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Ego-Gesellschaft

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Iron Man 3

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Der dritte Teil der Iron Man Serie ist in besonderem Maße ein Film über die Langeweile. Klingt bei einem Blockbuster zunächst paradox, in dem es von pixelperfekten Actionsequenzen und Explosionen so wimmelt, dass man mitunter glaubt, in einem Videogame gelandet zu sein, aber an dieser Stelle beginnt genau die Langeweile – auch die der Macher selbst. Filme wie «Iron Man» machen sich mittlerweile – abgesehen von der reinen Logistikaufgabe – von selbst, rollen wie Autos von Produktionsbändern, glänzend, perfekt zielgruppengerecht. Produkte, die in immer weniger Zeit immer mehr Profit erwirtschaften müssen und dafür imer professioneller zugeschnitten werden. Dies bedingt, dass selbst Konkurrenzprodukte (etwa «Star Trek» und «Iron Man») sich weitestgehend ähneln, weil Marketingstrukturen und das cineastische Interface relativ identisch sind. Reduziert man eine bestimmte Gattung Film auf die Funktion einer Achterbahnfahrt, wundert es nicht, wenn sich diese Filme irgendwann alle so gleich anfühlen wie eben die meisten Achterbahnfahrten. Es geht los, es geht hoch, es geht runter, es wird schnell, es wird langsam, die Fahrt ist zu Ende. Dass die jenseits der technischen und werberischen Gewerke an einem Film Beteiligten – beispielsweise Darsteller und Regisseure – sich dabei langweilen, ist ebenso verständlich wie die Tatsache, dass der Mann, der im Freizeitpark die Achterbahn bedient und wartet, seinen Job nicht spannend findet, sondern damit eben seinen Lebensunterhalt verdient. Wer mag es also Robert Downey Jr oder Shane Black verdenken, dass sie sich trotz all des Geldes und der guten PR, die ein Blockbuster mit sich bringt, ein wenig im Räderwerk der Maschine langweilen? Downey verdankt der Film, insbesondere im ersten Drittel, seinen Drive, aber je mehr der Darsteller hinter der Armee von eisernen Rüstungen verschwindet, umso langweiliger wird es dem Zuschauer sozusagen gemeinsam mit dem Hauptdarsteller.

Dabei hat «Iron Man» als Initialzündung der heute so rezepthaft wie fehlerfrei schnurrenden Marvel-Filmmaschine gezeigt, dass es auch anders geht. Ohne etwas zu verlieren zu haben, weil kaum mehr als ein Testballon, mit einem unerfahrenen Regisseur und einem seit Jahren inaktiven und verrufenen Hauptdarsteller, gab es im Original diese leicht punkige Grundstimmung, die etwas von der Ensemblestimmung und Leichtigkeit von Soderberghs gut gelaunten und zugleich leeren Ocean-11-Filmen in das Actionkino herüberholte. Man merkte dem ersten Teil an, dass er den Machern weitestgehend einfach Spaß gemacht hat, die Sektstimmung perlte quasi durch die breiten Fugen des Drehs. Screwball meets CGI, plus ein Downey Jr in famoser Form, der sich die Figur des Tony Stark so zu eigen machte, dass hier seine zweite Filmkarriere quasi aus dem Nichts heraus startete, mit der Sorte Genrestreifen, in der Karrieren sonst eher versanden. Iron Man war ein B-Movie mit dem Herz am rechten Fleck, spürbarer Liebe zum Material und gewissen Freiheiten an neuralgischen Punkten, weil völlig offenbar niemand wirklich wahnsinnig viel von diesem Film erhoffte. Erst nach dem Release wurde es Marvels Geschäft, «Iron Man zu verkaufen» und alle weiteren Filme folgen weitgehend der Rezeptur des ersten Iron Man Films, oder versuchen es.

In «Iron Man 3» gibt es eine Szene, in der Tony Stark auf der Couch sitzt, sein ferngesteuerteres Iron-Man-Alter-Ego mit überkreuzten Beinen lümmelt lässig neben ihm auf dem Sofa. Dieses Bild ist das Schlüsselbild des Films. Für ein Kino, das ins Sitzen gekommen ist und sich gemütlich zurücklehnt. In dem 3D die tatsächliche Handlung ersetzen darf, CGI die Phantasie. In dem allen Ernstes nahezu ironiefrei ein «Smart Kid» auftauchen darf. In dem es auch für den Betrachter spürbar nur um Kompatibilität zum internationalen Markt geht. Ein Film, der auch nicht mehr von Shane Blacks Humor oder Robert Downey Jr.s Charisma gerettet werden kann. Dabei ist es Downey, der auch hier die Leinwand beherrscht und den Film sehenswert macht, ebenso wie Ben Kingsley, der einen so abstrusen Gegenspieler gibt, das man IM3 sogar verzeiht, wie leichtfertig er einen (mit AIM eigentlich sogar zwei) der besten Gegenspieler der Comicheft für einen bloßen Gag verwirft und wie abstrus die Logik der Handlung dadurch insgesamt eigentlich wird.

