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ROOMBA

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Ladies and Gentlemen, wir sind an dem Punkt angekommen, zu dem ich über meinen Staubsauger blogge – please fasten your seatbelts. Ernsthaft, da ich selbst über Blogs auf die Idee gekommen bin, ist es nur fair, die Liebe weiterzugeben.

Der Roomba 560 ist ein Staubsaugerroboter, der automatisch durch einen Raum fährt, durch diverse Sensoren geleitet und … staubsaugt. Die Reaktion von allen Leuten, die das bisher gehört und dann erlebt haben, war ausnahmslos: «Was für ein Quatsch….» (Anschauen, was der Roomba so macht) «…Ich will auch einen!»

Denn es ist natürlich Nerdsville, sich einen Staubsauger-Roboter anzuschaffen, aber wenn man auf drei Stockwerken wohnt, einen Hund und keine Zeit hat, greift man irgendwann zu seltsamen Ideen. Ich habe das Ding in John Byrnes Forum kennengelernt, ein paar Youtube-Videos gesehen, und spontan bei Amazon geordert (ich habe gestern gesehen, dass es ihn inzwischen auch bei Cairo gibt, Synchronicity).

Die Sache ist: Das Ding funktioniert bestens. Man muss den Boden Roomba-sicher machen, also Kabel etwas aus dem Weg bringen (weil er sich trotz anders lautender Werbeversprechen des Herstellers absolut darin verhakelt), und allzu leichte Sachen etwas aus dem Weg räumen, ansonsten findet der Roomba seinen Weg völlig allein durch den Raum, saugt eine Stunde vor sich hin und schnurrt wieder zu seiner Ladestation zurück. Die Saugkraft ist eher schwach, vielleicht mit einem guten Tischstaubsager zu vergleichen (dessen Lautstärke der Roomba auch in etwa hat) und insofern für einen Akku-Sauger, der über 60 Minuten durchsaugt, auch angemessen, aber durch die außenliegende spinnenartige Rotationsbürste und die beiden Bürsten unter dem Roomba ist die Reinigungsleistung trotzdem sehr beachtlich, weil das Gerät sich sehr effektiv den Dreck in die Saugdüse bürstet. Dazu kommt, dass der Roomba mit eben roboterhafter Geduld und Gründlichkeit durch den Raum saust, die kein Mensch so aufbringen würde, und zudem durch seine geringe Bauhöhe auch unter Betten und Sofas saugen kann, und das mit der gleichen Ruhe und Präzision wie über all sonst auch. Er lässt keine Ecken aus, die man selbst gerne mal vernachlässigt und durch die Redundanz seiner Programmierung ist das finale Saugergebnis fast erschreckend – wenn man die Saugkammer ausklopft sieht man etwas entsetzt, wie dreckig ein an sich sauber wirkender Boden in Wirklichkeit war.

Durch die eingebaute Zeitschaltuhr kann man Roomba problemlos von selbst starten lassen und auch wenn der kleine Roboter sich ab und an mal verklemmt, verkabelt oder auf etwas drauffährt und abschaltet – im großen und ganzen sind die Ergebnisse beeindruckend, was umso mehr überrascht, als dass der Roomba der preiswerteste seiner Art ist – der kleine 530 beginn bei 299, der 560 kostet 399 – während Modelle von Siemens oder Kärcher bei um die 1000 Euro liegen. Das Ergebnis nach schon einer halben Woche sind deutlich saubere wirkende Räume und – das mag ein Placebo-Effekt sein – eine reiner wirkende Luft. Für mich als Hausstauballergiker so oder so eine großartige Sache, weil gerade der Staub, der sich in Ecken oder unter Möbeln ansammelt rigoros weggesaugt wird

Der Roomba wirkt so, als müssten relativ regelmäßig die Bürsten und Filter gewechselt werden – das Gerät sieht schon nach einigen tagen Drecksarbeit nicht mehr sehr ladenneu aus – aber die Wartungskits sind bei iRobot (kriegt Asimov eigentlich Lizenzgebühren für die Verwendung dieses Namens?) relativ preiswert zu erstehen, das sollte kein schwerwiegendes Problem sein, solange Nachschub verfügbar ist. Der Roomba ist dabei laut Handbuch komplett demontierbar, so dass jedes einzelne Bauteil angeblich problemlos austauschbar ist. Oh, und man kann ihn auch hacken, wenn man will…

Mit im Paket sind zwei sogenannte Virtual Lighthouses, die den Roomba von einem Raum zum anderen weisen und auch als Virtual Walls dienen können und den Roomba bestimmte Bereiche ignorieren lassen. Beides bei uns zunächst nicht so nötig, insofern habe ich die Lighthouses noch nicht getestet. Die Bedienungsanleitung braucht man fast nicht, weil die Bedienung zum einen wirklich kinderleicht ist, zum anderen eine Computerstimme auf bestimmte Probleme hinweist und den Roomba erläutert. Nur für komplexere Fehlermeldungen braucht man dann das Handbuch vielleicht.

Im Roomba sind Technologien verarbeitet, die iRobot für taktische Robots im militärischen und polizeilichen Dienst entwickelt hat (u.a. als Bombenentschärfer) – und ehrlich gesagt, macht es einfach Spaß, dem mit einigen Humor programmierten Maschinchen bei der Arbeit zuzusehen. Der launige Countdown vor dem Start aus der Ladestation (die den Robot in drei Stunden wieder auf Grün hat), die manchmal unfreiwilligen Irrfahrten zurück in die Ladestation, die Art, wie der Roboter vor Treppen stoppt oder sich aus Ecken herausnavigiert, ganz zu schweigen davon, dass es Emma natürlich absolut fasziniert, was da auf dem Boden herumschwirrt und dreisterweise ihre schönen gemütlichen Haare entfernt.

Ein Staubsauger-Roboter ist irgendwie die Mischung aus Kindheitstraum und der Sorte Einkauf bei der man selbst an seinem Verstand zweifelt, während man noch bestellt,weil die Idee an sich so bizarr ist. Bei weiterem Nachdenken ist es aber nichts anderes als eine Spülmaschine oder ein Staubsauger an sich, der ja auch nur ein Besen mit Motor ist – nur kann der Besen jetzt etwas besser seine Umwelt sehen. In Form von Navigationssystemen, iPhones und solchen Haushaltsrobotern kommt immer mehr Technologie in unseren Alltag, die man einerseits sicher immer kritisch hinterfragen kann, deren praktischer Nutzwert in der Entbindung von dusseligen, zeitfressenden, unkreativen Arbeiten aber kaum wegzudiskutieren ist. Wer einmal mit einem TomTom-System durch eine fremde Stadt gefahren ist, wird sich nicht unbedingt nach verzweifelten Suchen auf Falkplänen zurücksehnen – und wer eine Weile dem Roomba bei der Arbeit zusieht, fragt sich, warum man das nicht viel früher angeschafft hat.

12. Oktober 2008 09:31 Uhr. Kategorie Technik. 13 Antworten.

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