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Mocky Navy Brown Blues

Der Kanadier Dominic Salole, der sich auch als Freund und Produzent von unter anderem Peaches und Gonzales einen Namen gemacht hat, realisiert auf seinem dritten Longplayer Navy Brown Blues den Durchbruch, den er mit Are + Be und dem Singletrack Sweet Music bereits angedeutet hat. Elektronische Produktion meets Akustiksoundmelancholie und das Ergebnis ist mal ein verhangenener trauriger Optimismus, wie der ja hoch und runter gespielte Track Fightin Away the Tears, aber auch Songs, die deutlich jazzfunkiger klingen, entfernt an Princes erste Gehversuche als Multiinstrumentalist (etwa an den trockenen Sparfunk von Lady Cab Driver) erinnern. Musikalisch ist das Ergebnis begeisternd, reduzierter Lowfi-Pop. Weniger eingängig ist Mockys Gesang, stets einen Hauch zu Martini, zu trocken, zu weit dem Niveau der Musik hinterherhinkend. Es fehlt der Charme, das Lässige in diesem Gesang, der nie schlecht aber auch nicht wirklich gut ist, der die Ruhe von Jacques Brel haben möchte, aber nicht erreicht. Das fällt umso dramatischer auf, wenn eine Frau wie Feist an den Gastvocals daran erinnert, wieviel mehr Feuer und Potential in Saloles Kompositionen und Arrangements stecken könnte, wenn man eine ausdrucksstarke Stimme anstelle des leicht lieblos herunterperlenden Männersprechgesangs hätte. Dessen ungeachtet ist Navy Brown Blues eine bestens hörbare Platte, die Laptop-Elektronica, Funk, Soul, Jazz und Akustiksound scheinbar mühelos vermengt und so auf bittersüße Art ideal zwischen allen Stühlen sitzt. Mocky schafft so den Sprung vom Geheimtip hinein in die Radiosender und den Mainstream und belohnt so das Four-Music-Label für die Ambition, mit sicherem Gespür auch Acts jenseits von griffigen Schubladen aufzubauen.

13. Juli 2006 07:21 Uhr. Kategorie Musik. 2 Antworten.

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