Insofern ist Iron Man 3 ein Film vom Aufhören. Stark gibt am Ende (augenscheinlich) seine Rolle als Iron Man auf, Pepper die Rescue-Rüstung, Favreau hat die Rolle als Regisseur aufgegeben und liegt auch in diesem Film meist eher im Bett. Shane Black hört spätestens nach dem ersten Drittel auf, einen Iron-Man-Film zu machen und dreht eine Art Lethal Weapon Redux. Es ist ein magischer Moment, so viel leichtfüßiger Selbst-Demontage beizuwohnen, dem Ende einer Filmserie, die so viel Nachahmer gefunden hat, dass sie sich selbst abschaffen kann – und vielleicht muss.

12:54 Uhr. Kategorie Film. Tag .
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3. Mai 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Milk & Honey

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29. April 2013 22:12 Uhr. Kategorie Photos. Tag .
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Leiter

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Kurzanleitung

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26. April 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Schrift und Identität

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Auch wenn es noch nicht erschienen ist, gehört dieses Buch auf die Merkliste:

Andreas Uebele versteht es als Dozent anscheinend – ganz im Sinne eines Willy Fleckhaus – seine Kurse auf einen harten Kern engagierter Studenten zu komprimieren. Anders kann ich mir nicht erklären, dass an diesem studentischen Projekt am Ende nur noch vier Herausgeber übrig sind, Christian Fischer, Johannes Henseler, Ilona Pfeifer, Philipp Schäfer, die betreut von dem Stuttgarter Designer an der Düsseldorfer FH das Thema Internationale Verkehrsbeschilderung in Buchform gebracht haben. Das bei Niggli erscheinende Werk ist bemerkenswert, weil es weder ein Lehrbuch ist (obgleich geradezu manische Detektivarbeit darin steckt), aber auch kein rein studentischer Showcase-Band (obwohl absolut sehenswerte grafische Abenteuern zwischen den Buchdeckeln aus der Abstraktion und Spielerei mit der Signaletik stattfinden). Mit eröffnenden Texten von Typo-Größen wie Erik Spiekermann, Indra Kupferschmid, Florian Adler, Albert-Jan Pool und Sven Neumann ist «Schrift und Identität» einerseits hochgradig lesenswert, auf der anderen Seite ist fesselnd, wie die Studierenden aus dem vermeintlich eher trockenen Thema der Straßenbeschilderung in verschiedenen Staaten magische, wunderschöne und witzige Momentaufnahmen abgewinnen. Die 300 minimaoistisch-trocken durchgestalteten Seiten sind eine fesselnde Reise durch die nur scheinbar selbstverständlichen Orientierungsmodi anderer Länder, ein typographischer Tourismus erster Güte – und nicht zuletzt ein wahnsinnig und zugleich großartig anmutendes Studentenprojekt, das kommerziell so tiefgründig und gaga zugleich gar nicht denkbar wäre. Und hoffentlich, wenn es auf den Markt kommt, entsprechend viele Leser finden wird.

Update: Das Buch ist ab Ende August jetzt auch in Deutschland erhältlich.

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13:54 Uhr. Kategorie Buch, Design. Tag .
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25. April 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Baustelle

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24. April 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Some Magazine: Identity

