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Diese Seite aus Immortal Iron Fist #3 (ein Comic, das ich gar nicht lese, aber wohl bald lesen werde, so wie das Artwork aussieht;-)) ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Zeit in einem gefrorenen Medium wie einem Comic qua Design steuern kann. David Aja teilt ganz klassisch einen Zeitablauf über mehrere Panels auf und vermittelt so in dem statischen Medium ein Gefühl für das Verstreichen der Zeit, die Bewegung des Protagonisten wird aufs eleganteste im Seitendesign eingefangen. Und, subtiler, steuert zugleich den Blick des Betrachters und damit dessen Zeitgefühl. Aja vermittelt also nicht nur ein Gefühl von Zeit in der fiktionalen Welt, die er zeichnet, indem er eine Bewegungssequenz, die vielleicht insgesamt 30 Sekunden in Anspruch nimmt, spatial in einzelnen Panels und auf einer Seite arrangiert, er steuert auch die Zeitwahrnehmung des Leser. Das Design der Seite determiniert im doppelten Sinne die Zeitwahrnehmung des Lesers. Seine eigene, reale Zeit, die er auf der Seite verbringt, aber auch seine Erfahrung der fiktionalen Zeit des Protagonisten.

Ein ganz einfaches, aber eben darum auch sehr deutliches Beispiel dafür, wie du als Designer mit den zweidimensionalen Möglichkeiten der gedruckten Seite vierdimensional Arbeiten kannst und unweigerlich musst. Du steuerst die Zeit des Lesers.

2. März 2007 12:20 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

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