
Was soll ich sagen? Es ist Nine Horses, es ist David Sylvian. Natürlich ist die Sache gut. Sylvian, sein Bruder Steve Jansen und das Kölner Elektronik-Wunderkind «Burnt» Friedmann produzieren eine handvoll neuer Tracks und ein paar hörenswerte Remixes vom Snow Borne Sorrow Album. Wie stets wenn Sylvian im Spiel ist, hast du hier alle Erwartungen bereits am Eingang abzugeben. Selbst für «nur» eine EP überrascht Money for all mit einer Bandbreite von klassischem Songwriting bis zu dichtem Programming, zusammengehalten von Sylvians mitternächtlichweicher Stimme. Das Nine Horses Projekt entzieht sich jeder Kategorisierung, verbindet und überschreitet alle Genregrenzen und ist ganz im Sinne von Sylvians Gesamtwerk einfach nur noch gute Musik, jenseits aller Schubladen. Es ist beeindruckend, wie der Mann über die Jahrzehnte hinweg heterogen und experimentell und frisch bleiben kann und doch unweigerlich in allen Konstellationen eine Handschrift hat, die ein ganzheitliches Oeuvre, eine Textur ergibt, eine Melancholie, die dich wie ein gutes Buch durch die Nacht begleitet. Unbedingt kaufen und das Album direkt dazu.
20. Februar 2007 23:09 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.