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Identität und die Demontage dieser Gewissheiten ist das Thema der inzwischen fünften Ausgabe der Some Magazine. Das Heft ist, wie mit jeder Ausgabe, ein atemberaubender Mix aus souveränem Editorial, sparsam, sauber, fesselnd, und sanfter Experimentierlaune, die mit einer schönen Hinterlist immer wieder die Balance des Heftes zerstört, es vor allzu viel Ordnung bewahrt. Für eine studentische Publikation, man muss es auch beim fünften Heft wiederholen, wirkt hier nichts nach Sturm&Drang und Experiment, alles ist gekonnt und lässig, unfassbar selbstbewusst und absolut richtig – es gibt wenig Magazine, bei denen ich mit jeder Doppelseite so mitnicke und mich beim Umblättern freue an dem Flow, der virtuos die Kapitel von einander abgrenzt, der überrascht, ohne dich aus dem Rhythmus des Gesamtkonzeptes zu werfen. Some Magazine ist in jeder Hinsicht ein großer Wurf und ich freue mich jedes Mal, wenn die Redaktion es mir ungefragt zusendet, es ist ein echtes Geschenk, auf das sich im Büro alle stürzen. Nicht zuletzt, weil das SomeMag auch inhaltlich einfach immer gekonnte Redaktionsarbeit zeigt, dramaturgisch smart zusammengebaut ist, das eigene Thema erörtert und zugleich unernst in Frage stellen kann, den roten Faden hat, aber auch mit Freude verknoten kann. Wenn es so etwas wie eine «Brand Eins» für Design gibt, dann ist es sicher dieses Magazin, das Anzuschauen Lust macht und das aber – viel wichtiger – zu Lesen ungeheuer Spaß macht. Das Some Magazine ist – fast leider – kein theoretischer Blatt, kein Ort für Designdiskurs, aber die Art und Weise, wie es die jeweiligen Themen durch die Augen von Designern filtert und bricht – sozusagen die Textauswahl selbst Element des Designs ist (selten genug haben Designer Einfluss auf die inhaltliche Redaktion). Allein Robert Pfallers Text ist den Kauf des gesamten Magazines wert – und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Ich kann mich mit jeder neuen Ausgabe, die erscheint, nur wiederholt in Richtung Burg Giebichenstein und in Richtung von Sven Voelker verbeugen (und natürlich vor den mitwirkenden Studenten, Künstlern und Schreibern), die seit der ersten Ausgabe stur ein im Kern unverändertes, aber spürbar wachsendes und dabei nie ermüdendes Design-Konzept beibehalten, und zeigen, dass Strenge und Überraschung, Rigidität und Abenteuerspielplatz kein Gegensatz sein müssen. Some Magazine lässt dich mit dem Wunsch zurück, das mehr (kommerzielle) Magazine, die nicht nominell «Design» auf der Fahne stehen haben, diesen Mix so phantastisch hinzaubern könnten.

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18:38 Uhr. Kategorie Design. Tag .
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Slanted: Cuba

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Die 21. Ausgabe der Slanted dokumentiert die Unruhe dieses Magazins, das wieder einmal sein Format ändert (allerdings überraschend wenig am Design dreht, das in dem kleineren, eher buchartigen Format überraschend gut funktioniert) und auch inhaltlich den Fokus ändert. Denn es geht diesmal nicht um spezifische Schrifteigenschaften oder typographische Ordnungen, sondern im Mittelpunkt steht ein Land – Cuba, weswegen weite Teile des Heftes auch auf spanisch sind. Design, Leben, natürlich auch Typographie von Castros Zeitkapsel-Insel sind zu entdecken, ebenso wie urbane Aspekte von Havanna reflektiert sind und sich die Slanted über viele Texte auf verschiedenste Weise der Kultur des Landes nähert. Zum Vorschein kommt vor allem bei der Poster-Kunst eine seltsam zeitlos wirkende Gestaltung, die modern wirkt, aber doch aus vergangenen Dekaden zu wehen scheint, die brutaler und direkter, oft auch politischer wirkt. Als typographischer Reiseführer in die Fremde funktioniert die Slanted überraschend gut, und zugleich entkommt das Team um die Slanted-Veteranen Lars Harmsen und Julia Kahl der Sackgasse, in die das Magazin zu schlittern drohte – indem der Nutzeffekt des Magazins nahezu konsequent aus dem Heft, in eine Beilage, verbannt wird. So wird die Slanted nicht nur gestalterisch, sondern auch inhaltlich zunehmend zu einem Abenteuerspielplatz für die Macher – und das tut dem Magazin ausgesprochen gut, es macht nach wie vor Spaß, der Evolution dieses Anti-Magazins zuzusehen, das gedruckt unruhiger und lebendiger wirkt als so manche Onlinemedien.

