das Essen-Saisonbuch zu sprechen kommen. hab heute schon den ganzen Tag alle im Büro damit genervt. Das mit dem «Darauf kommst du nur als Outsider» hat Stef auch schon gesagt – und ansonsten ist es photographisch, typograpisch, vom Layout, Schriftwahl – ach alles – so weit hinter Weber zurück, dass es im Kern unfassbar ist, einfach traurig, selbst die schlimmste Provinz kriegt es besser hin. Dass sich die Agentur darin noch mit Eigenwerbung verewigt und dass es ein Making-Off gibt (wir sind so stolz auf uns selbst!!!), passt dann schon. Und dass die Site jetzt pro Tag im Kalender ein blinkendes GIF-Werbebanner der Z-Klasse hat, ist nicht nur visuell ein Schlag ins Gesicht und eine Unverschämtheit den Besuchern gegenüber, die Kultur wollen und Kommerz kriegen, sondern auch inhaltlich ein Alptraum – ein Theater sollte kein KLeinanzeigenblatt sein. Wir haben diese Art von Querfinanzierung seinerzeit bei den Philharmonikern gottseidank abknicken können – denn das gesparte Geld ist gemessen an den Fixkosten einer großen Kultureinrichtung ein Witz und ab dem ersten Jahr verdient der Sponsoring-Verkäufer.
Ah, jetzt fange ich doch an. Sorry. Gehört zu den falschesten Sachen, die ich in den letzten Monaten gesehen habe. Habe mit Johannes und Gudrun ja auch intensiv über den neuen Look von Bochum diskutiert, den ich auch extrem durchwachsen finde – aber gegen Essen ist der ja geradezu gut, zumindest simuliert er eine Art Haltung (wenn die auch Kraut und Rüben ist), aber Essen? Unfassbar. Wenn das Theater so ist wie der visuelle Auftritt, nicht auszudenken.