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PAUL ARDEN: WHATEVER YOU THINK, THINK THE OPPOSITE

Paul Arden, Ex-Kreativdirektor von Saatch&Saatchi, weiß wie man verkauft – auch wenn es um die eigenen Bücher geht. Nach It’s not how Good you are, it’s how Good you want to be ist hier wieder ein Buch mit einem Morrissey-langem Titel, den man schön schmalfett auf ein Buchcover setzen kann und mit dem man wieder einen visual pun machen kann – Werbung also in ihrer besten, essentiellsten Form. Und auch hier hat Arden eigentlich nichts neues zu erzählen, tut dies aber so britisch-charmant und so auf der Messerspitze zwischem durchaus ernstgemeintem Ratgeber-Buch und zeitgleicher Persiflage eben solcher Ratgeber-Bücher, dass man ihm das dankbar verzeiht. Wo andere Self-Improvement-Bücher, die ja stets einen Falle in sich darstellen (wer solche Bücher braucht, braucht solche Bücher), dröge und bleiernst daherkommen, grinst Arden fröhlich vor sich hin und verbreitet Nonsense zwischen den Pythons und Marshall McLuhan, an dessen The Medium is the Massage das Buch wahrscheinlich nicht ganz grundlos massiv erinnert. Clever, forsch und unterhaltsam breitet er die These aus, dass es sich stets lohnt, gegen den Mainstream zu schwimmen und unterschlägt dabei, dass auf jeden Außenseiter-Erfolg unweigerlich auch Tausende Fehlschläge kommen müssen. Seine «Be different»-Logik ist in sich aber natürlich bündig und so charmant verkauft, dass man die Banalität des Gesagten einfach besser komplett wegignoriert. Arden hat nicht mehr Tiefgang als beispielsweise Dale Carnegie, aber im Gegensatz zu Letzterem ist er wenigstens ein funny guy. Es gibt durchaus bessere Bücher zum gleichen Thema, aber im Grunde verfolgen alle Bücher zu diesem Thema – auch z.B. Did You Spot the Gorilla - die gleiche Strategie: These aufstellen und mit zig mehr oder minder plausiblen Argumenten und mehr oder minder frei erfundenen Beispielen untermauern. Das ganze Genre der Improvement-Bücher ist natürlich eine Pest und wirklich helfen tun sie natürlich nie, sollen sie ja auch nicht. Im Gegenteil, die meisten Leser fühlen sich hinterher schlechter, weil sie die selbstgesteckten, durch Selbsthilfe-Bücher in greifbare Nähe suggerierten Ziele natürlich nie erreichen. Das wäre auch ein bisserl einfach, hm? Insofern ist ein Buch, das dieses ganze Genre und damit sich selbst charmant auf den Arm nimmt, einfach liebenswert. Und ich glaube, allzu ernst darf man ein Buch, dessen Autor sich schon auf dem Cover als Autor des meistverkauften Buches der Welt anpreist, eh nicht nehmen. Wie alle Bücher von Arden is auch Think The Opposite ein kurzer, aber kurzweiliger Snack,völlig frei von Ballaststoffen, kurzfristig inspirierend und schön und ganz nebenbei immer ein prima Geschenk, weil einfach liebevoll gemacht.Besonder gut haben mir diesmal die wunderbar miserablen Photos und Freisteller gefallen, die einfach Freude aufkommen lassen. Alles an diesem Buch wirkt ein wenig tacky, ein wenig grell und geschmacklos, und das beste ist: Beim Lesen hat man irgendwie immer die Stimme von John Cleese im Ohr.

5. Januar 2008 20:05 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

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