
Alexander Eggers Buch Satellites mistaken for Stars ist eine dieser Publikationen, die mit Design im angewandten Sinne wenig zu tun hat, sondern eher ein Hybrid aus Kunst und einer Art suchenden, tastenden Design ist, mit dem Egger – der nicht ohne Grund nebenbei auch Musiker und Autor ist – sich seinen Faszinationen annähert.Der Wiener arbeitet zwar für namhafte Kunden als Illustrator und Designer, man merkt dem Buch aber an, dass er nebenbei noch genügend Zeit finde, um bis ins kleinste Detail ausgetüftelte kleine visuelle Zaubereien zu basteln, denen man kaum noch ansieht, ob sie analog oder am Rechner entstehen (wahrscheinlich beides), die nichts verkaufen wollen und müssen und daher die Freiheit haben, herumzuirren und durchaus auch einfach mal nur schön oder leer sein zu dürfen. Berauschend an dieser Bilderflut von Stilen, Formen und Farben ist die liebevolle Versessenheit, die man den Arbeiten trotz ihres oft hingerotzt-notizenhaften Charmes ansieht, die Manie, mit der Egger auf der Leere der Doppelseite fast an Sergio-Aragones kleine MAD-Randmarginalien erinnernde Miniaturen baut. Es ist undlich schwer, über Seiten bei einer relativ chaotisch anmutenden und beliebig-subjektiven Kompositon einen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten und eine Art von Narration herbeizuzaubern – vieles in dieser Richtung langweilt sehr schnell nach einigen Seiten – aber Egger schafft, ganz anders als aber doch ähnlich wie Carson, die Balance von Unordnung und Intuition einerseits und dem Gefühl von Sinn und Tiefe andererseits. Man mag den Sinn seiner Bilder in dieser fast skizzenbuchhaften Juxtaposition nicht immer sofort erkennen, aber man spürt deutlich, da ist mehr als nur vollgeklatschte Seiten, insofern fühlt man sich eingeladen, genauer hinzuschauen und sich auf die Gestaltung einzulassen – nicht mehr selbstverständlich heute, dieses Gefühl von Fata Morgana und Hitzeflirren, wo doch so viel im Grafik Design fertig mundgerecht präfabriziert geliefert wird, selbst die Ideologien. Ganz im Gegenteil brilliert Egger – ähnlich wie Kim Hiorthoy – gerade dann, wenn die Seiten etwas ruhiger, leerer sind und sein ausgezeichnetes kompositorisches Gespür für die nur scheinbar willkürliche Anordnung seiner Elemente greifbar wird. Satellites ist, wie der Titel bereits verspricht, ein wunderbar doppelbödiges Spiel mit Eindrücken und Verirrungen, kostet rund 30 Euro… uns ist z.B. bei Amazon zu beziehen.





































































31. Januar 2010 11:54 Uhr. Kategorie Design. Tag Magazine. Eine Antwort.
Da stimme ich vollkommen zu. Eines der besten Bücher in Sachen freies Design der letzten Zeit!