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Nomo: Ghost Rock / Invisible Cities

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Nomo kommen eigentlich aus Michigan, aber ihre Musik ist unverortbar. Das seltsame Geflecht aus mathematisch präzisen Rockelementen und frei flottierenden Jazzimprovisationen, gemischt mit Fela-Kuti-Afrobeat-Flair ergibt eine seltsam hypnotische, laszive Textur, die bei allen verortbaren Vorbildern doch ganz eigen wirkt. Synkopische Beats, Hornarrangements und flirrende Syntheziser verweben sich zu einem fliegenden Teppich, der bei All The Stars beispielsweise mit einem noisy gefilterten Synthgebilde anfängt, um dann fast bei einem entspannten 70er-Straßen-von-San-Francisco-Beat zu landen. Entsprechend ist jeder Song eine Reise, die durchaus auch mal Längen und Langeweilen haben kann, insgesamt aber immer einen lohnen Trip ergibt, Rings etwa ist ein Song in dem zugleich alles und nichts passiert, der aufpeitscht und beruhigt zugleich und dem man eine hypnotische Kraft nicht absprechen kann. Jeder Song des Albums – das treibende Ghost Rock, das absolut herausragend funkige Last Beat, wirklich jeder – ist zugleich fast luftdicht arrangiert und doch schaumig, sphärisch, offenporig und atmend geblieben. Der Mix aus (Kraut-)Rock, Funk und Afro ergibt ein fast orchestrales, geerdetes aber eben doch nicht von dieser Welt wirkendes Klangmonster.

Auf Invisible Cities – einem während der Ghost-Rock-Sessions und in folgenden Liveauftritten eingespielten Album – treibt die sechsköpfige Band um Elliot Bergman ihre Reise in eine leicht andere Richtung, ohne den ursprünglichen Flugplan dabei ganz aus den Augen zu verlieren. Mitunter mag man trotz klarer Ghost-Rock-Anklänge wie etwa in Crescent kaum glauben, dass Invisible eine Art Sequel sein soll: deutlich spürbarer werden die selbstgebastelten Percussiontools in den Vordergrund gerückt, eine wortlose Stimme mischt sich in einem Song in die Beats, der Jazz ist greifbarer, die fast improvisierte Entstehung von Songs aus Themen und Riffs wird fast transparent für den Hörer, Musik scheint aus der Luft gebaut zu werden, bis druckvolle imposante Klangskulpturen entstehen, denen man sich kaum entziehen kann. Das Moondog-Cover Bumbo wirkt rauher und improvisierter, fast ein Blasinstrument-Battle, bei Elijah hört man Sun Ra durchschimmern, der Titeltrack des Albums bringt die eigenartige Mischung der band aus Afrogroove, komplexen rhythischem Pattern, klingelnden Sounds und gigantischen Hornblower-Sätzen auf den Punkt. Dabei ist vor allem überraschend, dass die architektonisch eben stets doch sehr smarte Musik niemals kopflastig oder bleiern wirkt, sondern immer in erster Linie Tanzlaune aufkommen (Waiting) lässt und in jeder Hinsicht Spaß macht.

7. September 2009 07:00 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

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