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14:28 Uhr. Kategorie Design. Tag , .
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Treppe

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23. April 2013 17:46 Uhr. Kategorie Photos. Tag .
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22. April 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Crash

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21. April 2013 19:46 Uhr. Kategorie Stuff. Tag .
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19. April 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Kevin Wilson: Family Fang

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All Families are psychotic – diese einfache Wahrheit treibt seit ewig die Literatur an. Kevin Wilsons zweiter Roman Family Fang bereichert das Genre dysfunktionaler Familienromane um eine schöne Facette, die mit dem Älterwerden einer Generation von Autoren, Musikern und Künstlern der Sechziger Jahre an der Zeit ist – wie lebt es sich eigentlich als Kinder von Eltern, die an Wildheit kaum noch zu übertreffen sind? Wie wird man erwachsen, wenn man groß geworden ist an der Seite von Menschen, die «anders», eben außerhalb des Establishments, funktionieren? Wie fühlt sich das eigentlich also an, wenn dein Vater ein Polanski oder ein Tingueley ist?

Für Annie und Buster ist diese Frage keine Spekulation – sie sind die Kinder eines Künstlerpaares, das die Kinder nahtlos in öffentliche und bizarre Performances einbindet, die in Rückblenden den Kontrapunkt bilden zu dem heutigen Leben von Annie, die sich als Schauspielerin durchschlägt, und Buster, der als erfolgloser Autor von Artikeln für das Männermagazin »Potent« lebt. Von akuten Niederschlägen getroffen – eine Reihe von Skandalen und ein wütender Ex-Freund bremsen Annies Filmkarriere aus, Buster ist nach einer Gesichtsverletzung durch eine Kartoffelkanone aus seiner stagnierenden Autorenlaufbahn geworfen – landen beide wieder bei den Eltern. Als Caleb und Camille Fang allerdings bald darauf verschwinden, sind Kind «A» und «B» verunsichert – sind ihre Eltern wirklich verschwunden, vielleicht sogar tot… Oder sind die beiden Kinder wieder nur ahnungslose Mitspieler in einem neuen, noch geschmackloserem Kunstevent der Fangs? Von dieser Angst (und Hoffnung) getrieben, entdecken die Fang-Kinder die Vergangenheit ihrer Eltern und, fast nebenbei, die Spuren ihrer eigenen Zukunft.

Auch wenn der deutsche Buchtitel es suggeriert, Wilsons Buch ist keineswegs nur unterhaltend. Die dysfunktionalen Abenteuer der Fangs sind natürlich absurd und oft hochkomisch, aber Schicht um Schicht zeigt Wilson seinen Lesern den Preis, den die Installationen der Eltern von den Kindern fordern. Wilson erzählt klug von einer Kunst nach der Kunst, wie wir sie heute kennen, die vor allem auf Reaktion ausgerichtet ist, überraschen, schockieren oder aufwecken will, der Kreation fast misstrauisch gegenübersteht. Fang dreht die Performances etwa einer Marina Abramović nur einen folgerichtigen Tick weiter ins Abstruse, bis sie die Logik von Candid-Camera-Sketches erreichen… und fragt zugleich, wie das Leben extremer Performance-Künstler aussehen mag, ob es überhaupt noch Spuren von Normalität im Ausnahmeleben geben kann. Dass er diese Frage am Ende bejaht, als beide Kinder die Künstlichkeit ihrer Existenz erkennen, und aus ihren Erfahrungen unmittelbar Kraft für eigene – freilich deutlich bravere – künstlerische Arbeit als Schriftsteller und Schauspielerin schöpfen, mag nicht verwundern. Ein Buch wie Family Fang braucht ein Happy End und Wilson ist klug genug, dieses nicht allzu eindimensional oder berechenbar abzuliefern, im Gegenteil. Während Camille und Caleb im Feuer der eigenen Kreativität alles der Kunst unterstellen, am Ende nicht nur die Kinder sondern auch die gesamte eigene Identität, die sie bis an den Rande des Aberwitzigen nur für eine Performance aufzulösen bereit sind, schaffen Buster und Annie eine Fusion aus Kreativität und persönlichem Glück, die bescheidener und daher lebenswerter klingt. Es mag die Stimme des Autors selbst sein (wessen sonst?), die hier 1:1 durchklingt, wie an mehreren Stellen im Buch, etwa wenn nach etwa 2/3 des Romans Buster in der Schreibarbeit an seinem eigenen Werk etwas ratlos wirkt, wie er die beiden Kinder-Protagonisten seines Romans glücklich zurück ans Tageslicht bringen soll… eine Passage die nur zu gut zu der zeitgleich etwas ratlos herum flottierenden Handlung in der sozusagen darüber liegenden Schicht von Family Fang selbst passt. Und kaum hat Buster die rettende Eingebung, geht es auch in Wilsons Buch mit einer unerwarteten Deus Ex Machina-Lösung weiter – eine Sequenz, deren Konstruktion man noch am ehesten mit Charlie Kaufmans «Adaption» vergleichen kann.

