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MINI 2.0

Nachdem ich den neuen Mini CooperD ganz kurz testfahren durfte (Danke Nina :-D), wird mir bewusst, wie sehr MINI/BMW dieses Wagen wie Software behandeln. Im Grunde ist es keine neue Baureihe, sondern ein sanftes Update, ein Upgrade. Alles fühlt sich seltsam vertraut und gleich an, ist aber zugleich in jeder Hinsicht anders, aufgemotzt, veredelt. Äußerlich auf den ersten Blick kaum von Mini 1.0 und 1.5 zu unterscheiden, wirken vor allem die Oberflächenfinishes im Interieur deutlich edler, das Interface aufgeräumter. Der neue Tacho, das Armaturenbrett, Knöpfe, Belüftung, Ablagen erinnern deutlich weniger an ein «Funmobil» à la Ford Ka, sondern wertig und in den Details smart durchdacht. Das völlig in die Mittelkonsole integrierte Radio ist etwas erschreckend – hier geht wirklich nichts mehr rein als das von BMW angebotene Radio/CD-Kit – aber die Blinker, der Bordcomputer usw haben dezente, aber durchdachte Verbesserungen erhalten., die den Fahrkomfort sehr nahe an Dreier oder Fünfer, je nach Ausstattung heranheben (Wobei der Mini dann auch schnell bei über 30.000 Euro liegt) Spielerei-Extras wie der schlüssellose Schlüssel oder die Ambiente-Beleuchtung zeigen, wie sehr sich BMW hier nicht zuletzt an die Generation Gadget wendet, die zwar ein kleines urbanes Auto, aber eben doch Statussymbol haben will. Haptisch erinnert der Sprung von 1.0 zu 2.0 an den Wechsel von G4 zu G5. Der Mini ist damit deutlich mehr an BMW herangerückt und fühlt sich – von innen – massiv nach einem BMW 0,5er an. Dabei ist zugleich vielleicht leider aber auch einiges an Naivität und Charme der ersten Version verlorengegangen, der Mini ist ein Stück weit normaler, erwachsener geworden – das der Beifahrer einen Haltegriff am Fahrzeughimmel erhält, spricht da Bände. Komfortabler, weniger impulsiv, bietet der Mini vor allem im «Kernel» einen großen Sprung. Motoren und Getriebe sind deutlich näher an den BMW-Standard herangerückt, der Benzinverbrauch aller Modelle endlic in realistische Größenordnungen zurückgeschraubt.

Das Upgrade auf 2.0 ist – wie so oft bei Software  – abgesehen von den Verbrauchswerten sicherlich kein Muss. Das Finish, das Feeling ist erlesener, aber auch weniger frisch, die billig glänzende Swatch-Sportivität weicht einem Mattchrom-Wohnzimmerflair. Gut zur Sache dürften die Cooper, allen voran der S, auf jeden Fall nach wie vor kommen, und das Dieselmodell hat endlich einen vernünftigen leistungsstarken Motor.

Schade nur, dass der Clubman deutlich schlechter aussieht als alle Vorentwürfe auf Messen vermuten ließen – und mich irgendwie an einen Smart erinnert :-D.

Kein Grund, meinen Cooper schon auszutauschen – aber wenn ich mir jetzt einen neuen Wagen kaufen würde, wäre es immer noch ein Mini ;-).  Wobei die Wahl zwischen Cooper D und S – Kopf und Bauch – schwerfallen dürfte.

Interessant ist aber die zum einen hochkonservative Modellpolitik, die nur minimale kosmetische Änderungen am Designklassiker-Konzept des Mini zulässt, zugleich aber die Kooperation mit anderen Motorenherstellern als Testgelände für BMW selbst nutzt… und eine bislang ausnahmslose Orientierung an Software und Apple-Hardware in der Art und Weise, wie das Modell gepflegt und modifiziert wurde, die es zugleich noch enger in Sachen Look & Feel des Innenraums an das Mutterhaus anbindet, so dass der Mini ganz klar zur Einstiegsdroge für künftige BMW-Kunden wird.

23. August 2007 20:20 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

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