Da scheint ja echt was in der Luft zu liegen. Die Planetenidee, die wir für das Saisonheft der Bielefelder Philharmoniker verwendet haben, taucht jetzt auch noch bei Nokia auf… produziert ist die insgesamt sehr geniale Site, die aufzeigt, wie sehr Video und Animation das Webdesign inzwischen beeinflussen, natürlich von group94. Interessant, wie diese Idee von zwei französischen Hobbyknipsern viral die Runde macht. Kommentar von Marian und Raffael war allerdings, dass der Planet nicht optimal gebaut ist, sondern eher nach Spherize aussieht ;-D. Der Zoom allerdings ist sehr schön gemacht und die Idee an sich wunderbar kommuniziert.
13. Dezember 2007 13:25 Uhr. Kategorie Online. 12 Antworten.
das ist keine idee sondern maximal ein effekt
Inwiefern?
:(
so wie drop shadow oder bevel
lass mich raten… du hast das noch nie gemacht?
doch klar (hab überhaupt nix gegen effekthaschen) – kommt eben drauf an wie es eingesetzt wird – und diese planaettennummer bietet halt nicht gerade DIE irren möglichkeiten überaschend andere möglichkeiten/ergebnisse zu liefern und somit wird es einfach schnell zum visuellen allgemeinplatz. aber eigentlich wollte ich darüber keinen diskurs führen ;-)
oder anders gesagt – es wäre mir einfach zu doof gewesen die idee/den effekt an nokia zu verkaufen.
Kann st du mir erklären, wie du den Planeten mit einem Effekt wie Bevel oder Drop Shadow gemacht hast?
Bei uns waren das 50 Photos a 12 Megapixel, Montage zu einem Landscape-Bild, das etwa 3 GB groß war, jede Menge Retusche und ganz am Ende ein im höchsten Maße von Hand gesteuerter Berechnungsprozess, eben nicht Photoshop, der das Bild nach einer bestimmten Formel zum Kreis rechnet.
Effekt geht einfacher :-D.
Wir fanden damals einfach lustig, Bielefeld zum Planeten zu erklären, das Wort «Planet Bielefeld» ist einfach super für die Stadt, die es nicht gibt. Und wir hatten ja nicht als einzige diese etwas surreale Idee, die man etwas besser versteht, wenn man die Stadt kennt… ein Student hat zeitgleich ja das exakt gleiche Programm gefahren.
Hier bei Nokia ist es eine bündige Idee, ein Set von aufwendig produzieren Stories zu so einem Planetoiden zu drehen.
So was kann man auch nur einmal machen, finde ich und ich verstehe deinen Ansatz. Die visuelle Novität nutzt sich schnell ab, vor allem, wenn man die Bilder nur statisch sieht. Mehr als in dieser einen Saison würde ich damit auch nicht machen, das ist ne Sache, die macht man einmal und never again. Wie so vieles. Es gibt tatsächlich sehr andere Ergebnisse, wie unsere Bilder zeigen, etwa bei Innenräumen oder abhängig von dem photographierten Ort. Die meisten Motive sind eher vorhersehbar, aber bei den Parkhaussachen sind schon skurrile Dinge dabei gewesen.
Ich bin auch überrascht, dass sich dieses Meme so durchzieht, aber so ist halt die Welt in Zeiten von Internet… everything starts too look like some other shit. wie man ua ja auch an dem schwarze-Balken-und-Helvetica-Design sieht, das Raffael fürs Blog gemacht hat und das derzeit natürlich everywhere ist, astruserweise auch wieder in der aktuellen Spex, obwohl die gar nicht mehr von Mario Lombardo ist…
ich würde es weniger als Effekt bezeichnen – das klingt so nach Filter – sonder vielmehr als «visual pun». Und die nutzen sich bekanntermaßen extrem schnell ab, wie jeder Look. Man sieht sich an allem, was prägnant ist, einfach SAUschnell satt. Das gilt auch für Experimental-Jetset-Helvetica-Design, für Vektorartwork, für Collagenstil und und und… visuelle Gags, und davon ist 99 44/100 im Design eben vorhanden, altern fix. Deshalb mag ich die letzte Saison, mit den großartigen Bildern von Sannah, auch eigentlich lieber, mehr content, aber das lässt sich nicht endlos wiederholen.