Alles in allem ist Kevin Wilson mit The Family Fang die rare Sorte Buch gelungen, das unterhaltsam aber nicht banal ist und dessen Stoff sich dem ur-amerikanischen Thema Familie ebenso gekonnt annähert wie dem Minenterrain der modernen Kunst. Eingebettet in die meist flüssig vorwärtsdringende Handlung, die allerdings an einigen Stellen vom Autor in klassischer Detektivroman-Manier recht forciert wirkt, liefert das Buch immer wieder Sequenzen, die Wilsons Stärke als Erzähler von Kurzgeschichten unterstreichen. Einzelne Beobachtung, kurze Dialoge, absurde Situationen, die für sich oft stärker sind als das (ja durchaus gute) Werk insgesamt, gekonnt skizzierte Charaktere, die Wilson als guten Essayisten ausweisen. Die Geschichte der Familie Fang gibt kein großes Buch ab, aber sie ist vielleicht eine der besten John-Irving-Publikationen, die nicht von Irving selbst kommen.

19:08 Uhr. Kategorie Leben.
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Manuel Gonzales: The Miniature Wife

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Manuel Gonzales Debüt «The Miniature Wife and other Stories» ist eine umwerfende Sammlung von Kurzgeschichten, die sparsam und trocken, ohne dabei allzu lakonisch zu werden, das Absurde mit dem Alltäglichen verknüpfen. Die Ideen seiner Geschichten scheinen P.K. Dick, Kafka, Lem oder Jonathan Carroll entsprungen zu sein, die Umsetzung hat aber die staubtrockene Fast-Ironie eines W.G. Sebald, einen kaum mehr wahrnehmbaren und genau darin offenbaren Humor. Gonzales «Magic Realism» belastet sich nicht mit Erklärungen und Gründen, wenn etwa ein entführtes Flugzeug runde 20 Jahre über Dallas im Kreis fliegt, winkt der Autor Fragen nach Benzin oder Ernährung mit den wunderbar beiläufigsten Erklärungen («perpetual oil») beiseite, denn die Frage ist für ihn nie, wie plausibel seine – eben selbstverständlich völlig unwirklichen – Ausgangsmomente sind, sondern wie sie sich konsequent entwickeln und entfalten. Das kann eine wunderbare Matheson-Farce sein wie in der Titelgeschichte, aber auch eine an Borges erinnernde beklemmende Surrealität kippen, wenn wir grund- und haltlos in Gonzales fremde Welten entrissen werden. Gonzales wechselt von einem an Roald Dahl auf Speed erinnernden, fast fröhlichen Stil so nahtlos zu doppelbödiger Ernsthaftigkeit und sparsamster Metaphorik, dass dem Leser Schleudertrauma droht.

Es ist kein Zufall, das Gonzales mitunter an den jungen Stephen King erinnert, der in den siebziger Jahren mit einem einzigen Halbsatz Figuren so sparsam wie treffend umreißen konnte, allerdings ist in Gonzales Geschichten das phantastische Element, das Kippen der Realität nicht Selbstzweck, sondern nur die Linse, durch die der Autor die Wirklichkeit betrachtet, indem er seine Protagonisten aus ihrer Safety Zone stößt. Obwohl durchaus zu Schockmomenten in der Lage, ist Gonzales zu talentiert, um «nur» Horror zu schreiben. Seine Literatur nutzt den Abschied von der Ordnung, die Entrückung aus der Balance, um mit klinischer Kühle in die Köpfe seiner Protagonisten zu blicken, die er mit der Präzision einer psychologischen Versuchsanordnung konsequent in die Irre laufen lässt. So wie Philip K. Dick aus der surrealen Grundidee durch eine Pokertisch-taugliche Ernsthaftigkeit dem Bizarren eine ganz eigene Folgerichtigkeit verlieh, funktioniert auch Gonzales – und erschreckenderweise eben auch die Wirklichkeit. Es sind Gesichten für die Zeit, in der wir leben, in der wir uns an Terrorattacken und Nuklearunfälle, an Roboter und Allzeit-Vernetzung mit einer Art Lässigkeit gewöhnen, die von außen betrachtet absurd wirken muss, von innen heraus aber die einzige Möglichkeit ist, weiterzubestehen. Dieses Konzept des Durchwurstelns auch unter den absurdesten Bedingungen schraubt Manuel Gonzales lediglich auf höchste Höhen – der Horror ist bei ihm die Normalität des Weiter-so.

