No, what designers wanted then and want now, more than anything else, is respect. Respect from clients. Respect from the general public. Respect from — let’s go right to the cliché — our moms. We want to be seen as more than mere stylists, we want to set the agenda, to be involved earlier in the strategic process, to be granted a place at the table. In short … we want to be taken seriously. … The problem isn’t making something look pretty, you fool, it’s world hunger!
Michael Bierut, Design Observer
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Wobei ich zugebe, Bieruts Vorwurf, dass Designer sich nicht auf ihren eigentlichen Beruf – Gestaltung – konzentrieren, sondern nahezu eskalatorisch an die Wurzeln zu gehen. Wobei das nicht mit dem irrationalen Wunsch nach Respekt zu tun hat – obwohl ich den, wie wohl jeder Profi natürlich auch möchte – sondern vor allem mit der Wahrnehmung, dass die beste Broschüre nichts hilft, wenn der Rest nichts ist. Ich habe mal für einen großen Kunden gearbeitet. wo wir nach und nach die Broschüren recht nett hingekriegt und entsprechendes Feedback von außen bekamen. Nur leider meldeten sich die Verkäufer am Telefon mit der durchschnittlichen Freundlichkeit von Kettenhunden. Preis und Qualität der Ware stimmten nicht überein und die Fertigungs- und Vertriebsstruktur hatte auch ihre Probleme. Wenn man so wie ich nicht nur vom grafischen Gewerbe kommt, sondern ja eher aus der betriebswirtschaftlichen/geisteswissenschaftlichen Ecke, dann merkt man rasch, dass das netteste Design hier nichts hilft und rutscht mehr und mehr in die Rolle einer Art Betriebspsychologen, der eben doch das große Ganze anzugehen versucht. Design ist für mich eben doch mehr als nur nette Farben und schicke Schriften, sorry Mr. Bierut. Einen solchen Drang zum isolierten Betrachten meines Tuns, zum Elfenbeinturm, habe ich einfach nicht – und ich bin sicher, Pentagram im höchsten Maße auch nicht. Design ist längst eine unternehmensberaterische, strategische Komponente und bei den meisten Kunden ist das immer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Während viele große Markenfirmen Design als klaren Firmenwert begreifen und entsprechend Design-Management betreiben – wobei Design eben mehr als Produkt- und Mediengestaltung ist -, gibt es noch frustrierend viele Unternehmen, die entweder gar keinen Sinn für diesen Faktor haben oder naiv glauben, eine einzelne Maßnahme, ein neues Logo, eine schicke Broschüre, wäre schon alles, was man tun muß, um sich neu (oder vielmehr richtig, neu ist ja per se kein Selbstwert) aufzustellen. Als Designer leidet man vielleicht etwas an der Berufskrankheit, das große Ganze zu sehen. Bierut, der wenig schlechtes an reinem visuellen Styling findet, sieht das nicht zu Unrecht anders, aber meine persönliche Erfahrung ist, das Design als Lösungsstrategie dann am besten funktioniert, wenn es nicht als Ummantelung dient, sondern Ausdruck eines in sich detailliert stimmigen, richtig ausgerichteten Unternehmens ist.
7. September 2007 10:24 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.