Ich sehe es als photographischen Stil, der wie Schwarzweiß, Transfer, Cross und anderes eben seine (kurze) Halbwertszeit hat – aber am Ende zählt das Photo an sich und das, was es über Bielefeld sagt. Der Clou war und ist, den Bewohnern der Stadt einen hochvertrauten Anblick neu zu kontextualisieren. Und nach den Reaktionen aus der Stadt hat das auch bestens geklappt. Nach den sehr von mir kommenden Bildern der letzten Saison – die ein rein abstraktes persönliches Konzept von mir verkörperten und meine Liebe zu Sannahs Bildern, die ich einfach zeigen wollte – fand ich es angemessen, mal wieder etwas näheres zu machen. Und da wir das Orchester erst im Vorjahr hatten, war die Stadt als Idee cool. Und so kams dazu. Und eine Stadt wie Bielefeld knipst man auf jeden Fall ästhetisch doch eher gebrochen. Ich fand, die planetoide Form plus die wirklich sehr großen Datenmengen, die unglaubliche Zooms erlauben, geben der an sich ja recht durchschnittlichen OWL-Stadt zumindest auf manchen Bildern einen zusätzlichen Glamour – und das zu erreichen, diese Stadt zu mystifizieren und somit neu entdeckbar zu machen für die Anwohner (die sie ja alltäglich kennen, die eigene Stadt entdeckt man ja eigentlich nicht mehr)… wow, dafür nehm ich jeden Trick in Kauf. Jeden. Und ich war bei der Premiere des Heftes dabei und hab gesehen, wie Leute, die tagein tagaus in Bielefeld umherfahren und dort alles kennen, die Bilder gesehen haben und angefangen haben, zu überlegen, wo dies oder das aufgenommen sein könnte, oder die in dem Planetengewusel winzigste Details entdecken. Den sehmüden Anwohnern einer Stadt also – qua Effekt meinethalben – einen neuen Blick auf ihre eigene gewohnte City zu geben, das war das Ziel und das haben wir im Rahmen des machbaren (denk mal an das winzige Budget solcher Publikationen) auch erreicht. Und… nicht zuletzt… eine Kiste Spaß dabei gehabt.
Nokia… ich glaube, der Planet ist nur ein winziger Bauteil (und technisch wirklich ungut gemacht), einer Site, die ansonsten viele bereits bekannte Elemente verquickt (zB die erklärende Schauspielerin vor Weiß… solche Produkterklärer werden derzeit pestig oft verwendet, Apple, Phillips, oder die 3D-Typographie im Film), dies aber sehr souverän und im Rahmen einer okay-en Geschichte erledigt. Kein Designmeilenstein, aber sauber umgesetzte Handy-Werbung. Den Gary-Oldman-Spot fand ich nach wie vor schöner. (http://www.mobile2day.de/news/news_details.html?nd_ref=6223&limit=90,10&from=main)
nein ich habe keinen planeten mit dropshadow und bevel erstellt – habe ich auch nicht behauptet, ist aber eine reizvolle vorstellung.;-)
was mich an dem ding (neben dem gefühl. “jau, gesehen ist gut jetzt”) wirklich abgenervt hat ist das die ladezeit in keinem verhältnis zu dem aha-effekt steht, der sich einstellen soll. und ich versteh auch die metapher (die kleine welt von nokia?) nicht.
ladezeit??? das ding läuft bei uns in echtzeit, ich find das tempo gemessen an der datendichte ziemlich super.
genau, jede menge daten die mich nicht abholen, die mir nicht entgegenkommen, die mir nicht sympatisch werden, aufgeblasener werbedreck der nix zu erzählen, in nichts überraschen kann.
es geht hier um headsets mit denen man eins kann – telefonieren. um die eventuelle güte die klasse des produktes rüberbringen brauche ich weder die südeuropäische? stadt in der sich misses/mister stereotype aka das junge süße flirtende ding, die yo! lockeren skaterboys, den straighten mit asiatischem einschlag, den busy busy businessman etc. herumtreiben, die auch bloß ja alle gemonitorten zielgruppen abholen.
ja ich habe schlechte laune und ja ich kann solchen kram nicht mehr sehen und ja ich bin von group94 in diesem punkte enttäuscht – mehr nicht.