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POLAROID MOMENTS

Die phantastische Brigitte Schiller-Fechner hat uns ein Riesenpaket geschickt, mit allen Materialien aus der letzten Saison der Bielefelder Philharmoniker. Sachen, die wir hier teilweise bisher noch gar nicht realiter in den Händen halten konnten. Die Abendprogramme für die BP sind sind eigentlich ein eher kleiner Job, aber machen immer wieder Spaß, vor allem, wenn ich bedenke, wie lieblos andere Orchester ihre Abendprogramme gestalten. In der letzten Saison war das Metathema ja Polaroid-Bilder und jedes Abendprogramm hatte als Basismaterial Polaroid-Bilder, die ein Orchestermusiker zum Thema des Konzertes passend schoß. Diese Bilder haben wir dann wiederum als Rohmaterial genommen und auf jeweils passenden Backgrounds genutzt… aber seht selbst.


Das erste Heft Auftakt: Klassisch ist einfach auf dunklem Holz photographiert. SImpler, nackter Einstieg, einfach Richtung Eichemöbel. Und die Zeit war knapp: Das Holz ist einfach der Büro-Fußboden… :-D







Und noch ein Schnellschuß: Stille und Umkehr wurde im Garten hier gemacht. Kirsten schoß prima Photos von Polaroids im Gras. Fast zeitgleich machten wir lustigerweise ganz ähnliche Photos für einen Weinflyer von Meyerhof. Echt: Null Kreativität hier…





Erstaunte Gesichter, als ich bei Nordische Romantik Rain und Steffi bat, einen Fisch und Eis bei Karstadt zu organisieren. Eis auf den Boden, Fisch aufs Eis, presto. Tolle Retusche-Idee von Steffi im Verlauf des Heftes, die die Typo unters Eis gelegt hat. Wie so oft bei uns fängt eine an sich simple Idee an, lllleicht zu eskalieren.







Nach Eis muß natürlich Feuer kommen, für Pathétique auch genau richtig. Große Gefühle. Das muß brennen. Zumal wir Polaroids von ganz süßen Teddys bekommen hatten, die mit dem bestmöglichen Uh-oh-es-wird-warm-Gesichtsausdruck in den Flammen saßen. Bis die Kohle erst einmal brannte, brauchte es ein bißchen Benzin und Grillanzünder, aber als es erst mal losging, wars lustig. Ich staune bis heute, daß bei dem Qualm auch nur ein einziges Photo gut wurde.










Bei Sturm und Drang fiel mir Günther Uecker ein und irgendwie paßte Nageln auch wirklich gut zur Idee von stürmischer Arbeit. Einfache Idee, schreckliche Arbeit: Steffi und Kirsten malten ein riesiges Holzbrett weiß an (zweimal, weil die Farbe erst nicht hielt) und hämmerten fast eine Woche lang Stahlnägel ein, wobei das Nagelbrett wie ein Psychogrammihrer verschiedenen Persönlichkeiten aussah. Es liegt immer noch im Keller. Eines Tages hänge ich es auf, auch wenn ich befürchte, daß da so viele Kilo Nägel eingehämmert sind, daß es beim Aufheben einfach in zig Stücke brechen wird….











Frühlingssymphonie konnten wir nicht mehr im Garten machen, hatten wir ja schon. Damn. Also fahren Rain und Steffi ins Bochumer Eisenbahnmuseum und legen die Photos wie träumende Alien-Kühe auf Miniaturgleise. Das die Eisenbahnlandschaft irgendwie schon älter war und so eine staubigerdige Farbe hatte, umso schöner.









Shostakovich rockt natürlich. Umstrittener Komponist zwischen sowjetischpompöser Affirmation und kritischen Untertönen, produzierten wir eine von Rain bemalte und dann von Steffi feinstens zerfetzte Leinwand als Untergrund.








Die BP beenden ihre Saison meist mit einem Knall (05/06 wird es Bruckner sein) und entsprechend war dieses Heft eine der schwersten Geburten. Während Entwürfe sonst bei Tilmann Böttcher und Peter Kuhn recht einfach durchgingen, gab es hier eine auch ziemlich anstrengende Phase von Redesigns, für die Steffi und Julia unter anderem halbnackte Photos einer mit Polaroids übersähten Bekannten produzieren mußten… alles vergebens. Am Ende brachen wir aus der Linie der Saison aus, am Ende ja auch schön, und produzierten McKean-light mit griechischen und afrikanischen Masken, Vögeln, Glühbirnen und Handschrift von Rain.









Die Plakate müßte ich alle im Blog schon irgendwo gezeigt haben. Die aktuelle Saison wird simpler, reduzierter, mit schönen Holga-Photos von Julia Kappus. Die Sinuskurve in Richtung konservativ, ganz ruhig gehalten. Trotzdem, es war klasse, sich binnen von einem Tag irgendeinen Quatsch für Plakate und Abendprogramme einfallen zu lassen. Und vor allem: Nichts an diesen Programmen sieht nach «Klassik» aus, die üblichen Bilder von Geigern und Bläsern fehlen gottseidank, was die Hefte für uns – trotz der extremen Low-Budget-Produktion – zu einem monatlichem lustigen kleinen Abenteuer gemacht hat. Wenn man sieht, was Boettcher und Kuhn auf die Beine stellen… man darf sich nicht ausdenken,was sie auf die Beine stellen würde, wenn sie richtig Budget hätten.

6. Oktober 2005 21:00 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

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