Gerade kam von Thomas die Mail - mit einem dicken :-( überschrieben -, dass J.G. Ballard tot ist. Einer der wenigen Autoren, denen man ein Adjektiv zugeschrieben hat («Ballardian»), leben wir längst in einer Welt, die Ballard fiktional beschrieben hat – die kleinen Übertreibungen und Zuspitzungen und Surrealitäten in seinen Romanen sind Alltag geworden. Wenn du hörst, dass jemand seine Tochter für Dekaden in einen Keller sperrt, wenn du hörst, was nach dem Hurrikan Katrina in New Orleans (übrigens bis heute) passiert, wenn du von Amokläufern an Schulen läufst, wenn du über den seltsamen Fetisch Auto nachdenkst, der in der für diese Branche überfälligen Branche künstlich am Leben erhalten wird, weil wir anscheinend eine Gesellschaft ohne Autp unvorstellbar finden, wenn du von Terrorattacken in Mumbai hörst… dann sind das alles typische Ballard-Themen – und entsprechend seiner intensiven Auseinandersetzung mit dem Leben in der (Post)-Moderne gehört Ballard zu den wenigen Autoren, die Künstler, Musiker, Filmemacher und sogar Philosophen inspiriert hat. Ballard starb gestern im Alter von 78 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.
20. April 2009 06:36 Uhr. Kategorie Buch. Tag Belletristik, ScienceFiction. Keine Antwort.