10:28 Uhr. Kategorie Buch. Tag , .
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Strahler

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18. April 2013 12:10 Uhr. Kategorie Photos. Tag .
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17. April 2013 22:25 Uhr. Kategorie Photos. Tag .
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15. April 2013 15:50 Uhr. Kategorie Leben.
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Schuh

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10. April 2013 13:05 Uhr. Kategorie Photos. Tag .
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2. April 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Anton

1. April 2013 22:55 Uhr. Kategorie Photos. Tag .
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31. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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27. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Report / Require

Sometimes, there’s a conflict between what someone reports they need and what they require.
Corinna Proctor, Engadget

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14. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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13. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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  • With Thomas Phinney's guidance Webink is turning into a quite serious alternative to Typekit… http://t.co/n4MTQDo6BY ->

12. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Abroller

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9. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Out of Focus

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Peter Olpes bei Niggli erschienenes Buch «Out of Focus. Lochkamerafotografie und Lochkameras» mutet wie ein Manifest wider die digitale Bilderflut an. Der 1949 geborene Grafiker und Fotograf ist selbst begeisterter Entwickler und Nutzer von Lochkameras und hat in diesem Buch die Arbeit von fast 40 namhaften Bilderbüchern versammelt, die mit Olpes teilweise individuell gefertigten Kamera-Konstruktionen eine Vielzahl von überraschend unterschiedlichen und vielseitigen Bildern erstellten, die den Ruf der Lochkamera als Lo-Fi-Gerät oder reines Gimmick Lüge strafen. In zeigen überscharfer Megapixel-Photographie hat, eben im Gegenteil, die spezielle Optik der simplen und hochehrlichen Pinhole-Kameras, die nahezu direkt das Licht auf den Film bannen, eine spezielle Magie, die Olpe in einem wunderbar sparsam und gekonnt gestalteten Bildband unter Beweis stellt.

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12:38 Uhr. Kategorie Buch, Design. Tag .
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Strange / Beautiful

Something strange is always better than something beautiful.
Kevin Wilson, The Family Fang

09:57 Uhr. Kategorie Stuff. Tag .
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Something else

Philosophy is needed now more than ever, but these are such unphilosophical times that perhaps it must be sold as something else, like entertainment or fashion or, best of all, style, that greatest surviving domain of individuality.
Glenn O’Brien How to be a man

02:31 Uhr. Kategorie Stuff. Tag .
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8. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Kein Eintritt

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10:43 Uhr. Kategorie Photos. Tag , , .
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Nifty Drive

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Es ist immer eine gute Idee, etwas mehr schnellen Speicherplatz auf einem Laptop zu haben, gerade bei der Air-Serie von Apple, die derzeit nur 512 MB Flash-Speicher liefert. Eine elegante Lösung des Problems ist das erfolgreiche Kickstarter-Projekt «Nifty Drive», das eine Art Halterung für Micro-SD-Karten darstellt, die nahtlos mit dem Body eines MacBook Air oder Pro abschließt. In verschiedenen Farben verfügbar wird so der SD-Slot des Laptops genutzt, um ein zusätzliches internes Volume zur Verfügung zu stellen. Selbst mit den schnellsten SD-Karten erreicht man hier zwar nicht die Geschwindigkeit des internen SSD-Speichers, aber für eine mobile Reserve reicht es allemal. Den Nifty-Halter kann man mit einer Büroklammer oder dem beigefügten kleinen Werkzeug problemlos aus dem Laptop ziehen, wenn man etwa tatsächlich Bilder von einer herkömmlichen SD-Karte importieren will. Ob man die Micro-SD, die so nahezu fester Bestandteil des Systems wird, als Medium für Musik, Videos oder Dokumente nutzt, oder auch als eine Time-Machine oder Backup-Lösung für Teile der Laptop-Installation (für das System inklusive aller Daten sind 64 GB allerdings noch zu wenig) ist weitgehend egal – die Möglichkeit, elegant mehr virtuelle Festplatte zu haben, ist die 25 $, die der Nifty Drive derzeit (ohne SD-Karte) kostet, sicher wert.

7. März 2013 22:16 Uhr. Kategorie Technik. Tag , .
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6. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Tokyo

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5. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Pfeil

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4. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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3. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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2. März 2013 22:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag .
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Knack

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