HD Schellnack /// Kontakt Twitter iPhoto pointandshoot Typographie Alternative Pop Licht nodesign Aktionen Zitat Natur Photographie Denken Fail ScienceFiction Apple Studium Belletristik Comics Dayshot Vernacular Scratchbook Werbung Fragen Winter Software Medien Fun Retro Gesellschaft Farbe Print Electronic Magazine iOS Zukunft Web Drama Frühling Jazz Sommer Kitsch Kunst Sachbuch Hardware Fantasy Klassik Herbst Thriller Emma

Miss Platnum: The Sweetest Hangover

hd schellnack

Ruth Maria Renner legt als Miss Platnum ihr drittes Album vor, im Breitwand-Sound produziert von der The-Krauts-Crew von Peter Fox, und verlässt die eindeutige Balkan-Beat-Schiene von «Chefa», um einerseits Charts-kompatibler, andererseits individueller zu werden. Größtenteils von stampfenden Beats, flirrender Percussion, Bläsern. Orchester und Renners energetischem Gesang vorangetrieben, löst sich Platnum ein wenig von der absterbenden Ethnowelle und präsentiert sich als Big-Beat-Diva, die auf der Auskopplung «She’s Moved In» auch ganz ohne Polka-Feeling bewährt und stattdessen deutlich elektronischer und härter klingt. Im Kontext dessen, was sich in Deutschland im Airplay und bei einer jungen Zielgruppe bewähren muss, leisten Monk, Illvibe und Platnum einen gelungenen EthnoElectro-Balanceakt, der aus der Masse deutscher Pop-Produktionen nicht immer, aber oft genug überzeugend heraussticht. Mal gefühlig mit Soul-Feeling, mal als schiere Partymusik angelegt fusioniert Renner die verschiedensten Stile, ohne jemals gänzlich kalkulierend dabei zu wirken, tobt, jodelt, kreischt und wispert sich durch die Songs, die so überbordend sind wie es Osteuropa-Musik-Klischees eben zulassen. Wieviel härter und mutiger das im Original klingen kann, wie viel weiter rumänischer und ungarischer Pop sein kann, steht außer Frage – aber für eine (leicht verwässerte) deutsche HipHopSoulEthno-Melange, die Bläsergruppen, wirbelnde Derwischbeats und große Gefühle zurück in die deutschen Hitparaden bringen will, ist The Sweetest Hangover eine gut gelungene Melange und Einstiegsdroge in die Weltmusik.

27. März 2010 12:11 Uhr. Kategorie Musik. Tag .
Keine Antwort.

«
»

Comments are closed.


Creative Commons Licence