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RED DOT 2006 Ausstellung

Gestern war die Verleihung der Best-of-the-Best und Grand-Prix-Arbeiten des Red Dot Communication Awards 2006.

Locker aufgelegt präsentierte Peter Sec gemeinsam mit drei Jurymitgliedern, bei denen vor allem die smarte Professionalität von Kirsten Dietz (strichpunkt) auffiel und der trockene Humor von Augenreizler Tyron Montgomery (ist der Name eigentlich echt?). Erstklassig umrahmt von Joachim Kühn, den ich selbst eher mit seinem Trio kenne, der aber auch allein verdammt losgeht, war die Verleihung an sich leider etwas langatmig. Tür auf Tür zu tragen kurzkleidige Damen Urkunden rein, klappklapp, es wurde wie bei einer RTL-Show etwas gewichtig vorgelesen, wer die Bühne betritt und das Ganze wirkte schon etwas wie Oscar-Awards Light. Mir ist klar, dass Sec und sein Team versuchen müssen, Design seriös und businesslike wirken zu lassen und im Rahmen dieses Ansatzes holen sie sicher das Beste heraus, aber ich finde persönlich, Design sollte sich relaxter präsentieren dürften, selbstbewusster, mehr Pop, weniger Steifheit. Wenn sich mit Kirsten Dietz eine der Top-Vertreterinnen deutschen Designs auf der Bühne nicht nur zeitweise sichtbar langweilt, sondern vor allem auch im angenehm lockeren Dress erscheint, sollte das zeigen, das es hier im besten Sinne für das Designzentrum-Team auch noch Veränderungspotential gibt, da Kirsten schon stellvertretend für die meisten von uns stehen dürfte und der Wunsch nach mehr Casual greifbar war. Es geht bei einer Sache wie dem RDA natürlich auch immer ums Geld, und ein seriöser Auftritt gehört in diesem Kontext dazu, wenn man einer der wichtigsten deutschen und internationalen Design-Awards sein will – kurze Hose und «Ey Alder, hier is dein Preis, ey» gehen natürlich nicht – aber wenn in der Reihe neben mir eine Frau Mitte 20 kurzum einschläft in einer ja nur 90-minütigen Präsentation… dann hat die Agentur von ihr entweder gerade sehr sehr sehr viel zu tun oder man sollte noch einmal am Award-Konzept feilen ;-D. Mehr Jury, mehr aus dem Buch, mehr Arbeiten, mehr Pep.
Und dabei könnte man auch gleich am Preiskonzept schrauben. Die Tatsache, daß der Grand Prix nur noch eine Auswahl der Auswahl der Auswahl ist, man also de facto den ganzen Abend immer wieder die gleichen Arbeiten sieht, ist eher langweilend. Da man sich mit den Grand-Prix-Gewinnern ohnehin nicht immer so recht anfreunden konnte (wieso haben nicht die 5,0-Original-Bierdesigns gewonnen beim Packaging???) und wir später im Angesicht mancher Arbeiten in der Ausstellung zum Teil auch die «Best-of-the-best»-Auswahl aus den vertretenen Arbeiten kaum nachvollziehen konnten, weil in der Show an sich eben deutlich genialere Arbeiten waren, vor allem im studentischen Junior Award. Dass der Scheufelen-Kalender von strichpunkt zum Beispiel nicht bei den b-o-b war, kann man nur der Tatsache zuschreiben, dass Kirsten persönlich in der Jury war, verdient hätte er es aber allemal, die Sache ist gestalterisch und drucktechnisch zum Sterben schön. Und es gab eine Junior-Arbeit von Dirk Wachowiak «On Modularity», die wir unisono absolut kick-ass-beneidenswert gelungen fanden, die im Detail wie im Thema Seite um Seite überzeugt und die ganz klar einen Grand Prix verdient hatte. Nichts gegen die tatsächlichen Gewinner – da sieht man einfach nur, dass es vielleicht spannender und postmoderner wäre, JEDEN zum Sieger zu machen und auf Gedöhns wie b-o-b und GP zu verzichten und statt dessen vielleicht einen Publikumspreis online oder im Rahmen der Ausstellung auszuloben oder etwas ähnliches. Marian und ich waren uns jedenfalls einig, dass wir uns mit drei «normalen» Awards sehr viel glücklicher fühlten als mit einem GP, nicht, daß man nicht weiter dran arbeiten sollte, auch mal auf der Bühne zu stehen ;-). Allein schon, weil ich mir gerade Mari in seinem Outfit auf der Bühne sehr wohltuend vorgestellt hätte, wir waren immer froh, wenn die Preisträger oben akut nicht allzu feingemacht rüberkamen.

Lässiger und deutlich spannender war dann die Ausstellung, wo es nicht nur Freibier, Brezel und etwas Zeit für Talk gab, unter anderen mit dem immer wieder großartigen und von mir hochverehrten Niklaus Troxler, dem RA-Dozentenkollegen Andreas Darda und den prima Machern von Labor B, sondern wo man auch wirklich größtenteils herausragende Arbeiten sehen durfte und ich mich wirklich freute, in diesem High-Range-Umfeld absurderweise gleich mit drei Arbeiten vertreten zu sein. Das motiviert für so ein kleines Studio schon. Die Ausstellung, die ab jetzt ja auch öffentlich ist, kann ich jedem, vor allen aber allen Studenten, wärmstens ans Herz legen. Die RD-Bücher sind an sich schon immer spannend und ein guter Überblick über die akute Designszene (diesmal vor allem sehr über die deutsche, sehr viele deutsche Preisträger dabei, was ich durchaus okay finde), aber es ist kein Vergleich damit, die Sachen real in die Hand nehmen zu können und sich die teilweise wunderbaren Formate, Materialien, Veredelungen und Extras anzusehen. Also: Unbedingt hingehen.

Bei den Bildern gibt es keine echte Auswahl, ich hab einfach so ein bisschen herumgeknipst, was mir in die Hände fiel. Und auch nur etwa 60%, da mein Akku, der sonst ziemlich lange durchhält, dann passenderweise schlapp gemacht hat.

Joachim Kühn rockt!





Rockt auch: Kirsten Dietz. Marian und ich haben diskutiert, ob Kirsten ein Seminar über Rhetorik und Körpersprache absolviert hat. Formulierungen und die Art zu sitzen sind absolut TV-tauglich. Die Frau dürfte in Pitches großartig sein.



Mochten wir: Das Billigbierdesign 5,0. Reduce to the max!

Und dann gabs nach kurzer Fahrt endlich etwas zu trinken :-D.












Das tolle daran, hier mehrfach vertreten zu sein, ist, dass man die Namen von so vielen lieben Leuten verewigt seht. Rain, Julia, Steffi und – mit dem Philharmoniker-Saisonheft – natürlich Sannah Kvist. Unter dem Gesichtspunkt ist es schon schade, dass das TB-Saisonheft nicht auch noch dabei war, da wären noch ein paar mehr Namen fällig gewesen, wie etwa Seán und Philipp, die es genauso verdient hätten :-D.






Fons hat nicht nur das Buch gestaltet, sondern kommt einem direkt oder via seinen Studenten immer wieder über den Weg. Was prima ist, weil die Arbeiten einfach immer wieder sehenswert sind. Ich finde übrigens, die Ruhrakademie sollte geballt Diplome zu solchen Shows schicken und zumindest versuchen, Klaus Hesse und Fons etwas Konkurrenz zu machen ;-D.








































Und hier verließ mich der Akku…

9. Dezember 2006 11:13 Uhr. Kategorie Leben. 4 Antworten.

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