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MISS KITTIN: BATBOX

Back in Black – aus Paris meldet sich DJane und Musikerin Caroline Hervé zurück mit ihrem zweiten «echten» Album nach I com. Im gepflegten Emily-the-Strange-meets-Retro-Cramps-Style von Rob Reger designed, legt Batbox mit dem Hit Kittin is High los, der die Richtung des Albums vorgibt. Straighter, weniger verspielt, weniger experimentell als das punkige, trashige, wunderbare I com, immer noch geprägt von dem androgynsterilen Vocals von Hervé, straighter guter Dancefloorpop mit leichten NewWave-Anklängen, die bei Hervés Anne-Clark-Stimme ohnehin unvermeidbar sind. Da klingt vieles nach frühen Moloko und mancher Beat stampft im Früh80er-Feeling daher (Grace), insgesamt wirkt der Nachfolger leichter verdaubar als das Debut, leider auch weniger mitreissend, verspielt und weird, homogener, straighter durchproduziert, weniger Patchwork, auch mal akustische Bass-Sounds dabei. Das Ergebnis ist eine für eine DJane überraschend unhousige Platte, die in ihrem Feeling überraschend klar an Kittins Kooperation mit The Hacker erinnert. Batbox ist eine homogenere Platte, die trotz oder dank Pascal Gabriel irgendwie sympathisch nach Homerecording klingt, deren verspielter Sound  sich für Kopfhörer wie für den Dancefloor eignet und sie bringt Kittins schwebend-naive-coole-sexy Vocals bestens zur Geltung. Mehr als der Erstling zeigt Batbox Hervé als Songwriterin und Texterin, weniger als Spezialisting für die Tanzfläche. Obwohl ihre Vorliebe für Drumsounds der 80s und 90s schon zeigt, wo Kittin herkommt. Batbox remixed das Feeling des Mitachtziger DarkWave für die MySpace-Generation, mit einer gehörigen prise Ironie und Manga. Die abwechslungsreichen und bei aller Homogenität eben doch nie langweiligen WaveRaveDanceGoth-Songs beweisen, dass Kittins Ausflug von den Decks zum Mikrophon nicht nur eine Eintagsfliege war – ganz im Gegenteil. Wo auf I com der Gesang noch eher etwas scheu daherkam und hinter der Produktion versteckt war, trägt die Stimme hier oft ganze Tracks allein – Kittin ist als Sängerin bei sich angekommen und präsentiert sich als Act, mit dem langfristig  zu rechnen ist.

19. Februar 2008 09:33 Uhr. Kategorie Musik. 4 Antworten.

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