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Omnifocus für iPad

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Lange hat man darauf warten müssen, aber das Warten hat sich tatsächlich gelohnt: Die Omni Group hat gestern Omnifocus für das iPad in den Appstore gebracht. Der stolze Preis von fast 32 € lässt selbst das bereits nicht preiswert wirkende Things mit «nur» 15 € vergleichsweise gut dastehen, aber nur, solange man nicht vergleicht, was man für sein Geld kriegt. Omnifocus bietet mit seiner 1.0er Version von Omnifocus eine GTD-Umgebung, die so gut wie keine Wünsche mehr offenlässt und die alles vergleichbare, teilweise selbst die Desktop-Version, in den Schatten stellt. War Things auf dem iPad funktional nicht einmal so brauchbar wie die ohnehin bereits kaum brauchbare iPhone-Variante, so ist mit Omnifocus absolut reales Arbeiten, verteilen von Aufgaben, planen von Projekten möglich, mit einem Interface, das einfach Spaß macht. Während die Desktop-Variante von Omnifocus zwar unglaublich mächtig ist, aber leider auch sehr kühl wirkt, schafft es die iPad-Version, Klarheit und emotionales Interfacedesign zu vereinen. Wo Things nur nett nach einer Art Arbeitsblock ausschaut, aber im Grunde nichts kann, ist Omnifocus mit dem neuen Forecast-Look, strukturierten Ansichten nach Projekt, Zuständigkeit/Kontext, eigenen «Perspektiven» und sogar einer Google-Map, die Projekte und Tätigkeiten lokal zuordnen kann (so dass man sieht, welche Aufgaben man dort, wo man gerade ist, pragmatischerweise zu erledigen hat), so übersichtlich wie versatil, das Schweizermesser der Aufgabenplanung. Features wie Aufgaben mit einem einzelnen Klick um einen Tag oder eine Woche verschieben zu können, oder den grandiosen Kalender-Look vermisse ich in der Desktop-Version fast. Natürlich – und hier liegt der vielleicht größte Vorteil gegenüber Things – synct sich Omnifocus problemlos via MobileMe, Server oder auch direkt mit der Desktop- und der iPhone-Variante, so dass man, ob in einer Meeting-Situation, am Schreibtisch oder spontan unterwegs immer ohne weiteres Aufgaben festhalten, organisieren und strukturieren kann. Und das in einem Interface, das wunderbar an die Ergonomie des iPad angepasst hat, auf sinnlosen (und nur in Demovideos gut aussehenden) Schnickschnack verzichtet und hier auch deutlich schneller mit MobileMe synct als die iPhone-Variante, die gegen das iPad jetzt fast etwas altbacken wirkt. Das Eingabefeld für Aufgaben ist erschreckend gut organisiert, und die Möglichkeit, Photos oder Voice-Memos anzuhängen, zusätzlich zu Notizen, ist großartig. Auch wenn das auf dem iPad erst richtig Sinn machen wird, wenn Apple bitte endlich eine Kamera ins iPad2 baut.

Die Desktop-Version ist sicherlich die mächtigste der drei Varianten, nahtlos mit Safari, Mail, Merlin und anderen Werkzeugen integrierbar und so flexibel wie kein zweites Taskmanagement-Werkzeug, dass ich kenne. Man würde sich fast wünschen, dass Omni aus Omnifocus und Omniplan EIN gemeinsames Werkzeug machen würde, dann bräuchte man Merlin nicht mehr wirklich. Auf der anderen Seite würde ich mir wünschen, Merlin würde auch nur näherungsweise so gute und brauchbare Mobil-Fassungen seines GANTT-Tools anbieten wie Omni dies bisher mit jeder iPad-Version der Programmlinie erreicht hat. Während Omnifocus auf dem Desktop zwar deutlich mehr kann – hauptsächlich weil das Programm hier via Skript auf andere Programme Zugriff hat, was ich am iPad (Apple will es anscheinend leider so) schmerzlich vermisse -, ist die iPad-Version in der Ergonomie und Gestaltung eine ganze Nasenlänge voraus und ich hoffe, dass das seit einige Zeit angekündigte Omnifocus 2 etwas von diesem (bis auf den wenig attraktiven Background) grandiosen Feeling verpasst bekommt.

31. Juli 2010 15:06 Uhr. Kategorie Technik. Tag , , . 6 Antworten.

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